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Veröffentlicht am 30.06.2026

Ein Konglomerat aus moralisch ambivalenten Charakteren wird zu einer spannenden und dramatischen Geschichte zusammengeführt.

The Vacation
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In einem heruntergekommenen Hostel in Venice Beach kommen acht Reisende zusammen, die nicht wegen eines klassischen Urlaubs in Los Angeles sind. Sie alle laufen vor etwas weg oder hoffen, etwas Neues ...


In einem heruntergekommenen Hostel in Venice Beach kommen acht Reisende zusammen, die nicht wegen eines klassischen Urlaubs in Los Angeles sind. Sie alle laufen vor etwas weg oder hoffen, etwas Neues zu finden.
Mit der Vergangenheit im Rücken haben sie Geheimnisse, die sie mit niemandem teilen möchten.
Tommy ist nach einer schweren Krise nach Amerika gekommen und hat in dem Hostel einen Job am Empfang bekommen. Er beobachtet die eintreffenden Gäste, schließt Freundschaften, möchte andere aber am liebsten wieder gehen sehen.

Der Roman wird aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert. Aufgrund der Vielzahl der handelnden Personen und jeweiligen Rückblenden in die Vergangenheit braucht es zunächst Konzentration, um die Protagonisten und ihre Hintergründe zu sortieren und einzuordnen.
Die kurzen Kapitel und schnellen Perspektivwechsel machen dies nicht einfacher, sorgen mit wiederholten Mini-Cliffhangern aber für anhaltende Spannung und Fragezeichen, was jeder einzelne (noch) zu verbergen hat und wo Gefahr drohen könnte.

Im Verlauf der Handlung wird durch die Rückblenden und Geständnisse deutlich, welche Geschichten die einzelnen - moralisch ambivalenten - Protagonisten bergen, vor was sie geflüchtet sind und was sie in der Vergangenheit getan haben. Die Vielzahl an dramatischen Ereignissen bleibt die Geschichte vielschichtig und hat emotionale Momente. Zudem ergeben sich im weiteren Verlauf immer mehr Überschneidungen, die von einem raffinierten Aufbau des Romans zeugen ohne allzu weit hergeholt zu sein.

"The Vacation" ist bereits im Jahr 2015 unter dem Titel "Welcome to Wherever You Are" erschienen, wurde Jahre später überarbeitet und ist nun neu ins Deutsche übersetzt worden. Im Gegensatz zu seinen späteren Werken ist "The Vacation" vom Spannungsaufbau schwächer, überzeugt jedoch mit originellen Einzelschicksalen und kann aber mit einigen Wendungen aufwarten, die manche Person in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Der Roman handelt von Rassismus, Missbrauch, Einsamkeit und zerrütteten Familien und zeigt deutlich, was (jahrelanges) Martyrium und Verletzungen aus einem Menschen machen können und was dieser dann bereit ist, zu tun.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Buttersüße Geschichte über die komplizierten Dynamiken einer Familie und die Annäherung nach einem schweren Verlust

Eigentlich wollte ich das nicht schreiben
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Nolas ältere Schwester Darina ist mit 29 Jahren überraschend an einem Herzversagen gestorben. Nola hat ein Buch darüber geschrieben, um ihrer Schwester noch einmal nah zu sein und hat immer noch Schuldgefühle, ...

Nolas ältere Schwester Darina ist mit 29 Jahren überraschend an einem Herzversagen gestorben. Nola hat ein Buch darüber geschrieben, um ihrer Schwester noch einmal nah zu sein und hat immer noch Schuldgefühle, dass sie im Gegensatz zu Darina am Leben sein darf.
Vor Veröffentlichung des autofiktionalen Romans hatte sie das Einverständnis aller Familienmitglieder benötigt, was zu Änderungen und Kürzungen geführt hat. Während das Buch bei fremden Leser für Begeisterung aufgrund der offenen Worte sorgte, waren vor allem Nolas Eltern irritiert über den ungeschönten Einblick in ihr Familienleben.
Als der Verlag das Angebot erhält, "Tierorakel" zu verfilmen, muss Nola erneut die Zustimmung ihrer Familie einholen, was ihr denkbar schwerfällt, nachdem eine Beschwerde über das Buch eingegangen ist.
Zum fünften Todestag Darinas kommen die McConkeys auf einer kleinen Insel bei Devon zusammen, um die Asche der Tochter und Schwester zu verstreuten. Nola möchte die Gelegenheit nutzen, um herauszufinden, wer ihr Steine in den Weg legen könnte, denn es kann eigentlich nur jemand ihrer engsten Angehörigen sein.

