Zwischen Rache, Gänsehaut und verbotenen Gefühlen.
NightshadeIch wusste nach den ersten Seiten, dass dieses Buch kein gemütlicher Sonntagsspaziergang wird. Eher ein nächtlicher Streifzug durch Nebel, bei dem man sich ständig fragt, ob hinter einem gerade ein Ast ...
Ich wusste nach den ersten Seiten, dass dieses Buch kein gemütlicher Sonntagsspaziergang wird. Eher ein nächtlicher Streifzug durch Nebel, bei dem man sich ständig fragt, ob hinter einem gerade ein Ast geknackt hat oder ob man sich das nur einbildet.
Die düstere Eliteuni in den schottischen Highlands hat eine Atmosphäre, die man fast greifen kann. Kalt, geheimnisvoll und irgendwie gefährlich. Genau mein Ding. Ich habe mich beim Lesen gefühlt, als würde ich selbst durch die dunklen Flure schleichen und dabei so tun, als hätte ich mein Leben komplett im Griff. Spoiler. Hatte ich emotional nicht. 😄
Ophelia ist keine typische Wohlfühlprotagonistin. Sie ist verschlossen, misstrauisch und voller Schmerz. Aber genau das macht sie echt. Man will sie manchmal schütteln und gleichzeitig einfach in den Arm nehmen. Ihre Gedanken sind scharf wie Glassplitter und ihre Entwicklung hat mich wirklich berührt.
Und dann ist da Alex. Dieses wandelnde Problem mit Beschützerinstinkt. Ich habe ihm genauso misstraut wie Ophelia und gleichzeitig gehofft, dass er doch zu den Guten gehört. Diese Mischung aus Gefahr und Nähe hat einfach funktioniert. Dieses ständige Knistern. Dieses Wer bist du wirklich. Ich habe es geliebt.
Besonders stark fand ich die emotionale Tiefe. Es geht nicht nur um einen Stalker oder um Rache. Es geht um Verlust, Trauma und darum, ob Liebe einen retten kann oder einen noch tiefer fallen lässt.
Ein paar Dinge konnte man erahnen und manche Stellen hätten etwas straffer sein können. Aber ehrlich. Meine Gefühle waren zu beschäftigt, um sich darüber lange zu beschweren.
Und dieses Ende. Frech. Wirklich frech. Ich sitze jetzt hier und starre das Buch an, als könnte ich es zwingen, mir Band zwei sofort zu geben.