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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2026

Mut und Durchhaltevermögen

Die Löwenmutter
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Darum geht es:
Claudia und Florian Moser träumen von einer gemeinsamen Zukunft und einer Familie. Doch das Leben stellt sie vor Herausforderungen, die sie nie erwartet hätten. Schwere Schicksalsschläge, ...

Darum geht es:
Claudia und Florian Moser träumen von einer gemeinsamen Zukunft und einer Familie. Doch das Leben stellt sie vor Herausforderungen, die sie nie erwartet hätten. Schwere Schicksalsschläge, ständige Veränderungen und die wachsende Entfremdung in ihrer Ehe prägen ihren Alltag.

Während Claudia alles daransetzt, ihren Kindern Halt und Geborgenheit zu geben, gerät ihr eigenes Leben zunehmend aus dem Gleichgewicht. Als sie schließlich vor einem Neuanfang steht, kommt die Unterstützung aus einer unerwarteten Richtung.

Mein Leseeindruck:
Hera Lind ist für mich die unangefochtene Königin der Tatsachenromane. Auch mit dieser Geschichte hat sie mich wieder vollkommen überzeugt. Im Mittelpunkt steht eine außergewöhnlich mutige Frau, die mit einer bewundernswerten Stärke und einem beinahe unerschütterlichen Optimismus ihren Weg geht, selbst dann, wenn das Schicksal ihr mehr als nur eine schwere Prüfung auferlegt.

Als Mutter konnte ich viele von Claudias Gedanken, Sorgen und Gefühlen sehr gut nachvollziehen. Beim Lesen war ich immer wieder tief erschüttert. Die Last, die diese Frau über Jahre hinweg tragen muss, die Verantwortung, die Verluste und die Herausforderungen innerhalb ihrer Familie haben mich mehr als einmal sprachlos gemacht. Manche Szenen gingen mir so nahe, dass mir regelrecht das Herz blutete.

Gerade bei einer wahren Geschichte ist es mir besonders wichtig, dass sie respektvoll, authentisch und einfühlsam erzählt wird. Solche Lebensgeschichten verdienen eine Autorin, die den Menschen hinter den Ereignissen sichtbar macht. Genau das ist Hera Lind hier auf beeindruckende Weise gelungen. Sie erzählt nicht nur die äußeren Geschehnisse, sondern vermittelt auch die Gefühle, Hoffnungen und Verletzungen ihrer Figuren so lebendig, dass man sich ihnen sehr verbunden fühlt.

Besonders beeindruckt hat mich, mit welcher Kraft Claudia selbst unter schwierigsten Umständen immer wieder aufsteht und weitermacht. Sie erlebt Schicksalsschläge, die kaum vorstellbar sind, und muss immer wieder erfahren, wie fragil Glück und Sicherheit sein können. Umso mehr habe ich ihren Mut, ihre Ausdauer und ihren Optimismus bewundert.

Lediglich die ersten etwa 150 Seiten hätten für meinen Geschmack etwas straffer erzählt sein dürfen. Doch dieser kleine Kritikpunkt fällt angesichts der emotionalen Wucht und der Intensität der Geschichte kaum ins Gewicht. Danach entwickelt der Roman eine solche Kraft, dass ich das Buch nur noch ungern aus der Hand gelegt habe.

Für mich ist dieser Roman eine bewegende, berührende und insgesamt rundum gelungene Lektüre, die ich sehr gern gelesen habe.

Fazit:
Ein bewegender Tatsachenroman über Mut, Durchhaltevermögen und die Kraft, selbst in den dunkelsten Zeiten die Hoffnung nicht zu verlieren.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Geht unter die Haut und hallt nach!

Solange ein Streichholz brennt
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Darum geht es:
Bohm lebt dort, wo die meisten Menschen achtlos vorbeigehen. Mit seinem Hund Fox an seiner Seite und wenigen Habseligkeiten bestreitet er einen Alltag zwischen Kälte, Einsamkeit und den ...

