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Veröffentlicht am 26.06.2026

Der Kauz bekommt Besuch

Der komische Kauz und die schrägen Vögel
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Der komische Kauz tut jeden Tag zur selben Uhrzeit das gleiche. Denn die Bücher müssen gezählt werden, die Sockensammlung ebenso und die Nasenflöte spielt er nur im Dunkeln. Aber heute ist alles anders, ...

Der komische Kauz tut jeden Tag zur selben Uhrzeit das gleiche. Denn die Bücher müssen gezählt werden, die Sockensammlung ebenso und die Nasenflöte spielt er nur im Dunkeln. Aber heute ist alles anders, denn zuerst findet er seine Flöte nicht, dann klingelt es an der Tür und ein Reisebus voller wilder, chaotischer Vögel fällt in seine Wohnung ein. Der Kauz ist total überfordert und weiß nicht, wie er mit den vielen neuen Mitbewohnern umgehen soll. Als er sie aber hinausgeworfen hat, weil ihm alles zu laut und wild war, spürt er, dass das Chaos auch irgendwie schön war und stellt fest, dass die Gesellschaft von anderen Vögeln auch toll sein kann.

Judith Allert erzählt in diesem Kinderbuch ab vier Jahren über den komischen Kauz, der immer nur das gleiche tut und keine Abwechslung in seinem Alltag duldet. Aber die schrägen Vögel sorgen für Chaos und ein Umdenken, was zeigt, wie wichtig Freunde sind. Die Texte sind in einer kindgerechten, aber auch etwas schwierigen Sprache verfasst. Denn der Kauz hat eine ganz eigene Art zu sprechen und Neuerfindungen von Wörtern bei ihm an der Tagesordnung. Die kunterbunten Illustrationen von Elfe Marie Opiela passen perfekt zur Geschichte und verbildlichen das Chaos und die unterschiedlichen Vögel perfekt.

Meine Tochter und ich fanden das Buch unterhaltsam und kurzweilig. Allerdings ist mir das flüssige Vorlesen sehr schwergefallen, denn die besonderen Wörter und die vielen verschiedenen Stimmen der Vögel waren schwierig laut auszusprechen.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

Marthe und die Liebe zu gutem Essen

Mademoiselle Marthe und die Küche der Freiheit
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Frankreich, 1899: Marthe wächst nach dem Tod ihres Vaters auf dem Selbstversorgerhof ihrer Großmutter in den Vogesen auf. Gemeinsam mit ihrer Mutter lernt sie das harte Leben auf dem Land kennen, bekommt ...

Frankreich, 1899: Marthe wächst nach dem Tod ihres Vaters auf dem Selbstversorgerhof ihrer Großmutter in den Vogesen auf. Gemeinsam mit ihrer Mutter lernt sie das harte Leben auf dem Land kennen, bekommt aber dennoch mehr Schulbildung als andere Mädchen ihres Alters. Damit sie auf das Lyzeum gehen kann, zieht die Mutter sogar nach Paris mit ihr und tritt eine Stelle als Köchin bei der Familie Laurent an. Dass Julie eine großartige Köchin ist, wird der Familie schnell bewusst und so ist es auch kein Problem, dass Marthe in einem Mansardenzimmer wohnt und gemeinsam mit ihrer Tochter Florence die Schule besucht. Auch gegen eine Freundschaft haben die Madame und Monsieur Laurent nur anfangs etwas einzuwenden, sodass bald auch Sohn Vincent auf die intelligente, junge Frau aufmerksam wird. Doch kann Marthe dauerhaft in der höheren Gesellschaft bestehen und kann sie irgendwann ihren Traum erfüllen, als Journalistin zu arbeiten?

