Profilbild von kotori99

kotori99

Lesejury Star
offline

kotori99 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kotori99 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2026

The Sea Spinner

The Sea Spinner (Wind Weaver 2)
0

Das Cover:
Das Cover hat diese epische, weitläufige Energie, die sofort nach großer Fantasy schreit. Wasser, Magie, der Vogel (Phönix?) Es passt wunderbar zur Geschichte und Band eins und macht neugierig ...

Das Cover:
Das Cover hat diese epische, weitläufige Energie, die sofort nach großer Fantasy schreit. Wasser, Magie, der Vogel (Phönix?) Es passt wunderbar zur Geschichte und Band eins und macht neugierig auf die Welt von Anwyvn.

Meine Meinung:
The Wind Weaver hat mich von Anfang an gepackt, und nach dem Ende war klar: Band 2 muss sofort her. Julie Johnson liefert mit The Sea Spinner nicht nur einen würdigen Nachfolger, sondern legt nochmal eine Schippe drauf. Wer Band 1 nicht kennt, sollte hier keinesfalls einsteigen, denn die Geschichte baut auf allem auf, was in Band eins passiert ist.

Achtung, kann Spoiler zu Band eins enthalten!

Nach der verheerenden Schlacht von Fyremas liegt Caeldera in Trümmern. Rhya Fleetwood trägt ihren Kummer schwer, ihre Magie fühlt sich schwerer an als je zuvor und Penn, frisch gekrönter König, schottet sich ab. Er braucht seinen Fokus für sein Reich, sein Volk und seinen Hunger nach Rache. Als ein unerwarteter Schicksalsschlag Rhya zum Wasserhof von König Soren von Llyr führt, findet sie sich in einer Welt wieder, die so anders ist als alles, was sie kennt. Und Soren ist so anders als Penn, rätselhaft, geduldig und mit einer Wärme, die einem nicht loslässt.

Rhya ist in diesem Band so richtig in ihrem Element. Ihre Entwicklung steht im Mittelpunkt , nicht als Teil eines Paares, sondern als eigenständige Figur, die lernt, ihre Kräfte zu beherrschen, ihre Trauer zu tragen und herauszufinden, was sie wirklich will. Diese Selbstständigkeit macht sie noch stärker als in Band 1, und man fiebert mit jeder neuen Entfaltung ihrer Windweber-Magie mit. Und ich habe diesen anderen Fokus geliebt.

Soren ist eine Offenbarung. Wer Band 1 mochte, aber mit Penn so seine Probleme hatte, wird hier das bekommmen, worauf man heimlich gewartet hat. Ruhig, geheimnisvoll und mit einer Art, Rhya zu sehen, die einem warm ums Herz wird. Die Dynamik zwischen den beiden ist so anders als mit Penn und genau das macht sie so fesselnd. Die Gespräche, die kleinen Momente, das langsame Aufeinanderzugehen, das hat dieses Kribbeln, das einen nicht loslässt.

Was das Buch wirklich besonders macht, ist das erweiterte Worldbuilding. Der Wasserhof von Llyr, die Hochzeit von Sorens Schwester als politische Bühne, die sich vertiefende Prophezeiung... die Autorin webt all das so geschickt zusammen, dass man die Komplexität dieser Welt mit Staunen aufsaugt, ohne sich erschlagen zu fühlen. Der Schreibstil ist bildhaft, emotional und mit einem Sog, der einen kaum innehalten lässt. Und das Ende?! Grausam. Auf die beste Art, die nur Leser und Leserinnen verstehen werden

Mein Fazit:
Ein Sequel, das seinen Vorgänger in jeder Hinsicht gerecht wird und teilweise sogar übertrifft. Stärkere Charakterentwicklung, ein erweitertes Worldbuilding und eine neue Dynamik, die einem das Herz stiehlt. Rhya ist eine Heldin, für die man alles gibt, und Soren ist genau der Charakter, auf den man gewartet hat ohne es zu wissen. Ich kann Band 3 kaum erwarten

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2026

Palace Woven in Darkness

Palace Woven in Darkness
0

Das Cover:
Ist wieder ein absolutes Highlight. Dunkel, edel und mit einer Detailverliebtheit, die zur Blood-and-Magic-Reihe einfach perfekt passt. Optisch macht die Reihe durchgehend alles richtig.