Darum geht es:
Bohm lebt dort, wo die meisten Menschen achtlos vorbeigehen. Mit seinem Hund Fox an seiner Seite und wenigen Habseligkeiten bestreitet er einen Alltag zwischen Kälte, Einsamkeit und den unsichtbaren Grenzen einer Welt, die ihn längst vergessen zu haben scheint.

Alina sucht nach einer Geschichte, die ihrer Karriere eine neue Richtung geben könnte. Als ihre Wege sich kreuzen, wird aus einer Begegnung mehr als ein journalistisches Interesse. Hinter Bohms zurückhaltender Art entdeckt sie einen Menschen, dessen Vergangenheit noch immer nachwirkt.

Je mehr sie über ihn erfährt, desto deutlicher wird, dass manche Geschichten nicht verloren gehen, selbst dann nicht, wenn sie jahrelang im Schatten gelegen haben.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch hat mich tief berührt. Es hat mich emotional so eingenommen, dass ich oft mit einer regelrechten Schwere im Herzen weitergelesen habe. Noch immer fällt es mir schwer, die richtigen Worte dafür zu finden, weil die Geschichte etwas in mir ausgelöst hat, das weit über das Lesen hinausgeht.

Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße und während des gesamten Romans habe ich mich immer wieder gefragt: Wie kommt ein Mensch an diesen Punkt? Wie kann ein Leben Stück für Stück entgleiten? Genau diese Fragen haben mich nicht mehr losgelassen. Die Geschichte schaut hin, wo viele Menschen wegsehen, und sie erzählt von einem Schicksal, das mich nachhaltig beschäftigt hat.

Besonders beeindruckt haben mich die Figuren. Bohm und Alina könnten unterschiedlicher kaum sein und doch ergänzen sie sich auf eine Weise, die unglaublich authentisch wirkt. Christian Huber beweist hier ein enormes Feingefühl für seine Charaktere. Jede Figur wirkt lebendig, vielschichtig und greifbar. Ihre Gedanken, ihre Handlungen und vor allem ihre Gespräche haben mich vollkommen in die Geschichte hineingezogen.

Die Atmosphäre dieses Romans ist eindringlich und intensiv. Viele Szenen wirken noch lange nach, weil sie so nahbar und ehrlich erzählt sind. Gleichzeitig hat das Buch auch meine eigene Wahrnehmung von Obdachlosigkeit ein Stück weit verändert oder zumindest wachgerüttelt. Es erinnert daran, dass hinter jedem Menschen eine Geschichte steckt, die wir von außen oft nicht erkennen.

Dieses Buch hat mich lachen lassen, leiden lassen und mehr als einmal zu Tränen gerührt. Vor allem aber hat es etwas mit mir gemacht. Es gehört zu den Geschichten, die man nicht einfach zuklappt und vergisst, sondern die noch lange im Kopf und im Herzen bleiben.

Als ich die letzte Seite gelesen hatte, war ich noch nicht bereit, Bohm und Alina gehen zu lassen. Ich hätte ohne Weiteres noch viele weitere Seiten mit ihnen verbringen können.

Für mich ist dieser Roman ein absolutes Highlight und eines der eindrucksvollsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Fazit:
Eine Geschichte, die unter die Haut geht und noch lange nach der letzten Seite nachhallt. Emotional, eindringlich und voller Menschlichkeit gehört dieser Roman für mich zu meinen absoluten Highlights. Absolute Leseempfehlung ❤️❤️❤️

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Eine warmherzige, atmosphärische Geschichte mit viel Gefühl und Inselcharme.

Der kleine Dünenkiosk auf Sylt
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Darum geht es:
Ein unerwarteter Anruf führt Lina nach Sylt. Sie soll den alten Camper ihrer verstorbenen Mutter abholen, der seit Jahren ungenutzt auf einem Stellplatz steht. Für sie ist es zunächst nur ...

