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Veröffentlicht am 25.04.2024

Für einen Neubeginn ist es nie zu spät

Zeit der Schwestern
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Zeit der Schwestern – Apfelblütentage

Als die Naturforscherin und Fotografin Carolin für den 70. Geburtstag ihrer Mutter nach Jahren aus ihrer Wahlheimat Neuseeland an den Bodensee zurückkehrt, freut ...

Zeit der Schwestern – Apfelblütentage

Als die Naturforscherin und Fotografin Carolin für den 70. Geburtstag ihrer Mutter nach Jahren aus ihrer Wahlheimat Neuseeland an den Bodensee zurückkehrt, freut sie sich auf zwei harmonischen Wochen im trauten Familienkreis. Doch ausgerechnet am Tag der Feierlichkeiten erschüttert ein unvorhergesehenes Ereignis das Familienleben in seinen Grundfesten. Jetzt ist mehr denn je Zusammenhalt zwischen den drei Schwestern gefragt. Dabei erkennt Carolin nicht nur, dass auch im Leben ihrer Schwestern nicht alles rund läuft, sondern stellt vor allem ihr eigenes Leben fernab der Heimat immer mehr in Frage. Und auch das Wiedersehen mit Cornell, der das Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau leitet und dem sie zuletzt vor über 20 Jahren auf ihrem Abiball begegnet ist, ruft ungeahnte Gefühle in Carolin hervor. Doch ist sie wirklich bereit ihr sprunghaftes Leben am anderen Ende der Welt aufzugeben und in der Heimat einen Neuanfang zu wagen?

„Zeit der Schwestern – Apfelblütentage“ ist der gelungene Auftakt einer neuen Familientrilogie von Tanja Huthmacher. Ist der Beginn des Romans noch ein wenig langatmig, nimmt die Geschichte mit einer unerwarteten Wende schon bald Fahrt auf.

Im Zentrum der Romanreihe „Zeit der Schwestern“ steht die Familie Hohenhausen. Dabei spielen nicht nur die drei ungleichen Schwestern, sondern auch deren Eltern, Generation Ü70, eine bedeutsame Rolle für den Verlauf der Geschichte. Der Debütroman „Apfelblütentage“ stellt die 42-jährige Carolin, mittlere der drei Schwestern, in den Fokus. Das Leben der freiheitsliebenden Frau findet fern von ihrer Familie am anderen Ende Welt statt. Verbindlichkeiten geht sie dabei gern aus dem Weg. Trotzdem ist Carolin keineswegs eine oberflächliche Person, sondern stets hilfsbereit und zuverlässig. Für die Probleme und Bedürfnisse ihrer Freunde und Familie hat sie immer ein offenes Ohr, ohne dabei über deren Handeln zu richten. Tanja Huthmacher setzt in ihrem Roman auf einen personalen Erzähler, was einen tiefen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Protagonistin ermöglicht und den Leser mitfühlen lässt. Jeder Tag, den Carolin länger in der Heimat verbringt, verunsichert sie. Ist sie wirklich glücklich mit ihrem abenteuerlichen Leben auf der anderen Erdhalbkugel? Je intensiver sie sich mit dieser Frage auseinandersetzt, desto mehr wird ihr eines klar: Ihre Wünsche und Prioritäten haben sich verändert. Etwas maßgebliches scheint in ihrem Leben zu fehlen. Ein Beispiel im engsten Familienkreis führt ihr vor Augen, dass ein Neubeginn keine Frage des Alters ist. Der innere Konflikt den Carolin mit sich austrägt wird von Tanja Huthmacher im Verlauf der Geschichte immer wieder an den passenden Stellen fein herausgearbeitet. Hat sie den Mut ihre Freiheit aufzugeben und auch ihren Gefühlen für Cornell eine Chance zu geben? Und hat sie vor allem genügend Vertrauen in sich selbst?

