Nicht ganz so cosy
Gärten, Gift und kalte RacheAuch im fiktiven Oberdistelbrunn ist der Frühling ausgebrochen und zahlreiche Ortsbewohnerinnen (weniger die Bewohner) bewaffnen sich unter dem wachsamen Augen des Umweltreferenten mit Spaten und Schaufel, ...
Auch im fiktiven Oberdistelbrunn ist der Frühling ausgebrochen und zahlreiche Ortsbewohnerinnen (weniger die Bewohner) bewaffnen sich unter dem wachsamen Augen des Umweltreferenten mit Spaten und Schaufel, um ihren Ort zu verschönern. Man will ja den sanften Tourismus ankurbeln und dazu zählt auch das Summen von Insekten. Maßnahmen zur Biodiversiät sind also gefragt. Doch das eifrige Werkeln wird jäh unterbrochen, als wenige Tage nach dem Auffinden eines Hundeskeletts mehrere Dorfbewohner vergiftet werden. Bewohner - männlich, wohlgemerkt und jeder hat ein Zettelchen mit einem Sinnspruch einstecken.
„Ich mag Giftmorde,“ gestand der Umweltreferent, „Der Tod durch toxische Pflanzen ist so poetisch.“ (S. 129)
Die Polizei, also Dorfpolizist Kapplhuber sowie Kommissar Hartmann tappen im Dunkeln.
Daher starten Berta und Pauline ihre Ermittlungen, sehr zum Missfallen von Kommissar Hartmann, der inzwischen zum Hauptkommissar ernannt worden ist. Denn das ganze Dorf und seine Bewohner bzw. seine Bewohnerinnen sind ihm verhasst, was im übrigen auf Gegenseitigkeit beruht.
„Was kümmert mich das Insektensterben!“ fuhr der Kommissar ihn an. „Hier beißen haufenweise Menschen ins Gras. Vier Tote in zehn Tagen! Bei dem Tempo ist bis zum Winter dieses ganze verdammte Kaff ausgestorben.“ Und dabei sah er nicht aus, als würde er dies bedauern.“ (S. 278)
Meine Meinung:
In ihrem dritten Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline tauchen wir wieder in die Abgründe von Oberdistelbrunn ein. Durch den Fund des Hundeskeletts kommt ein Ereignis aus der Vergangenheit ans Tageslicht, das Machenschaften, an denen zahlreiche, scheinbar honorige Bürger beteiligt gewesen sind und nun die Rechnung dafür bezahlen müssen.
Der Krimi wird als Cosy-Krimi beschrieben, was vermutlich der Beschreibung der teilweise skurrilen Persönlichkeiten, damit ist vor allem HK Hartmann gemeint, zu verdanken ist. Denn eigentlich ist das Buch die Geschichte einer eiskalten Rache. Ich habe recht bald einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat, gehabt.
Diesmal ist mir das ehelichen Geplänkel zwischen Pauline und ihrem Mann ein bisschen zu viel gewesen. Aber, das ist vermutlich Ansichtssache.
Wie wir es von Autorin Klaudia Blasl gewöhnt sind, gibt es in die Handlung eingebaute Gartentipps und im Anhang die Beschreibung von Giftpflanzen. Von deren Anwendung wird jedoch dringend abgeraten.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem 3. Krimi rund um die Hobby-Ermittlerinnen Berta und Pauline 4 Sterne.