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Veröffentlicht am 29.04.2026

Kann ein Buch die Welt verändern?

Die Wahrheit über Rachel Lehrer
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Ich mochte damals den Roman „Tausend kleine Schritte“ von Toni Jordan sehr, daher war ich sehr neugierig auf ihre neueste Veröffentlichung.
„Die Wahrheit über Rachel Lehrer“ hat für mich als Bücherliebhaberin ...

Ich mochte damals den Roman „Tausend kleine Schritte“ von Toni Jordan sehr, daher war ich sehr neugierig auf ihre neueste Veröffentlichung.
„Die Wahrheit über Rachel Lehrer“ hat für mich als Bücherliebhaberin einen sehr spannenden Plot:
Es geht um eine Buchhändlerin und den ungeklärten Todesfall einer berühmten Schriftstellerin.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, was für einen durchgehend hohen Spannungsbogen sorgt.

In der Gegenwart, Brisbane, 1986, ist da die sympathische Buchhändlerin Caddie Walker. Sie liebt Bücher und sie ist eine große Anhängerin von Ida Wolff: Die legendäre New Yorker Autorin feierte mit ihrem Debütroman „Alles hat ein Ende“ weltweite Erfolge. Kurz vor der Veröffentlichung ihres zweiten Romans starb sie unter ungeklärten Umständen bei einem Lagerhallenbrand. Zusammen mit ihr verbannte ihr Verleger sowie ihr zweiter Roman, den niemand zu Gesicht bekam.
Als Caddie in Brisbane bei einer Ausstellung über Ida Wolff eine ältere Frau trifft, die offenbar mehr über das Manuskript zu wissen scheint, weckt Caddies Ermittlergeist. Doch die geheimnisvolle Frau, von der sie nur den Vornamen Rachel kennt, ist verschwunden …
Neben ihrem Job als Buchverkäuferin beginnt Caddie mit einigen Nachforschungen. Dabei lernt sie den sympathischen Antiquar Jamie kennen, aber auch ihr Exfreund, der arrogante Professor Philip, wittert eine Chance, durch das ungelöste Rätsel der Literaturgeschichte zu Ruhm zu kommen …

Auf der zweiten Zeitebene in New York, 1939, erfahren wir von der Freundschaft zwischen Ida Wolff und Rachel Lehrer, die Hintergründe über Idas mysteriösen Tod und ihr unveröffentlichtes zweites Buch. Erst nach und nach fügen sich hier Vergangenheit und Gegenwart zusammen.

Das Ende erklärt vieles, ein paar Fragen bleiben offen, was jedoch stimmig ist.
Die Protagonist*innen sind authentisch getroffen, Toni Jordans Schreibstil unterhaltsam wie gewohnt.
Spannend finde ich vor allem die Fragen, wer die Rechte an einer Geschichte hat.
Insgesamt hat mir „Die Wahrheit über Rachel Lehrer“ sehr gut gefallen.

Vielen Dank an den Thiele Verlag & an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2026

Für mehr Nähe und Intimität in der Beziehung

Der Elefant in deinem Bett
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„Der Elefant in deinem Bett“ von Sonja Ruess ist ein moderner Beziehungsratgeber, der in einer sehr direkten und humorvollen Tonart daherkommt. Dabei bleibt die Autorin stets auf Augenhöhe, lockert das ...

„Der Elefant in deinem Bett“ von Sonja Ruess ist ein moderner Beziehungsratgeber, der in einer sehr direkten und humorvollen Tonart daherkommt. Dabei bleibt die Autorin stets auf Augenhöhe, lockert das Thema mit vielen Praxisbeispielen und witzigen Vergleichen auf.

Das Buch bietet 52 Hacks für den Alltag, für mehr Nähe und eine bessere Kommunikation. Dass man hier am besten ohne Druck und vor allem ohne Schuldzuweisungen auskommen sollte, ist eigentlich selbstverständlich, geht aber in der "Hitze des Gefechts“ oft unter. Hier gibt die Autorin wertvolle Tipps und Impulse.

