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Veröffentlicht am 01.04.2026

Mitreißender, fantasievoller Dilogieauftakt

Dire Bound
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Das Land Nocturna ist von hunderten Kriegsjahren gezeichnet, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und Hunger. Seit dem Tod ihres Vaters kümmert sich Meryn um ihre jüngere Schwester Saela und ihre ...

Das Land Nocturna ist von hunderten Kriegsjahren gezeichnet, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und Hunger. Seit dem Tod ihres Vaters kümmert sich Meryn um ihre jüngere Schwester Saela und ihre Mutter, die mehr und mehr dem Wahnsinn verfällt. Regelmäßig werden in den ärmlichen Vierteln der Stadt Sturmfrost Kinder entführt, Gerüchten zufolge von Siphonen, dem feindlichen Nachbarvolk. Als auch Saela eines Nachts spurlos verschwindet, meldet sich Meryn freiwillig zum Kriegsdienst, denn nur im Kampf gegen die Siphone sieht sie eine Chance, ihre Schwester retten zu können. Ehe sie allerdings an die Front geschickt wird, muss sie die Bindungsprüfung hinter sich bringen, gegen ihren Willen wird Meryn dabei von der Schattenwölfin Anassa ausgewählt - was erst einmal weitere Monate Ausbildung im königlichen Schloss bedeutet,

"Dire Bound" von Sable Sorensen ist der Auftakt einer fesselnden Fantasy-Dilogie, die mir einige wunderbare Lesestunden beschert hat. Meryn war mir auf Anhieb sympathisch, sie ist eine starke Protagonistin, die trotz ihrer schwierigen Lebenssituation niemals aufgibt und sich liebevoll um ihre Mutter und Schwester kümmert. Sie und auch alle anderen Figuren im Buch waren für mich authentisch und greifbar dargestellt, ich hatte immer ein deutliches Bild vor Augen. Den Hintergrund fand ich ausreichend, wenn auch nicht übermäßig ausführlich, beschrieben, ich hatte den Eindruck, mich recht gut in Meryns Welt orientieren zu können.

Neben der traumhaft schönen optischen Gestaltung der Deluxe-Ausgabe war der Schreibstil für mich der größte Pluspunkt der Geschichte, einmal begonnen, war ich tief in der Handlung versunken und mochte das Buch zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Dass der Roman im Verlagstext mit "Fourth Wing" verglichen wird, ist ein Werbeschachzug, der meiner Meinung nach keinem Buch wirklich gut tut, bereits vorab werden bei den Lesenden Erwartungen geweckt, denen letztendlich auch die spannendste Fantasy nicht gerecht werden kann. Zugegeben, anfangs habe auch ich gedanklich die eine oder andere Parallele zu "Fourth Wing" gezogen, der Beginn mit der brutalen Prüfung, bei der die Rekruten einen schwierigen Bergaufstieg bewältigen müssen, die Ungerührtheit mit der bei jeder dieser Prüfungen nicht wenige Todesopfer als Normalität betrachtet werden und die "Belohnung", indem die Besten von einem magisches Wesen gebunden werden, hatten schon ein wenig Fanfiction-Vibes.

Später entwickelte sich das Buch aber in eine ganz eigene Richtung, es gab jede Menge Geheimnisse, die die Spannung auf einem für mich angenehmen Niveau hoch hielten. Die Erotik wurde reichlich explizit beschrieben, die eine oder andere Gewaltszene war für meinen Geschmack schon etwas zu viel, damit sollte man sich arrangieren können, um das Leseerlebnis vollumfänglich zu genießen. Insgesamt habe ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt, der Cliffhanger am Ende weckt bereits Vorfreude auf die Fortsetzung. Für diesen mitreißenden Dilogieauftakt spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Eine starke Protagonistin, das spannende Magiesystem und der fesselnde Schreibstil haben diese fantasievolle Lektüre für mich - trotz kleinerer Abstriche bei einigen brutalen Gewaltszenen - zu einem Highlight gemacht, das ich gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 26.03.2026

Märchenhaft-schaurige Adaption der Blaubart-Geschichte

The House Saphir
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Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, führt die gerissene Mallory Fontaine nachts Touristen durch das leer stehende Haus, das früher Bastien Saphir gehörte. Der Graf Saphir erlangte einst schaurige Bekanntheit, ...

Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, führt die gerissene Mallory Fontaine nachts Touristen durch das leer stehende Haus, das früher Bastien Saphir gehörte. Der Graf Saphir erlangte einst schaurige Bekanntheit, nachdem er seine ersten drei Ehefrauen ermordet hatte, während ihm die vierte nur knapp entkam. Obwohl Mallory mit Geistern sprechen kann und im Haus tatsächlich Bastiens erstes Opfer umgeht, arbeitet sie mit allerlei Tricks, um ihren leichtgläubigen Gästen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Eines Nachts taucht ein Fremder bei der Führung auf und engagiert Mallory für eine Geisteraustreibung auf seinem Landsitz, wo sie nicht nur ihrer morbiden Faszination für Bastien Saphir nachgehen kann, sondern auch selbst in ungeahnte Gefahr gerät.

"The House Saphir" von Marissa Meyer ist eine Adaption der klassischen Blaubart-Geschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Die findige Mallory war mir trotz (oder wegen?) ihrer morbiden Eigenartigkeit schnell ans Herz gewachsen, auch die Personen in ihrem Umfeld fand ich originell und für meine Fantasie gut greifbar charakterisiert. Wie ich es schon aus anderen Büchern der Autorin kannte, hat sie ihre Figuren mit märchenhaftem Flair umgeben und dennoch nahbar gestaltet, so dass ich emotional immer mitten unter ihnen war.

Der Schreibstil hat mich bis zur letzten Seite gefesselt, die Spannung hielt sich auf einem für mich angenehmen Niveau. Die düstere, ein wenig verwunschen erscheinende Atmosphäre gab der Handlung den passenden Hintergrund, lediglich das Verwirrspiel um Bastien und seinen Nachfahren hätte für meinen Geschmack gern noch etwas umfangreicher ausgeführt sein dürfen, auch der im Untertitel erwähnte blutige Schlüssel hatte eher einen kurzen Gastauftritt. Insgesamt habe ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt und spreche für dieses Retelling gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Die märchenhaft-düstere Blaubart-Nacherzählung hat mir einige angenehm-schaurige Lesestunden beschert, so dass ich das Buch gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Zauberhafter Reihenauftakt mit nahezu flauschiger Wohlfühlatmosphäre

The House Witch 1
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In der Schlossküche des Königreiches Daxaria herrscht das pure Chaos - bis der neue Koch Finlay Ashowan seine Stelle antritt. Im Nu hat Fin nicht nur sämtliche Personen aus seiner Küche verbannt, sondern ...

In der Schlossküche des Königreiches Daxaria herrscht das pure Chaos - bis der neue Koch Finlay Ashowan seine Stelle antritt. Im Nu hat Fin nicht nur sämtliche Personen aus seiner Küche verbannt, sondern auch schleunigst für Sauberkeit und Ordnung gesorgt. Dass er mit seinen offenen Worten dem einen oder anderen Schlossbewohner auf die Füße tritt, lässt sich dabei wohl nicht vermeiden, dennoch gewinnt Fin schnell Freunde, selbst der Sohn des Königspaares geht bald fröhlich in der Küche ein und aus. Was zunächst niemand ahnt: der neue Koch ist eine Haushexe, seine magischen Kräfte helfen nicht nur, schmackhafte Mahlzeiten zu zaubern, er beschützt auch sein Zuhause und die Menschen, die darin leben. Als Gefährte steht ihm dabei der kleine Kater Kraken zur Seite, der viel schneller als Fin selbst feststellt, dass die Adlige Annika doch perfekt zu seiner Hexe passt.

"The House Witch 1" von Delemhach Emilie Nikota ist der Auftaktband einer wirklich zauberhaften Fantasy-Reihe. Nach wenigen Zeilen war ich bereits tief in der heimeligen Atmosphäre, die Fin in kürzester Zeit in seiner Küche schafft, versunken. Finlay Ashowan ist ein Protagonist, den man einfach lieben muss, trotz seiner manchmal harschen Ausdrucksweise, die ihm nicht nur Freunde einbringt, wird er nach und nach zur guten Seele des Schlosses, die Gemütlichkeit, die er in seinem Umfeld erzeugt, war beinahe mit Händen zu greifen. Auch sämtliche anderen Personen und der flauschige Kater Kraken waren umfassend und ein wenig augenzwinkernd mit ihren jeweiligen (manchmal recht speziellen) Charaktereigenschaften dargestellt, ich hatte von allen ein farbenfrohes Bild vor meinem geistigen Auge.

