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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

eine fantastische Reise

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Der Winter in einem kleinen englischen Küstenort will einfach nicht weichen, deshalb macht sich Flora auf die Suche nach dem Frühling und auf den Weg in ein fantasievolles Abenteuer.
Dieses Buch hat mich ...

Der Winter in einem kleinen englischen Küstenort will einfach nicht weichen, deshalb macht sich Flora auf die Suche nach dem Frühling und auf den Weg in ein fantasievolles Abenteuer.
Dieses Buch hat mich in eine Welt entführt, die nach Stachelbeerkompott schmeckt und voller magischer Wesen steckt. Besonders die herrlich skurrilen Namen der Figuren haben mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Die Botschaften von Hoffnung, Freundschaft und Vertrauen sind warmherzig verwoben – und mein absolutes Highlight: das sprechende Eichhörnchen Parzival ist einfach zum Verlieben.
Der Schreibstil ist flüssig und altersgerecht, an manchen Stellen aber überraschend düster und vielleicht etwas anspruchsvoll für die jüngere Zielgruppe. Durch die vielen Wendungen und die Fülle an Magiewesen muss man sehr aufmerksam lesen, es passiert wirklich viel in kurzer Zeit. Manchmal fast zu viel, denn einige Handlungen rauschen ziemlich hektisch vorbei.
Ich habe Flora und ihre Freunde sehr gern auf dieser fantasievollen, magischen Suche nach dem Frühling sehr gern begleitet.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Gute Unterhaltung

Giftiger Grund
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„Giftiger Grund“ ist eine Story, die sich nicht einfach in ein Genre einordnen lässt – und genau das macht sie so interessant. Statt klassischer Ermittlungsarbeit wirft uns der Autor mitten hinein in ein ...

„Giftiger Grund“ ist eine Story, die sich nicht einfach in ein Genre einordnen lässt – und genau das macht sie so interessant. Statt klassischer Ermittlungsarbeit wirft uns der Autor mitten hinein in ein düsteres, bedrückendes Szenario. An einer verlassenen Tankstelle treffen drei Figuren aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten: die taffe Podcasterin Charu, der gerade aus der Haft entlassene Joran und ein zehnjähriges Mädchen, das mehr weiß, als man anfangs ahnt.

Der Roman lebt von seiner Atmosphäre: brutal, roh und manchmal mit derber Sprache. Das Setting, ein Lost-Place, verstärkt dieses Gefühl von Gefahr. Den Schreibstil empfand ich anfangs als gewöhnungsbedürftig, teilweise kurz und knapp, gerade so wie hin und herspringende Gedanken.

Besonders stark sind die Charakterzeichnungen:
Charu wirkt auf den ersten Blick tough, selbstbewusst, social-media-erfahren, doch hinter der Fassade steckt Verletzlichkeit, die sie nahbar macht.
Joran wird als naives Opfer dargestellt, ein geschickter Schachzug des Autors. Man ertappt sich dabei, Sympathie für jemanden zu entwickeln, dem man eigentlich misstrauen sollte.
Die wechselnden POVs sorgen dafür, dass man die Figuren und ihre Motive, Ängste und Geheimnisse Stück für Stück versteht.

Zum Ende hin geht es Schlag auf Schlag, manches wurde mir zu schnell abgehandelt, einiges erscheint doch sehr konturiert. Trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen. Wer Lust auf eine düstere, intensive Story hat, die nicht wie ein klassischer Krimi zu lesen ist, wird hier definitiv gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Griechische Götter und ihre Mythen

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Für Penelope und ihrem Zwillingsbruder Paris war von Anfang an klar, dass sie in der Anaximander-Akademie ins Haus der Athena einziehen werden. Für Paris läuft auch alles glatt, doch mit Penelope haben ...

