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Veröffentlicht am 22.12.2025

ziemlich schräger Krimi-Internats-Fantasy-Mix

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Maggie Fishbone wächst bei Nonnen in einem Waisenhaus auf. Da sie bei Hand- und Hausarbeiten wenig Talent hat und sich aus Sicht der Nonnen immer wieder diverse Vergehen leistet, liefern diese sie kurzerhand ...

Maggie Fishbone wächst bei Nonnen in einem Waisenhaus auf. Da sie bei Hand- und Hausarbeiten wenig Talent hat und sich aus Sicht der Nonnen immer wieder diverse Vergehen leistet, liefern diese sie kurzerhand im Midwatch-Institut ab: einem düsteren und traurigen Ort für unerwünschte Mädchen. So ist es zumindest nach außen hin bekannt. Doch hinter verschlossenen Türen geht es alles andere als trostlos zu: Die Betreuerinnen und Lehrkräfte kümmern sich liebevoll um die Mädchen und bringen ihnen allerhand Nützliches bei – oder das, was sie als nützlich erachten, wie etwa Schweizerdeutsch oder vor einem Krokodil zu fliehen. Zudem ermitteln die Schülerinnen immer wieder verdeckt in Kriminalfällen: Als Kinder, die von Erwachsenen kaum beachtet werden, sind sie perfekt getarnt. Maggie findet in Nell, Sofie und den anderen Mädels ihres Jahrgangs schnell Freundinnen, und gemeinsam stecken sie schon bald in einem äußerst kniffligen Fall um eine verschwundene Orchideenliebhaberin und ein gruseliges Nachtmonster, das im Reichenviertel sein Unwesen treibt.

Ich habe dieses Buch zusammen mit meinem knapp 12-Jährigen Sohn gelesen, der eine Vorliebe für Internatsgeschichten hat. Zeitlich dürfte der Roman zu Beginn es 20. Jahrhunderts angesiedelt sein. Das Setting des Romans klingt ziemlich skurril, und so entwickelt sich auch der gesamte Fall. Die Charaktere sind alle ziemlich schräg, und die Mischung aus realer Welt und einzelnen Fantasy-Elementen empfanden wir als gewöhnungsbedürftig. Es hätte uns deutlich besser gefallen, wenn der Roman entweder komplett in der Wirklichkeit oder einer Fantasy-Welt angesiedelt gewesen wäre. So wirkte es wie Flickwerk, das nicht recht zusammenpassen wollte. Die Figuren blieben charakterlich blass und austauschbar, so dass wir keinen echten Bezug zu ihnen herstellen konnten. Insbesondere mir war die Geschichte deutlich zu abgedreht und ich war ehrlicherweise froh, als wir das Buch beendet hatten. Mein Sohn hat sich weniger daran gestört, allerdings hat ihn die Geschichte auch nicht begeistert.

Sehr negativ aufgefallen ist mir der ziemlich einfache und eintönige Schreibstil, der überwiegend aus kurzen, immer gleich aufgebauten Hauptsätzen besteht. Ein echter Lesefluss kommt hier kaum zustande. Die Ausrufe „Meine Güte!“ und „Heiliger Strohsack!“ kommen gefühlt auf jeder Seite vor.

Positiv hervorheben möchte ich die überaus schönen und zahlreichen Illustrationen. Für ein Buch, das sich an Kinder ab 10 Jahren richtet, ist das sehr außergewöhnlich.

Insgesamt konnte uns Midwatch leider nicht begeistern und wir vergeben knappe 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück

Zwischen Ebbe und Wut
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Emma und ihre Freunde Clarence, Sam, Élise und Victor brechen in den Ferien vor ihren Abi-Prüfungen zu einem einwöchigen Segeltörn auf. Bis auf Victor sind alle von Kindesbeinen an begeisterte Segler, ...