Ulrike Renk widmet diesen historischen Roman ganz der Gründerin der berühmten Kochschule "Le Cordon Bleu" Marthe Marie Joséphine Distel. Diese hat die Liebe zu gutem Essen von ihrer Mutter in die Wiege gelegt bekommen und mit viel gutem Geschmack, Intelligenz und Interesse einen großen Wissensschatz rund um das Thema angehäuft. Leider hatte die Autorin nur wenige Quellen über das wahre Leben der Marthe und hat diesen Roman rund um die wenigen Informationen herum aufgebaut. So ist ein mitreißender, berührender und interessanter Roman für Fans der französischen Küche entstanden.

Ich fand den Roman wirklich bewegend und habe ihn sehr gerne gelesen. Es ist zwar schade, dass nur wenige Informationen über die interessante Marthe existieren, aber das gleicht die Autorin mit einer kurzweiligen Handlung und vielen Einblicken in das Leben der damaligen Gesellschaft aus. Dennoch muss ich sagen, dass mich Marthe mit ihrer manchmal etwas ablehnenden und naiven Art gerade am Anfang genervt hat und auch die vielen Rechtschreib- und Tippfehler im Buch sehr störend waren.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Eine junge Frau, die Mathematik und große Träume

Die Kryptografin
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München in den 1950er Jahren: Margot musste zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus Pommern in das weit entfernte München flüchten. Dort lebt sie nun mit ihrer Mutter bei deren Cousine zur Untermiete. Dass ...

München in den 1950er Jahren: Margot musste zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus Pommern in das weit entfernte München flüchten. Dort lebt sie nun mit ihrer Mutter bei deren Cousine zur Untermiete. Dass Margot die Universität besucht und dort als erste Studentin Mathematik studiert, hat sie ihrem Vater zu verdanken, der sich das immer für ihre Tochter gewünscht hat. Denn in den Zahlen kann Margot Ruhe finden und ihre Leidenschaft für Logik und nachvollziehbare Aufgaben voll ausleben. So besucht sie auch die Vorlesungen der Kryptografie und spürt schnell, dass das ein sehr erfüllendes Themengebiet ist. Auch ein Gasthörer bemerkt schnell ihre besondere Begabung für alles Mathematische und schlägt sie seinem Chef bei der Organisation Gehlen, dem zukünftigen Bundesnachrichtendienst, als neue Mitarbeiterin vor. Obwohl Margot sich von diesem Angebot geehrt fühlt, spürt sie auch die negative Seite, denn niemand darf erfahren, für welche Organisation sie tätig ist.

Hanna Aden hat in diesem historischen Roman eine seltene Erkrankung in den Mittelpunkt gestellt - die Synästhesie. Diese sorgt bei den Betroffenen dafür, dass sie, wie die Protagonistin, Zahlen und Strukturen als Farben wahrnehmen und auch Charakterzüge und Stimmungen als eine Art farbige Wolke oder andere Effekte sichtbar werden. Allein dieses Thema ist außergewöhnlich und faszinierend. Aber auch die Anfänge des Bundesnachrichtendienstes werden fesselnd und interessant geschildert.

Obwohl die Autorin sehr packend schreibt und das Leben der Margot und anderer, ihr nahestehender Personen nahbar und realistisch erzählt, konnte mich der Roman nicht dauerhaft fesseln, sodass ich immer wieder durch kleinste Dinge in meinem Umfeld abgelenkt wurde. Trotzdem waren die Inhalte und Geschehnisse sehr interessant und haben mich neugierig auf die Reihenfortsetzung gemacht.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein ganz besonderer Roadtrip

Umweg zum Sommer
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Martins Leben ist gerade geprägt von Geldproblemen und fehlender Inspiration für neue Songs. Denn der Chartstürmer hatte in den Nullerjahren einen Hit, der ihm zu großem Ruhm verholfen hat, konnte aber ...