Für Penelope und ihrem Zwillingsbruder Paris war von Anfang an klar, dass sie in der Anaximander-Akademie ins Haus der Athena einziehen werden. Für Paris läuft auch alles glatt, doch mit Penelope haben die griechischen Götter wohl anderes vor. Ausgerechnet vom Haus der chaotischen Aphroditen wird sie erwählt.
Die Autorin erschafft eine Welt, die sich gleichzeitig vertraut und völlig neu anfühlt. Das Magiesystem ist kreativ, logisch aufgebaut und macht einfach Spaß. Dazu kommt ein Worldbuilding, das so detailreich ist, dass man die Akademie, die Häuser und die mythologischen Elemente richtig vor sich sieht. Ich war überrascht, wie viel Wissen über die griechischen Götter und Mythen hier ganz nebenbei vermittelt wird. Nie trocken, immer eingebettet in die Handlung. Genau so mag ich das.
Die Geschichte startet ruhig, fast gemächlich, aber sobald Penelope richtig in der Akademie ankommt, nimmt alles Fahrt auf. Prüfungen, Intrigen, Magie, irgendwann passiert gefühlt auf jeder Seite etwas Neues.
Penelope ist klug, pragmatisch und mutig. Sie glaubt fest daran, ins Haus der Athene zu gehören, doch gerade die Schüler des Hauses Aphrodite zeigen ihr, was echte Freundschaft bedeutet. Chaotisch, liebenswert, herzlich, das ist Fifi. Ihre Freundschaft mit Penelope ist eines meiner Highlights im ganzen Buch.
Das Cover ist wunderschön und der Farbschnitt ein absoluter Hingucker. Auch die Kapitelüberschriften und Seitenzahlen sind liebevoll gestaltet und und runden das Buch perfekt ab. Ein Must-Read für alle, die Academy-Settings, starke Heldinnen und mythologische Elemente lieben.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Atmosphärischer Thriller

Der Kuckucksjunge
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Schon die ersten Seiten von „Der Kuckucksjunge“ haben mich in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Der Thriller lebt von seiner unheilvollen Grundstimmung, die sich Seite für Seite hält. ...

Schon die ersten Seiten von „Der Kuckucksjunge“ haben mich in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Der Thriller lebt von seiner unheilvollen Grundstimmung, die sich Seite für Seite hält. Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig, mit Ecken, Kanten und Geheimnissen. Besonders spannend ist, wie Sveistrup die privaten Probleme von Thulin und Hess im Hintergrund gut in die Handlungen einwebt. Sie wirken nie aufgesetzt, sondern verstärken die emotionale Tiefe und die Spannung zwischen den Ermittlern.
Brutale Morde, Stalking-Elemente und mehrere gelungene Plot Twists sorgen dafür, dass man immer wieder überrascht wird. Sveistrup versteht es, falsche Fährten zu legen und die LeserInnen in ihrer Wahrnehmung zu manipulieren.
Der Schreibstil ist fesselnd und intensiv, man merkt dem Autor seine Drehbuch-Erfahrung an. Allerdings gibt es ein paar Längen, die mich immer mal wieder aus dem Lesefluss herausgebracht haben. Doch insgesamt bleibt der Sog stark genug, um einen durch die Seiten zu treiben.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Kampf ums Überleben

To Cage a Wild Bird
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Brooke Fast entführt uns in eine brutale, gnadenlose Dystopie. Es geht um die Raven, Kopfgeldjägerin und Überlebenskünstlerin. Nachdem sie in Dividium gegen das Gesetz verstoßen hat, wird sie in die Haftanstalt ...

Brooke Fast entführt uns in eine brutale, gnadenlose Dystopie. Es geht um die Raven, Kopfgeldjägerin und Überlebenskünstlerin. Nachdem sie in Dividium gegen das Gesetz verstoßen hat, wird sie in die Haftanstalt Endlock eingeliefert, dort muss sie ums nackte Überleben kämpfen. Als sie dem undurchschaubaren Wärter Vale begegnet, entwickeln sich bereits nach kurzer Zeit Gefühle auf beiden Seiten.
Die Geschichte verbindet Freundschaft und Mut mit unerbittlicher Korruption und tödlicher Gefahr. Das Worldbuilding ist sehr atmosphärisch, düster und unglaublich bildhaft. Besonders Ravens Perspektive macht die Story emotional greifbar, man fühlt jede Entscheidung, jede Gefahr, jede Verletzung, ich habe es so mit ihr gefühlt. Der Schreibstil ist fesselnd, die Charaktere sind stark gezeichnet, und der Slow Burn fügt sich wunderbar in die Handlung ein, auch wenn ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Emotionen gewünscht hätte.
Bei einigen Kampfszenen fiel es mir schwer, mir die Abläufe genau vorzustellen, deshalb hat es leider nicht ganz für die vollen fünf Sterne für dieses beeindruckendes Debüt gereicht. Diese Story hat mich überrascht und nicht losgelassen. Fans von enemy to lovers, forbidden love und forced proximity werden dieses Buch verschlingen.

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