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Veröffentlicht am 02.05.2026

Schöner historischer Roman

Karolinenhöhe
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„...Um sie her war ein Gewirr unterschiedlicher Sprachen, von denen sie keine einzige erkannte oder gar verstand. Frauen in gerüschten Kleidern, Männer in teuren Anzügen, bevölkerten die Bahnhofshalle ...

„...Um sie her war ein Gewirr unterschiedlicher Sprachen, von denen sie keine einzige erkannte oder gar verstand. Frauen in gerüschten Kleidern, Männer in teuren Anzügen, bevölkerten die Bahnhofshalle mit ihrem Mosaikfußboden…“

Die Krankenschwester Ida ist in Baden - Baden angekommen. Sie hat in Berlin alles hinter sich gelassen und hofft nun auf eine Anstellung in der Naturheilanstalt Lichtental auf der Karolinenhöhe.
Die Autorin hat einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er passt zu den historischen Gegebenheiten des Jahres 1910.
Im Einstellungsgespräch lernt Ida das Prinzip der Lebensreform kennen. Es geht um vegetarische Ernährung und die Nutzung von Licht, Luft und Wasser Man bewegt sich leicht bekleidet oder nackt im Freien. Einige der Regeln gelten auch für die Angestellten.

„...Sie werden noch viel lernen müssen. Aber die Substanz ist vorhanden, darauf können wir aufbauen. Und ich empfinde Sie als offenen Menschen, der bereit ist zu lernen…“
Einige der Gäste mit ihren Beschwerden werden genauer vorgestellt. Nicht jeder ist gewillt, sich dem Prinzip unterzuordnen.
Auch Ida ist zwiegespalten. Einerseits macht ihr die Arbeit Freude, sie fühlt sich leicht und beschwingt und weiß die frische Luft nach dem Berliner Grau zu schätzen. Andererseits würde sie gern einmal die Regeln brechen. Sie sind ihr zu strikt.
Ida lernt Carl kennen. Die beiden diskutieren eifrig über den angeblichen Widerspruch zwischen Naturverbundenheit und Technik.

„...Das war es, was Ida an Carl zu schätzen begann. Er konnte unerträglich herablassend und belehrend sein, aber welcher Mann war das nicht? Jedenfalls keiner, den Ida kannte. Gleichzeitig hatte er Humor und nahm sich selbst nicht so ernst...“.
Eduard Enslinger, der Direktor der Anstalt, weiß genau, was er will. Das macht er auch dem Pfarrer deutlich, der sich wegen der Nacktheit der Patienten beschwert. Das Gespräch habe ich mit leichtem Schmunzeln gelesen.
Das Buch bezieht seine innere Spannung aus den komplexen Beziehungen der Protagonisten und aus unerwarteten Wendungen im Geschehen. Ida gewinnt zunehmend an Selbstbewusstsein. Sie weiß nun, was sie will.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Überraschungen auf Malta

Ein Sommer auf Malta
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„...Den Start in ihr neues Leben auf Malta hatte sich Linda entspannter vorgestellt, aber gut. „Wenn immer alles glatt geht, hat man hinterher nichts zu erzählen“, hätte ihre Mutter dazu gesagt…“

Der ...

„...Den Start in ihr neues Leben auf Malta hatte sich Linda entspannter vorgestellt, aber gut. „Wenn immer alles glatt geht, hat man hinterher nichts zu erzählen“, hätte ihre Mutter dazu gesagt…“

Der Start des Flugzeugs wird begleitet von Babygeschrei. Obwohl Linda es ablehnt, wird ihr ein neuer Platz zugewiesen, damit Mutter und Kind mehr Raum haben.
Die Autorin hat eine lockerleichte Geschichte geschrieben, die aber auch wichtige Fragen des Zusammenlebens thematisiert. Der Schriftstil lässt sich flott lesen.
Nach der Trennung von ihrem Freund hat sich Linda für vier Wochen um einen Job als Englischlehrerin auf Malta beworben. Sie wird eingestellt. Bevor sie mit der Arbeit beginnt, findet aber noch die Hochzeit ihrer besten Freundin Claire mit dem Sizilianer Enzo auf Malta statt.
Im Flugzeug erhält Linda einen Platz neben Clive. Der ist Scheidungsanwalt. Das erste Gespräch der beiden ist sehr amüsant und bringt die Gegensätze gekonnt auf den Punkt. Trotzdem gibt er Linda einige Ratschläge.