Obwohl Carolin zweifellos im Mittelpunkt des Romans steht, erhält der Leser schon jetzt einen guten Einblick in die komplette Familie Hohenhausen und natürlich auf den sympathischen Biologen Cornell. Dass Cornell sein Herz (mittlerweile) offen auf der Zunge trägt, wird schnell ersichtlich. Bei romantischen Verabredungen genießt er die gemeinsame Zeit. Dabei zeigt er sich unglaublich verständnisvoll und übt keinerlei Druck auf Caro aus.
Obwohl der Spannungsverlauf keine steile Kurve aufweist, liefert der Roman immer wieder kleine Überraschungsmomente. Erste Ideen, wie es wohl in den folgenden beiden Bänden mit der lebensfrohen, chaotischen Romy, der sehr disziplinierten Veri, deren Moralvorstellung deutlich enger gesteckt sind und natürlich auch mit Caro weitergehen mag, drängen sich beim Lesen förmlich auf. Auch die Frage, ob Vater Georg sein inneres Gleichgewicht wiederfinden kann, fördert die Neugier auf die Fortsetzung.

Tanja Huthmacher schildert die Geschehnisse in ihrer Geschichte sehr anschaulich. Ihre bildhafte Beschreibung der Schauplätze und Landschaften, insbesondere der berühmten Insel Mainau versetzt den Leser regelrecht in ein Urlaubsfeeling zum Träumen. Der eingängige Schreibstil lässt sich flüssig lesen und macht die Handlung umso lebhafter. Hier und da erscheinen schonmal einzelne Szenen - gerade am Schluss des Buches, wenn die Ereignisse sich überschlagen - ein wenig gestellt. Einige Dialoge tragen, auch durch den Gebrauch von Jugendsprache zu diesem Eindruck bei. Dies schlägt jedoch mit Blick auf den Gesamteindruck – im wahrsten Sinne – nicht weiter zu Buche.

Dass es sich bei der Protagonistin um eine Frau mittleren Alters handelt, die sich noch einmal mit ihren eigenen Wünschen und Lebensvorstellungen auseinandersetzt und sich neu orientiert, wirkt besonders erfrischend. Manchmal ist eben nötig Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen und einen Neubeginn zu wagen – vor allem, wenn man erkennt, was wirklich zählt.

„Zeit der Schwestern – Apfelblütentage“ liefert alles, was einen unterhaltsamen Roman ausmacht: eine überzeugende, nicht alltägliche Geschichte mit überraschenden Wendungen, authentische Charaktere mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten, ein gesundes Maß an Romantik und nicht zuletzt idyllische Schauplätze am Bodensee. Ein gelungener Auftakt der Familientriologie, der Lust auf die Fortsetzungen macht.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Naturnaher Familienroman, der nachdenklich stimmt

Brombeerblaue Tage
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Der Roman „Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra wirkt nach – trotz oder vielleicht gerade wegen des ruhigen und unaufdringlichen Schreibstils. Inmitten einer problematischen Vater-Tochter-Beziehung ...

