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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2026

Japan im Wandel der Jahreszeiten

JAPAN – Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai
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Dieser Geschenkband über Japan ist einer der schönsten, die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Es ist eine wahre Freude, ihn zur Hand zu nehmen und darin zu blättern. Besonders die Einteilung in Frühling, ...

Dieser Geschenkband über Japan ist einer der schönsten, die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Es ist eine wahre Freude, ihn zur Hand zu nehmen und darin zu blättern. Besonders die Einteilung in Frühling, Sommer, Herbst und Winter finde ich sehr gelungen und habe ich zuvor so noch nicht gesehen.

Die hochwertigen Fotografien laden zum Träumen oder zur Reiseplanung ein, und kleine, rote Illustrationen lockern das Layout auf. Dabei wird auf fast alles eingegangen, für das Japan bekannt ist und was es besonders macht. Kirschblüten, Geishas, Ikebana, Matcha, Ikigai, Samurai, Karaoke, Origami, Sumo Ringer, Onsen, Ichigo-Ichie -- all das und viel mehr wird thematisiert und näher erklärt. Dazu gibt es ein paar Rezepte, Dos & Don’ts, damit man sich in Japan richtig verhält, und jahreszeitliche Vorschläge, wie man sich ein Stück Japan in den Alltag holen kann.

Ich kann dieses hervorragende Buch jedem ans Herzen legen, der mehr über Japans Städte, Landschaften, Eigenheiten und die Kultur erfahren möchte und schließe mit einem Zitat, das mich besonders berührt hat: „Was das Land im Herzen ausmacht, sind seine Menschen. Wenn du jede Begegnung bewusst wahrnimmst und dich mit einem freundlichen Lächeln und einem kurzen Gespräch offen zeigst, kannst du Japan noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen.“ (S. 185) Von mir gibt es wohl verdiente 5 von 5 gefalteten Kranichen.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Was ist mit Juli geschehen?

Weil sie lügt
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Annas Familie zerbricht fast daran, dass ihre ältere Schwester Juli verschwunden ist. Ihr Vater sitzt als Hauptverdächtiger im Gefängnis; ihre depressive Mutter kann sich kaum noch um den kleinen Sohn ...

Annas Familie zerbricht fast daran, dass ihre ältere Schwester Juli verschwunden ist. Ihr Vater sitzt als Hauptverdächtiger im Gefängnis; ihre depressive Mutter kann sich kaum noch um den kleinen Sohn Leon kümmern, so dass viel Verantwortung auf Anna lastet. Als die Ermittlungen wieder aufgerollt und im Kellerabteil der Familie Brunner etwas Schockierendes gefunden wird, wird Annas Leben und das ihrer Familie erneut durcheinandergewirbelt. Was ist mit Juli geschehen?

Die spannende Geschichte wird aus den Perspektiven von Anna und der Kriminalpolizistin Katharina Engels erzählt, die den Fall der vermissten Juli bearbeitet. Dabei taucht man tief in das (Seelen)Leben von Anna ein, hofft mit ihr, dass die Schwester lebendig gefunden wird, und bangt gleichzeitig, dass Juli ein schreckliches Schicksal ereilte. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, weil ich unbedingt wissen wollte, was mit Juli passiert ist.

Das Ende hat mich überrascht und bestürzt. „Weil sie lügt“ ist ein hervorragender Thriller, der an keiner Stelle langatmig wird und zum Miträtseln einlädt. Ich empfehle das Buch jedem, der psychologische Thriller mit interessanten Twists zu schätzen weiß. Von mir gibt es 5 von 5 Lügen.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein Herzensbuch über das Briefeschreiben

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Normalerweise lese ich ein Buch relativ zügig durch, doch für „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ habe ich mir viele Wochen Zeit gelassen. Der Roman der koreanischen Schriftstellerin Baek Seungyeon ...

Normalerweise lese ich ein Buch relativ zügig durch, doch für „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ habe ich mir viele Wochen Zeit gelassen. Der Roman der koreanischen Schriftstellerin Baek Seungyeon ist so ein Genuss, dass ich jede Zeile langsam auf mich wirken ließ. Ich habe sehr viele Sätze markiert, weil sie mich berührten, beispielsweise was der Inhaber des Letter Shops Kang Seonho in einem Interview äußert: „ ‘Sich Zeit zu nehmen, um über sich selbst nachzudenken und sein eigenes Bild zu gestalten, das man anderen vermitteln möchte, genau das wollte ich fördern. Das ist die Idee hinter dem Letter Shop. Das ist das Wesen eines Briefes.‘ “ (S. 186)

Als Hyoyeongs Mutter nach einem Unfall Unterstützung benötigt, aber Hyoyeongs ältere Schwester Hyomin aus dem Familiengefüge verschwunden ist und daher dafür nicht in Frage kommt, kann Hyoyeong die Filmhochschule nicht beenden und arbeitet nicht wie ursprünglich erträumt als Regisseurin. Stattdessen findet sie einen Job in einem Briefladen. Im Laufe der Monate findet sie mehr und mehr Gefallen daran, was zu einem großen Teil auch an den Kunden liegt, von denen einige zu Freunden werden.

Mir gefällt die ruhige Atmosphäre des Buches. Die Geschichte entwickelt sich langsam – ähnlich wie ein Brief verfasst wird. Es ist schön, Hyoyeong dabei zu begleiten, wie sie sich nach dem Abbruch der Ausbildung ein neues Leben aufbaut und zuletzt auch zu ihrer Schwester zurückfindet. Dabei spielen Briefe eine große Rolle. Manche davon stammen von Kunden der echten Letter Shops in Yeonhui und Seongsu, die ihre Briefe 2024 für diese Aktion eingereicht hatten. Das verleiht dem Roman noch mehr Authentizität.