Meine ...

Das Cover:
Ist wieder ein absolutes Highlight. Dunkel, edel und mit einer Detailverliebtheit, die zur Blood-and-Magic-Reihe einfach perfekt passt. Optisch macht die Reihe durchgehend alles richtig.

Meine Meinung:
Christina Rain kenne ich bereits durch Band eins, der mich sofort gepackt hat und ich mich ehrlich gefragt habe, wer da den Klappentext verbrichen hat, denn es war so viel mehr als Spice. Palace Woven in Darkness knüpft direkt daran an, wer Magic Drowned in Blood nicht gelesen hat, sollte hier definitiv nicht einsteigen, denn die Geschichte baut auf allem auf, was davor passiert ist.

Der Wettstreit um die Schattengeliebte ist entschieden und für Lark beginnt jetzt erst der wirklich gefährliche Teil. Als Halbvampirin an der Seite von Prinz Tarabas ist sie Teil eines höfischen Machtgefüges, in dem ein falsches Wort über Leben und Tod entscheiden könnte. Während sie versucht, sich in den Intrigen des Hofes zurechtzufinden, werden verschleierte Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit enthüllt. Schmerzhaft und erschütternd zugleich. Und dann wäre da noch die Frage, wem sie überhaupt vertrauen kann: Tarabas, dessen dunkler Schutz so gefährlich wie unwiderstehlich ist? Loras, dem charmanten Bruder, dessen Versuchung sie schon einmal in den Abgrund gezogen hat? Oder Leibwächter Payne, der ebenfalls Geheimnisse zu haben scheint?

Lark wächst in diesem Band enorm. Während Band eins von der Spannung des Wettstreits und dem Kennenlernen der Welt lebte, verschiebt sich der Fokus hier auf das höfische Geflecht, die politischen Intrigen und Larks innere Entwicklung und das ist bewusst so. Man muss sich als Leserin darauf einlassen, dass es ruhiger wird und weniger actionreich. Wer das tut, bekommt dafür eine Protagonistin, die immer klarer erkennt, wer sie wirklich ist und welche Rolle sie in dem uralten magischen Abkommen spielt.

Das angekündigte Dreieck zwischen Tarabas, Loras und Lark ist das absolute Herzstück des Buches, aber eben nicht (nur) auf romantische Art, sondern auch um deren Geheimnisse und Absichten betreffend und Christina Rain versteht es meisterhaft, beide Brüder so zu schreiben, dass man nie ganz sicher ist, auf wessen Seite man stehen will. Tarabas bleibt gefährlich und faszinierend, Loras ist so verführerisch wie unberechenbar. Die Frage, wem Lark vertrauen kann und wer eigentlich welches Spiel spielt, hält einen in permanenter Spannung und macht das Cliffhanger-Ende noch grausamer als es ohnehin schon ist.

Was die Reihe insgesamt so besonders macht, ist Rains Fähigkeit, eine Welt zu erschaffen, die dunkel und verführerisch zugleich ist, ein Hof voller Geheimnisse, in dem niemand ist was er zu sein scheint, und eine Protagonistin, der man bei jedem Schritt die Daumen drückt. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und mit genug Spannung, um einen nicht loslassen zu können.

Mein Fazit:
Ein würdiger zweiter Band, der den Fokus bewusst verschiebt und dafür mit Hofintrigen, enthüllten Geheimnissen und einem Dreieck punktet, das einem keine Ruhe lässt. Wer Magic Drowned in Blood mochte, wird auch hier auf seine Kosten kommen , vorausgesetzt, man bringt Geduld für das langsamere Tempo mit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2026

Anathema

Anathema
0

Das Cover:
Ist schlicht atemberaubend. Feier ich sehr. Es ist dunkel, gotisch, mit einer Detailverliebtheit die einem den Atem verschlägt. Das Cover passt perfekt zur Geschichte und macht sofort klar, ...