Der Roman „Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra wirkt nach – trotz oder vielleicht gerade wegen des ruhigen und unaufdringlichen Schreibstils. Inmitten einer problematischen Vater-Tochter-Beziehung haben auch die Themen Gesundheit, Entschleunigung und Natur maßgeblichen Anteil auf einem Weg voller Annäherung und Selbstfindung.
Das Leben der Berliner Landschaftsarchitektin Elisa ist straff durchorganisiert. Als absoluter Workaholic sind ständige Erreichbarkeit und Projekte über Projekte ihr Lebenselixier. Dass ausgerechnet ihr Vater Henk, zu dem sie ein gespaltenes Verhältnis hat, sie nun bittet während eines kurzen Krankenhausaufenthalts sein Gutshaus auf Rügen zu hüten, widerstrebt Elisa zutiefst. Auf Rügen angekommen muss Elisa feststellen, dass die dringliche Grundsanierung des Anwesens gerade erst anläuft, der Garten vollkommen verwildert ist und von Erreichbarkeit kaum die Rede sein kann. Als der erste Schreck vergangen ist, macht sich Elisa mit zunehmendem Eifer ans Werk. Doch gerade als ihre Leidenschaft für die Natur wieder erwacht, sich das Verhältnis zu ihrem Vater ein wenig entspannt und Elisa erste soziale Kontakte auf der Insel knüpft, verschlechtert sich Henks Gesundheitszustand dramatisch. Nun muss Elisa eine Entscheidung treffen.
Das Buch liest sich insgesamt angenehm flüssig. Die Ostseeatmosphäre zeigt sich vor allem im beschaulichen Inselfeeling und den intensiven Naturbeschreibungen. Mit ihrem Schreibstil drängt Simone Veenstra den Leser gar nicht so sehr zur Protagonistin Elisa hin, sondern versetzt ihn vielmehr in die Rolle eines eigenständigen, nachdenklichen Betrachters – ruhig und unaufdringlich, aber trotz allem unwahrscheinlich eindringlich schildert sie das Geschehen. Zu genau diesem Schreibstil passt auch das Cover des Romans: durchaus hübsch, dabei aber schlicht und unaufgeregt fängt es die Entschleunigung, die Teil des Romans ist gelungen ein.
Obwohl „Brombeerblaue Tage“ durchaus in die Kategorie Wohlfühlroman fällt, fehlt es trotzdem nicht an Spannung. Viele Entscheidungen, Beziehungsverhältnisse und Handlungsschritte werden lange offen gehalten, wie im richtigen Leben werden mitunter falsche Entscheidungen getroffen, Umwege eingeschlagen und vielleicht entwickelt sich auch letztlich nicht alles so bzw. nicht so schnell wie erwartet. Eine Frage allerdings bleibt beim Lesen in meinen Augen offen: Wie konnte es nur zu einer solchen Entfremdung zwischen Vater und Tochter kommen? Warum wurde Elisas ablehnende Haltung dem Vater gegenüber nicht ernst genommen und früher gemeinschaftlich gegengesteuert?
Elisa selbst durchläuft im Roman eine beachtliche Entwicklung, sowohl im Hinblick auf ihre eigene Persönlichkeit als auch im Verhältnis zu ihrem Vater. Als die junge Frau widerstrebend aus Berlin nach Rügen kommt, ist der Job als Landschaftsarchitektin ihre Luft zum Atmen. Hier geht sie auf und erfährt Bestätigung. Alles andere wird kontinuierlich von ihr vernachlässigt und das Verhältnis zu ihrem Vater ist ohnehin zerrüttet. Auf Rügen angekommen findet sie zwischen ihrem stressigen Job und aufreibenden Krankenhausbesuchen vor allem in der Natur zur Ruhe. Nach und nach entspannt sich zudem das Verhältnis zu ihrem Vater. Aber auch in aufkeimenden sozialen Kontakten und Erinnerungen aus ihrer Kindheit und die Großmutter stimmen Elisa nachdenklich. Immer deutlicher bemerkt sie schließlich, was wirklich wichtig ist und so reift die Erkenntnis in ihr heran, ihr Leben auf der Überholspur gegen ein wenig Entschleunigung und eine bewusstere Haltung einzutauschen.
Wer in einem Wohlfühlroman auf eine vordergründige Liebesgeschichte nicht verzichten kann, wird von „Brombeerblaue Tage“ möglicherweise enttäuscht sein. Allen anderen Lesern liefert der Roman ein intensives Leseerlebnis, dass zum Nachdenken über die eigenen Werte einlädt, aber gleichzeitig Entschleunigung bietet.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Tierische Abenteuer auf der kleinen Farm

Judiths kleine Farm, Band 3,
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„Charlies großes Fohlen-Abenteuer“ ist der dritte Band aus der Reihe ‚Judiths kleine Farm‘ von Judith Rakers geschrieben und mit herrlichen Illustrationen von Julia Weinmann.
Schon das hübsche Cover mit ...

