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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

Wächst im Kopf

Nicht
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In „Nicht“ erzählt Dror Mishani von Eli, der nach dem Tod seiner Frau versucht, wieder Halt zu finden. Als er Lia begegnet, scheint sich eine neue Möglichkeit zu eröffnen – doch ein Ereignis und eine folgenschwere ...

In „Nicht“ erzählt Dror Mishani von Eli, der nach dem Tod seiner Frau versucht, wieder Halt zu finden. Als er Lia begegnet, scheint sich eine neue Möglichkeit zu eröffnen – doch ein Ereignis und eine folgenschwere Entscheidung setzen eine Entwicklung in Gang, die zunehmend an Spannung gewinnt und das fragile Gleichgewicht ins Wanken bringt.

Der Titel wirkt zunächst unscheinbar, entfaltet im Verlauf des Buchs jedoch eine große Bedeutung. Es geht um das, was nicht gesagt, nicht getan wird oder nicht sein darf – um die vielen Formen des „Nicht“, die den Roman prägen.

Erzählt wird Elis Geschichte in der Du-Form, die zunächst gewöhnungsbedürftig ist und eine gewisse Distanz und Neutralität erzeugt. Das trägt auch dazu bei, dass der Roman nicht leicht zugänglich ist. Die Erzählweise ist ruhig und wirkt stellenweise etwas langatmig, zugleich aber auch fesselnd.

Gerade diese vermeintlichen Längen erweisen sich im Nachhinein als stimmig. Die Geschichte braucht genau dieses Tempo, um ihre Wirkung zu entfalten.

Während des Lesens habe ich mich immer wieder dabei ertappt, dass ich keine klare Antwort auf die Frage hatte, wie mir das Buch gefällt. Gegen Ende wusste ich es dann ganz genau: sehr gut. Man könnte sagen: Das Buch wächst im Kopf, auch über das Lesen hinaus.

Veröffentlicht am 05.04.2026

Emotional, ohne kitschig zu wirken

Der Sommer, der uns blieb
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„Der Sommer, der uns blieb“ von Greta Herrlicher ist ein berührender Roman über Erinnerungen, Freundschaft, Verlust und die Spuren, die bestimmte Momente unseres Lebens dauerhaft hinterlassen. Die Geschichte ...

„Der Sommer, der uns blieb“ von Greta Herrlicher ist ein berührender Roman über Erinnerungen, Freundschaft, Verlust und die Spuren, die bestimmte Momente unseres Lebens dauerhaft hinterlassen. Die Geschichte entfaltet sich ruhig, aber sehr eindringlich und zieht einen schnell in die emotionalen Verflechtungen der Figuren hinein.

Im Mittelpunkt stehen Britta, Pia und Martin, die eine Jugend voller gemeinsamer Erlebnisse und in enger Freundschaft verbracht haben, bis sich eines Sommers alles ändert. Die Handlung folgt immer wieder einem der drei Charaktere und wechselt zwischen ihren Geschichten, wodurch sich nach und nach ein vollständigeres Bild der Ereignisse ergibt. Zusätzlich springt der Roman zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit – etwa 20 Jahre zuvor. Stück für Stück wird so deutlich, was damals geschehen ist und welche Auswirkungen diese Ereignisse bis heute auf die Beteiligten haben.

Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre des Buches. Greta Herrlicher gelingt es, sowohl die Intensität der gemeinsamen Sommererlebnisse in der Vergangenheit als auch die besondere Stimmung des Wiedersehens in der Gegenwart sehr lebendig einzufangen. Die Figuren wirken authentisch und nahbar, sodass man ihre Gedanken, Hoffnungen und Entscheidungen gut nachvollziehen kann. Ein zentrales Thema des Romans ist auch die Frage, wie gut wir andere Menschen wirklich kennen und wie unterschiedlich Erinnerungen und Wahrnehmungen sein können. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, was im Leben wirklich wichtig ist – und wie sehr Beziehungen, Entscheidungen und Ereignisse unseren weiteren Lebensweg prägen.

Mich hat das Buch von Anfang an abgeholt und bis zum Ende gefesselt. Die Geschichte ist emotional, ohne kitschig zu wirken, und regt auch zum Nachdenken darüber an, wie Erinnerungen, Wahrheiten und Perspektiven unser Bild von anderen Menschen prägen.

Für mich ein sehr gelungener Roman, der berührt, nachdenklich macht und noch lange im Herzen bleibt.

Veröffentlicht am 05.04.2026

Zitronenliebe

Amore al Limone
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„Amore al Limone“ von Letitia Clark ist eine Liebeserklärung an Italien, die italienische Küche und ganz besonders an italienische Zitronen. Diese Zitronenliebe wird durch wunderschöne Fotos unterstrichen, ...

„Amore al Limone“ von Letitia Clark ist eine Liebeserklärung an Italien, die italienische Küche und ganz besonders an italienische Zitronen. Diese Zitronenliebe wird durch wunderschöne Fotos unterstrichen, die zusammen mit den Texten schon für sich genommen Lust machen, das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen.