„...Wenn überhaupt leihen Sie sich einen Kleinwagen, sonst bleiben Sie früher oder später in einem der immer enger werdenden Häusergassen stecken wie ein Fisch in der Reuse. Und Sie brauchen gute Nerven, denn die Malteser lieben das Gaspedal…“

Noch weiß Linda nicht, wie oft sie Clive in Malta wiedersehen wird. In der Sprachschule macht ihr Niko den Hof.
Und dann kommt für sie eine unangenehme Überraschung. David, ihr Ex, hat es geschafft, ebenfalls eine Einladung zur Hochzeit zu bekommen. Seine manipulative Art sorgt für erhebliche Unruhe. Linda kann ihrer Freundin nicht lange böse sein.

„...Claire sprühte vor Lebensfreude und Energie, war dazu ein echter Kumpel und immer da, wenn man sie brauchte, aber sie liebte es auch, zu provozieren…“

Ganz nebenbei erfahre ich Etliches über Malta. Mit den Protagonisten besuche ich nicht nur die Strände.
Viele gut ausgearbeitete Gespräche sorgen für eine kontinuierlichen Fortgang der Geschichte. Dabei spielen nicht zuletzt der Umgang miteinander und die Vorrtellungen von einem Zusammenleben eine Rolle.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Spannend und informativ

Ein Ort, der bleibt
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„...und spätestens bis zu Beginn der Sommersemesters wird den Nazi aufgefallen sein, wie auslaugend Monokulturen sind. Wenn nur braune Köpfe denken, kommt nichts Fruchtbares dabei heraus. Und ein stramm ...

„...und spätestens bis zu Beginn der Sommersemesters wird den Nazi aufgefallen sein, wie auslaugend Monokulturen sind. Wenn nur braune Köpfe denken, kommt nichts Fruchtbares dabei heraus. Und ein stramm ausgestreckter rechter Arm wird weder Getreide pflanzen noch Äpfel pflücken…“

Der jüdische Botaniker Professor Alfred Heilbronn sollte sich irren. Da hilft ihm auch seine Ironie nichts. Noch im Jahre 1933 überredet ihn seine Frau Magda, das Angebot an die Universität nach Istanbul anzunehmen.
Die Autorin hat einen spannenden und gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Dadurch entfaltet sich das Leben in Istanbul wie ein Bild vor meinen Augen.
Die innere Spannung ergibt sich aus den politischen Verhältnissen und den komplexen Beziehungen der Protagonisten. Kurze Abschnitte und schnell wechselnde Handlungsorte tragen ebenfalls dazu bei.
Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Am Anfang gibt es kurze Rückblende. Nur so ist die Entwicklung mancher Protagonisten nachzuvollziehen.