„Charlies großes Fohlen-Abenteuer“ ist der dritte Band aus der Reihe ‚Judiths kleine Farm‘ von Judith Rakers geschrieben und mit herrlichen Illustrationen von Julia Weinmann.
Schon das hübsche Cover mit Fohlen Charlie im Vordergrund und den quirligen Katzen Lotti und Jack auf der Wiese hat es uns absolut angetan und als große Katzen- und Pferdefans unheimlich neugierig auf die Geschichte gemacht.
Fohlen Charlie übt mit Judith fleißig für die Fohlenschau, stets unter wachsamer Beobachtung der anderen tierischen Farmbewohner. So recht will das Training aber einfach nicht klappen. Als endlich der große Tag gekommen ist, lassen sich Lotti und Jack das große Abenteuer natürlich nicht entgehen und schleichen heimlich zu Charlie in den Pferdeanhänger. Als Charlie seinen großen Auftritt hat, drücken die beiden Katzen ihm kräftig die Pfoten. Nach so viel Aufregung steigt den beiden Samtpfoten ein köstlicher Duft in die feinen Nasen. Blöderweise verpassen sie dabei die Abfahrt zur Farm und sind nun für den Heimweg ganz auf sich gestellt. Eine abenteuerliche und gefährliche Suche nach dem richtigen Weg beginnt. Natürlich können zum Schluss (fast) alle Bewohner der kleinen Farm einen Beitrag zum spannenden Bericht über das große Abenteuer leisten.
Absolut verliebt waren meine kleinen Mitleser und ich sofort in die unheimlich liebevoll gestalteten bunten Illustrationen von Julia Weinmann, in denen sich die Charakterzüge der einzelnen Farmbewohner wunderbar und teils humorvoll widerspiegeln. Besonders hingerissen hat uns der lebhafte und unternehmungsfreudige Kater Jack – ein richtiges kleines Schlitzohr. Natürlich haben meine Mitleser auch bei Charlies großem Auftritt regelrecht mitgefiebert und sich wenig später große Sorgen um Lotti gemacht. Die Fotos der tierischen Helden hinten im Buch verleihen dem Ganzen durch die Erkenntnis, dass die Tiere der kleinen Farm real existieren enorme Authentizität und haben den Kindern große Freude bereitet. An der Kartoffelpflanzaktion werden wir uns jetzt auch bald versuchen und Pferdepflege wird sowieso schon betrieben. Wirklich toll finde ich für die Kinder auch die Möglichkeit, sich das Buch ergänzend per App so oft wie sie möchten anzuhören – gelesen von Judith Rakers selbst. Natürlich gehört es trotzdem zur Lesekultur dazu, Bücher gerade mit kleineren Kindern vorab einmal gemeinsam zu lesen / vorzulesen und (bei Bedarf) zu besprechen.
Die Begeisterung meiner Kinder für die Geschichte konnte ich nicht im gleichen Maß teilen, denn in meinen Augen fehlt es ein wenig an Stringenz: Zunächst steht Fohlen Charlie im Mittelpunkt, um den es ja laut Titel auch geht, dann sind plötzlich die Katzen in Gefahr und zwischendurch geht es noch um Kartoffelanbau und Pferdepflege. Natürlich gehört all das zum Farmleben dazu und regt die Eigenaktivität der Kinder an, dennoch sind die Überleitungen in meinen Augen etwas holprig. Vielleicht wäre es in einem separaten Mitmach-Abschnitt stimmiger. Zudem finde ich die Texte in Anbetracht der Altersempfehlung (4-8 Jahre) insgesamt recht lang. Für ältere Kinder ist das Selbstlesen recht anspruchsvoll, für jüngere Kinder teilweise bereits das Zuhören – gerade bei geringer literarischer Förderung. Natürlich ist es aber für Kindern denen grundsätzlich viel vorgelesen wird bzw. die mit Freude und Motivation viel selbst lesen mit den tierischen Helden eine absolut ansprechende und herrlich bebilderte Geschichte.
Obwohl die Geschichte mich – ganz im Gegensatz zu meinen Kindern, also der eigentlichen Zielgruppe – nicht gänzlich überzeugt hat, überwiegt auch bei mir die Begeisterung über die wundervollen Bilder, die niedlichen, sehr individuellen tierischen Charaktere und die tollen Mitmach-Aktionen. Auch die Möglichkeit das Buch per App anzuhören ist sehr positiv. Ein wirklich schönes Buch für alle kleinen Tier- und Buchfreunde.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Großstadtpflanze trifft auf Landleben

Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love
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„Die Liebe trägt keine Gummistiefel“ von Alexandra Zöbeli ist Band zwei der „Lakeland Love“-Reihe. Auch wer den Auftakt der Reihe noch nicht gelesen hat, wird mühelos in den zweiten Band hineinfinden. ...

