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Veröffentlicht am 01.06.2026

Mord, Waldmeisterlikör und alte Gefühle

Mord mit Schwips
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Mit Mord mit Schwips erwartet die Leser ein charmanter, humorvoller Bayernkrimi, der weniger auf blutige Spannung setzt, sondern vielmehr mit Atmosphäre, Wortwitz und sympathischen Figuren punktet. Genau ...

Mit Mord mit Schwips erwartet die Leser ein charmanter, humorvoller Bayernkrimi, der weniger auf blutige Spannung setzt, sondern vielmehr mit Atmosphäre, Wortwitz und sympathischen Figuren punktet. Genau das macht für mich den Reiz dieses Cozy Crimes aus.
Im Mittelpunkt steht die Reporterin Romy Fuchs, die plötzlich nicht nur mit einem Mordfall konfrontiert wird, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit. Denn ausgerechnet ihr Exfreund – heute Polizist in München – spielt bei den Ermittlungen eine entscheidende Rolle. Die gemeinsame Spurensuche sorgt für viele unterhaltsame Momente, kleine Sticheleien und eine angenehm lockere Dynamik, die das Buch sehr lebendig macht.
Besonders gefallen haben mir die liebevoll gezeichneten Charaktere. Romy wirkt authentisch, schlagfertig und angenehm bodenständig. Auch die Nebenfiguren fügen sich wunderbar in die Geschichte ein und verleihen dem Ganzen echtes Kleinstadt- und Bayernflair. Der Humor wirkt dabei nie übertrieben, sondern passt gut zur gemütlichen Stimmung des Romans.
Sehr schön eingefangen wurde außerdem die Atmosphäre rund um Passau und den Bayerischen Wald. Da wir selbst fast jedes Jahr dort sind, weil die Familie meines Mannes aus der Gegend stammt, hatte ich beim Lesen oft vertraute Bilder vor Augen. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht. Einige Beschreibungen wirkten eher wie kleine Reiseführer-Einschübe, während besondere Orte und Details für meinen Geschmack etwas zu kurz kamen. Gerade rund um das Dreiflüssereck oder bekannte Wege und Aussichtspunkte hätte ich gern noch mehr Atmosphäre gespürt. Vielleicht fallen mir solche Dinge aber auch stärker auf, weil ich die Region gut kenne.
Trotzdem hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Der rote Faden bleibt durchgehend erhalten, die Handlung verliert sich nicht in unnötigen Nebensträngen und die Mischung aus Krimi, Humor und regionalem Flair funktioniert wunderbar. Wer einen spannenden, aber gleichzeitig gemütlichen Bayernkrimi mit liebenswerten Figuren und einer Prise Herz sucht, wird hier definitiv fündig. Kein nervenaufreibender Thriller, sondern ein Wohlfühlkrimi mit Charme und einem sympathischen Ermittlerduo, das Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Zwischen Nebel und Erinnerung – ein Roman wie ein leiser Blick aus dem Fenster

Tanzende Frau, blauer Hahn
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Der Roman Tanzende Frau, blauer Hahn entfaltet sich in einer sehr eigenen, melancholischen Stimmung, die sich durch alle Abschnitte zieht. Die Handlung ist weniger von klassischen Spannungsbögen geprägt, ...

Der Roman Tanzende Frau, blauer Hahn entfaltet sich in einer sehr eigenen, melancholischen Stimmung, die sich durch alle Abschnitte zieht. Die Handlung ist weniger von klassischen Spannungsbögen geprägt, sondern vielmehr von Beobachtungen, Erinnerungen und langsamen Übergängen zwischen Menschen, Orten und Gefühlen. Besonders auffällig ist die intensive Beschreibung der Landschaften und des Alltags, die oft fast wichtiger wirkt als das eigentliche Geschehen.



Im Mittelpunkt stehen Figuren wie Roxana und Camil, deren Geschichte immer wieder in Fragmenten auftaucht. Der Tod von Camil bleibt dabei wie ein stiller Nachhall präsent und wird mehrfach aufgegriffen, wodurch sich eine konstante Grundmelancholie durch das Buch zieht. Gleichzeitig werden verschiedene Formen von Beziehungen gezeigt – von familiärer Nähe über freundschaftliche Bindungen bis hin zu unerfüllten oder distanzierten Verbindungen. Alles wirkt miteinander verwoben, aber nie wirklich abgeschlossen oder klar aufgelöst.