„...Iss Honig und frag nicht nach der Biene…“

Dieses türkische Wort hört die wissbegierige Mehrpares schon in ihrer Kindheit. Trotzdem hat sie die Möglichkeit, das erste Mädchengymnasium in Istanbul zu besuchen. Sie steht auch vor der Schule, als diese abbrennt.
Unter dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk wird viel Wert auf die Entwicklung von Bildung und Forschung gelegt. Dazu werden ausländische Wissenschaftler in die Türkei eingeladen. Das ermöglicht vielen jüdischen Wissenschaftlern, Deutschland den Rücken zu kehren. Auch ihnen wurde mit dem Buch ein Denkmal gesetzt.
Alfred und Magda Heilbronn leben sich schnell in Istanbul ein. Magda lernt die Sprache und fertigt Übersetzungen an. Der Sohn Hans beginnt ein Medizinstudium. Nur Antje wird in der Deutschen Schule gemobbt, da auch hier nationalsozialistischen Gedankengut Einzug gehalten hat. Auf dem Gelände des ehemaligen Mädchengymnasiums entsteht eine botanischen Forschungsinstitut und ein Garten, der Pflanzen aus aller Welt enthält. Mehrpares wird zu Alfreds Assistentin und schreibt ihre Doktorarbeit.
Ich mag den feinen Humor der Geschichte. Lassen wir mal Magda, noch in Deutschland, zu Wort kommen.

„...Den Doktortitel verschweigt sie. Kerle, die so einfältig sind, sich in diese Uniform stecken zu lassen, können mit akademischen Graden ohnehin nichts anfangen. Insbesondere, wenn der Doktor einen Frauennamen vorangestellt ist…“

In der Rahmenhandlung wird die Städteplanerin Imke an der Seite des Architekten Kai nach Istanbul geschickt. Es wird eine Gutachten über Fortbestand oder Abriss des Instituts und die Zukunft des Gartens erwartet. Dadurch erhalte ich einen Einblick in die heutigen Verhältnisse in der Türkei.
Auch Alfred und seine Familie erleben eine Türkei der Widersprüche. Vor allem nach dem Tode von Atatürk scheint vieles in der Schwebe. Noch ist dass Land im Spiel der Mächtigen neutral.
Im Anhang gibt es jeweils einen kurzen Lebenslauf zu den historischen Personen und ergänzende Informationen der Autorin. Vorn befindet sich eine Karte von Istanbul.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es arbeitet ein Stück eher unbekannter Geschichte auf. Die Kombination von Privatleben und beruflicher Entwicklung der Protagonisten finde ich gelungen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Glauben in harter Zeit

Uns trägt die Hoffnung
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„...Ein Gedanke schob sich in den Vordergrund. Spürte Flocki vielleicht eine Gefahr? Tiere schienen im Gegensatz zu Menschen besondere Antennen für kommendes Unheil zu haben…“

Lotte ist im Februar 1945 ...

„...Ein Gedanke schob sich in den Vordergrund. Spürte Flocki vielleicht eine Gefahr? Tiere schienen im Gegensatz zu Menschen besondere Antennen für kommendes Unheil zu haben…“

Lotte ist im Februar 1945 in Dresden unterwegs. Flocki entwischt ihr immer wieder. Das ist sie von dem Hund nicht gewohnt.
Die Autorin hat eine spannende und gut recherchierte Fortsetzung ihrer historischen Romantrilogie um eine Dresdner Unternehmerfamilie geschrieben.
Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Die Verhältnisse in Dresden im Jahre 1945 werden gut wiedergegeben.
Im Mittelpunkt steht die nächste Generation. Das sind vor allem Lotte, die Tochter von Frieda und Herrmann, und Eva, die Tochter von Elisabeth und Karl.
Bei der Bombardierung Dresdens verliert die 19jährige Lotte und ihre Familie das Zuhause. Sie kommen bei ihre Tante Ilse in der Villa unter. Doch nach der Besetzung Dresdens durch die Rote Armee wird Ilse enteignet, da Alfred bei der SS war.
Die Fabrik existiert als Ruine. Otto Kaiser und seine Familie wollen sie wieder aufbauen. Dabei ist insbesondere Lotte sehr erfindungsreich. Die junge Frau ist technisch begabt und hat ein Blick dafür, aus welchen Überresten des Krieges sich etwas Neues machen lässt. Nebenbei muss man für das tägliche Essen sorgen.