Der Roman wird in der Gegenwart aus Perspektive von Nola geschildert, die zutiefst verunsichert ist und sich nicht traut, offen mit ihrer Familie über die geplante Verfilmung ihres Buches zu sprechen. Dabei rückt damit ihr Traum, hauptberuflich als Autorin zu arbeiten, in greifbare Nähe.
Die gegenwärtige Handlung wird in einzelnen Kapitel durch Auszüge aus Nolas Roman "Tierorakel" ergänzt, die im Wesentlichen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit ihrer Schwester darstellen.
Die Kombination aus beiden Erzählebenen legt Geheimnisse offen, mit denen Nola nur schwer umgehen kann.

Der Roman ist das Porträt einer Familie, die einen Verlust erlebt hat und Schwierigkeiten hat, gemeinsam zu trauern. Jedes Familienmitglied hat ein anderes Bild von der Verstorbenen und geht anders mit seiner Trauer um. Nola hat ihre Trauer öffentlich gemacht, was für Unverständnis gesorgt hat.
Bei dem mehrtägigen Familientreffen zur Verstreuung von Darinas Asche kommt auf, dass nicht nur Nola Geheimnisse hat, sondern sie selbst auch nicht alles über ihre Geschwister weiß.

Die Geschichte und ihre Charaktere wirken lebensecht, denn Familie ist nun einmal kompliziert. Es wird deutlich, dass die McConkeys sich lieben und zusammengehören, aber sich auch gegenseitig so gut wie niemand sonst verletzen können. Liebe und Misstrauen, Streit und Versöhnung, Eifersucht und Stolz liegen dicht beieinander.
Das Familientreffen wirkt für Nola unerwartet als Initialzündung für mehr Offenheit und ehrliche Gespräche. Eindrücklich ist zu erkennen, wie Nola, die zu Beginn verbohrt wirkt und voller Bedauern und Schuldgefühle ist, durch die Annäherung an ihre verbliebenen Familienmitglieder mehr reflektiert und verzeihen kann.
Auch zeigt die Geschichte durch die feine Beobachtungsgabe der Autorin, wie wichtig eine Balance aus Nähe und Distanz innerhalb einer Familie ist, die die Unterschiedlichkeit der Charaktere, ihrer Hoffnungen und Erwartungen, berücksichtigt und Raum für Entfaltung lässt.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Spannender Psychothriller über menschliche Abgründe und wohin eine Lüge führen kann

Die Klippe – Jede Lüge könnte deine letzte sein
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Marcus Andersson ist als Autor eines internationalen Bestsellers bekannt geworden und arbeitet nun als Briefträger. Als sich ein ehemaliger Klassenkamerad der Autorenschule bei ihm meldet, ist Marcus bereit, ...

Marcus Andersson ist als Autor eines internationalen Bestsellers bekannt geworden und arbeitet nun als Briefträger. Als sich ein ehemaliger Klassenkamerad der Autorenschule bei ihm meldet, ist Marcus bereit, ihn bei der Veröffentlichung seines Buches zu helfen und erreicht Ernsts Manuskript bei seinem Verlag ein. Ein Missverständnis verselbstständigt sich, weshalb bald alle begeisterten Erstleser davon ausgehen, dass Marcus der Autor ist. Mit einem enormen Vorschuss vor Augen unterbreitet Ernst ihm das Angebot, dass Roman unter Marcus' Namen veröffentlicht wird und Ernst den Großteil der Einnahmen erhält. Doch dabei bleibt es nicht. Ernst stellt immer dreistere Forderungen und setzt Marcus massiv unter Druck. Marcus muss eine endgültige Lösung des Problems finden...