Die Erzählweise ist sehr ruhig und zurückhaltend. Oft hat man das Gefühl, eher Beobachter als Mitfühlender zu sein. Die Szenen ziehen vorbei wie Momentaufnahmen, ohne dass sich ein starker Sog oder ein klarer Spannungsbogen entwickelt. Genau dadurch entsteht jedoch auch eine gewisse Distanz. Man liest die Geschichte, nimmt sie wahr, aber der „Funke“ springt nicht unbedingt über.



Insgesamt richtet sich der Roman eher an Leserinnen und Leser, die literarische, atmosphärische und ungewöhnliche Erzählweisen schätzen. Es ist kein typisches Mainstream-Buch, sondern ein sehr spezielles Werk, das mehr über Stimmungen als über Handlung funktioniert. Zwar lässt sich die Lektüre als ruhig und stellenweise interessant beschreiben, doch bleibt sie eher kühl und hinterlässt wenig nachhaltige emotionale Wirkung. Vieles wirkt wie ein vorüberziehender Eindruck – gelesen, wahrgenommen und wieder losgelassen, ohne dass sich ein tieferer Sinn oder eine stärkere Bindung zur Geschichte wirklich festsetzt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Zwischen Sonne, Schatten und Geheimnissen – ein Krimi wie ein Kurzurlaub auf Mallorca

Die Mallorca-Kommissarin - Schatten über Calvià
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Im vierten Band der Reihe reist Thea Molt wieder nach Mallorca, um ihre Freundin Becca zu besuchen – und findet sich schneller als gedacht mitten in einem neuen Fall wieder. Die Geschichte lebt stark von ...

Im vierten Band der Reihe reist Thea Molt wieder nach Mallorca, um ihre Freundin Becca zu besuchen – und findet sich schneller als gedacht mitten in einem neuen Fall wieder. Die Geschichte lebt stark von ihrer Atmosphäre: Sonne, bekannte Orte wie Santa Ponça und dieses typische Inselgefühl machen das Buch zu einer kleinen Auszeit vom Alltag.



Besonders spannend ist das Setting rund um Kunst, Galerien und mögliche Fälschungen. Man taucht tief in diese Welt ein und bekommt viele Einblicke, die den Fall interessant und vielschichtig machen. Dabei wird nach und nach deutlich, dass hinter den schönen Fassaden mehr steckt, als man zunächst vermutet.



Thea bleibt eine sehr sympathische Hauptfigur, gerade weil sie nicht ganz offiziell ermittelt und dadurch oft zwischen Intuition und Regeln steht. Das macht sie nahbar und authentisch. Der Fall entwickelt sich eher ruhig, mit vielen Details und Ermittlungsarbeit – an manchen Stellen zieht es sich etwas, dafür entsteht eine dichte, fast schon sommerlich-träge Stimmung, die gut zur Umgebung passt.



Insgesamt ist es ein Krimi, der weniger durch rasante Action überzeugt, sondern durch Atmosphäre, Einblicke in die Kunstszene und das Gefühl, für ein paar Stunden auf Mallorca zu sein. Perfekt für einen entspannten Leseabend mit einem Hauch Spannung.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Zu viele Figuren, zu wenig roter Faden – atmosphärischer Krimi mit Schwächen in der Umsetzung

Tödliche Begegnung
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Der erste Teil des Buches hat mich zunächst wirklich positiv überrascht: Die Kommissarin wirkt sympathisch und angenehm anders, besonders durch ihr persönliches Detail mit der Schildkröte Bruno. Auch das ...

Der erste Teil des Buches hat mich zunächst wirklich positiv überrascht: Die Kommissarin wirkt sympathisch und angenehm anders, besonders durch ihr persönliches Detail mit der Schildkröte Bruno. Auch das Setting am italienischen See vermittelt direkt ein stimmungsvolles Flair, das eigentlich perfekt für einen spannenden Regionalkrimi geeignet ist.



Leider konnte das Buch dieses Potenzial für mich nicht durchgehend halten. Schon im ersten Teil, aber vor allem im weiteren Verlauf, tauchten sehr viele Figuren und Namen auf, die es mir zunehmend schwer gemacht haben, den Überblick zu behalten. Die Familienverhältnisse und Zusammenhänge wirken sehr verschachtelt, sodass ich oft zurückblättern musste, um überhaupt noch zu wissen, wer wer ist. Dadurch ging für mich viel Lesefluss verloren.



Im zweiten Teil wurde diese Problematik noch deutlicher. Immer neue Spuren, zusätzliche Figuren wie Irina aus dem Fitnessstudio und weitere Wendungen haben zwar versucht, Spannung aufzubauen, haben bei mir aber eher für Verwirrung gesorgt als für echtes Mitfiebern. Der rote Faden der Geschichte war für mich zeitweise kaum noch greifbar.