Auch wenn sicher nicht alles neu ist, was man hier liest, gibt es doch jede Menge gute Tipps, um die Nähe und Kommunikation in der Beziehung zu verbessern. Das kann helfen, dass es wieder besser läuft im Bett, aber auch auf viele Alltagssituationen kann man die Hacks anwenden, besonders was die Kommunikation angeht. Idealerweise sollte das Buch dann von beiden Partner*innen gelesen werden, um die Beziehung zu verbessern.

Vielen Dank an den Next Level Verlag & an Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar!


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Veröffentlicht am 27.04.2026

Mara lernt das Alleinsein

Homesick
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Die 25jährige Bibliothekarin Mara bekommt aus dem Erbe ihres Vaters überraschend so viel Geld, dass sie sich eine Wohnung in London kaufen kann. Damit hat sie nicht gerechnet, doch eigentlich wäre es schön, ...

Die 25jährige Bibliothekarin Mara bekommt aus dem Erbe ihres Vaters überraschend so viel Geld, dass sie sich eine Wohnung in London kaufen kann. Damit hat sie nicht gerechnet, doch eigentlich wäre es schön, dort mit ihrem Freund Tom einzuziehen. Dass der stattdessen zurück zu seiner Familie nach Birmingham geht, hat sie nicht erwartet. Obwohl ihre Beziehung nicht mehr gut lief und Tom mit Depressionen zu kämpfen hat, hält Mara an ihrer großen Liebe fest. Aber sie respektiert seinen wunsch nach Abstand. Sie selbst möchte in London bleiben, also versuchen sie es mit einer Fernbeziehung.
So beginnt Maras neuer Lebensabschnitt, doch so erwachsen sich das alles anfühlt, ist es in der Realität doch schwer. Da sind die neuen Nachbarn, die Tücken des Alleinlebens und auf der Arbeit nervt ihr grenzüberschreitender Chef Derek ... Wie kann das alles funktionieren?

Der Schreibstil von Silvia Saunders hat mir sehr gut gefallen. Die eher ruhige Geschichte liest sich flüssig und angehem, trotz des ernsten Hintergrundes rund um das Thema Depressionen und mentale Gesundheit.
Mara hat mir als Charakter sehr gut gefallen, sie ist sehr sympathisch und nahbar. Vor allem ihre Entwicklung, ihr Weg zu sich selbst, ist wirklich gelungen.

„Noch so eine von unseren Feiertagstraditionen ist es, den Neujahrsvorsatz auszutauschen. Wir schreiben den Vorsatz fürs kommende Jahr auf eine Karte, stecken ihn in einen Umschlag, den wir zukleben, und übergeben ihn der jeweils anderen, damit sie ihn aufbewahrt. Wir haben damit angefangen, als ich noch ein Teenager war und Silvester meist mit anderen verbracht habe.
[...]
Sie greift nach ihrer Handtasche unter dem Couchtisch und zieht aus einer Innentasche ein kleines blaues Kuvert hervor. Der geheime Vorsatz vom letzten Jahr. ‘Bereit?’, fragt sie und reicht ihn mir.
‘Warum macht mich das nervös?’, frage ich und nehme ihn ihr ab.
Meine Mum zuckt mit den Schultern. ‘Das brauchst du nicht zu sein. Es ist was Schönes.’
Ich öffne den Umschlag, hole die Karte heraus und halte dabei die Luft an.
Zwei hingekritzelte Worte in meiner Handschrift: Alleinsein lernen.“

Auch Maras Mutter fand ich klasse dargestellt, eine starke Frau, die klare und kluge Worte findet:
"‘Und bei dir, Mara?’
Mein Herz sinkt im Sturzflug.
‘Du bist bestimmt auch bald dran.’
‘Noch nicht.’ Ich schwenke meine ringlose Linke durch die Luft.
‘Dauert bestimmt nicht mehr lange.’ Sie zwinkert mir wieder zu.
‘Es ist nicht das Einzige, was im Leben zählt, oder?’, sagt meine Mum [...].
‘Nein, du meine Güte, aber es hilft doch, zu wissen, dass sie ein geregeltes Leben führen.’
‘Sie können auch alleine ein geregeltes Leben führen.’‘

Die Männer in Maras Umfeld (ihr ehemaliger Mitbewohner Lewis, ihr Chef Derek, Nachbar Jerry) kommen bei mir nicht so gut weg - sie ist quasi umgeben von sexistischen, eogoistischen Typen!