Dazu kommen die vielfältigen Rezepte – von salzig bis süß, von einfach bis aufwendig, von Vorspeise über Hauptgericht bis hin zu Dessert und Getränk. Jedes Rezept wird von einer kurzen Einleitung begleitet, gefolgt von einer übersichtlichen Zutatenliste, einer gut nachvollziehbaren Zubereitung und einem passenden Foto.

Optisch ist das Buch sehr reich gestaltet: Neben den vielen Bildern sind auch die Kapitel- und Übersichtsseiten farbig und mit Mustern versehen. Das wirkt stellenweise etwas überladen, ist insgesamt aber stimmig umgesetzt und letztlich Geschmackssache.

Schade ist lediglich, dass keine Angaben zur Zubereitungszeit gemacht werden. Zwar lässt sich diese mit etwas Erfahrung abschätzen, eine Orientierung wäre dennoch hilfreich gewesen.

Insgesamt ist „Amore al Limone“ ein wunderschön gestaltetes Kochbuch mit großer Vielfalt, das Lust aufs Ausprobieren macht – auch wenn man beim Durchblättern schon ins Schwärmen gerät.

Veröffentlicht am 31.03.2026

Gelungene Mischung aus Abenteuer und Selbstfindung

Statt aus dem Fenster zu schauen
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In „Statt aus dem Fenster zu schauen“ erzählt Anna Katharina Scheidemantel von Sophie, die aus Langeweile während eines Praktikums im Internet stöbert und ein spottbilliges Haus in Ostdeutschland kauft. ...

In „Statt aus dem Fenster zu schauen“ erzählt Anna Katharina Scheidemantel von Sophie, die aus Langeweile während eines Praktikums im Internet stöbert und ein spottbilliges Haus in Ostdeutschland kauft. Damit nicht genug: Sie fährt spontan von München dorthin und beginnt mit der Renovierung.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. An mancher Stelle habe ich mich gefragt, wie realistisch die Handlung ist, doch das war schnell nebensächlich. Einfach ausbrechen aus dem täglichen Trott, etwas vermeintlich Unvernünftiges wagen, entgegen allen Konventionen und Erwartungen – ein verlockender Gedanke.

Der Erzählstil ist leicht und sehr lebendig, sodass man sich schnell mitten in Sophies Abenteuer wiederfindet. Mit all ihren Zweifeln, ihrer Begeisterung, ihrer Hoffnung und ihrer Unsicherheit sucht sich Sophie ihren Platz in der ostdeutschen Provinz – Schritt für Schritt, Tag für Tag. Die Autorin zeichnet sie als liebenswerte, sympathische Person, der man wünscht, dass sie ihren Weg zu sich selbst und ihrem Glück findet.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Abenteuer, Selbstfindung und dem ganz eigenen Charme eines solchen Neuanfangs. Sophies Entscheidung wirkt zunächst verrückt, aber genau darin liegt auch der Reiz der Geschichte.

Ein unterhaltsames und inspirierendes Buch für alle, die manchmal davon träumen, ihr Leben komplett auf den Kopf zu stellen – oder einfach einmal gerne richtig unvernünftig wären.

Veröffentlicht am 29.03.2026

Zucchini-Rezepte von herzhaft bis süß

Zucchini
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Schlägt man „Zucchini“ von Sarah Tischer auf, bekommt man sofort Lust, eines der vielen Rezepte auszuprobieren – die einzige Frage ist: welches zuerst? Das Kochbuch ist wunderschön gestaltet und bietet ...

Schlägt man „Zucchini“ von Sarah Tischer auf, bekommt man sofort Lust, eines der vielen Rezepte auszuprobieren – die einzige Frage ist: welches zuerst? Das Kochbuch ist wunderschön gestaltet und bietet zu jedem Gericht ein passendes Foto.

Nach einigen einführenden Informationen rund um die Zucchini, einschließlich Tipps zu Anbau und Ernte, folgt ein umfangreicher Rezeptteil mit Ideen für jeden Gang – von Vorspeisen über Hauptgerichte bis hin zu Desserts und Gebäck. Besonders hilfreich ist das übersichtliche Inhaltsverzeichnis, das auf einen Blick zeigt, welche Rezepte vegetarisch sind und welche auch eine vegane Variante bieten.

Die Rezepte selbst sind klar strukturiert und gut nachvollziehbar. Zudem gibt das Buch immer wieder Anregungen, wie sich Reste verwerten lassen – sofern überhaupt welche bleiben – oder wie sich einzelne Gerichte abwandeln lassen.

Für ein perfektes Gesamtbild hätte ich mir zusätzlich Angaben zur Zubereitungszeit gewünscht. Mit etwas Erfahrung lässt sich diese jedoch auch anhand der Beschreibung gut einschätzen.

Insgesamt ein rundum gelungenes Kochbuch!