Martins Leben ist gerade geprägt von Geldproblemen und fehlender Inspiration für neue Songs. Denn der Chartstürmer hatte in den Nullerjahren einen Hit, der ihm zu großem Ruhm verholfen hat, konnte aber keinen zweiten nachlegen und ist so wieder in Vergessenheit geraten. Dennoch hat Martin sein Leben der Musik verschrieben und muss deshalb auch den Gig als Aushilfsbassist einer anderen Band annehmen. Obwohl er bereits 49 Jahre alt ist, hat er kaum Geld und lebt immer noch in seiner Studentenbude. Als seine Freundin Sophie auch noch Schluss macht, hat er das Gefühl, wieder bei Null starten zu müssen. Als aber nun seine Schwester Nicole aufgrund eines Burnouts eine Therapie in Bayern antreten muss, hat er automatisch die Verantwortung für ihren Sohn Karl. Für Martin droht der Gig in Portugal ins Wasser zu fallen - höchstens er fährt einfach und erzählt seiner Schwester nichts davon. Das ist der Beginn eines ganz besonderen Roadtrips, der für so manchen unvergesslichen Moment für Martin und Karl sorgt.

Stefan Kulmann hat hier einen unterhaltsamen, kurzweiligen Sommerroman geschaffen, der teilweise nachdenklich stimmt, aber auch mit so mancher Situation zum Schmunzeln aufwartet. Die Reise führt Onkel und Neffe durch die Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal und schon allein durch die wechselnde Kulisse dieser südeuropäischen Länder kommt Urlaubsstimmung auf. Da sich der Erzählstil des Autors flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin.

Obwohl ich anfangs ein paar Schwierigkeiten mit dem Einstieg in die Handlung hatte und erst im zweiten Drittel in einen stetigen Lesefluss gefunden habe, konnte ich letztlich den Roman sehr genießen und in die besondere Atmosphäre eintauchen. Da mir beide Protagonisten im Lauf der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen sind, war ich mit dem Ende sehr zufrieden und fand es perfekt gelungen.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Hedys verhängnisvoller Diebstahl

Weiße Westen, schwarze Nächte
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Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss wurde schon als Jugendliche zur Diebin herangezogen und sie hat ihre Aufgabe immer gut gemacht. So ist sie auch heute noch auf Diebeszügen und spioniert auf gewitzte ...

Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss wurde schon als Jugendliche zur Diebin herangezogen und sie hat ihre Aufgabe immer gut gemacht. So ist sie auch heute noch auf Diebeszügen und spioniert auf gewitzte Weise ihre Objekte aus. Dass sie gerade in der Villa von Seufert ein verhängnisvolles Notizbuch findet und einsteckt, das noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen würde, hätte sie nicht gedacht. Denn sie klaut vorallem, um selbst über die Runden zu kommen und ihrer psychisch kranken und tablettensüchtigen Schwester die Aufenthalte in kostspieligen Privatkliniken zu ermöglichen.

Sabine Hofmann hat das Ruhrgebiet der 1960er Jahre als Kulisse für diesen besonderen Kriminalroman gewählt. Denn die damalige Zeit steckt voller Umbrüche. Neben der Gesellschaft, die sich wandelt, ist auch die politische Situation schwierig und es gibt so manchen Spion, der versucht an Informationen zu kommen, um diese dann für seine Seite möglicht positiv zu verwenden. So gibt es in diesem Roman zwei Seiten, die parallel erzählt werden und dennoch irgendwann zu einem werden. Die historischen Hintergründe wurden von der Autorin gut und gründlich recherchiert und perfekt in der Handlung verwendet.

Ich war wirklich gespannt auf diesen Roman, denn die Autorin ist mir bereits aus anderen Romanen bekannt und ich mag ihre Art zu erzählen. Diesmal konnte sie mich aber nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte. Was zum einen daran lag, dass ich anfangs große Probleme hatte, sämtliche Personen zuzuordnen und nicht durcheinander zu kommen. Zum anderen fand ich die Handlungsstränge etwas verwirrend und kam nicht in den erwünschten Lesefluss, sondern habe mich oft ablenken lassen. Dennoch fand ich die Kulisse, die gewählt wurde und die Atmosphäre des, sich im Aufbruch befindlichen Ruhrgebiets sehr gut getroffen und passend für die Handlung.

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