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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2026

Spannender Auftakt

Moorland. Die Zwillinge
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Nach 15 Jahren kehrt die Ermittlerin Malia Gold in ihre Heimat Moorbach zurück. Noch bevor sie sich mit ihrer eigenen Vergangenheit und die Begegnung mit ihrer Mutter auseinandersetzen kann, landet der ...

Nach 15 Jahren kehrt die Ermittlerin Malia Gold in ihre Heimat Moorbach zurück. Noch bevor sie sich mit ihrer eigenen Vergangenheit und die Begegnung mit ihrer Mutter auseinandersetzen kann, landet der erste Fall auf ihrem Tisch: Die 18-jährigen Zwillinge Jana und Nike sind nach einem Ausflug ins Moor verschwunden. Obwohl es Wetterwarnungen gab, sind die beiden Mädchen ins Moor gefahren, um Material für ihren Social Media Account zu filmen. Während zunächst von einem Unfall oder Verlaufen ausgegangen wird, verhärtet sich der Fall, als verstörendes Foto- und Videomaterial auf dem Kanal der Zwillinge auftaucht.

Ich mag die Thriller von Andreas Winkelmann sehr, weil er fesselnd schreibt, von Beginn an einen straffen Spannungsbogen hat und immer wieder falsche Fährten auslegt. So ging es mir auch hier. Außerdem ist Malia Gold eine sympathische Ermittlerin.
Erzählt wird chronologisch, was ich gern mag, und die Dorfgemeinschaft öffnet sich von Kapitel zu Kapitel, sodass wir mehr über die Zwillinge und die Menschen aus Moorbach erfahren.
Das Setting mit der düsteren, nebligen Umgebung passt sehr gut zum Plot.

Ein spannender Auftakt der neuen Reihe um Malia Gold!

Veröffentlicht am 11.05.2026

Eine wärmende Umarmung

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Hyoyeong arbeitet in einem Briefladen, der nur schöne Dinge beherbergt. Das Highlight sind die Briefe, die sich die Kundinnen gegenseitig schreiben können und aus denen Brieffreundschaften wachsen. Hyoyeong ...

Hyoyeong arbeitet in einem Briefladen, der nur schöne Dinge beherbergt. Das Highlight sind die Briefe, die sich die Kundinnen gegenseitig schreiben können und aus denen Brieffreundschaften wachsen. Hyoyeong lernt so viele unterschiedliche Menschen im Briefladen kennen, die an den verschiedensten Punkten in ihrem Leben stehen und mit unterschiedlichen Dingen hadern. Es macht so viel Spaß, mit ihr im Laden zu stehen, ihre Beobachtungen aufzusaugen und den Kundinnen zu lauschen, die - mal mehr mal weniger explizit - von sich erzählen.

Baek Seungyeon schafft es durch ihren lieblichen, bildhaften und zarten Schreibstil, die Beziehungen zu den Figuren zu knüpfen, sie wachsen zu lassen und alles miteinander zu verbinden. Durch die Zeit im Briefladen und das Schreiben der Briefe verändern sich nicht nur die Leben der Kund*innen, sondern auch Hyoyeong nimmt Veränderungen wahr und wächst an sich.

Ein zartes Buch, das mir wunderschöne Lesestunden beschert hat und alles in allem einfach wie eine wärmende Umarmung wirkte. Eine absolute Empfehlung für alle, die mal so richtig abtauchen und sich auf einen schönen Ort einlassen möchten.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Spürbarer Umbruch

Der letzte Sommer der Tauben
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Noah ist vierzehn Jahre alt und züchtet gemeinsam mit seinem Onkel Ali Tauben auf dem Dach. Voller Vergnügen verfolgt Noah, wie sie am Himmel kreisen und in den Schlag zurückkehren. Die Unbeschwertheit ...

Noah ist vierzehn Jahre alt und züchtet gemeinsam mit seinem Onkel Ali Tauben auf dem Dach. Voller Vergnügen verfolgt Noah, wie sie am Himmel kreisen und in den Schlag zurückkehren. Die Unbeschwertheit gerät ins Kippen, als das Kalifat ausgerufen wird, Helikopter über die Stadt kreisen und das Bild der freien Tauben am Himmel stören. Es folgen neue Regeln: Noahs Vater muss in seinem Bekleidungsgeschäft das Sortiment anpassen, Frauenkörper auf den Produktfotos müssen geschwärzt werden, sein älterer Bruder leitet eine Sicherheitsbehörde und Noahs Mutter und Schwester dürfen ohne männliche Begleitung nicht mehr aus dem Haus. Und dann folgen auch noch Einschränkungen bezüglich der Tauben...