„...Lotte erblickte löchrige Strümpfe, gefundene Putzlumpen als Schals, versengte Pelzmäntel, ascheverschmierte Stiefel. Die Dresdner feine Gesellschaft, heruntergekommen zu einer langen Schlange frierender Menschen…“

Lotte beginnt, ihr Leben in den letzten Jahren zu reflektieren. Hat ihr Großvater Otto recht, der all seine Hoffnung auf Gott gesetzt und nie aufgegeben hat? Otto hat die Bombardierung überlebt. Doch seine Frau ist seitdem verschwunden. Trotzdem ist er anderen ein Vorbild.

„...Was wir gerade sehen, ist die Bosheit der Menschen und die Auswirkung der Sünde. Ich kann nicht behaupten, in meinem Leben immer gut und richtig gehandelt zu haben. Aber der Krieg ist der Gipfel der Bosheit…“

Dann lernt Lotte Alexei Petrow kennen, einen russischen Leutnant. Er hat eine russische Bibel in der Tasche und ist auf der Suche nach Gott. Seine Leute hat er im Griff. Er setzt ihnen deutliche Grenzen.
Als besonderes Stilmittel arbeitet die Autorin mit Rückblenden. So erfahre ich, was einzelnen Familienmitgliedern während der Kriegszeit widerfahren ist. Das macht die Wut von Eva verständlich, die sich und ihre Mutter von der Familie allein gelassen fühlte, nachdem ihr Vater eingezogen wurde.
Auch Emma war plötzlich von einen Tag auf den anderen verschwunden. Dafür hatte sie einen guten Grund. Sie resümiert:

„...Der Wert eines Menschen bestimmt sich niemals durch seinen Nutzen, seine Rasse, sein Geschlecht, wie klein oder groß er auch ist, sondern allein dadurch, dass Gott ihn gemacht hat…“

Die Geschichte wird ergänzt durch den Stammbaum der Familie und eine Karte von Dresden nach der Bombardierung sowie durch Informationen über historische Hintergründe und historische Personen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt die Kraft des Glaubens in schwieriger Zeit und thematisiert in intensiven Gesprächen und Gedanken das Problem der Vergebung.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Humorvolle Geschichten

Glücksmomente
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„...Glücksmomente finden sich überall, von Montag bis Freitag im normalen Alltagswahnsinn. Das Glück ist da, es will nur von uns aufgespürt werden…“

Mit diesen Worten lädt mich der Autor in sein Büchlein ...

„...Glücksmomente finden sich überall, von Montag bis Freitag im normalen Alltagswahnsinn. Das Glück ist da, es will nur von uns aufgespürt werden…“

Mit diesen Worten lädt mich der Autor in sein Büchlein ein. Darin hat er Geschichten gesammelt, die ungewöhnliche Momente des Alltags festhalten. Der Schriftstil ist leicht und locker und lässt sich flott lesen. Häufig schimmert ein feiner Humor durch. Auffallend sind dabei immer wieder kurze Sätze, die das Gesagte gekonnt komprimieren. Nehmen wir als Beispiel eine Szene beim Augenarzt.

Ehrlich: Erst kratze die Diagnose an meinem Ego. Wie? Schlecht lesen? Getrübter Blick? Knick in der Optik? Unscharf? Sehhilfe? Doch nicht ich! ...“

Die Geschichte sind an keine Zeit gebunden. Es sind Erinnerungen aus der Kindheit, die nachwirken, die Erlebnisse mit den eigenen Kindern oder Erfahrungen in Beruf und Partnerschaft. Der Autor ist schon weit in Deutschland herumgekommen. Auch das spiegelt sich in seinen Erzählungen wieder. Sein Optimismus, der in den Erzählungen steckt, strahlt auf den Leser aus.
In vielen Geschichten werden die Erkenntnisse, die das Erlebte beinhalten, mit Bibelversen, in kursiv gesetzt, unterstrichen.
Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen. Es zaubert häufig ein Lächeln aufs Gesicht, steckt voller Hoffnung und macht Mut, Gottes Wirken in den kleinen Glücksmomenten des Alltags zu suchen und zu erkennen.

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