Das Cover:
Ist schlicht atemberaubend. Feier ich sehr. Es ist dunkel, gotisch, mit einer Detailverliebtheit die einem den Atem verschlägt. Das Cover passt perfekt zur Geschichte und macht sofort klar, worauf man sich einlässt. Eines dieser Bücher, bei denen man im Laden einfach nicht vorbeigehen kann.

Meine Meinung:
Keri Lake kenne ich bereits durch Nocticadia und wer das gelesen hat, weiß: Diese Frau schreibt düstere, atmosphärische Welten wie keine andere. Mit Anathema legt sie noch einmal nach und liefert ein gotisches Dark-Fantasy-Highlight, das mich von der ersten Seite an komplett in seinen Bann gezogen hat.

Maevyth Bronwick ist das Außenseiter-Mädchen ihres Dorfes und sie weiß, dass der Wald nebenan verflucht ist. Niemand, der die Eating Woods betritt, kommt je zurück. Als ein tragischer Schicksalsschlag sie zwingt, genau das zu tun, findet sie sich in einer Welt voller dunkler Magie, tödlicher Kreaturen und Magiern, die sie am liebsten tot sehen würden. Und mitten darin: Zevander Rydainn, der gefürchtete Assassine des Kontinents, bekannt als der Scorpion. Er tötet ohne Gnade. Er würde Maeve lieber den Monstern überlassen als sie zu beschützen, aber er braucht sie. Ihr Blut ist der Schlüssel zu seinem verfluchten Dasein.

Maeve ist eine Protagonistin, für die man vom ersten Moment an kämpft. Ihre Vergangenheit ist schwer, ihre Situation hoffnungslos und doch hat sie eine innere Stärke, die einen immer wieder überrascht. Was besonders schön ist: Die wirklich schlimmen Dinge passieren diesmal nicht ihr, sondern kommen von ihr. Das gibt ihr eine Handlungsmacht, die man bei Heldinnen in diesem Genre nicht immer findet.

Zevander ist genau der morally grey Protagonist, für den man als Leserin automatisch schwach wird und dann noch ein bisschen mehr. Kalt, gefährlich, von einer Vergangenheit gezeichnet, die ihn zu dem gemacht hat, was er ist. Dass er Maeve lieber nicht mögen würde und es trotzdem nicht schafft, ist so schön geschrieben, dass man jede einzelne Szene zwischen den beiden regelrecht aufsaugt.
Die Slow Burn Romance entwickelt sich langsam,ohne Eile und genau diese Geduld macht den Moment, in dem es endlich knistert, umso intensiver.

Was das Buch wirklich besonders macht, ist Lakes Schreibstil. Jeder Satz ist so bildhaft und atmosphärisch, dass man nicht nur liest, man hat das Gefühl als rieche man den Wald, schmecke das klare Wasser, spürt die Dunkelheit. Das Worldbuilding rund um Aethyria, die Eating Woods und die Magie ist reich, durchdacht und detailverliebt, ohne einen zu erschlagen. Ein kleiner Hinweis am Rande: Die Namen und Begriffe in dieser Welt sind durchweg schwer auszusprechen... Lake hat zum Glück einen phonetischen Glossar zu Beginn eingefügt, den man wirklich nutzen sollte. (Als Kindle Girlie, Lesezeichen setzen)

Das Buch ist Band 1 der Eating-Woods-Reihe und 816 Seiten fühlen sich keine Sekunde zu lang an. Das will was heißen.

Mein Fazit:
Düster, atmosphärisch und mit einem Schreibstil, der einem buchstäblich in die Geschichte saugt. Anathema ist genau das gotische Dark-Fantasy-Highlight, das man sich wünscht. Maeve und Zevander sind ein Duo, das man nicht so schnell vergisst, und die Eating Woods sind ein Setting, in das man am liebsten selbst eintauchen würde. Ich kann Band 2 kaum erwarten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2026

House of Bane and Blood

House of Bane and Blood (Order and Chaos, Band 1) – Packende Rivals to Lovers Romantasy
0

Das Cover:
Das Cover hat diese dunkle, industrielle Eleganz, die sofort nach Steampunk und Gangs schreit, man greift einfach hin. Die Farbgebung und der Gesamteindruck passen perfekt zur Welt.

