Magie, ein Fluch oder Segen...
Deathbringer – Der Kuss der Schlange„Liebe kann tödlich sein, Deathbringer – Der Kuss der Schlange, der düster-sinnliche Auftakt zur Dark-Academia-Sensation.“ Enthaltene Tropes: Dark Academia, Enemies to Lovers, Forced Proximity - Spice-Level: ...
„Liebe kann tödlich sein, Deathbringer – Der Kuss der Schlange, der düster-sinnliche Auftakt zur Dark-Academia-Sensation.“ Enthaltene Tropes: Dark Academia, Enemies to Lovers, Forced Proximity - Spice-Level: 2 von 5.
Das Buchcover, die Thematik und die Magie haben mich angezogen. Was mir nicht bekannt war oder ignoriert habe, es ist der Beginn einer Buchreihe, die hoffentlich in naher Zukunft fortgesetzt wird. Somit ist das Ende offen, macht aber neugierig, wie es weitergehen wird und vor allem, sind noch nicht alle Fragen gelöst.
Vor mir liegt eine wunderschöne Hardcover Farbschnittausgabe. Das Cover ist eindeutig auf Fantasy ausgerichtet. Rosen, ein Vogel und eine Schlange, alles farblich abgestimmt auf schwarzem Grund. Nimmt man den Schutzumschlag ab, erscheint ein wunderschönes Rot und darauf eine silberne Prägung mit der wiederholten Symbolik. Und der Farbschnitt bleibt dem treu.
Es ist der Debütroman der Autorin und diese werde ich mir definitiv merken. Bevor der Roman beginnt, werden die verschiedenen Häuser Gorhails benannt und ihre Mitglieder sowie Ränge und Gründer kurz erklärt. Gorhail ist die Akademie, die sogenannte Zauberschule, an denen die Heranwachsenden ihre magischen Künste erlernen, verfeinern und studieren sollen. Es beginnt im Mai 1927 mit Viola und ihrer Geschichte mit ihrer Magie. Sie ist eine Mortemagi, eine Flüsternde und kann die letzten Worte der Toten hören. Doch sie verbindet mit ihrer Magie nichts Gutes und versuchst sie zu vermeiden und nicht zu zeigen. So kommt es auch, dass es das Geheimnis zwischen ihrer Schwester und ihr bleibt und somit Olivia statt Viola nach Gorhail geht. Die Story dreht sich um die Hauptzeit von Mitte November 1939 bis Weihnachten 1939. Wieso gerade diese Zeit ausgewählt wurde, kann ich nicht deuten, denn es fühlt sich vieles wie Gegenwart an und nicht wie eine vergangene Zeit. Dazwischen gibt es immer wieder Auszüge aus der Vergangenheit der Nachfahren. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und Viola kommt doch nach Gorhail. Eine Mordserie gilt es aufzuklären und dabei kommen immer neue Details ans Licht. Eine alte Macht plant seine Rückkehr, dabei ist ihm jedes Mittel recht. In Gorhail lernt Viola auch ihren Gegenpart Sylas kennen. Der ist jedoch von ihrer Magie alles andere angetan, aus Gründen, er selbst ist ein Aspieri und gehört zu Haus des Giftes. Er trägt Schlangen am Körper, Aspiere, die tödlich sowie auch heilend sind. Unweigerlich müssen die beiden zusammen arbeiten, auch wenn sich das nicht immer einfach gestaltet. Es endet in einem Epilog.
Viola, 22, hat ein reines Herz. Sie verabscheut Magie, aus dem was sie erfahren musste und dennoch muss sie lernen mit ihr umzugehen, um nicht selbst verrückt zu werden. Ihre Schwester ist ihre engste Vertraute. Doch ohne geschult zu sein, ist es schwer für sie. Sie arbeitet in einen Bestattungsinstitut, um dort den Toten näher zu sein und dieses flüstern zu stillen. Sie möchte Gutes tun. Ihre eigentliche Leidenschaft liegt in der Natur. Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, das nichts so ist wie es war oder sein sollte. Die Wahrheit zu finden, ist wie ein Glücksspiel. Doch sie ist nicht alleine und ihr reines Herz hilft ihr den richtigen Weg zu finden und ihre Magie als etwas Gutes anzusehen.
Sylas, der Sympathiebolzen, hasst es Babysitter spielen zu müssen. Besonders seine Vergangenheit und de seiner Familie macht ihn voreingenommen und streitsüchtig. Erst taten bewirken bei ihm Etwas und er muss es mit seinen eigenen Augen sehen. Um zu begreifen. Doch Viola erreicht auch sein Herz, ob er will oder nicht und vor allem auch seine Schlangen weisen ihm den Weg.
Man begibt sich auf eine sehr abenteuerliche, fantastische und auch geheimnisvolle sowie mystische Reise. Das Setting hat mir sehr gefallen, auch wenn der Akademieanteil weniger Aufmerksamjkeit erhalten hat. Eher lag das Augenmerk auf die verschiedenen Zugehörigkeiten zu den Häusern und ihren Familien. Ansonsten war das Feeling düster, aufregend und auch sehr verwirrend. Einiges wird nach und nach aufgeklärt, einiges bleibt noch im Verborgenen. Die Zeitschiene geht wirklich rasant und ereignisreich zu und man muss am Ball belieben, um auch alles mitzubekommen. Viel Input, viel passiert und doch erscheint einiges unlogisch oder soll gerade verwirren. Die fantastische auch magischen Elemente sind großartig, auch die Schlangen und ihr Eigenleben haben mir unheimlich gut gefallen. Die kämpferischen Szenen waren sehr gut ausgewogen. Es geschehen immer wieder zielgerichtet Dinge, die zur Auflösung des Ganzes führen oder eben noch mehr verwirren. Wer hier auf welcher Seite mitwirkt, ist auch nicht immer klar definiert. Die Charaktere sind allesamt sehr interessant, individuell und jeder, ob gut oder böse bringt die richtige Würze mit hinein. Bei manchen hätte ich mir aber mehr Hintergrundwissen und mehr Tiefe gewünscht. Generell hätten ein paar mehr Informationen der Handlung nicht geschadet und auch für die gefühlsebene mehr zu Verständnis geholfen, aber hier hoffe ich auf die Fortsetzung. Und auch für den Romantasy - Part hätte ich mir mehr spürbare Gefühle gewünscht. Es hat Spaß gemacht herumzurätseln und dennoch von einigen Ereignissen und Aufklärungen überrascht zu werden.
Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden, die handlungsbedingten Beschreibungen hatte man direkt vor Augen. Trotz der zeitlichen Unterscheidung ist es modern geblieben, nur kleine Auszüge haben sich in der Sprache verändert. Ansonsten ging es locker, flüssig, spannend und und zwischendurch auch spritzig, mit gelungenen Dialogen voran. Die Kapitellängen haben eine unterschiedliche Leselänge. In der Ich-Perspektive wird wechselnd auch den beiden Sichtweisen von Viola und Sylas durch die Geschichte geführt.
Mein Fazit: Eine Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und mich auf die Fortsetzung freue. Auch wenn nicht alles perfekt in meinen Augen war, war es dennoch ein großartiger Auftakt, der noch soviel mehr offenbaren kann. Die Magie und ihre Auswirkungen sind einzigartig und die tierischen Begleiter einfach nicht wegzudenken.