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Veröffentlicht am 14.06.2026

Björling am Abgrund

Deine Zeit wird kommen
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Carl-Johan Vallgren kannte ich bisher nicht. Aber „Deine Zeit wird kommen“, ein gut geschriebener Spannungsroman, überzeugt mit einem gelungenen Plot. Worum geht es?
Falkenberg, Schweden, 1993. Wir lernen ...


Carl-Johan Vallgren kannte ich bisher nicht. Aber „Deine Zeit wird kommen“, ein gut geschriebener Spannungsroman, überzeugt mit einem gelungenen Plot. Worum geht es?
Falkenberg, Schweden, 1993. Wir lernen Kommissar Roger Björling kennen. In einem Fluss wurde eine junge Frau tot aufgefunden. Sie war nackt. Der Kopf kahlgeschoren. Sie wurde erdrosselt.
Kurz darauf verschwindet Björlings Tochter Malin. Seit dem Krebstod seiner Frau Maria ist sie alles, was ihn noch am Leben hält. Hängen Malins Verschwinden und der Mord zusammen?
Björling ermittelt gemeinsam mit seinem Kollegen Håkansson und Johanna, einer Kollegin aus Stockholm. Schnell ist klar, dass die Frau wohl gefangen gehalten wurde. Von wem und warum?
„Deine Zeit wird kommen“ ist ruhig und düster, in bester skandinavischer Tradition. Eine Geschichte von Trauer und Verlust. Dazu ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Zitat: „Trauer ist gestreift, hatte ein kluger Mensch mal gesagt. Mal befand man sich im Schatten, mal im Licht. Jetzt gerade war er [Björling] im Licht.“
Björling ist ein Eigenbrötler, der Selbstgespräche mit seiner verstorbenen Frau führt. Aber er ist ein guter Ermittler. Auch Johanna hat ihr Päckchen zu tragen. Sie ist vor 13 Jahren aus Falkenberg geflohen, vor ihrer alkoholkranken Mutter und hat ihre jüngere Schwester im Stich gelassen. Johanna ist sehr analytisch und arbeitet am liebsten allein.

Fazit: Eine Geschichte, die berührt. Ein Autor, den ich mir merken werde.

Veröffentlicht am 10.06.2026

Nesbø goes Dystopie

Insel der Ratten
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Um es gleich zu sagen, „Insel der Ratten“ von Jo Nesbø ist ein dystopisches, finsteres Werk, das in einem Amerika der nahen Zukunft spielt. Worum geht es?
Der Zusammenbruch der Gesellschaft nach einer ...


Um es gleich zu sagen, „Insel der Ratten“ von Jo Nesbø ist ein dystopisches, finsteres Werk, das in einem Amerika der nahen Zukunft spielt. Worum geht es?
Der Zusammenbruch der Gesellschaft nach einer Pandemie. Die Elite, die sich alles leisten kann, während Plünderer durch die Straßen ziehen. Es herrschen Chaos und Gewalt.
Colin Lowe und sein Freund Will Adams stehen auf dem Dach eines Hochhauses. Die Reichsten der Reichen warten auf den Helikopter, der sie zu einem Flugzeugträger bringen soll. Das Schiff hat Platz für 3500 Menschen und ausreichend Lebensmittel, Medikamente und auch alles andere an Bord, was es braucht, um in den nächsten vier Jahren keinen Hafen anlaufen zu müssen.
Davor: Colin, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten, während sich Will mit seiner Familie in ihrem Haus verschanzt. Dort werden sie eines Tages von Colins Sohn Brad und seiner Bande überfallen. Wills Frau Heidi wird vergewaltigt und seine Tochter Amy getötet. Aber Will sinnt nicht auf Rache, er will Gerechtigkeit…
„Insel der Ratten“ ist spannend und beklemmend. Ganz anders als die Krimis und Thriller, die Jo Nesbø sonst schreibt. Der Autor kann auch Horror und Terror.
Die Angst geht um. Es gilt das Gesetz des Stärkeren. Von wegen vor dem Gesetz sind alle gleich. Was ist freier Wille, wo sind wir unfrei? Diese und andere philosophische Fragen werden gestellt.

Fazit: Spannung gepaart mit Gesellschaftskritik. Hammer!

Veröffentlicht am 30.05.2026

Ein Albtraum!

Alles ihre Schuld
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Andrea Mara kannte ich bisher nicht. Aber „Alles ihre Schuld“, ein Thriller über einen verschwundenen Jungen, klang vielversprechend. Worum geht es?
Marissa Irvines kleiner Sohn Milo wird vermisst. Er ...


Andrea Mara kannte ich bisher nicht. Aber „Alles ihre Schuld“, ein Thriller über einen verschwundenen Jungen, klang vielversprechend. Worum geht es?
Marissa Irvines kleiner Sohn Milo wird vermisst. Er war zum Spielen mit seinem Klassenkameraden Jacob verabredet. Aber an der angegebenen Adresse öffnet eine fremde Frau.
Der 4-jährige Milo wurde anscheinend entführt. Von wem und warum? Eine Lösegeldforderung gibt es nicht. Eine verzweifelte Suche beginnt…
Thriller aus Irland sind immer etwas Besonderes für mich. Denn da gibt es nicht viele. Jedenfalls hat mich die Geschichte über Lügen und Geheimnisse in der Nachbarschaft sofort gepackt.
Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus zwei Perspektiven: Marissa und Jenny, die Mutter von Jacob. Eine Wendung jagt die nächste. Nichts ist so, wie es scheint. Niemand ist der, der er zu sein scheint. Und fast jeder hat etwas zu verbergen.
Ab und zu sind Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut. Sie zeigen, wie leicht es gewesen war, mit dem Kind zu verschwinden. „Alles ihre Schuld“ ist auch ein Buch, das Kindererziehung und Gleichberechtigung thematisiert.
Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Marissa schiebt Panik und Jenny fühlt sich schuldig an Milos Verschwinden. Ihre Gedanken und Gefühle konnte ich gut nachvollziehen. Die Auflösung ist überraschend - und schockiert.