Auch die Rückblenden haben meiner Meinung nach nicht zur Klarheit beigetragen, sondern die Handlung eher zusätzlich zersplittert. Zwar wird der Fall grundsätzlich weiterentwickelt und am Ende auch aufgelöst, aber diese Auflösung kam für mich zu plötzlich und wirkte wenig organisch aufgebaut.



Die Grundidee – inklusive des Falls, der zwei Leichen und der Verbindung zu den Figuren – ist eigentlich interessant und hätte viel Potenzial für einen packenden Krimi gehabt. Leider war mir die Umsetzung am Ende etwas zu überladen und teilweise auch zu konstruiert, besonders im Zusammenhang mit einzelnen Auflösungsdetails wie dem Foto.



Das italienische Flair, das zu Beginn noch sehr präsent war, tritt im Verlauf leider etwas in den Hintergrund. Insgesamt hatte ich mir deutlich mehr Struktur, Klarheit und einen stärkeren Spannungsbogen erhofft.



Fazit: Ein atmosphärischer Ansatz mit sympathischer Ermittlerin, der jedoch unter zu vielen Figuren, Sprüngen in der Handlung und einer überhasteten Auflösung leidet. Für mich leider eher enttäuschend, obwohl die Idee dahinter wirklich gut gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Wenn die Hitze alles verschlingt – Ein Hörbuch zwischen Realität und Wahnsinn

Ins fahle Herz des Sommers
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Das Hörbuch Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach entfaltet im zweiten Teil eine noch dichtere und verstörendere Atmosphäre als zuvor. Was zunächst wie eine ruhige, fast schleichende Endzeitgeschichte ...

Das Hörbuch Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach entfaltet im zweiten Teil eine noch dichtere und verstörendere Atmosphäre als zuvor. Was zunächst wie eine ruhige, fast schleichende Endzeitgeschichte beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem beklemmenden Szenario, in dem Realität, Wahnsinn und Science-Fiction-Elemente immer stärker miteinander verschwimmen.



Besonders eindrücklich ist der Kontrast zwischen Erwartungen und tatsächlichen Ereignissen: Statt eines hoffnungsvollen Neubeginns durch eine Hochzeit steht plötzlich eine Beerdigung im Mittelpunkt. Dieser Bruch zieht sich symbolisch durch den gesamten Verlauf – nichts verläuft mehr „normal“. Die Welt wirkt ausgehöhlt, Orientierung geht verloren, was sich auch in merkwürdigen Episoden wie dem rätselhaften Anruf aus Sibirien widerspiegelt.



Die Figur Fausto bleibt dabei zentral. Sein Handeln wirkt oft getrieben, aber nachvollziehbar in einer Welt, die kaum noch Halt bietet. Die Beziehung zu Valerie wird immer rätselhafter und tragischer, besonders durch die Fehlgeburt und die zunehmenden Hinweise darauf, dass sie möglicherweise „anders“ ist. Diese Andeutungen über eine fremde Art oder ein mögliches Bioexperiment verleihen der Geschichte eine zusätzliche, unheimliche Dimension.



Die Hitze, die im Verlauf immer intensiver wird, ist mehr als nur ein Hintergrundelement – sie wird fast zu einer eigenen Figur. Sie steht für Verfall, Ausweglosigkeit und den schleichenden Tod der alten Welt. Religiöse Motive, insbesondere rund um den Pfarrer, verstärken diesen Eindruck. Sein zunehmender Kontrollverlust wirkt wie ein Sinnbild dafür, dass selbst Glaube und Moral keinen Bestand mehr haben.



Ein besonders eindringlicher Moment ist Faustos Entdeckung des verlassenen Hofes, auf dem nur noch Tote zurückgeblieben sind. Diese Szene wirkt still und gleichzeitig erschütternd, gerade weil sie ohne große Dramatik auskommt. Die Gewalt erscheint beiläufig und dadurch umso verstörender.



Das Hörbuch lebt dabei stark von seiner ruhigen, angenehmen Sprecherstimme, die einen interessanten Kontrast zum düsteren Inhalt bildet. Sie trägt dazu bei, dass die Geschichte trotz ihrer Schwere nie überladen wirkt, sondern sich gleichmäßig und eindringlich entfaltet.



Am Ende bleibt ein rundes, aber trauriges Gefühl. Vieles wird angedeutet, nicht alles erklärt – und genau das macht den Reiz aus. Die Geschichte hinterlässt die leise, aber nachhaltige Frage, ob eine solche Zukunft nicht vielleicht doch näher ist, als man glauben möchte.

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