In liebevollem Schreibstil zeichnete die Autorin nicht nur ihre Figuren, auch den Hintergrund fand ich so warmherzig beschrieben, dass ich mich in die Stimmung regelrecht einhüllen wollte, wie in eine kuschelige Decke. Wahrscheinlich habe ich beim Lesen ständig leise vor mich hin gelächelt, denn diese Geschichte macht einfach Spaß. Eigentlich war ich mir ganz sicher, dass dieser Reihenauftakt eine Fünf-Sterne-Lektüre für mich sein würde, aber im hinteren Buchteil gab es zwei Fäden, die für meinen Geschmack etwas ungeklärt in der Luft hängen geblieben sind. Vielleicht ergibt sich die erhoffte Auflösung um eine geheimnisvolle Figur noch in den Folgebänden, aber auch Krakens Pfade hätten für mich gern noch etwas Raum in der Handlung einnehmen dürfen. Insgesamt hat mich dieses Lesevergnügen dennoch gefesselt und begeistert, so dass ich es unbedingt weiter empfehle und mich schon sehr auf die Fortsetzung freue.

Fazit: Dieses Buch macht einfach glücklich, die gemütliche Atmosphäre und einige wirklich liebenswerte Figuren haben mir wunderbare Lesestunden beschert, für den zauberhaften Reihenauftakt spreche ich eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Eine verträumte, fantasievolle Geschichte, die mit sanfter Romantik bezaubert

Zwei in einem Bild
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Seit mehr als einhundert Jahren lebt Jean bereits in einem Bild seines berühmten Vaters Henri Matisse. Tagsüber, wenn das Gemälde von den vielen Museumsbesuchern betrachtet wird, sitzt er unbeweglich in ...

Seit mehr als einhundert Jahren lebt Jean bereits in einem Bild seines berühmten Vaters Henri Matisse. Tagsüber, wenn das Gemälde von den vielen Museumsbesuchern betrachtet wird, sitzt er unbeweglich in seinem Sessel, doch nachts können sich die gemalten Figuren durch sämtliche Bilder der Ausstellung bewegen. Während seine Geschwister beinahe jede Nacht unterwegs sind, bleibt der introvertierte Jean häufig in seiner angestammten Umgebung allein, erst als die Reinigungskraft Claire beginnt, während ihrer Arbeit mit ihm zu sprechen, erwacht in ihm die Sehnsucht nach Gesellschaft. Zufällig entdecken sie, dass Claire in Jeans Bild hinein klettern kann und sie erleben gemeinsam, welche Abenteuer in den verschiedenen Gemälden auf sie warten. Dabei vertiefen sich ihre Gefühle füreinander immer mehr, doch kann ihre Liebe der Realität stand halten?

"Zwei in einem Bild" von Morgan Pager ist eine Geschichte, die sich entspannt und unaufgeregt vor dem Auge des Lesers ausbreitet, weshalb es ein wenig gedauert hat, ehe ich emotional in die Handlung eintauchen konnte. Die Protagonisten fühlten sich für mich anfangs wenig greifbar an, auch ihnen bin ich nur ganz gemächlich näher gekommen. Da Claire nicht nur Jean gegenüber, sondern auch den Lesern lange Zeit kaum etwas über ihr Leben außerhalb des Museums preis gibt, hatte ich den Eindruck, immer nur einen kleinen Teil ihrer Persönlichkeit zu sehen. Später ist sie mir dafür umso mehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr und Jean auf jeder einzelnen Seite gehofft und gebangt.