Der Roman ist aus der Perspektive von Marcus verfasst, der sich zunehmend in ein Geflecht aus Lügen, Geheimnissen und dunklen Gedanken verstrickt. Es beginnt harmlos mit einem kleinen Gefallen und einem daraus resultierenden Missverständnis, bis Marcus die Kontrolle verliert und Handeln muss, um sein Gesicht zu wahren. Nach anfänglichen Skrupeln folgt ein Verbrechen, Moral und Ethik werden außer Acht gelassen und schon bald ist ein Punkt erreicht, an dem alles egal ist und es sich nur noch darum dreht, die eigene Haut zu retten.

Marcus ist in einem Teufelskreis aus Erpressung und Misstrauen gefangen. Die Situation entgleitet ihm und eskaliert immer weiter. Dabei wird die Handlung zu keinem Zeitpunkt konstruiert, sondern erscheint folgerichtig und logisch. Oft kann man deshalb jedoch auch die vermeintlich nächsten Schritte erahnen, insbesondere da auch die Nebencharaktere offensichtlich nicht integer sind. Das mindert die Spannung, aber dennoch bleibt eine Faszination über die weiteren Eskalationsstufen und wie es Marcus immer wieder schafft, sich mit mehr Glück als Verstand herauszuwinden.

Der Psychothriller ist durchgehend unterhaltsam und gleicht einer Charakterstudie, die zeigt, wohin Feigheit führt, Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen und wie leicht aus Gut Böse werden kann. Nach einem spannenden Beginn voller Unbehagen wiederholen sich im weiteren Verlauf allerdings Motive, Überlegungen und Drohungen, so dass "Die Klippe" am Ende nicht mit besonderer Kreativität oder Originalität aufwarten kann.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Einfühlsames Drama, das authentisch die Folgen einer psychischen Erkrankung eines Familienmitglieds für die nahen Angehörigen beschreibt

Meine goldene Schwester
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Amy fühlte sich von jeher im Schatten ihrer älteren Schwester Olivia, einem wilden, selbstbewussten Mädchen, dem alles nur so zuflog. Doch als Teenager wurde Ollie zunehmend anstrengend, hielt sich an ...

Amy fühlte sich von jeher im Schatten ihrer älteren Schwester Olivia, einem wilden, selbstbewussten Mädchen, dem alles nur so zuflog. Doch als Teenager wurde Ollie zunehmend anstrengend, hielt sich an keine Regeln und ihre Eltern waren unbeholfen im Umgang mit ihr. Sie nahm Drogen, wurde straffällig und besuchte verschiedene psychotherapeutische Einrichtungen.Ollie kam und ging, während Amy versuchte, sich ein normales, gefälliges Leben aufzubauen. Als geborene Außenseiterin fällt es ihr schwer, Freundschaften zu schließen und Beziehungen zu führen.Auch Jahre nach der Trennung ihrer Eltern und der wiederkehrenden Frage, was mit Ollie ist, hat Amy Schwierigkeiten, ein freies Leben führen, ist selbst in Therapie und wünscht sich nichts mehr, als ihre Schwester ohne die alles dominierende Krankheit.

Der Roman wird ausschließlich aus der Perspektive von Amy, beginnend als Elfjährige, geschildert und umfasst mehr als 20 Jahre. Ihr Leben ist geprägt von ihrer älteren Schwester, dem "goldenen Kind", das trotz ihrer Verfehlungen immer mehr Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekommen hat, als die brave Tochter Amy, deren Erziehung mühelos war. Amy hat deshalb selbst Probleme, Beziehungen einzugehen und sich für andere zu öffnen. 

Die Kindheit ist dabei besonders eindrücklich beschrieben, da die Familie durch das Zusammenleben unmittelbar von den Auswirkungen der bipolaren Störung Ollies' betroffen war. Im Verlauf der Jahre taucht sie nur unregelmäßig auf - wenn sie in Schwierigkeiten steckt oder sich in einer manischen Phase befindet und Hoffnung schürt, dass sie sich therapeutisch oder medikamentös helfen lässt. Ollie erhält immer neue Chancen, die sie wieder und wieder enttäuscht und von einer mangelnden Einsicht über ihre Krankheit zeugt. 

Überhaupt stellt sich unaufhörlich die Frage, wie viel ist die Krankheit, wie viel ist der Charakter und kann die Krankheit überhaupt vom Mensch getrennt werden?!

