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Veröffentlicht am 10.06.2026

Eine Reise mitten in mein Herz!

Die Mitternachtsreise
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Wilbur Budd ist Anfang 80 und gerade hat seine große Liebe nach so vielen Jahren bei ihm angerufen. Doch er wird nicht herausfinden, ob sie sich wieder annähern können, denn Wilbur landet unversehens in ...

Wilbur Budd ist Anfang 80 und gerade hat seine große Liebe nach so vielen Jahren bei ihm angerufen. Doch er wird nicht herausfinden, ob sie sich wieder annähern können, denn Wilbur landet unversehens in einem ganz besonderen Zug. Darin wartet Agnes Bagdale auf ihn. Jene Frau, die eine Buchhandlung hatte, als er ein Kind war. Mit dem Zug reist er durch sein bisheriges Leben und Wilbur merkt schnell, dass er vieles gerne anders, besser gemacht hätte.

Matt Haig hat eine unbeschreiblich intensive Art, über Dinge zu schreiben, die bewegen. Statt dass, wie man so oft sagt, das Leben vor Wilburs innerem Auge noch mal vorbeizieht, erlebt er alles in einem Zug, kann nicht selbst bestimmen, welche Situationen er näher betrachten kann, darf oder muss. Natürlich sind es deshalb nicht nur die schönen Momente, sogar auch genug jener, die er gern ganz vergessen oder nie erlebt hätte.

Man mag glauben, dass die Story deshalb düster und depressiv ist, doch das Gegenteil ist der Fall. Selbst in den ergreifendsten Momenten gibt es immer einen Trost, immer ein Licht, immer auch etwas zu Lachen. Es ist eine unglaublich zärtliche Geschichte, die eine noch unglaublichere Sogwirkung hat. Dazu kommt, dass die Aufmachung des Buches enorm liebevoll ist. Es gibt tatsächlich Elemente, die im Dunkeln leuchten! Auch das auf dem Vorsatzblatt aufgedruckte Ticket hat seine eigene Wirkung. Allerdings verwirrt es mich auch ein wenig, das das Datum keinen Bezug zur Story hat und zudem kein Sonntag, wie aufgedruckt, ist.

Ein besonderes Element sind die vielen Bücher, auf die sich Matt Haig seine Figuren beziehen lässt. Das ist eine der Verbindungen zur Mitternachtsbibliothek. Doch keine Angst, es ist ein komplett anderes Buch, wenn auch hier der Tod und was danach kommt ebenfalls eine Rolle spielt.

Die Reise mit Wilbur durch die Stationen seines Lebens ist bewegend, auch mal lustig, hin und wieder traurig, und vor allem sehr aufschlussreich. Wie er erkennt man, wo und warum er falsch gehandelt hat. Automatisch wünscht man sich für ihn und Maggie ein Wunder.

Das Buch ist unfassbar tröstlich und bewegt zum Nachdenken über das eigene Leben und Handeln. Es ist nie zu spät, den Weg zu korrigieren. Ich lege dieses Buch jedem ans Herz und gebe die vollen fünf Sterne. Und Christoph Maria Herbst, den ich als Schauspieler so gar nicht mag, als Sprecher aber liebe, bekommt ein ganz dickes Lob und ein großes Danke von mir! Übrigens leuchtet die Schrift auf dem Buch-Cover im Dunkeln. Das sieht wunderschön aus!

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Zusammenhalt

Widdersehen
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Nachdem ihr Schäfer mit einem Spaten im Brustkorb von ihnen gerissen wurde und Rebecca die Herde übernommen hat und mit ihr Europa durchstreifte, freuen sich die Schafe jetzt sehr darauf, wieder nach Hause ...

Nachdem ihr Schäfer mit einem Spaten im Brustkorb von ihnen gerissen wurde und Rebecca die Herde übernommen hat und mit ihr Europa durchstreifte, freuen sich die Schafe jetzt sehr darauf, wieder nach Hause zu gehen. Doch ihre geliebte alte Weide ist nicht mehr, wie sie war und fremde Schafe stehen da auch. Noch schlimmer wird es, als Rebecca plötzlich spurlos verschwindet, nur ein einzelner Finger im Schäferwagen liegt und keiner den Zettel vorlesen kann. Aber natürlich lassen sich die Schafe davon nicht abhalten, ihre Hirtin wieder zu finden.

Wollidarität, Määähkratie, Wollensstärke sind nur drei der herrlichen Wortkreationen der Schafe. Sie klingen abstrus, sind aber absolut zutreffend und machen damit schon mal gute Laune. Das tut der Spannung auch gar keinen Abbruch, wenn man hin und wieder mal ein wenig schmunzeln oder gar lachen kann. Leonie Swann hat die Leser sehr lange auf Neues aus Glennkill warten lassen, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt!

