Mehr Gesellschaftsbild als Krimi
Ein guter Blick fürs BöseElizabeth Arnotts Krimi „Ein guter Blick fürs Böse“ spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien. Margo, Bev und Elsie sind drei unterschiedliche Frauen, die eins verbindet: ihre Ehemänner wurden als Serienmörder ...
Elizabeth Arnotts Krimi „Ein guter Blick fürs Böse“ spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien. Margo, Bev und Elsie sind drei unterschiedliche Frauen, die eins verbindet: ihre Ehemänner wurden als Serienmörder überführt und die Öffentlichkeit glaubt nicht, dass sie nichts davon gemerkt haben. Jede versucht auf ihre Art damit umzugehen, mal besser mal schlechter. Als nun erneut Frauen brutal ermordet werden, entscheiden sich die drei, selbst zu ermitteln.
Der Autorin gelingt es, die Atmosphäre dieser Zeit sehr greifbar zu machen: Rollenbilder, soziale Normen und unterschwellige Zwänge prägen das Handeln der Figuren spürbar. Besonders interessant ist dabei, wie unterschiedlich die drei Hauptfiguren mit diesen Rahmenbedingungen umgehen — von Anpassung bis hin zu vorsichtigem Aufbegehren.
Mich haben das Cover und der Titel angesprochen, erwartet habe ich einen schnellen, spannenden und witzig-sarkastischen Krimi. Bekommen habe ich ein gesellschaftskritischen Krimi, der sich viel mit der Frauenrolle in den 60er Jahren beschäftigt und dadurch nur sehr langsam an Spannung gewinnt. Anfangs ist es dazu noch etwas schwierig in die Handlung reinzukommen, da sich immer wieder die Erzählperspektive wechselt und man nicht sofort weiß, um welche der drei Frauen es gerade geht.
Fazit: Insgesamt ist ein vielschichtiger, ruhig erzählter Roman über weibliche Selbstbestimmung und soziale Zwänge — weniger ein Krimi, mehr eine Charakter- und Zeitstudie.