Es ist ein Drama, das authentisch die Folgen einer psychischen Erkrankung eines Familienmitglieds für die nahen Angehörigen beschreibt. Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung und eine anhaltende Sorge über das Wohlergehen oder weitere Katastrophen sind spürbar. Die Emotionen und die Entwicklung der Charaktere wirken damit lebendig und nachvollziehbar und erzählen eine Geschichte, die fesselt und berührt. 

Offensichtlich wird, wie schwer, aber auch wie notwendig es ist, sich abzugrenzen, einen Menschen zu lieben und dennoch loszulassen, um sich selbst zu schützen. Diese innere Zerrissenheit dauert bis zum Schluss an, denn jede Stabilität ist eine Momentaufnahme, ist fragil und kann jederzeit umschlagen.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Unblutiger, ruhiger Kriminalroman, der auf Atmosphäre, moralische Dilemma und innere Konflikte statt auf Effekthascherei und actionreiche Fallaufklärung setzt

Waldnacht
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ine junge Frau wird in ihrem Wohnhaus, einer Villa im wohlhabenden Stockholmer Stadtteil Djursholm, tot aufgefunden. Im Schlafzimmer befindet sich ihr neugeborener Sohn.
Kriminalinspektorin Sakka Pienni ...

ine junge Frau wird in ihrem Wohnhaus, einer Villa im wohlhabenden Stockholmer Stadtteil Djursholm, tot aufgefunden. Im Schlafzimmer befindet sich ihr neugeborener Sohn.
Kriminalinspektorin Sakka Pienni der Regionalen Ermittlungsgruppe in Stockholm nimmt zusammen mit ihrem Kollegen Eddie die Ermittlungen in dem Mordfall auf. Sie versuchen ein Motiv für die Tat zu finden und stoßen dabei zunächst auf mehrere in Frage kommende Täter, die jedoch alle ein Alibi vorweisen können.
Sakka ermittelt unermüdlich weiter, wahrend der Fall durch ein weiteres Opfer unübersichtlicher wird und wird dabei zunehmend mit dunklen Erinnerungen an ihre Kindheit in der Heimat in Norrland konfrontiert. Zudem kostet sie der Kampf gegen ihre bipolare Störung, die sie vor ihren Kollegen und selbst ihrem Partner verbirgt, Kraft.

"Waldnacht” ist der erste Band der skandinavischen Krimireihe um Kriminalinspektorin Sakka Pienni, die einen Mord aufklären soll und zeitgleich mit einem Kindheitstrauma und einer angeschlagenen psychischen Gesundheit umgehen muss.

Der Roman schildert in der Gegenwart die Verbrechensaufklärung, die vom Schweigen einer streng religiösen Familie und dem abgeschotteten Leben des Opfers behindert wird. Dabei sind die Ermittlungen stark von der Hauptfigur Sakka geprägt, die an ihre psychischen Grenzen gerät und gefährlich nah ab einer manischen Phase impulsiv handelt.
Daneben gibt es einzelne Kapitel aus der Vergangenheit, die von einer einsamen Teenagerin aus unsicheren Familienverhältnissen handeln, die sich einer elitären Gruppe Jugendlicher annähert .

Das Setting auf beiden Erzählebenen ist düster, rau und melancholisch - typisch nordic noir - und verleiht der Geschichte eine beklemmende Atmosphäre. Sowohl der aktuelle undurchsichtige Fall der grausamen Hinrichtung einer jungen Mutter und die Umstände eines weiteren Todesfalls, als auch die Frage, in welchem Zusammenhang der Erzählstrang um das 14- jährige Mädchen in der Vergangenheit mit diesen Ereignissen steht, sorgen für anhaltende Spannung.

"Waldnacht” ist ein unblutiger, ruhiger Kriminalroman, in dem nicht allein die Fallaufklärung im Vordergrund steht. Der Roman ist charaktergetrieben, setzt auf Atmosphäre, moralische Dilemma und innere Konflikte statt auf Effekthascherei und actionreiche Fallaufklärung und lässt in Bezug auf nachfolgende Bände Raum für Entwicklung der Hauptfigur, deren Erkrankung gleichzeitig Stärke und Schwäche bei der Arbeit ist

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