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Veröffentlicht am 27.06.2026

Hin und her gerissen...

Herzflut
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Herzflut ist ein Roman, der sich einem wirklich schwierigen Thema widmet. Es geht vor allem um Sara, Mitte 20, lebt und arbeitet in London. Als sie Miles kennenlernt, fühlen sich beide sehr voneinander ...

Herzflut ist ein Roman, der sich einem wirklich schwierigen Thema widmet. Es geht vor allem um Sara, Mitte 20, lebt und arbeitet in London. Als sie Miles kennenlernt, fühlen sich beide sehr voneinander angezogen. Doch Sara hat ein großes Problem mit körperlicher Nähe und so lassen sie sich sehr, sehr viel Zeit, sich aufeinander einzulassen und darauf, welche Intensität welche Form von körperlicher Nähe in ihrer Beziehung funktionieren kann. 

Zunächst einmal ist das Buch vom Stil her durchaus gut geschrieben. Allerdings wirken manche Sätze und Beschreibungen auf mich leider etwas zu gewollt, als habe die Autorin unbedingt poetisch(er) klingen wollen und das wirkt ab und an etwas aufgesetzt. 

Ein Plus des Romans sind die Figuren Anji, die beste Freundin Saras, und auf jeden Fall auch Miles. Vor allem am Anfang ist er wirklich fast "zu gut", um wahr zu sein. Er ist unfassbar geduldig und einfühlsam - und das, obwohl selbst mich als Leserin Sara mehr und mehr genervt hat. Diese Figur ist auch leider eins meiner Minuspunkte des Buches. Saras Schicksal, das erst recht spät im Buch aufgedeckt wird, ist furchtbar und ein Thema, das mich üblicherweise sehr mitnimmt. Aber - an dem Punkt, als es dann soweit war, dass es "raus" kam, habe ich es erstens schon sehr klar vermutet und nicht verstanden, warum es so lange dauern musste, es endlich aufzudecken. Und zweitens - war mir Sara zu dem Zeitpunkt schon so unsympathisch, dass mein Mitgefühl praktisch nicht mehr aktivierbar war, was mich total erschreckt hat. 

Sara ist eine Protagonistin, die mich nicht erreicht hat. Sie ist ungeduldig und unfair, sie fordert, gibt aber nichts, sie wirft vor, nimmt sich selbst aber nicht zurück und sie ist auch in den (vielen!) Streitereien mit Miles eine Person, die ich einfach nicht mochte. Aus diesem Grund hat mich das Ende des Romans auch durchaus zufriedengestellt, denn es ist definitiv keine Romanze, die wir hier lesen. Es geht um Sara und ihre Probleme und ihr Trauma, das aber leider durch die Art und Weise, wie die Figur konstruiert wurde, mich nicht mehr erreichen konnte. 

Das finde ich sehr schade! Auch aus diesem Grund habe ich länger für das Buch gebraucht, als ich erwartet hatte, da ich oft nicht "in der Stimmung war", wieder in Saras Gedanken und Gefühle abzutauchen und mehr und mehr einen Widerwillen gegen sie entwickelt habe. 

Eine eingeschränkte Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Nicht ganz meins, leider

Tanzende Frau, blauer Hahn
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Tanzende Frau, blauer Hahn ist ein Roman, der mich leider etwas ratlos zurück lässt. Die Sprache und der Stil haben mir auf jeden Fall gefallen und auch die Stimmung, die vermittelt wird. Wir lesen aus ...

Tanzende Frau, blauer Hahn ist ein Roman, der mich leider etwas ratlos zurück lässt. Die Sprache und der Stil haben mir auf jeden Fall gefallen und auch die Stimmung, die vermittelt wird. Wir lesen aus der Perspektive einer Autorin, die sich auf Lesereise gemeinsam mit einem Pianisten befindet und die einzelnen Kapitel ihres Buches vorträgt. Diese sind alle Erinnerungen aus ihren Sommern, die sie stets bei ihrer Großmutter und -tante im kleinen Ort Busteni im Rumänien der 1990er Jahre verbrachte. 