„Die Liebe trägt keine Gummistiefel“ von Alexandra Zöbeli ist Band zwei der „Lakeland Love“-Reihe. Auch wer den Auftakt der Reihe noch nicht gelesen hat, wird mühelos in den zweiten Band hineinfinden. Alle anderen dürfen sich schon mal auf ein Wiedersehen mit Tom, Poppy, Harriet und ihrer Familie freuen, wenn auch nur als Nebenfiguren.
Das Cover macht auf den ersten Blick deutlich, dass es sich hier um einen absoluten Feeling-Good-Roman handelt. Vor einem romantischen Cottage inmitten einer Blütenpracht sitzt ein hübscher Boarder-Collie mit einem gelben Gummistiefel im Maul unter einem strahlend blauen Himmel. Alles in allem wirkt es auf beinahe kitschige Art paradisisch und passt hervorragend zum cosy Inhalt des Buches.
Aufgrund gesundheitlicher Sorgen stellt Investmentbankerin Tess plötzlich ihr ganzes Leben in Frage. Eine Wanderung auf dem idyllischen Pennine Way soll ihr bei der Suche nach einem neuen Lebensplan helfen. Tess muss zwar feststellen, dass wandern nicht ihr Ding ist, trifft dabei aber unverhofft auf den sympathischen Gregg – und findet sich plötzlich auf dem Bauernhof seiner Nachbarin Fran wieder.
Alexandra Zöbeli versteht es das Setting so zu beschreiben, dass man sich beim Lesen beinahe dorthin versetzt fühlt und auch der Gefühlsaufruhr, allen voran von Tess kommt gelungen zur Geltung. Dabei ist das Buch so flüssig geschrieben, dass es sich wunderbar locker-leicht liest. Über den Ausgang des Liebesromans muss man sich sicher keine Illusionen machen. Trotzdem plätschert die Handlung nicht nur seicht dahin, sondern bekommt mit den unterschiedlichen Existenzängsten von Tess und Fran durchaus eine gewisse Dynamik. Herausfordernde Themen wie Traumata und Ängste, Leben mit Down-Syndrom, die Sinn-Frage im Leben, Alternative Heilmethoden und Schwierigkeiten Alleinerziehender werden zwar nicht explizit in den Mittelpunkt gestellt, spielen aber mehr oder minder intensiv in die Handlung rein.
Trotz ihrer misslichen Situation – hochschwanger und vom Lebensgefährten betrogen und verlassen – bietet Tierärztin Fran der gestrandeten Wanderin Tess ein Dach über dem Kopf. Obwohl die beiden Frauen ihre bisherigen Leben grundverschieden verbracht haben, sind sie einander sofort sympathisch. Ohne zu ahnen, wie sehr sie noch auf Tess‘ Hilfe angewiesen ist, bringt Fran ihr das Leben auf dem Land näher. Gregg ist mit seiner hilfsbereiten, freundlichen und verantwortungsvollen Art unheimlich sympathisch. Er kümmert sich um die Menschen und Tiere um ihn herum, ist dabei nach Meinung seiner Schwester Harriet allerdings ein kleiner Kontrollfreak. Gerade der Zusammenhalt und die Nähe zu seiner Familie ist Gregg ausgesprochen wichtig. Die Nähe zu Tess sucht er definitiv nicht nur, um sein ausbrecherisches Alpaka wieder einzusammeln. Mit der Protagonistin Tess hatte ich zugegebenermaßen einen eher schwierigen Start. Obwohl die Autorin hier eigene Erfahrungen einfließen lässt, finde ich Tess‘ Handeln im Großen und Ganzen ziemlich überzogen. Ja, sie hat eine traumatische Zeit hinter sich und sicher hat auch jeder das Recht auf eine Phase von Selbstmitleid oder darauf den eigenen Lebensweg in Frage zu stellen, dennoch steigert sich Tess meiner Meinung nach ziemlich in ihre Ängste hinein – so sehr, dass diese für sie bereits Realität sind. Ihre Entwicklung, ihre Hilfsbereitschaft und ihr unermüdlicher Einsatz in völlig fremden Gefilden gefallen mir jedoch ausgesprochen gut. Zwar ist sie stets bereit andere zu unterstützen und mit großer Hartnäckigkeit das Beste zu erreichen, sie selbst ist jedoch keineswegs bereit Hilfe anzunehmen und hält ihre Mitmenschen immer ein wenig auf Abstand. Vor allem bei Gregg erweist sich dies aber als ausgesprochen schwieriges Unterfangen, denn ihre Gefühle machen ihr einen absoluten Strich durch die Rechnung.
Insgesamt bietet „Die Liebe trägt Gummistiefel“ aus der Lakeland-Love-Reihe ein unterhaltsames Lesevergnügen. Insbesondere Freunde romantischer Liebesromanen im ländlichen Setting kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Fake-Dating mit winterlichen Olympia Vibes

One Date to Gold
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„One Date to Gold“ von Ivy Leagh ist eine atmosphärische Sportromance mit jede Menge Wintervibes und einem guten Anteil Spice.
Für Snowboarderin Amie geht der Traum von Olympia in Erfüllung. Doch ihre ...