Darum geht es:
Ein unerwarteter Anruf führt Lina nach Sylt. Sie soll den alten Camper ihrer verstorbenen Mutter abholen, der seit Jahren ungenutzt auf einem Stellplatz steht. Für sie ist es zunächst nur eine formale Aufgabe, denn die Beziehung zur Mutter war stets distanziert.
Auf der Insel verändert sich ihr Vorhaben. Der Camper wird zum Ausgangspunkt für Fragen nach einer Vergangenheit, die Lina kaum kennt.
Am kleinen Dünenkiosk trifft sie auf Manni, der ihrer Mutter offenbar näherstand, als sie wusste. Der Imbiss ist ein wichtiger Treffpunkt, steht jedoch wegen Konflikten mit den Behörden vor dem Aus. Lina bringt sich ein, sorgt mit ihren Kochideen für frischen Schwung und wird mehr und mehr Teil des Insellebens.
Während sie sich auf neue Begegnungen einlässt und Spuren ihrer Familiengeschichte folgt, gerät ihr ursprünglicher Plan in den Hintergrund. Auch Lars spielt dabei eine Rolle und bringt ihr Gefühlsleben in Bewegung.

Mein Leseeindruck:
Ich war unheimlich gern mit Lina auf Sylt unterwegs und habe jede Seite genossen. Die Autorin hat eine Geschichte geschaffen, die für mich von Anfang bis Ende vollkommen stimmig war. Ich bin sofort eingetaucht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil mich die Ereignisse durchgehend gefesselt haben.

Besonders begeistert hat mich die Atmosphäre. Die Nordsee ist so lebendig eingefangen, dass ich das besondere Flair der Insel beim Lesen spüren konnte. Die Weite, das Licht und die raue Schönheit verleihen der Geschichte eine ganz eigene Tiefe.
Auch emotional hat mich das Buch sehr berührt. Es fühlt sich warm und nahbar an, fast wie eine wohlige Umarmung. Und ich glaube, so viel kann ich sagen: Hier fliegen nicht nur Schmetterlinge, sie drehen auch ihre ganz eigenen Loopings.

Für mich ist dieses Buch eine rundum gelungene Lektüre, die mich abgeholt, festgehalten und mit einem richtig guten Gefühl zurückgelassen hat. Ganz große Klasse.

Fazit:
5/5 ⭐️ Eine warmherzige, atmosphärische Geschichte mit viel Gefühl und Inselcharme. Und das ist für mich eine absolute Leseempfehlung, die ich sehr gerne an euch weitergebe.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

Der Fährmann
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Darum geht es:
An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes ...

Darum geht es:
An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes Winkler liebt seine Jugendfreundin Elisabeth, doch sie ist einem wohlhabenden Hofbesitzer versprochen.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärfen sich die Spannungen in der Region. Beziehungen zerbrechen, Konflikte entstehen, und Misstrauen greift um sich. Als ein Kind verschwindet, eskaliert die Situation und eine Kette tragischer Ereignisse wird ausgelöst.

Der Roman zeigt eine Gemeinschaft im Ausnahmezustand und stellt die Frage, wie Schuld, Entscheidungen und Umstände das Leben der Menschen unwiderruflich prägen.

Mein Leseeindruck:
Aus meiner Sicht ist dieser Roman von Regina Denk ein echtes sprachliches Erlebnis. Sie kann mit Worten zaubern, und genau so hat es sich für mich auch angefühlt. Die Geschichte ist weit mehr als ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze. Sie hat einen Tiefgang, der mich wirklich getroffen hat.