Der ruhige Schreibstil hat sich für mich erst einmal ungewohnt angefühlt, doch je weiter ich gelesen habe, umso mehr hat der Roman mich gefesselt, die romantische Entwicklung zwischen Jean und Claire habe ich begeistert begleitet. Diese verträumt daher kommende Geschichte besitzt ihren ganz eigenen Zauber, wer bereit ist, sich auf das gemächliche Erzähltempo einzulassen, wird mit einem wunderbar fantasievollen Lesevergnügen belohnt, das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Die fantasievolle Geschichte lädt ihre Leser zum träumen ein, die sanfte Romanze hat mich nach und nach in ihren Bann gezogen und immer mehr begeistert. Für diesen außergewöhnlichen Roman spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 19.02.2026

Jede Menge Rätsel um ein mystisches Hotel verbinden sich mit einer sanften Romanze zu diesem fesselnden Lesevergnügen

Das White Octopus Hotel
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Die introvertierte Kunstgutachterin Eve Shaw pflegt kaum Umgang mit ihren Kollegen, dass in der Firma über sie getuschelt wird, ist ihr egal. Doch eines Tages taucht in ihrem Büro ein alter Herr auf, der ...

Die introvertierte Kunstgutachterin Eve Shaw pflegt kaum Umgang mit ihren Kollegen, dass in der Firma über sie getuschelt wird, ist ihr egal. Doch eines Tages taucht in ihrem Büro ein alter Herr auf, der hinter Eves abweisende Fassade zu schauen scheint. Er schenkt ihr eine kleine Oktopus-Figur und bittet sie eindringlich, in das Hotel zurück zu kehren. Eves Recherche zu der Figur, die verblüffend genau ihrem wandernden Tattoo gleicht, führt sie zu jeder Menge Gerüchten, die sich um das seit vielen Jahren geschlossene White Octopus Hotel ranken. Gegenstände aus dem Haus sollen angeblich magische Kräfte besitzen, ein Zimmerschlüssel verspricht, in die Vergangenheit zu führen. Als Eve beschließt, sich das verfallene Hotel selbst anzusehen, ahnt sie noch nicht, wie eng dessen Geschichte mit ihrem eigenen Leben verknüpft ist.

"Das White Octopus Hotel" von Alexandra Bell ist eine spannenden Geschichte mit mystischem Hintergrund, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Eve, die auf ihre Mitmenschen sicher reichlich unterkühlt wirkt, war mir direkt sympathisch, es war schmerzhaft spürbar, welche seelischen Narben der frühe Tod ihrer Schwester hinterlassen hat. Obwohl sie selbst noch ein kleines Mädchen war, haben es die Eltern in ihrer Trauer verpasst, der kleinen Eve emotional beizustehen. So nagen die Schuldgefühle ein Vierteljahrhundert später immer noch an ihr, die Möglichkeit in die Vergangenheit des Hotels zu reisen bietet Eve die einmalige Chance, den Unfall ihrer Schwester ungeschehen zu machen. Allerdings muss sie dafür nicht nur ein Blatt des magischen Hotelbriefpapiers finden, sondern auch die zarten Gefühle für den Komponisten Max Everly unterdrücken - denn wenn sie Bellas Tod verhindert, wird sie Max nie gekannt haben.

Der mitreißende Schreibstil hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, ich mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen und war emotional tief in der Handlung versunken. Die Geheimnisse um das Hotel und den häufig abgebildeten weißen Oktopus mit der einen schwarzen Tentakelspitze fand ich sehr atmosphärisch umgesetzt, der Roman hat mich ständig zum mit rätseln animiert. Stellenweise glaubte ich beinahe, die Musik von Max Everly im Ohr zu haben, die Eve in ihrem einsamen Leben vor der Entdeckung des Hotels bereits so sehr geliebt hat. Das wunderbare Ende hat mich zufrieden zurück gelassen, der einzige Grund für mich, in der Bewertung nicht die Höchstpunktzahl zu vergeben, ist die Tatsache, dass schlussendlich zwar fast alle offenen Fragen beantwortet wurden, meine Neugier sich aber noch umfassendere Hintergrundinformationen gewünscht hätte. Für diese romantisch-mystische Geschichte spreche ich dennoch eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Fazit: Ein mystisches Hotel bietet den Hintergrund für jede Menge Rätsel und eine sanfte Romanze in der Vergangenheit. Mich hat die Geschichte von Anfang bis Ende gefesselt und begeistert, diesen Roman empfehle ich gern weiter.