Die Überlegungen und Handlungen der Schafe sind einfach nur bezaubernd. Die Interaktion mit den diversen Menschen, mit denen sie zu tun haben, gefällt mir außerordentlich gut. Dazu dann die Wortkreationen und Neuinterpretationen von bekannten Songs, da kann man nur grinsen! Dennoch geht bei allem Humor und tierischen Gewohnheiten die Spannung nicht verloren. Die eine oder andere Stelle geht auch ganz tief ins Herz.

Man mag moppern können, dass die Tiere vermenschlicht werden. Das sehe ich aber ein wenig anders. Die Schafe interagieren mit den Menschen auf sehr passende Weise, ihre Gedanken sind sehr klug und gar nicht mal so, wie Menschen denken würden. Trotzdem wollen sie ihre Schäferin retten, stellen Zusammenhänge fest und kommen zu einigen erstaunlichen und sehr klugen Erkenntnissen. Zwischen den Zeilen findet man genug Sozialkritik, um dem Buch einen ganz besonderen Wert zu geben. Vielleicht sollten wir alle mehr wie Schafe sein? Zumindest wie die Schafe aus Glennkill!

Ich bin von diesem Hörbuch komplett angetan und gebe nicht zuletzt wegen Maren Kroymanns Art zu lesen die vollen fünf Sterne. Hoffentlich lässt die Autorin uns nicht allzu lange auf weitere Abenteuer der Schafe warten. Es wird einfach nicht langweilig!

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Die perfekten Routen für die vier Jahreszeiten

KUNTH Wann wohin mit dem Wohnmobil Europa
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Wer Zeit und Möglichkeit hat, lässt das Wohnmobil nicht lange stehen, sondern ist damit so oft und so lang unterwegs, wie es nur geht. Dieses Buch liefert nicht nur tolle Ziele in Europa, sondern gleich ...

Wer Zeit und Möglichkeit hat, lässt das Wohnmobil nicht lange stehen, sondern ist damit so oft und so lang unterwegs, wie es nur geht. Dieses Buch liefert nicht nur tolle Ziele in Europa, sondern gleich 24 tolle Routen und passend dazu Stellplatz-Tipps entlang der Strecken. Für jede Jahreszeit ist die ideale Tour dabei.

Eine gut erklärte Legende der Symbole hilft dabei, all das zu finden, was man gern erleben und sehen möchte. Für jede Route gibt es eine Übersicht, ein Warum es gerade in der entsprechenden Jahreszeit sein sollte, einen QR-Code zum GPS-Track, Infos zu den einzelnen Stationen, Vorschläge für Zwischenstopps, herrliche Fotos und eine Landkarte, die die Strecke zeigt.

Sehr charmant und gelungen finde ich, dass auch die Deutsche und Badische Weinstraße als Tour vorgestellt wird. Die Routen führen durch das Vereinigte Königreich, Niederlande und Belgien, Deutschland, Österreich, Kroatien, Italien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Polen, Portugal, Spanien, Tschechien, Griechenland, Finnland.

Wie immer wurde alles wunderbar auf den Punkt gebracht. Die Recherchen wurden mit großer Sorgfalt gemacht, sodass die Routen ohne Probleme zu planen und zu fahren sind. Wer nicht einfach aufs Gerate Wohl ins Blaue losziehen möchte, hat mit diesem Reiseführer einen genialen Begleiter, um mit dem Wohnmobil in ganz Europa herrliche Orte und Regionen zu bereisen.

So macht das Reisen mit dem Wohnmobil noch mehr Spaß! Auch als Geschenk ist dieses Buch ideal. Mir gefällt es absolut. Daher gebe ich die vollen fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Großartig, spannend, außergewöhnlich!

Komm spielen
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Annie will sich mit ihrem Sohn Charlie eine Weile im weit von NY entfernten Castle Creek von den Ereignissen des letzten Jahres erholen. Zunächst kommen beide langsam zur Ruhe, doch dann fallen Annie seltsame ...

Annie will sich mit ihrem Sohn Charlie eine Weile im weit von NY entfernten Castle Creek von den Ereignissen des letzten Jahres erholen. Zunächst kommen beide langsam zur Ruhe, doch dann fallen Annie seltsame Unfälle auf, die sie nicht für Zufall halten kann. Da gerät Charlie in Gefahr und Annie bleibt keine andere Wahl, als zu handeln.

Man kann gar nicht anders, man wird schnell an Stephen Kings Werke erinnert, am deutlichsten wohl an Needful Things, also In einer kleinen Stadt. Dennoch hat man nicht das Gefühl, einer Nachahmung begegnet zu sein. Linwood Barclay erzählt seine ganz eigene Story und das so großartig, dass sich der Meister selbst daran eine Scheibe abschneiden kann!