Meine Meinung:
Rivalisierende ...

Das Cover:
Das Cover hat diese dunkle, industrielle Eleganz, die sofort nach Steampunk und Gangs schreit, man greift einfach hin. Die Farbgebung und der Gesamteindruck passen perfekt zur Welt.

Meine Meinung:
Rivalisierende Verbrecherfamilien, Zwangsheirat, ein serieller Entführer und Magie in einer Steampunk-Welt... als ich das gelesen habe, war ich sofort dabei.
Peaky Blinders trifft Six of Crows trifft Romantasy und das funktioniert erstaunlich gut.

Camilla Marchese, Erbin der mächtigen Iron Saint Railway und selbsternannte Prinzessin des Dampfes, steckt in der Klemme: Die Familie ist pleite, und ihre Brüder haben sie kurzerhand an einen Geschäftspartner verlobt. Bevor die Tinte trocknen kann, dreht Milla den Spieß um und landet ein besseres Angebot, ausgerechbet von Nicolai Attano, dem Anführer einer rivalisierenden Familie. Nico hat eigene Gründe für die Heirat, die wenig mit Romantik und viel mit dem Sammler zu tun haben: einem Serienentführer, der die Straßen von Lynchaven unsicher macht und die ohnehin schon angespannte Lage zwischen den Einheimischen und den Remnants, Nachfahren alter Magieanwender, weiter anheizt. Der Deal ist simpel: Milla hilft ihm, den Sammler zu finden und einen drohenden Krieg zwischen den Stadtteilen zu verhindern. Dann sind sie quitt.

Milla ist eine Protagonistin nach meinem Geschmack, scharfzüngig, selbstbewusst und mit einer Entschlossenheit, die sich von niemandem, nicht einmal von ihren eigenen Brüdern, brechen lässt. Ihre komplizierte Familiendynamik gibt ihr eine Verwundbarkeit, die sie greifbar und nahbar macht. Dass sie inmitten von Gangs und Magie einfach ihren Weg geht, macht sie zu einer Figur, die man gerne haben muss.

Nico ist einer dieser Charaktere, bei denen man nie ganz sicher ist, woran man ist und genau das macht ihn so faszinierend. Nach außen der arrogante, berechnende Gangsterboss, dahinter jemand, dem seine Familie und sein Volk alles bedeuten. Seine Magie über Luft, Licht und Zeit verleiht ihm eine Aura, die zusammen mit seiner Vergangenheit im Remnant-Gefängnis Hightower viel über die Ungerechtigkeit in dieser Welt erzählt. Die Annäherung zwischen ihm und Milla ist langsam, angespannt und voller kleiner Momente, die einen nicht loslassen.

Was das Buch wirklich besonders macht, ist das Setting. Lynchaven als geteilte Stadt mit ihren rivalisierenden Seiten, dem Klassenkonflikt zwischen Einheimischen und Remnants, und einem Magiesystem, das sich organisch in die Industriewelt einfügt, das ist durchdacht, lebendig und atmosphärisch dicht. Der Sammler als roter Faden hält die Spannung konstant hoch, und das Ende hat mich mit einem Cliffhanger zurückgelassen, der einem buchstäblich den Boden unter den Füßen wegreißt.
Das Buch ist Band 1 der Order-and-Chaos-Reihe.

Mein Fazit:
Eine atmosphärische, spannende und unglaublich gut konstruierte Romantasy, die mit ihrem einzigartigen Steampunk-Setting, zwei faszinierenden Hauptcharakteren und politischen Intrigen punktet, die einen nie ganz loslassen. Wer auf rivalisierende Familien, Zwangsheirat und eine Welt voller Geheimnisse steht, ist hier absolut richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2026

Sinful Secret

Lucifer Ascending – One Sinful Secret
0

Das Cover:
Dunkel, edgy und mit genau dem richtigen Glanz, der diese Geschichte perfekt einfängt. Das Cover selbst strahlt diese düstere Energie aus, die einen sofort neugierig macht. Eines dieser Bücher, ...