Abbas Khider verortet die Geschehnisse in keiner Zeit und an keinem Ort. Doch durch die gewählte Perspektive des 14-jährigen Noahs sind die Veränderungen spürbar, werden aus einer gewissen kindlichen Naivität geschildert und wirken dadurch auf eine besondere Art. Während zunächst fast noch eine Neugier durchscheint, kommen immer mehr Sorge und Unsicherheit, bis hin zu Furcht, zum Tragen. Die Einschränkungen nehmen zu und vor allem die Tauben, die die Symbolik von Freiheit und Unbeschwertheit in sich haben, markieren die deutlichen Einschnitte und die markanten Veränderungen der Familien.

Ein bewegender Roman, der die Herrschaftsverhältnisse und die damit einhergehende Gewalt, die herrscht, sehr bewegend und eindringlich erzählt.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Spannender Thriller

Bachelorette Party
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Tessa steht ein Wochenende bevor, auf das sie eigentlich gar keine Lust hat: Der Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Anneliese, den sie in einem Yoga Retreat auf einer abgelegenen Schäreninsel verbringt. ...

Tessa steht ein Wochenende bevor, auf das sie eigentlich gar keine Lust hat: Der Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Anneliese, den sie in einem Yoga Retreat auf einer abgelegenen Schäreninsel verbringt. Doch für Tessa, Journalistin und Podcasterin, ist das ihre Chance. Denn zehn Jahre zuvor verschwanden auf genau dieser Insel vier junge Frauen spurlos und ist bis heute ein Cold Case, der nicht gelöst ist. Tatsächlich dauert es nicht lange, bis es seltsame Entwicklungen auf der Insel gibt und die Junggesellinnengruppe in Gefahr schwebt.

Ich mag Locked-in-Plots und war aufgrund des Klappentexts sehr neugierig, denn mit Camilla Sten habe ich ein sehr spannendes Buch mit reichlichen Wendungen erwartet. So viele Wendungen gab es nicht, aber eine, die es in sich hatte, die im Ansatz zwar eine mögliche Option, aber nicht offensichtlich war.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und durch die wechselnden Zeitebenen und Perspektiven baut sich schnell Spannung auf. Die Leser*innen erfahren auf den ersten Seiten, was den jungen Frauen zehn Jahre zuvor zugestoßen ist, jedoch nicht, wer dahintersteckt. Das offenbart sich durch die Rückblenden, die aktuellen Verstrickungen und Geschehnisse.
Ein spannender Thriller, den ich am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein Haus um jeden Preis

Tödliches Angebot
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Margos Ziel im Leben steht fest: Mit ihrem Ehemann ein schönes Haus in einer ruhigen Gegend besitzen, dazu ein Baby und einen Hund. Um mehr Kapital zur Verfügung zu haben, sind Margo und Ian in eine kleine ...

Margos Ziel im Leben steht fest: Mit ihrem Ehemann ein schönes Haus in einer ruhigen Gegend besitzen, dazu ein Baby und einen Hund. Um mehr Kapital zur Verfügung zu haben, sind Margo und Ian in eine kleine Wohnung gezogen. Doch Ian, Anwalt in einer renommierten Anwaltskanzlei, ist aus moralischen Überzeugungen zu einer Umweltsorganisation gewechselt und verdient weniger als zuvor. Was als kurzfristige wohnliche Verschlechterung und verbesserte Chance auf dem Immobilienmarkt begann, endet in einer frustrierenden, monatelangen Haussuche, bei der das Paar immer wieder überboten wird. Schwanger wird Margo auch nicht und ihr Traum gerät ins Wanken. Doch dann erfährt sie von einem Haus, das verkauft werden soll, jedoch noch nicht gelistet ist. Ihre Strategie: Zufällig auf die Besitzer stoßen, sie umgarnen und einen Kauf ohne Makler*in initiieren. Doch als das Paar sich darauf nicht einlässt, greift zu stärkeren Mitteln: Margo überschreitet Grenzen, stalkt, erpresst und zieht alle Register.

Marisa Kashino hat mit Margo eine Figur geschaffen, die besessen von ihrem perfekten Haus ist und völlig skrupellos agiert. Die Grenzen, die sie überschreitet, werden immer größer. Sie manipuliert, erpresst und zeigt, in was für eine psychische Abwärtsspirale ihre Obsession sie treibt. Auch wenn sich eine Eskalation im Verlauf anbahnt und eine Eskalation unvermeidlich ist, war ich vom Ausmaß und den Wendungen doch überrascht. Der Erzählstil ist sehr spannend, im Unterton baut sich etwas Bedrohliches auf, Margos Wahnhaftigkeit ist deutlich spürbar, sodass mich Marisa Kashino völlig in ihren Sog gezogen hat.

Ein spannender Psychothriller, der alle moralischen Grenzen aushebelt.