Emma und ihre Freunde Clarence, Sam, Élise und Victor brechen in den Ferien vor ihren Abi-Prüfungen zu einem einwöchigen Segeltörn auf. Bis auf Victor sind alle von Kindesbeinen an begeisterte Segler, und der Trip mit der 12-Meter-Jacht soll der Höhepunkt ihrer Jugend werden. Doch nach wenigen Tagen treibt Clarence tot im Wasser, und ein lebensgefährlicher Sturm zieht auf. Der Segeltrip wird zu einem Kampf auf Leben und Tod.

Der Roman beginnt mit Clarence Tod. Emma erzählt aus der Ich-Perspektive abwechselnd in der Gegenwart und in Rückblenden, so dass erst im Laufe der Zeit stückweise klar wird, wie Clarence gestorben ist. Das Ende hat mich nicht überrascht, da ich von Anfang an eine entsprechende Ahnung hatte.

Reichlich ungewöhnlich für ein Jugendbuch ist, dass die Protagonist:innen ziemlich unsympathisch sind, abgesehen von Victor. Sie wirken überheblich, bilden sich reichlich auf ihre Segelkünste ein und halten sich für unbesiegbar. Allen voran Clarence, der schon fast überzeichnet wirkt. Sam und Élise bleiben Randfiguren, seltsam blass und konturlos. Emma ist seit Jahren verliebt in ihren besten Freund Clarence, der dies genießt und auch ausnutzt. Ihre Beziehung ist exemplarisch für eine toxische Freundschaft. Victor ist der einzige, der Clarence seltsamem Charme nicht erliegt und sich nicht vereinnahmen lässt. Ihm hätte ich deutlich mehr Anteil im Roman gewünscht. Insgesamt ist die Figurenzeichnung leider recht platt geraten, hier wäre etwas Ambivalenz wünschenswert gewesen. Hierdurch konnte ich mit den Charakteren auch nicht mitfühlen, da mir ihr Schicksal im Wesentlichen gleichgültig bleib.

Da der Roman im Seglermilieu spielt, ist auch die Sprache reich an nautischem Fachvokabular, das man als Laie entweder nachschlagen oder sinnerfassend überlesen muss. Sprachlich hat mich der Roman leider nicht überzeugt, wobei ich nicht beurteilen kann, inwieweit das der Übersetzung geschuldet ist. Die Dialoge wirken nicht wie gesprochene Sprache Jugendlicher. Beispiel: Clarence: „[…] Ich war es, der euch auserwählt und uns außergewöhnlich gemacht hat.“ Sam: „Aber das sind wir, Clarence. Das Strahlen, die Energie, das sind wir. Wir alle zusammen.“ (Kap. 21).

Sehr gestört hat mich, dass die 17-jährigen Jugendlichen wiederholt Bier und Whisky trinken, letzteres explizit in Stresssituationen. Alkohol hat in einem Jugendbuch ab 14 Jahren nichts verloren, vor allem nicht als Problemlöser oder Mittel zur Entspannung.

Insgesamt hatte ich mir von „Ebbe und Wut“ deutlich mehr erwartet, insbesondere, da Marion Brunet 2025 mit der höchsten Jugendbuchauszeichnung, dem Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis, bedacht wurde.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Flapsiger Ton, inhaltlich oberflächlich

Bakterien – die heimlichen Helden
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Für mich war dies das erste Buch von Peter Wohlleben, und ich war sehr gespannt, da mich die Thematik sehr interessiert. Nach der Lektüre bleibe ich allerdings ernüchtert zurück. Peter Wohlleben schreibt ...

Für mich war dies das erste Buch von Peter Wohlleben, und ich war sehr gespannt, da mich die Thematik sehr interessiert. Nach der Lektüre bleibe ich allerdings ernüchtert zurück. Peter Wohlleben schreibt ohne Frage unterhaltsam, leicht verständlich und lebendig, so dass sich das Buch flüssig lesen lässt. Da er sich jedoch an ein sehr breites Publikum wendet, bleibt er wissenschaftlich sehr an der Oberfläche. Ein populärwissenschaftliches Buch ist für mich dann gelungen, wenn es hochkomplexe wissenschaftliche Sachverhalte verständlich erläutert, und dabei nur soweit vereinfacht, wie unbedingt nötig. Dies ist hier leider nicht der Fall. Der Ton ist geradezu flapsig, und erinnert mich eher an ein Boulevardblatt als an Sachbuch mit Anspruch. Als naturwissenschaftlich gebildete Leserin bin ich wohl eher nicht die Zielgruppe. Schade, da hatte ich mir deutlich mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

vorhersehbar und platt

Einatmen und ausrasten
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Titel und Cover haben mich angesprochen und dazu verleitet, das Buch zu lesen. Ich hatte mir eine humorvolle, abwechslungsreiche Sommerlektüre rund um die Lebensmitte versprochen.