Der Buchschnitt ist ein sogenannter „Rough Cut“, dessen Unregelmäßigkeit sehr gut zum Thema passt – handgeschrieben, individuell. Das Cover ist eines der schönsten, die ich je gesehen habe und zeigt eine junge koreanische Frau, die an einem Tisch sitzend einen Brief im Letter Shop verfasst. Für mich hat während der Lektüre auch die Zeit hin und wieder stillgestanden – ich habe mich in diesem Buch einfach wohl gefühlt: „Die Atmosphäre, die sie umgab, formte ihre Gedanken und ihren Charakter auf subtile Weise.“ (S. 223) Das empfand ich beim Lesen genau so für mich selbst. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für jeden, dem Briefe etwas bedeuten – wohlverdiente 5 von 5 Briefen.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Experimente in einer Klinik?

Einer flog über das Möwennest
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Ich liebe ja die Anspielungen an berühmte Filme oder Bücher, die Krischan Kochs Küsten-Krimi-Reihe das gewisse Extra verleihen. So unterhält auch der 14. Band „Einer flog über das Möwennest“ hervorragend ...

Ich liebe ja die Anspielungen an berühmte Filme oder Bücher, die Krischan Kochs Küsten-Krimi-Reihe das gewisse Extra verleihen. So unterhält auch der 14. Band „Einer flog über das Möwennest“ hervorragend mit den liebenswerten Charakteren rund um Dorfpolizist Thies Detlefsen und einem mysteriösen Urnenfund sowie Ungereimtheiten in einer Klinik.

Althippie Bounty und seine Freunde finden bei einem Badeausflug eine Urne in einem Möwennest. Wessen Asche ist darin und was hat es mit dem Diamanten in der Urne auf sich? Detlefsens Tochter Telje absolviert derweil ihr Medizinpraktikum in einer Klinik in Sankt Peter-Düne, in der so einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.

Ich liebe einfach alles an diesem Buch, angefangen mit dem Cover, das einen erstaunten Thies vor dem Möwennest mit Küken und Urne zeigt. Für mich liegt die Stärke der Reihe vor allem in den wiederkehrenden Charakteren, die mir im Laufe der Zeit zu guten Freunden geworden sind. Ich freue mich jedes Mal in den Imbiss „De Hidde Kist“ zurückzukehren. Dort kommen dank dem neuen Rechtsmediziner Hung Nguyen ein paar vietnamesische Gerichte auf die Speisekarte, die am Ende des Buch aufgeführt sind und richtig Appetit machen.

Ich konnte den Krimi kaum aus der Hand legen und fieberte mit, was wohl als Nächstes passiert. Sehr viel schmunzeln musste ich dieses Mal dank dem „Baustellen-TV“, das Hertha Ahlbeck und ihr Kurschatten Kurt verfolgen. Ich lege jedem dieses Buch ans Herz, der gerne zu Cozy Crime greift und Wert auf liebenswert-skurrile Charaktere legt. Diesem nordfriesischen Charme kann man sich einfach nicht entziehen. Von mir bekommt „Einer flog über das Möwennest“ wohlverdiente 5 von 5 Übungen nach Pieper-Kracht.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Wem kannst du trauen?

Das Signal
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Viola Decker verliert bei einem Unfall im einstürzenden Keller ihr linkes Bein. Nach dem Krankenhausaufenthalt ist sie ans Erdgeschoss ihres Hauses gebunden und zuerst auf Rollstuhl und Krücken angewiesen. ...

Viola Decker verliert bei einem Unfall im einstürzenden Keller ihr linkes Bein. Nach dem Krankenhausaufenthalt ist sie ans Erdgeschoss ihres Hauses gebunden und zuerst auf Rollstuhl und Krücken angewiesen. Ihr Ehemann Adam hat eine Pflegerin engagiert, zu der Viola allerdings keinen rechten Draht hat. Immer mehr keimt in Viola der Gedanke auf, ob ihr perfektionistisch veranlagter Gatte sie in ihrem jetzigen Zustand vielleicht loswerden möchte. Und warum kann sie sich nicht genau an die Umstände ihres Unfalls erinnern?

Ich habe diesen Psychothriller regelrecht verschlungen und konnte ihn kaum aus der Hand legen. Als Viola dank im Internet bestellter Minitracker u.a. ihren Mann bei den täglichen Routen auf einer App verfolgen kann, war ich ebenso neugierig wie sie. Führt Adam wirklich etwas im Schilde? Hat die Pflegerin Otilia einfach eine abweisende Natur oder hat sie vielleicht Anweisungen? Können Violas Freundinnen Romy und Marit ihr vielleicht helfen?

Ich habe schon länger keinen so hervorragenden Domestic Noir Thriller mit vielen Twists gelesen, die ich so nicht erwartet hätte. Alle Charaktere sind sorgfältig gezeichnet; alle Handlungen machen letztendlich Sinn. Ich wurde sehr gut unterhalten und kann dieses Buch mit Anleihen aus einem Techno-Thriller nur empfehlen. Hier ist die Kombination aus psychologischer Spannung, technischen Elementen und einem Kammerspiel wirklich sehr gelungen. Wie Viola fühlte ich mich regelrecht eingesperrt und versuchte mit ihr aus der Situation auszubrechen. „Das Signal“ von Ursula Poznanski erhält von mir verdiente 5 von 5 Minitracker.

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