Alles fängt ganz harmlos, fast schon langweilig und dröge, an. Doch urplötzlich ist man mitten in einem grausamen und beängstigenden Szenario gefangen und kommt nicht wieder raus. Aufhören zu lesen geht schon mal gar nicht, das Kopfkino spielt verrückt und ob man will oder nicht, kriecht die Angst den Rücken hoch. Dabei ist der Erzählstil im krassen Gegensatz dazu fast so, als würde man ein Märchen lesen. Dies hat den Effekt, dass die ganzen Emotionen noch verstärkt werden. Das ist große Erzählkunst!

Wie King schafft Barclay problemlos Figuren und Orte, die man mag, die man klar und deutlich vor Augen hat, die sympathisch und ein wenig skurril sind, aber auch ein paar wenige mittendrin, die man fürchtet. Auch hat er wie King die Eigenart, Kapitel mit einem Paukenschlag zu beenden, der Angst vor dem nächsten Kapitel macht. Ganz witzig auch die direkte Anspielung auf Stephen King und sein Werk Christine, fast noch schöner sind die subtilen Hinweise und Parallelen.

Die einzelnen Erzählstränge bilden Fäden, die sich wie von selbst zu einem dichten Teppich verweben und so gut passen, dass man kaum fassen kann, es hier mit einer erdachten Story zu tun zu haben. Trotz der übernatürlichen und schrecklichen Dinge, die immer wieder geschehen, wirkt (fast) alles extrem real, realistisch und möglich.

Die Wendungen kommen vielleicht nicht total überraschend, aber im richtigen Moment und sind bestens eingefädelt. Mir hat der Showdown extrem gut gefallen. Ich habe gleichzeitig den Atem angehalten und regelrecht gefeiert. Dass Linwood noch ein paar i-Tüpfelchen ganz zum Schluss hinzugefügt hat, lässt einzig und allein eine Wertung von den vollen fünf Sternen zu. Ich liebe dieses Buch!

Anne Düe ist eine großartige Sprecherin, die genau das richtige Tempo anschlägt. Mir persönlich hätte bei diesem Buch allerdings ein männlicher Sprecher besser gefallen. Die Story ist eine der wenigen, die gelesen und gehört absolut identisch genial ist. Für beide Versionen daher von mir die vollen fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Die Flynns

Verlorene Schäfchen
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Katherine Flynn hat eine Sinnkrise und will die Ehe öffnen. Ihr Mann Bud, den sie aus unerfindlichen Gründen gern William nennt, ist wie vor den Kopf geschlagen und Sucht Zuflucht in einer Selbsthilfegruppe. ...

Katherine Flynn hat eine Sinnkrise und will die Ehe öffnen. Ihr Mann Bud, den sie aus unerfindlichen Gründen gern William nennt, ist wie vor den Kopf geschlagen und Sucht Zuflucht in einer Selbsthilfegruppe. Auch die Töchter verarbeiten die neue Situation auf ganz eigene Weise. Natürlich läuft schnell alles komplett aus dem Ruder.

Die Flynn-Töchter sind umwerfend! Louise ist sehr intelligent und will gesehen werden. Harper sieht immer und überall eine Verschwörung. Abigail ist eine Schönheit und hat eine seltsame Auswahl an Freunden, wozu auch Wes zählt. Jede für sich könnte ein ganzes Buch füllen. Da hat Madeline Cash echt eine hinreißende Familie erschaffen!

Die Verwicklungen, die Katherines Midlife-Crisis hervorbringt, sind für Außenstehende urkomisch und lassen die Story super kurzweilig werden. So lustig die Situationen immer wieder sind, wird es nie platt oder dümmlich. Ganz im Gegenteil, alles hat eine erschreckende Logik und zeigt gekonnt, wie unsinnig so vieles ist, das tatsächlich wir alle hin und wieder oder auch recht oft so von uns geben oder tun. Besonders, wer in einem Dorf oder einer Kleinstadt lebt, wird hier vieles wiedererkennen.

Doch damit nicht genug. Ganz leise schleicht sich in die Story eine Wendung ein, die aus dem Buch fast schon einen Thriller macht. Dramatik und Spannung sind wie aus dem Nichts plötzlich da und lassen einem das Lachen im Halse stecken. Die Sprachmelodie bleibt gleich, doch fühlt man sich ins kalte Wasser geworfen. Alle vermeintlich losen Fäden finden nun ihr Ende und werden verknüpft. Besonders schön finde ich, dass Madeline Cash eine weitere Wendung anhängt und für alles bisherige eine Lösung findet, die sich auf die ganzen Bewohner des Ortes und irgendwie auch auf Leser und Hörer ausbreitet. Man steht da und beobachtet die Flynns und lernt von ihnen. Ein bisschen absurd, ein bisschen absurd, ein bisschen wahres Leben, alles schön gemischt und fein abgestimmt. Ich finde das großartig! Fünf Sterne!

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