„One Date to Gold“ von Ivy Leagh ist eine atmosphärische Sportromance mit jede Menge Wintervibes und einem guten Anteil Spice.
Für Snowboarderin Amie geht der Traum von Olympia in Erfüllung. Doch ihre noch junge vielversprechende Karriere steht nach einem internen Skandal bereits ziemlich auf der Kippe und nun sorgt auch noch der attraktive Käpitän des US-Eishockey Teams unfreiwillig dafür, dass Amie im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Als der selbstbewusste Hunter ihr – in beiderseitigem Interesse – einen Fake-Dating-Deal anbietet, klingt es nach einer Win-win-Situation. Während Amie das Image des selbstverliebten Frauenbildes aufpolieren soll, hält er ihr die Presse vom Hals. Eigentlich eine sinnvolle Lösung, doch die Spannung zwischen dem ungleichen Fake-Paar wird immer unerträglicher und in all dem Trubel warten ja auch noch die sportlichen Wettkämpfe.
Das Cover ist fliederfarben gehalten und zeigt die beiden Protagonisten mit ihren Sportgeräten, allerdings ohne Gesicht. Ganz besonders ins Auge sticht aber der wunderschöne Farbschnitt, mit der winterlichen Berglandschaft.
In den Tropes Fake-Dating und Enemies-to-Lovers trifft in dieser Sports-Romance unter Wintersportvibes Humor auf Spice, lenkt das Augenmerk des Lesers aber auch auf tiefergehende Themen wie den immensen Erwartungsdruck dem die Sportler ausgesetzt sind. Besonders gefangen genommen hat mich die von Ivy Leagh ausgesprochen bildhaft beschriebene und authentisch wirkende olympische Atmosphäre, die mir fast das Gefühl vermittelt mitten drin zu sein – ein wirklich tolles Setting, das Vorfreude auf die diesjährigen Winterspiele hervorruft. Auch der Druck, der durch eigene Erwartungen, Erwartungen von Familie, Freunden, Sponsoren, der ganzen Nation und den eigenen Trainern, sowie durch die dauerhafte mediale Präsenz auf den Sportlern lastet und nicht spurlos an ihnen vorüberzieht, ist meiner Meinung nach herausragend beschrieben. Durch den Kampf um die Medaillen bleibt diese Sportromance bis zum Schluss spannend und endet in einem interessanten und nachvollziehbar erscheinenden Epilog, der zwei Jahre nach den Spielen in Cortina d’Ampezzo spielt. So atmosphärisch das Buch ist, hat es doch auch kleinere Schwachstellen. Zeitweise wirkt es auf mich ein wenig langatmig und gerade die zahlreichen spicy moments passen für mich nur bedingt in das Bild zweier disziplinierter Profisportler, deren Fokus bei den olympischen Spielen eigentlich woanders liegen sollte.
Die Protagonisten haben beide mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen, dabei aber gelernt nach außen hin eine gute Miene zu machen. Durchaus vorhandene charakterliche Schwachpunkte lassen sie sehr menschlich erscheinen. Beide profitieren voneinander und können sich im Lauf des Romans vor allem emotional deutlich entwickeln, obwohl nur wenige ihrer Dialoge wirkliche Tiefe erreichen. Phasenweise hatte ich beim Lesen auch den Eindruck, dass Hunter für Amie einen Psychologen ersetzen möchte. Einfühlungsvermögen gut und schön, hier wird es allerdings ein wenig überzogen. Trotzdem ist er mit seinem Beschützersyndrom und dem Bedürfnis nach Ordnung und Struktur für mich die sympathischere Figur.
Insgesamt ist „One Date to Gold“ eine sehr atmosphärische winterliche Sports-Romance, die ihre Leser im Setting der olympischen Spiele 2026 mitfiebern lässt – nicht nur in sportlicher Hinsicht. Vor allem Freunde der Tropes Fake-Dates und Enemies-to-Lovers, sowie (Winter)Sportfans kommen bei diesem schön aufgemachten Roman auf ihre Kosten.

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