Das Cover:
Dunkel, edgy und mit genau dem richtigen Glanz, der diese Geschichte perfekt einfängt. Das Cover selbst strahlt diese düstere Energie aus, die einen sofort neugierig macht. Eines dieser Bücher, bei dem man im Buchladen einfach nicht vorbeigehen kann. (Oder bei einer Lesrunde gewinnen will...)

Meine Meinung:
Marie Niehoff hat mich schon durch ihre anderen Reihen begleitet, und wenn sie eine neue Dilogie ankündigt, greife ich blind zu. Mit One Sinful Secret betritt sie noch dunkleres Terrain als bisher und das ist hier ausdrücklich als Kompliment gemeint.

Lilian ist die Tochter eines Dämons und hat ihr ganzes Leben damit verbracht, dem Orden der Dämonenjäger ihre Loyalität zu beweisen. Jeden Tag aufs Neue, gegen jeden Verdacht, gegen jeden, der sie am liebsten tot sehen würde. Als sie es endlich geschafft hat und als vollwertiges Mitglied anerkannt wird, ist die Erleichterung greifbar und dann stirbt sie auf einem Einsatz. (Und ja, das passiert sehr früh und steht im Klappentext, dadurch war es etwas weniger schockierend als es hätte sein können)

Jupiter, ihr Trainingspartner und der Mann, mit dem sie sich ihre unterdrückten Gefühle noch gar nicht eingestehen wollte, ist nicht bereit, das zu akzeptieren. Er schließt einen Pakt mit dem Teufel himself: Lucifer bekommt zeitweise die Kontrolle über Jupiters Körper, Lilian bekommt ihr Leben zurück. Was er nicht ahnt: Lucifer hat eigene Pläne. Und die schließen Lilian mit ein.

Lilian braucht ein paar Kapitel, bis man wirklich zu ihr durchdringt, anfangs wirkt sie etwas blass, ihre Ecken und Kanten zeigen sich erst nach und nach. Aber genau das macht ihre Entwicklung so befriedigend: Man entdeckt sie Schicht für Schicht und je mehr man von ihr sieht, desto mehr versteht man warum sie so ist wie sie ist. Dass sie trotz allem, was ihr passiert ist, nicht gebrochen wirkt, sondern nur tief vergraben, hat mich wirklich beeindruckt.

Jupiter und Lucifer in einem Körper ist ein Konzept, das so viel Potenzial hat und die Autorin nutzt es aus. Die Frage, wer gerade das Steuer hat und die Dynamik zwischen Lilian und diesem Doppelwesen ist elektrisierend. Auch Jupiter selbst, bevor Lucifer ins Spiel kommt, ist anfangs noch etwas schwer zu greifen, aber wie bei Lilian: Man bekommt mit der Zeit immer mehr von ihm, und das macht ihn nur interessanter.

Insgesamt lebt die Geschichte von der Frage was wirkich passiert ist, was ist es wert zu opfern und wo hört deine Moral auf und beginnen die Grenzen von allem was du für richtig gehhalten hast zu verwischen?

Was das Buch wirklich besonders macht, ist die Atmosphäre. Edinburgh als Setting ist wunderbar düster und lebendig zugleich, und Niehoffs Schreibstil trägt einen mühelos durch die Geschichte , flüssig, emotional und mit einem Sog, den man kaum unterbrechen möchte. Ein kleiner Wermutstropfen: Hier und da rutscht die Sprache in etwas jugendlichere Gefilde ab, mit Ausdrücken die mich, als nicht mehr Teenagerin, kurz aus der Geschichte reißen. Das ist Geschmackssache und fällt im großen Ganzen nicht wirklich ins Gewicht, der Schreibstil trägt es insgesamt mehr als gut.

Das Buch ist Band 1 der Lucifer-Dilogie, Band 2 erscheint im November 2026. Das Warten wird lang...

Mein Fazit:
Düster, elektrisierend und mit einem der originellsten Konzepte, das ich seit Langem in der Romantasy gelesen habe. Lilian und das Jupiter-Lucifer-Duo sind ein Dreieck, das man so schnell nicht vergisst, und das Edinburgh-Setting gibt dem Ganzen genau die richtige Atmosphäre. Fünf Sterne – und November kann nicht schnell genug kommen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere