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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2026

Viele Morde

Und morgen du (Ein Fabian-Risk-Krimi 1)
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Stefan Ahnhems „Und morgen du“ bietet einen atmosphärisch extrem dichten und düsteren Einstieg in die Fabian-Risk-Reihe.
Der Autor versteht es meisterhaft, eine düstere Stimmung aufzubauen, während er ...

Stefan Ahnhems „Und morgen du“ bietet einen atmosphärisch extrem dichten und düsteren Einstieg in die Fabian-Risk-Reihe.
Der Autor versteht es meisterhaft, eine düstere Stimmung aufzubauen, während er den Ermittler in seine alte Heimat Helsingborg zurückkehren lässt, wo er direkt mit den Schatten seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird.
Die Mordserie ist brutal und kreativ inszeniert, was für ordentlich Nervenkitzel sorgt. Besonders spannend fand ich die Verbindung zur Schulzeit der Charaktere – das gibt der Geschichte eine sehr persönliche und beklemmende Note. Die wechselnden Perspektiven halten das Tempo hoch, und man rätselt bis zum Schluss mit, wer hinter den grausamen Taten steckt. Dennoch habe ich einige Kritikpunkte, die eine Höchstwertung verhindern.
Die Hauptfigur Fabian Risk ist leider wenig sympathisch. Er agiert als absoluter Einzelgänger ohne Teamgeist und stellt seine eigenen Interessen konsequent über alles andere. Auch als Ehemann und Vater wirkt er weitgehend unbrauchbar, was es schwer macht, mit ihm mitzufühlen. Zudem wird verschiedentlich auf einen früheren Seitensprung angespielt, der in diesem Buch nicht aufgeklärt wird. Dass man hierfür offenbar auf den (zeitlich früher spielenden) Folgeband warten muss, ist für den Leser unbefriedigend.
Die Handlung selbst ist fast schon "zu viel des Guten": Die schiere Anzahl der Morde wirkt irgendwann viel zu konstruiert und überstrapaziert den Spannungsbogen. Zudem sind die Taten sehr brutal und fast schon zu ausführlich beschrieben, was nichts für schwache Nerven ist.
Insgesamt aber ein hervorragender Schweden-Krimi mit einem charismatischen Ermittler und einer Story, die Lust auf die Fortsetzungen macht. Für Fans von nordischer Düsternis absolut empfehlenswert!
Ein Highlight war für mich jedoch die Hörbuch-Fassung. David Nathan liest die Geschichte einfach fantastisch. Seine markante Stimme und die Art des Vortrags werten die Story enorm auf und haben mich trotz der inhaltlichen Schwächen bei der Stange gehalten.
Fazit: Ein solider Schweden-Krimi mit Luft nach oben bei den Charakteren. Wer düstere Thriller mag, kommt hier auf seine Kosten – am besten als Hörbuch!

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Reichtum, Macht und Mord

Das Gesetz der Elite
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Ein spannender und atmosphärischer Thriller, der einen faszinierenden Einblick in die abgeschottete Welt der Superreichen bietet. Die Idee hinter der Geschichte ist sehr reizvoll und sorgt über weite Strecken ...

Ein spannender und atmosphärischer Thriller, der einen faszinierenden Einblick in die abgeschottete Welt der Superreichen bietet. Die Idee hinter der Geschichte ist sehr reizvoll und sorgt über weite Strecken für gute Spannung. Besonders die Schauplätze und das Umfeld der Elite sind eindrucksvoll beschrieben und verleihen der Handlung eine eigene, oft kühle und distanzierte Stimmung.

Als Hörbuch funktioniert das Ganze ebenfalls sehr gut. Patrick Imhof liest hervorragend, mit angenehmer Stimme und gutem Gespür für Tempo und Betonung. Er schafft es, die Spannung zu transportieren und die verschiedenen Figuren unterscheidbar zu machen.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich sind die Ermittlerfiguren. Ich mag es persönlich nicht so gern, wenn sie sehr exaltiert oder überzeichnet dargestellt sind, was hier stellenweise der Fall ist. Das nimmt für mich ein wenig an Glaubwürdigkeit. Auch der Plot wirkt an einigen Stellen etwas zu konstruiert und nicht immer ganz überzeugend.

Gerade im Hörbuchformat hatte ich zudem manchmal Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Es tauchen viele Namen und Figuren auf, die nicht immer sofort klar einzuordnen sind. Das kann den Hörfluss gelegentlich stören.

Trotz dieser Schwächen überwiegt der positive Eindruck. Ein spannender Thriller mit interessantem Setting, starker Lesung und guter Unterhaltung, der vor allem für Fans von Geschichten über Macht, Reichtum und deren Schattenseiten empfehlenswert ist.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Hobbydetektivinnen auf Amrum

Die tote Tante
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Der Krimi spielt um die Jahrhundertwende auf der Insel Amrum. Drei Damen eines Krimi-Leseclubs begeben sich unbedarft auf Mördersuche. Während der Vorbereitungen einer Promihochzeit wird die Tante der ...

