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Veröffentlicht am 15.07.2026

Öffnung zu neuen Lebenswegen

Segnungen
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Sieben Ich-Erzählerinnen stehen vor einschneidenden, lebensverändernden Entscheidungen. In emotional sie stark belastenden Situationen findet sich eine akzeptable Lösung. Inhaltlich geht es in diesen Kurzgeschichten ...

Sieben Ich-Erzählerinnen stehen vor einschneidenden, lebensverändernden Entscheidungen. In emotional sie stark belastenden Situationen findet sich eine akzeptable Lösung. Inhaltlich geht es in diesen Kurzgeschichten um nicht alltägliche Problematiken in örtlich verschiedenen Szenerien, die sprachlich einfühlsam aufbereitet sind.
Interessante Frauengeschichten!

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Ein Antiheimatroman fern von Idylle

Von Norden rollt ein Donner
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In der Lüneburger Heide lebt und arbeitet der 19-jährige Schäfer Jannes Kohlmeyer mit seinen Ängsten um die Demenz seines Vaters, um eventuelle Wolfsrisse. In seiner wortkargen Einsamkeit wird er außerdem ...

In der Lüneburger Heide lebt und arbeitet der 19-jährige Schäfer Jannes Kohlmeyer mit seinen Ängsten um die Demenz seines Vaters, um eventuelle Wolfsrisse. In seiner wortkargen Einsamkeit wird er außerdem bedrängt durch die geisterhafte Frauenfigur Rose. Neben Informationen zum heutigen Schäferberuf und über die besonderen landschaftlichen Eigenheiten bleiben einige Themenbereiche nur angerissen. Die Bedrohung durch einen Wolf wird zum angedeuteten Politikum mit „Abschussfreunden“ wie Jannes Opa, die ideologisch den Wolf nicht in die deutsche Kulturlandschaft gehörend sehen. Antisemitisches drückt sich mit dem Heimatdichter Hermann Löns, dem Judasfeuer von Karl Röder und dem Brief von Edith Balas aus dem KZ-Außenlager Tannenberg in diese scheinbare Naturidylle, die auch vom Öko-Tourismus lebt.
Die Dialoge sind insgesamt wenig kreativ, betonen die dörfliche Tristesse versenkt im jugendlichen Alkoholismus. Die sinnvolle generationsübergreifende Hofübernahme wird schwer belastet durch Demenz und Finanzen. Inwieweit Traditionen und Heimatgefühle in diesem Berufsbereich überleben werden, bleibt offen, eine gewisse Ohnmacht und kreisendes Schweigen andeutend.
Ein Buch zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 24.06.2026

Ein Roman voller nachdenklicher Momente

Das späte Leben
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In drei Teilen geht es um die todbringende Diagnose des Arztes von Martin Brehm, 76, emeritierter Professor der Geschichte des Rechts und der Geschichte allgemein: Bauchspeicheldrüsenkrebs. In den ihm ...

In drei Teilen geht es um die todbringende Diagnose des Arztes von Martin Brehm, 76, emeritierter Professor der Geschichte des Rechts und der Geschichte allgemein: Bauchspeicheldrüsenkrebs. In den ihm verbleibenden Wochen geht es weniger um ihn als Patienten, um den Verlauf dieser Krankheit, sondern eindeutig um Sorgen um die 43-jährige Ehefrau Ulla, Malerin, und um seinen stillen, schüchternen 6-jährigen Sohn David.
Im 1. Teil schreibt Martin 7 Briefe für ihn mit ihm wichtigen Gedankengängen in Selbstreflexion zu Liebe, Glaube, Gott, Gerechtigkeit, Lüge und Wahrheit. Hinterlassen möchte er ihm schöne Erinnerungen z. B. an eine Tageswanderung oder über das gemeinsame Anlegen eines Komposthaufens, für ihn selbst gekoppelt an liebevolle Kindheitserinnerungen an seine eigenen Großeltern. Sein Umgang mit David ist stets liebevoll, großzügig und einfühlsam.
Im 2. Teil stehen seine Frau Ulla und ihr Doppelleben im Mittelpunkt sowie Informationen über ihren vermissten Vater. Auffällig ist hier die gefühlskalte, distanzierte Figurenzeichnung der involvierten Frauen. Auch die praktische Ulla zeigt relativ wenige Emotionen gegenüber ihrem unheilbar kranken Mann, der besorgt ist wegen der Zunahme von Schmerzen und Müdigkeit.
Im 3. Teil hegt Martin die Vorstellung von Gundolt, dem Liebhaber seiner Frau, als sinnvoller Ersatzvater für David. Sein Wunsch, Frau und Sohn versorgt zu sehen, scheitert im klärenden Gespräch mit ihm, wirkt extrem übergriffig und unrealistisch. Der Krebs im Endstadium mit ruhigen Wochen an der Ostsee und im Hospiz beendet in rationalem, nüchternem, eher emotionslosem Schreibstil den Roman. Verankert ist er thematisch im Bildungsbürgertum mit Museums-, Galerie- oder Büchereibesuchen, ziemlich entfernt von der heutigen Lebenswirklichkeit. Auch die liebevolle Vater-Sohn-Beziehung ist aufgrund des Altersunterschieds nicht alltäglich, eher unrealistisch.
Eine stille, rationale, nüchterne Beschreibung von humanem Abschied und Überlegungen zu bedeutungsvollen Hinterlassenschaften über den Tod hinaus.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Sehr lebendig erzählte Trennungsgeschichte nach 20-jähriger Ehe