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Der Roman reiht sich leider in eine Reihe aktueller Bücher ein, die einen problematisch hohen Alkoholkonsum der Figuren als 'normal' darstellen. Entspannung scheint offenbar nur noch durch Rauschmittel möglich zu sein - eine sehr bedenkliche Entwicklung, die ich stark kritisiere!

Ansonsten ist „Homesick“ mal wieder eine sehr interessante Neuveröffentlichung vom großartigen pola-Verlag.

Vielen Dank an den pola Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 23.04.2026

„Ich weiß, was ich getan habe […] Nur daran erinnern kann ich mich nicht.“

Die Dinner Party
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Franca folgt ihrem Freund Andrew von Utrecht nach England. Sie bricht ihr Studium ab, nach der Verlobung ist Franca quasi Hausfrau und langweilt sich. Sie flüchtet sich oft in Alkohol und exzessiven Serienkonsum.
Als ...

Franca folgt ihrem Freund Andrew von Utrecht nach England. Sie bricht ihr Studium ab, nach der Verlobung ist Franca quasi Hausfrau und langweilt sich. Sie flüchtet sich oft in Alkohol und exzessiven Serienkonsum.
Als Andrew sie bittet, für ihn und einige Arbeitskollegen kurzfristig eine Dinnerparty zu organisieren, eskaliert alles. Kurz vor der Dinner Party passiert etwas. Als dann zur Dinner Party noch unerwartet eine weitere Person erscheint, wird Franca mit ihrer Vergangenheit und ihren damaligen Entscheidungen konfrontiert.
Sie greift zu einem Messer - An alles, was dann passiert, erinnert sie sich danach nicht mehr …

„‘Franca? Nachdem Sie das Messer genommen haben …’
‘Doch, ich weiß, was passiert ist’, sage ich leise. ‘Sie haben es mir ja erzählt.’ Erinnerungen blitzen auf, Gesichter hauptsächlich, Ärzte, Polizisten. Zerknitterte Laken, die sonderbare Füllung des Kissens, weder Schaum noch Daunen. Das Warten darauf, dass die Tür sich öffnet.
‘Ich weiß, was ich getan habe’, sage ich. ‘Nur daran erinnern kann ich mich nicht.‘“

„Die Dinner Party“ von Viola van de Sandt ist eine herausfordernde Leseerfahrung.
Die Geschichte wird in drei Zeitebenen erzählt: das Leben in Berlin, der Abend der Party und die Zeit in Utrecht.
Da Francas Therapeutin ihr rät, einen Brief zu schreiben, um das Erlebe zu verarbeiten, liest sich der Roman wie ein Brief, wodurch man gut in Francas Leben eintauchen kann.
Der Schreibstil ist oft sehr direkt und brutal, die Geschichte fesselnd.
Zwischendurch gab es allerdings einige Stellen, die mir etwas zu wirr waren: was war hier real und was nicht?
Gegen Ende gibt es eine recht unerwartete Wendung (ich werde sicher nicht spoilern hier!), die nochmal ordentlich für Spannung sorgte.

„Wie nennt man das, was Andrew mir an jenem Abend angetan hat? Spielt das eine Rolle?
[…] Wichtig ist, was ich daraus mache. Nicht, was Andrew getan hat. Der Einfluss, den es auf mein Leben hat, auf meine Persönlichkeit, auf meine Wünsche und Träume.
Es gibt keine einfache Antwort. Die gibt es nie. Aber wie auch immer die Antwort lauten mag – ich lausche. Ich lese.
Sie muss irgendwo in diesen Seiten stecken.“

Als Bibliophile fand ich natürlich den Bezug zur Literatur sehr interessant; sowohl den Diskurs um den Literaturkanon als auch solche Stellen zum Thema Lesen:

