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Veröffentlicht am 21.07.2017

Ein Kampf zwischen Gut und Böse

Anima
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Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Arena (10. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3401602523
empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 18,95€
auch als Taschenbuch und als E-Book erhältlich


Ein ...

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Arena (10. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3401602523
empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 18,95€
auch als Taschenbuch und als E-Book erhältlich


Ein Kampf zwischen Gut und Böse

Inhalt:
Jedes Jahr verbringt Abigale den Sommer mit ihrer Familie in Acadia, einem Feriencamp. Dieses Jahr lernt sie dort den Illusionisten Juspinn kennen und fühlt sich wie magisch von ihm angezogen, aber gleichzeitig auch irgendwie abgestoßen. Und bald muss sie feststellen, dass die Menschen um sie herum sich verändern und immer aggressiver werden …

Meine Meinung:
Die Idee zu diesem Buch finde ich ziemlich toll. Auch der Schreibstil von Kim Kestner hat mir sehr gut gefallen. Die Atmosphäre im Feriencamp, die immer bedrohlicher wird, ist super beschrieben. Auch die Charaktere konnte ich mir gut vorstellen. Abby, die keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Ihre Schwester Virginia, die gerne im Mittelpunkt steht und notfalls auch über Leichen gehen würde. Und Juspinn, der überirdisch schöne junge Mann mit ganz besonderen Fähigkeiten, den alle weiblichen Wesen anhimmeln, selbst Abby.

Sie alle entwickeln sich im Lauf der Handlung weiter, und bei Virginia und Juspinn konnte ich diese Entwicklung auch sehr gut nachvollziehen. Bei Abby habe ich sie nicht wirklich verstanden. Sie ist manchmal schon sehr naiv und nervt ein wenig. Auch wie sie Juspinn zeitweise anschmachtet, war mir zu kitschig und klischeelastig, obwohl das natürlich genau so von der Autorin gewollt ist und in die Geschichte passt. Ich fand es aber einfach nicht schön, das zu lesen.

Erzählt wird hauptsächlich in der 1. Person aus Abbys Perspektive. Trotzdem blieb eine gewisse Distanz zwischen dieser Protagonistin und mir, was mich beim Lesen schon etwas gestört hat, denn normalerweise kann ich bei dieser Erzählweise ganz tief in die Geschichte eintauchen und mich darin verlieren. Hier war das leider nicht so.

Das Buch ist in zwei Teile geteilt, die an verschiedenen Orten spielen. Den ersten Teil fand ich zwar nicht so spannend, dafür aber logischer als den zweiten. Im zweiten Teil ging mir vieles einfach zu schnell beziehungsweise zu sprunghaft.

Obwohl es in der Geschichte um Gut und Böse und damit auch um Gott und Religion geht, hat mich das nicht gestört, obwohl ich nicht religiös bin. Oder hat es mich nicht gestört, weil ich nicht religiös bin? Der Kampf zwischen Gut und Böse ist auf jeden Fall gut dargestellt und es werden einige Fragen aufgeworfen, über die es sich nachzudenken lohnt.

Veröffentlicht am 07.07.2017

Wie alles begann

Porträt einer Spore
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Format: E-Book
Dateigröße: 999 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 31 Seiten
Verlag: Piper ebooks (17. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492964586
Originaltitel: Portrait of a Spore
Preis: 0,00€ ...

Format: E-Book
Dateigröße: 999 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 31 Seiten
Verlag: Piper ebooks (17. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492964586
Originaltitel: Portrait of a Spore
Preis: 0,00€ (Bonus-Story eben ;))

Wie alles begann

Diese Bonus-Story kann man vor den Romanen „Starters“ und „Enders“ oder auch danach oder dazwischen lesen. Zeitlich ist sie vor allem angesiedelt in dem Zeitraum, als Callies Familie noch zusammen ist, aber der Krieg bereits ausgebrochen ist. Es wird abwechselnd die Perspektive einer Spore und die Perspektive von Barbara Woodland, Callies Mutter, geschildert.

Dabei hat mir der Handlungsstrang mit Barbara wesentlich besser gefallen, denn er ist sehr spannend geschrieben und lässt einen die unheilvolle Atmosphäre gut spüren. Zum Glück ist diese Erzählung länger als die der Spore. Mit der Spore konnte ich nun nicht wirklich warm werden. Sie wird total vermenschlicht, was ich nicht nachvollziehen kann. Sie denkt und sieht und will wissen …

Man muss diese Bonus-Story nicht gelesen haben, aber es ist eine nette und noch dazu kostenlose Zugabe zu den beiden Romanen „Starters“ und „Enders“.

Es gibt noch weitere Bonus-Storys:
Porträt eines Starters
Porträt eines Marshals
Porträt eines Spenders (diese gibt es allerdings nicht gratis)

★★★★☆

Veröffentlicht am 18.06.2026

Nur ein Appetithäppchen

Insel der Ratten
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Nur ein Appetithäppchen

„Insel der Ratten“ ist im Original bereits 2021 erschienen, und zwar in einem Sammelband, was meiner Meinung nach folgerichtig ist, denn als eigenständiger Roman bietet das Buch ...

Nur ein Appetithäppchen

„Insel der Ratten“ ist im Original bereits 2021 erschienen, und zwar in einem Sammelband, was meiner Meinung nach folgerichtig ist, denn als eigenständiger Roman bietet das Buch nicht genug. Ich empfand es eher als Appetithäppchen und hätte gerne mehr davon gelesen - allerdings lieber mit weniger unnötiger Gewalt. Die gut 200 Seiten im Taschenbuchformat, mittels stabilem Kartoneinband zum Hardcover aufgeplustert, lassen sich in kürzester Zeit weglesen.