Maxi ist in ihren Vierzigern, ...

Titel und Cover haben mich angesprochen und dazu verleitet, das Buch zu lesen. Ich hatte mir eine humorvolle, abwechslungsreiche Sommerlektüre rund um die Lebensmitte versprochen.

Maxi ist in ihren Vierzigern, wurde gerade von ihrem Partner Jan für die jüngere Nachbarin verlassen, und auch die pubertierende Tochter Smilla, die nur am Handy hängt und mit ihren Kopfhörern verwachsen scheint, macht es ihr nicht gerade leicht. Als ihre Freundin Simone, die einen „Pflegedienst“ für Grünpflanzen betreibt, für einige Tage zu einem Retreat fährt und sie bittet, währenddessen die Gießaufgaben zu übernehmen, erlebt Maxi turbulente Tage, die ihrem Leben eine neue Richtung geben.

Der Klappentext verspricht eine spritzige, humorvolle Geschichte, die der Roman leider nicht hält. Die Figuren sind klischeehaft und platt, der Deutsch-Kanadier Jacob wirkt wie alles, nur kein nordamerikanischer Muttersprachler, und die Handlung entwickelt sich leider völlig vorhersehbar und ohne jede überraschende Wendung. Sprachlich dümpelt der Roman im unteren Mittelmaß vor sich hin, und auch der Humor zündet nicht, da jede Situation, die witzig sein könnte, schon im Voraus absehbar ist. Für mich war dieses Buch leider rundum enttäuschend.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

leider sehr platt

Mirabellentage
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Ich habe „Mühlensommer“ von Martina Bogdahn sehr gemocht und war deshalb gespannt auf „Mirabellentage“. Der Roman spielt im Jahr 2010, und im Mittelpunkt steht Anna, Anfang 50 und langjährige Haushälterin ...

Ich habe „Mühlensommer“ von Martina Bogdahn sehr gemocht und war deshalb gespannt auf „Mirabellentage“. Der Roman spielt im Jahr 2010, und im Mittelpunkt steht Anna, Anfang 50 und langjährige Haushälterin des Dorfpfarrers Josef in Bayern. Als dieser plötzlich stirbt, ändert sich auch Annas Leben: Sie muss nicht nur den neuen jungen Pfarrer Fridtjof aus Friesland bei seinem Einstand unterstützen, sondern auch noch einen speziellen Wunsch Josefs erfüllen. Auch für Anna bedeuten die Veränderungen einen Neuanfang, und sie muss sich der Frage stellen, wie es für sie selbst weitergehen wird.

Das Setting ist recht beschaulich, und so entwickelt sich auch die Geschichte. Leider sprang der Funke bei mir nicht über, und Annas betuliche Art wirkte auf mich wie aus längst vergangener Zeit. Der Humor ist arg plump und übertrieben und hat nichts von dem sommerlich-leichten Charme aus „Mühlensommer“. „Mirabellentage“ setzt auf viel Nostalgie, beschwört die Erinnerung an alte Marken wie Schiesser, den Quelle-Katalog oder den „Strich-Achter“, der als Bezeichnung für eine bestimmte Mercedes-Baureihe nur Oldtimer-Fans und der älteren Generation ein Begriff sein dürfte. Die Handlung plätschert so vor sich hin, und als es verspricht interessant zu werden, endet das Buch recht abrupt. Ich konnte keine Beziehung zu den Figuren aufbauen und blieb zum Schluss enttäuscht zurück. Vielleicht können Leser:innen, die selbst in den 1950er Jahren geboren sind, dem Roman mehr abgewinnen.

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