Der Krimi spielt um die Jahrhundertwende auf der Insel Amrum. Drei Damen eines Krimi-Leseclubs begeben sich unbedarft auf Mördersuche. Während der Vorbereitungen einer Promihochzeit wird die Tante der Braut ermordet. Insgesamt steht das Event unter einem schlechten Stern, jedenfalls scheint es seitens des Brautpaars keine Liebesheirat zu werden, sondern eher eine geschäftliche Transaktion unter den Brautvätern. Die drei ältlichen, naiven Damen sehen sich bemüßigt, der reizenden Braut jede mögliche Hilfe zu leisten, erst recht, als diese unter Mordverdacht gerät.
Die Handlung an sich ist zugegebenermaßen unspektakulär. Der Roman lebt von dem Zeitgeist des ausklingenden Jahrhunderts mit seinen spießigen Moralvorstellungen, ganz besonders bezüglich der Stellung der Frau. Die Autorin hat sich passenderweise mit einem leicht gespreizten Sprachstil auf die Atmosphäre eingestellt.
Ein Highlight ist mal wieder Kaja Sesterhenn als Sprecherin, die perfekt jeden Charakter in ihre Stimme legen kann und keinerlei Schwierigkeiten mit dem friesischen Dialekt hat.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Das magische Medaillon

Stolen Midnights
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„Stolen Midnights“ von Katherine Quinn bietet eine spannende Mischung aus Romantik, Abenteuer und einem interessanten Fantasy-Setting. Besonders hervorzuheben ist das schöne Cover, das das magische Medaillon ...

„Stolen Midnights“ von Katherine Quinn bietet eine spannende Mischung aus Romantik, Abenteuer und einem interessanten Fantasy-Setting. Besonders hervorzuheben ist das schöne Cover, das das magische Medaillon zeigt – ein zentrales Element der Geschichte, das Wren eigentlich zu ihrem 18. Geburtstag von der Göttin hätte erhalten sollen.
Die Handlung folgt Wren und Damien, einem raffinierten Dieb aus der Unterschicht, der das Medaillon kurz vor der Übergabe stiehlt – nur um festzustellen, dass es ihm kein Glück bringt und der es schließlich selbst wieder verliert. Gemeinsam machen sich Wren und Damien auf die Suche danach und stoßen dabei auf ein schlimmes Verbrechen. Zwischen den beiden entwickelt sich dabei auch eine Liebesgeschichte.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar und passt gut zur Young-Adult-Zielgruppe. Auch das Worldbuilding ist interessant und sorgt für eine stimmige, kreative Grundlage der Geschichte.
Kritisch sehe ich allerdings die Dialoge, die häufig recht einfältig wirken und stark von übertriebener gegenseitiger Eifersucht geprägt sind – und das, bevor die Figuren ihre Gefühle überhaupt richtig erkennen. Auch die wiederkehrenden aggressiven Aussagen, einander schlagen zu wollen, empfand ich als unpassend.
Damien wird zudem insgesamt etwas zu positiv dargestellt. Genau genommen ist er ein trinkfreudiger Kleinkrimineller und wirkt oft nicht wirklich sympathisch. Zwar zeigt er Ansätze einer positiven Entwicklung, dennoch bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück, und man wünscht sich für Wren stellenweise eher einen besseren Partner.
Das Ende ist schließlich völlig überraschend und fast schon alptraumhaft, was einen starken Eindruck hinterlässt und die Geschichte deutlich aufwertet. Gleichzeitig macht es neugierig auf die Fortsetzung, in der man sich eine versöhnlichere Entwicklung erhofft.
Die Hörbuchversion ist sehr gelungen: Die Sprecher machen einen guten Job. Tim Gössler ist wie gewohnt ein Erlebnis, und auch Lara Hoffmann überzeugt.
Insgesamt ein gutes Buch mit interessanter Idee, starkem Setting und kleinen Schwächen – daher solide 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Schwedische Sommeridylle

Mittsommertod
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Schon das typisch schwedische Cover lädt dazu ein, direkt in die Szenerie einzutreten – alles wirkt ruhig, hell und fast schon zu idyllisch. Genau das ist es auch, was Ebba Lorenz dazu bewegt, den Sommer ...

Schon das typisch schwedische Cover lädt dazu ein, direkt in die Szenerie einzutreten – alles wirkt ruhig, hell und fast schon zu idyllisch. Genau das ist es auch, was Ebba Lorenz dazu bewegt, den Sommer im Häuschen ihrer Urgroßmutter zu verbringen, um ihr Leben ein Stück weit neu zu ordnen.

Man taucht schnell in dieses beschauliche Dorfleben ein, in dem die Zeit irgendwie langsamer vergeht. Fast schon nebenbei geschehen dann die Morde, deren Ursachen tief in der Vergangenheit verborgen liegen. Die Ermittlungen stehen dabei gar nicht so sehr im Vordergrund, und ein klassischer Spannungsbogen will sich nicht wirklich aufbauen.

Stattdessen lebt der Roman von seiner ruhigen, entspannten Atmosphäre – und genau so unaufgeregt ist am Ende auch die Auflösung. Für mich funktioniert das überraschend gut, weil es konsequent zur Stimmung des Buches passt.

Besonders hervorzuheben ist auch das Hörbuch: Tim Gössler liest hervorragend und trifft genau den ruhigen Ton der Geschichte, ohne sie künstlich zu dramatisieren.

Ein wunderbares Buch, um in Ferienlaune zu kommen – weniger Nervenkitzel, mehr nordische Sommerstimmung.

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