Ich habe das Buch als tragisch, dunkel und gleichzeitig unglaublich stark empfunden. Es ist intensiv, teilweise kaum auszuhalten, und genau das macht für mich seine Qualität aus. Regina Denk scheut keine Härte, sondern zeigt sie bewusst und sehr präzise. Dadurch wirkt alles nicht übertrieben, sondern konsequent und literarisch sehr sicher gestaltet. Diese Intensität hat mich richtig hineingezogen. Ich hatte beim Lesen eine starke Sogwirkung. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, andererseits hätte ich die Geschichte fast nicht weiterlesen wollen, einfach weil sie so schwer und eindringlich ist. Und gleichzeitig war da auch dieser Gedanke, dass ich am Ende kein weiteres Buch von ihr habe und wieder auf einen neuen Roman warten muss.

Besonders eindrücklich fand ich, wie die Autorin in eine Zeit führt, in der Frauen stark eingeschränkt waren und ihr Leben oft kaum selbst bestimmen konnten. Und auch wenn sich seitdem über die Jahrzehnte vieles verändert hat, bleibt bei mir der Eindruck, dass Abhängigkeiten und Ungleichgewichte in Beziehungen nicht einfach verschwunden sind, sondern in anderer Form weiter existieren können. Deshalb ist die Geschichte so wichtig für unsere Gesellschaft, weil sie genau diese Strukturen sichtbar macht und daran erinnert, dass nicht weggesehen werden darf.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Packender Thriller!

Die Tiefe: Verblendet
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Darum geht es:
Mehrere parallel verlaufende Ermittlungen stellen die Polizei vor große Herausforderungen. Zwar gelingt dem Team um Tom Engelhardt ein Fahndungserfolg, doch ein besonders grausamer Fall ...

Darum geht es:
Mehrere parallel verlaufende Ermittlungen stellen die Polizei vor große Herausforderungen. Zwar gelingt dem Team um Tom Engelhardt ein Fahndungserfolg, doch ein besonders grausamer Fall bleibt weiterhin ungelöst. Auch Mascha Krieger und ihr Bruder kommen in einem Mordfall kaum voran und stoßen auf immer neue Unklarheiten.
Erst ein weiterer Todesfall, der zunächst wie ein Suizid erscheint, bringt Bewegung in die festgefahrenen Untersuchungen. Auffällige Parallelen zwischen verschiedenen Ereignissen lassen erkennen, dass die Fälle möglicherweise miteinander verknüpft sind. Schritt für Schritt verdichten sich die Hinweise und lenken die Ermittlungen in eine neue Richtung.

Mein Leseeindruck:
Für mich war dieser Thriller von Karen Sander unglaublich rasant und fesselnd. Ich hatte beim Lesen durchgehend das Gefühl, dass die Spannung kaum nachlässt. Besonders die kurzen Kapitel, die wechselnden Perspektiven und die unterschiedlichen Schauplätze haben für mich ein hohes Tempo erzeugt. Gleichzeitig schafft die Autorin eine richtig düstere, teilweise sogar schaurige Atmosphäre, die mich total in den Bann gezogen hat.
Als zweiter Band der dritten Reihe rund um Tom Engelhardt und Mascha Krieger hat mich das Buch vor allem mit seinen überraschenden Wendungen überzeugt. Immer wieder gab es Momente, in denen neue Erkenntnisse alles, was ich vorher gedacht habe, komplett infrage gestellt haben. Genau das hat es für mich so spannend gemacht.

Am Ende war ich ehrlich gesagt einfach nur froh und dankbar, dass der nächste Band schon bald erscheint. Der Cliffhanger ist nämlich wirklich heftig und hat mich ziemlich sprachlos zurückgelassen. Ich freue mich riesig, dass der dritte Band „Die Tiefe: Verloren“ bereits am 15.05.2026 erscheint.

Fazit:
5/5 ⭐️ Für mich ein absolut packender Thriller, der von Anfang bis Ende fesselt, mit einer düsteren Atmosphäre, überraschenden Wendungen und einem Cliffhanger, der süchtig macht. Für Fans von spannungsgeladenen Krimis ein absolutes Muss!

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