Ein düsteres Puzzle aus Schuld, Lügen und Vergeltung
Warum sie sterben mussteDer Kriminalroman „Warum sie sterben musste“ von Linn Lornsen ist ein vielschichtiger, atmosphärisch dichter Thriller, der unter die Haut geht und noch lange nachhallt.
Während einer verheerenden Jahrhundertflut ...
Der Kriminalroman „Warum sie sterben musste“ von Linn Lornsen ist ein vielschichtiger, atmosphärisch dichter Thriller, der unter die Haut geht und noch lange nachhallt.
Während einer verheerenden Jahrhundertflut wird die Abiturientin Carolin Hau erhängt an einem Brückenpfeiler aufgefunden. Schnell gerät ihr Stalker Henrik ins Visier der Ermittler. Doch kurz vor seiner Festnahme wird er durch einen anonymen Anruf gewarnt und kann entkommen.
Fünfzehn Jahre später nimmt der Fall eine erschütternde Wendung. Ausgerechnet Henrik, der inzwischen mit verändertem Aussehen und unter falscher Identität auf einem Reiterhof arbeitet, jenem Ort, an dem auch Carolin viel Zeit verbrachte, kommt auf nahezu identische Weise ums Leben wie einst sein mutmaßliches Opfer.
Mit den neuen Ermittlungen werden der ehemalige Rechtsmediziner Dr. Ivo Beddenbrook, inzwischen Kommissar, und seine Kollegin Cinzia Rix betraut. Bereits früh zeigt sich, dass es in den damaligen Untersuchungen Unstimmigkeiten gab. Zudem sind Vernehmungsprotokolle aus der Ermittlungsakte verschwunden, ein Detail, das den Fall in ein noch düstereres Licht rückt.
Die in vier große Abschnitte gegliederte Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Durch die wechselnden Zeitebenen bleibt die Spannung konstant hoch. Nach und nach werden dem Leser Puzzleteile präsentiert, die sich schließlich zu einem ebenso überraschenden wie schlüssigen Gesamtbild zusammenfügen.
Auch die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet. Einblicke in das Privatleben der Ermittler verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe und lassen, besonders im Epilog, auf eine Fortsetzung hoffen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung – allerdings ist dieser Kriminalroman nichts für allzu zart besaitete Gemüter.