Das Szenario ist düster, aber sehr interessant, da es einigermaßen realistisch erscheint und ich mir vorstellen kann, dass es in unserer Welt in nicht allzu ferner Zukunft so abgehen kann. Nach der Pandemie ist die funktionierende Gesellschaft am Ende. Marodierende Banden beherrschen das Land, Polizei und Justiz stehen dem machtlos gegenüber. Jeder schützt sich selbst, so gut er kann. Der reiche Unternehmer Colin Lowe bringt seine Familie auf die einigermaßen sichere Insel der Ratten, während sein Sohn Brad mit seiner Gang „Chaos“ auf dem Festland sein Unwesen treibt. Dabei vergreift er sich auch an der Frau und der Tochter des besten Freundes seines Vaters, Will Adams. Will sinnt auf Rache. Doch als Jurist glaubt er immer noch an Recht und Gesetz. Und so nimmt er die Rache nicht selbst in die Hand, sondern trickst Brad genial aus.

Das Büchlein ist durchaus lesenswert, wenngleich ein gutes Quantum weniger an Gewalt auch gereicht hätte. Manches wird viel zu brutal und detailliert beschrieben und wirkt einfach nur reißerisch. Das hat die Geschichte aber gar nicht nötig. Im Gegensatz dazu kommt mir der Verfall der Gesellschaft viel zu kurz. Es ist einfach so, fertig. Erläuterungen, wie es dazu kam, hätte ich hier sehr nützlich und wichtig gefunden. Auch bleiben die einzelnen Figuren relativ blass und distanziert. Nicht einmal Will und Yvonne, ein „Chaos“-Mitglied, aus deren Perspektiven abwechselnd erzählt wird, konnten mich wirklich berühren, obwohl sie einiges durchmachen.

Trotz aller Mankos hat Jo Nesbø ein spannendes Werk geschaffen, das viel Stoff zum Nachdenken gibt.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 01.06.2026

Robert Seethaler mal anders und doch auch nicht

Die Straße
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Robert Seethaler mal anders und doch auch nicht

Die Straße ist eine ganz normale Straße, wie man sie überall finden könnte. Mit ganz normalen Bewohnern, die ganz normale Probleme haben. Und ich glaube, ...

Robert Seethaler mal anders und doch auch nicht

Die Straße ist eine ganz normale Straße, wie man sie überall finden könnte. Mit ganz normalen Bewohnern, die ganz normale Probleme haben. Und ich glaube, genau das war eins meiner Probleme mit diesem (Hör-) Buch. Wenn ich zu einem Buch greife, möchte ich darin etwas anderes erleben als das, was sich tagtäglich vor meiner Haustür abspielt. Ich möchte meinem Alltag entfliehen. Das konnte ich mit diesem Buch kaum.

Zudem war mir der Aufbau des Buches (Roman möchte ich es gar nicht nennen) zu kleinteilig. Hier reiht sich eine lose Szene an die andere. Ständig springen wir zwischen den einzelnen Bewohnern der Straße hin und her, lauschen ihren Dialogen und Gedanken, die sich nur selten auf die anderen beziehen. Ohne Kapitelüberschriften dauert es immer ein wenig, bis wieder klar wird, bei welcher Person wir uns gerade befinden. Bei sehr kurzen Szenen von nur wenigen Sätzen nervte mich das, denn gerade als ich endlich wusste, wo ich gelandet bin, wurde ich schon wieder weitergeschickt. Das war etwas frustrierend.

Robert Seethaler fühlt sich wie gewohnt punktgenau und detailliert in seine Protagonist*innen ein. Die Bewohner der Straße erwachen fast zum Leben, auch dank Matthias Brandt, der das Buch hervorragend eingelesen und jedem Protagonisten eine eigene Stimme gegeben hat. Als Lesende/Hörende bekommt man den Eindruck, daneben zu stehen, direkt dabei zu sein. Dieses Gefühl mochte ich sehr.

Das Hörbuch erschien im April 2026 ungekürzt bei Hörbuch Hamburg. Es hat eine Laufzeit von 4 h 9 min.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 01.06.2026

Viel Lärm um nichts

Die Letzten werden die Ersten sein
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Viel Lärm um nichts

In der Regel finde ich die Romane von Lionel Shriver absolut stark. Leider konnte mich „Die Letzten werden die Ersten sein“ nicht begeistern. Die Autorin nimmt hier den Fitnesswahn ...

Viel Lärm um nichts

In der Regel finde ich die Romane von Lionel Shriver absolut stark. Leider konnte mich „Die Letzten werden die Ersten sein“ nicht begeistern. Die Autorin nimmt hier den Fitnesswahn aufs Korn und beschäftigt sich zudem mit dem Älterwerden samt körperlichem Verfall. Es hätte eine tiefgründige und/oder lustige Geschichte werden können. Tatsächlich fand ich es über weite Strecken etwas langweilig. Die Gesellschaft wird zwar treffend beschrieben, aber das wirkt oft recht banal und brachte mir kaum neue Erkenntnisse. Der detailreiche Schreibstil bläht die wenige Handlung auf, mehr Spaß bringt er nicht.

Alles in allem ein Buch, das man lesen, auf das man aber auch gerne verzichten kann.

★★★☆☆