Lügen, die wir uns erzählen
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Aus der Perspektive der verlassenen, 47-jährigen Helene, erfolgreich als Krimiautorin, wird ihr gegenwärtiges und vergangenes Leben durchleuchtet, ob richtige oder falsche Entscheidungen auf dem eigenen ...

Aus der Perspektive der verlassenen, 47-jährigen Helene, erfolgreich als Krimiautorin, wird ihr gegenwärtiges und vergangenes Leben durchleuchtet, ob richtige oder falsche Entscheidungen auf dem eigenen Weg zur Selbstverwirklichung getroffen wurden. Neben ihrem verblassten langjährigen Eheleben mit Georg reflektiert sie in unruhigen Zeitsprüngen über ihr Verhältnis zu Alex, einem erfolgreichen britischen Autor. Den Erwartungen ihrer Mutter kann sie ihr Leben lang nicht genügen. Gefangen scheint sie zu sein in der Diskrepanz von Ängsten, Selbstzweifeln und dem äußeren, trügerischen, blendenden Erscheinungsbild von ihr. Thematisiert werden ihr Kinderwunsch, Fehlgeburten, Karriere, Liebe, Mutter sein. Der Rolle ihrer Teenager-Kinder wird verschieden großer Raum eingeräumt, für die Tochter Anne sogar eine separate Erzählebene, was irritierend, sogar überflüssig wirkt. In zahlreichen detailliert beschriebenen Alltagsszenen geht es um die stellenweise langatmige Entfremdung in ihrer Ehe, um das Gefühl emotionaler Leere, was der Schreibstil treffend und ehrlich erfasst. Unglaubwürdig lesen sich dagegen die Passagen rund um die Hausrenovierung und um die erneute Annäherung von Georg in der zweiten Buchhälfte. Unterhaltsam!

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Cosy Romanze!

Summer Tides
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In 56 Kapiteln geht es bei der Hauptfigur Scarlett Green, 27, in Cornwall um Neuanfang, Ankommen, Hoffnung, Selbstfindung und natürlich viele Gefühle. In diesem 1. Band der St. Ives-Reihe sorgt der Sommer ...

In 56 Kapiteln geht es bei der Hauptfigur Scarlett Green, 27, in Cornwall um Neuanfang, Ankommen, Hoffnung, Selbstfindung und natürlich viele Gefühle. In diesem 1. Band der St. Ives-Reihe sorgt der Sommer mit seinen einladenden Stränden und dem kristallklaren Wasser, interessanter Tierwelt in bezaubernder, unter Naturschutz stehender Küstenlandschaft für entspannendes Urlaubsfeeling. Scarlett wirkt unsicher und naiv nicht nur bei der online-Abwicklung mit beachtlicher Vorauszahlung hinsichtlich der Kiosk-Anmietung an der Porthminster Beach, sondern auch bei ihrem Problem mit Gewitter, Sonnenstich oder dem (Nicht-)Freund aus London. Wie eine normale Erwachsene mit Joberfahrung wird sie nicht dargestellt, was zu unrealistisch wirkt. Ihr beabsichtigter Neuanfang in beruflicher wie in privater Hinsicht spielt sich zwischen zwei sehr gegensätzlichen männlichen Kontrahenten ab: Jonah, 30, Chirurg, zur Zeit Rettungsschwimmer, „Badboy" als Teenager, hilfsbereit, aufmerksam. Der (Nicht-)Freund aus London, Eric, wirkt dagegen narzisstisch, egozentrisch, äußerst unsympathisch. Während sich zwischen Jonah und Scarlett eine vorhersehbare Romanze mit ein paar Kanten entwickelt, sorgen die Momente um Eric für reichlich Dynamik und Drama. Die Wohlfühlgeschichte wird durch Jonahs warmherzige Familie und hilfsbereite Dorfbewohner angenehm bereichert. Der Schreibstil gefällt auch in den spicy Szenen neben den Beschreibungen von Freundschaft und Zusammenhalt.
Angenehme Sommerlektüre!

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