Fazit: Eine fesselnde und zum Nachdenken anregende Lektüre. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 06.05.2026

Mord, Lügen und Geheimnisse

Schattengast
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„Happy New Year“ und „Nur eine Lüge“ von Malin Stehn hatten mich begeistert und auch „Schattengast“, ihr neuer Schweden-Krimi überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht ...


„Happy New Year“ und „Nur eine Lüge“ von Malin Stehn hatten mich begeistert und auch „Schattengast“, ihr neuer Schweden-Krimi überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Sandra feiert ihren vierzigsten Geburtstag mit einer großen Party. Am nächsten Tag liegt sie tot in der Waschküche. Was war geschehen?
„Schattengast“ ist ein Slow Burner, der erst langsam Atmosphäre aufbaut, bis die Achterbahn dann richtig loslegt.
Es fällt schwer, Mitgefühl für das Opfer zu empfinden. Denn Sandra kommt ziemlich unsympathisch rüber. Sie ist kaufsüchtig, nimmt Kredite auf und überschuldet sich. Ihr Mann Jack, ein Autor, hat nach dem Erfolg seines Debüts mit seinem zweiten Roman kein Glück, was er seiner Frau verschweigt. Befreundet sind sie mit Lejla und Nedim. Beide Paare haben zwei Kinder.
Gerade im Zusammenspiel der Figuren entsteht die Spannung. Weiß man wirklich alles über seine Nachbarn, Freunde und Familie? Denn in „Schattengast“ wird deutlich, dass kleine Lügen, Heimlichkeiten, verheerende Folgen haben können. Malin Stehn gelingt es sehr gut, Familien und die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern darzustellen.
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Immer wieder sind Auszüge aus der polizeilichen Vernehmung eingestreut. Obwohl man bereits im ersten Kapitel erfährt, wer das Opfer ist, mindert das die Spannung nicht, da man weder den Täter, noch das Wie und Warum kennt. Es gibt viele mögliche Motive und viele Handlungsstränge, die geschickt miteinander verwoben sind.
Nach Sandras Tod springt die Handlung zurück in die Vergangenheit und wir verfolgen die Ereignisse, die zu der Tat führten. Viele Figuren treffen eine Fehlentscheidung nach der anderen, verstricken sich in Lügen und sind völlig unfähig zu kommunizieren. Wie eine Achterbahn, die immer schneller wird und schließlich entgleist. Die Auflösung ist stimmig - und schockiert.

Fazit: Abgründiger Schweden-Krimi. Absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 28.04.2026

Tatort Island

Schlafende Vulkane
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Die Schwedenkrimis von Hjorth & Rosenfeldt habe ich geliebt und auch der neue Island-Thriller von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson, „Schlafende Vulkane“, überzeugt mit einer Menge Spannung. Worum geht ...

Die Schwedenkrimis von Hjorth & Rosenfeldt habe ich geliebt und auch der neue Island-Thriller von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson, „Schlafende Vulkane“, überzeugt mit einer Menge Spannung. Worum geht es?
In einer Pferdebox nahe Reykjavík wird eine Tote gefunden, ermordet. Es handelt sich um Guðný Axelsdóttir.
Danach begegnen wir Bjarki Guðmundsson, genannt Grettir. Er rettet mal eben die Welt, einen Busfahrer und eine Frau aus einem reißenden Fluss.
Und dann ist da noch Helga Þóra Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Sie soll im Fall der toten Frau ermitteln. Ihr erster großer Fall.
Ist Guðnýs Ex-Mann tatsächlich der Täter? Jedenfalls ist ihr 10-jähriger Sohn Kristofer spurlos verschwunden. In dieser wilden, gefährlichen Landschaft ein großes Risiko. Kristofer wird stark unterkühlt, aber gerade noch rechtzeitig gefunden, der Vater verhaftet. Doch die Morde gehen weiter.
Als wäre das noch nicht genug, werden die Morde vorher im Darknet angekündigt und live übertragen. Der Täter nennt sich „Mamasboy“. Wer steckt dahinter? Denn Kristofers Vater ist es nicht. Wie findet er seine Opfer?
„Schlafende Vulkane“ ist spannend und unterhaltsam. Hart und brutal. Ein wirklich extremes Setting. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Und Island geht immer. Düster und mystisch.
Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Helga ist analytisch und hartnäckig. Bjarki, ein Motorradpolizist, eher wortkarg und kein Teamplayer. Ein ungleiches Paar, das sich zusammenraufen muss, um diesen komplexen Fall zu lösen.

Fazit: Fesselnder Auftakt um das Ermittlerduo Helga und Bjarki in der Vulkanlandschaft Islands.