„‘Einer meiner Dozenten meinte mal, dass Lesen wie ein Muskel ist, der trainiert werden muss’, fahre ich fort, während ich die Amsel weiter beobachte. Stella hört zu. ‘Man muss diesen Muskel erst aufbauen. Wenn man in seinem Leben nur fünfundzwanzig bis hundert Bücher liest …’ Ich schüttele den Kopf.
‘Was dann?’
‘Dann ist man als Leserin so leistungsfähig wie eine Couch-Potato bei den Olympischen Spielen.’
Stella lacht.
‘Dann liest man nur das, was in dem Buch erzählt wird’, füge ich hinzu. ‘Nur die Geschichte, und das war’s. Aber die Geschichte ist ja nur der Anfang eines Buches. Und ein Buch endet erst dann, wenn es nicht mehr gelesen wird.’“

Vielen Dank an den pola Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Macht, Medien & der Hunger nach Liebe

Die Liebeshungrigen
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Der ehemalige Präsident Dan Lehman gewöhnt sich nur schwer daran, nicht mehr an der Macht zu sein: „In Wirklichkeit verlor nach dem Verlust der Macht alles andere an Bedeutung.“
Seit er vor einem Jahr ...

Der ehemalige Präsident Dan Lehman gewöhnt sich nur schwer daran, nicht mehr an der Macht zu sein: „In Wirklichkeit verlor nach dem Verlust der Macht alles andere an Bedeutung.“
Seit er vor einem Jahr den den Élysée-Palast verlassen hat, ist seine Ehe mit einer Schauspielerin besteht nur noch auf dem Papier bzw. wegen der gemeinsamen Tochter. Während seine Frau unerwartet die Rolle ihres Lebens spielt, kämpft Dan Lehmann mit seiner Alkoholsucht und einem Gerichtsverfahren. Der Film seiner Frau wird für die „Goldene Palme“ in Cannes nominiert. Während des Filmfestivals gerät alles aus den Fugen ...

„Der Erfolg ist ein trügerisches Glück, das schnell zur Last wird. Man überreicht es dir, du bedankst dich und glaubst, du hieltest die Chance deines Lebens in den Händen. Aber in Wirklichkeit - das weißt du nur noch nicht - entsteht um dich herum ein leerer Raum. Du wirst darunter leiden, aber beklagen darfst du dich nicht, das wäre unanständig. Jeder vergleicht sich mit dir und nimmt den Kontrast zu seinem eigenen Leben war, so fordert es die Gesellschaft.“

Die Darstellung von Macht und deren Auswirkungen, vom Einfluss der Medien auf Politikerinnen, Schauspielerinnen und andere Personen des öffentlichen Interesses ist hervorragend dargestellt. Das ist nicht meine Welt, aber ich konnte mich gut hieinversetzen in diese Lebensrealitäten.

„Man kann sich kaum vorstellen, wie brutal es ist, wenn das Privatleben überall zur Schau gestellt wird. Man wird bewertet, in seinem Aussehen, in seiner psychischen Verfassung, das persönliche Umfeld wird unter die Lupe genommen. Die Leute kommentieren in den sozialen Medien das Verhalten und die Worte anderer Menschen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie sich das auf die Betroffenen auswirkt - verheerend.“

"'Ein politisches Amt untergräbt die Sensibilität und die Empathie. Man geht kaputt daran. Zu viel Gewalt, zu viele Tiefschläge und Demütigungen. Du wirst so heftig angegriffen, dass die Abgebrühtheit zu einer Art Überlebensreflex wird. Entweder du legst dir einen Panzer zu oder du stirbst.'"

Ich habe schon mehrere Romane von Karine Tuil gelesen, ich mag ihre Art zu schreiben. Besonders ihr Buch „Menschliche Dinge“ hatte mir sehr gut gefallen.
Im direkten Vergleich empfand ich „Die Liebeshungrigen“ als etwas schwächer. Zwar überzeugt der vielschichte, kluge Roman durch eine fesselnde Handlung, verliert sich für mich jedoch zwischendurch etwas in Längen und konnte mich emotional nur bedingt abholen.
Aufgrund dieser kleinen Schwächen vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den dtv Verlag & Vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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