Die einzelnen Kapitel sind gut geschrieben und die Figuren und Stellen teilweise humorvoll oder auch rührend beschrieben. Vor allem die Sommeratmosphäre wird sehr gut eingefangen. Ab und zu blitzt auch hervor, wie es den Menschen zu dieser Zeit ging, welche Art von Schatten der gerade überstandene Kommunismus noch wirft - aber alles eher aus der Perspektive eines Kindes dieser Zeit. 

Auch die Liebe ist ein wichtiges Thema und wird auf verschiedene Art und Weise beschrieben und zum Thema gemacht.
Mir fehlte allerdings leider der rote Faden und auch das Verständnis, wie nun alles zusammenhängt und wer warum was macht. Vor allem die Rahmenhandlung blieb mir am Ende nicht ganz klar. Ich vergebe nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Zügelloses Leben in Belfast

Weird Girls
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4 junge Frauen lebten gemeinsam in einer WG in Belfast. Sie gehen feiern, trinken, nehmen Drogen und leben zügel- und hemmungslos ihre Bedürfnisse aus. Vor einem Jahr allerdings ist eine von ihnen gestorben ...

4 junge Frauen lebten gemeinsam in einer WG in Belfast. Sie gehen feiern, trinken, nehmen Drogen und leben zügel- und hemmungslos ihre Bedürfnisse aus. Vor einem Jahr allerdings ist eine von ihnen gestorben und die Freundschaft und Gemeinschaft, die bereits vor dem Tod ihrer Freundin Risse bekommen hat, droht auseinanderzubrechen.
3 von 4 der Frauen werden in dem Buch ihren 30. Geburtstag erleben und feiern.
Leider ist Buch nicht so gut gewesen, wie ich gehofft habe. Das Cover und der Farbschnitt sind so toll und auch der Klappentext versprach mehr. Aber das Lesen des Buches hat mich leider etwas ratlos zurück gelassen. Ständig werden Exzesse beschrieben mit Alkohol und Affären. Die Perspektive wechselt zwischen den drei Frauen hin und her, allerdings blieben alle für mich nicht wirklich greifbar und ich konnte keine Beziehung zu einer der Protagonistinnen aufbauen. Sie waren mir alle deutlich zu oberflächlich, vielleicht auch zu "unreif" und es kommt nicht wirklich zu einer Entwicklung. Und was den Plot angeht - hier fehlt mir tatsächlich der rote Faden.
Leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3 Sterne, weil die Aufmachung des Buches wirklich sehr schön ist!

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Leider nicht ganz mein Geschmack...

Tödliche Nachlese
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Im beschaulichen Malsch wird am Tag nach der Eröffnung der Karnevalssaison eine Puppe gefunden, die nach Voodoo Art mit Nadeln gespickt ist. Eine Warnung an Tobias und Dominik, die vor ein paar Jahren ...

Im beschaulichen Malsch wird am Tag nach der Eröffnung der Karnevalssaison eine Puppe gefunden, die nach Voodoo Art mit Nadeln gespickt ist. Eine Warnung an Tobias und Dominik, die vor ein paar Jahren eine Mordserie gestoppt haben...?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Autor sehr sympathisch zu sein scheint - er hat einen Instagram Account, auf dem er die Schauplätze des Romans zeigt. Ich wohne in der Gegend, was die Lektüre auf jeden Fall sehr nett gemacht hat - wenn man den IKEA kennt, in dem Tobias mit seiner Tochter einen Schrank kaufen geht z.B.

Auch gab es zu dem Buch einen Aufkleber für Wein dazu mit dem Cover des Buches, eine sehr süße Idee!

Die Geschichte selbst jedoch ist leider nicht ganz nach meinem Geschmack. Für mich war der Schreibstil schwer zu lesen, da es viele Wiederholungen gab und inflationär mit dem Ausrufungszeichen umgegangen wird. Auch die Spannung kam bei mir nicht wirklich auf. Es gibt ein paar Wendungen, aber ich habe nie wirklich gefühlt, dass die Spannung anzieht und das ist für mich bei einem Krimi auf jeden Fall ein Muss, was hier leider fehlte. Auch ist Tödliche Nachlese der zweite Band einer Reihe. Auf die Vorgeschichte wird oft Bezug genommen, mir fehlte jedoch leider das Hintergrundwissen, was vermutlich ebenfalls dazu beigetragen hat, dass die Figuren und der Plot mich nicht abholen konnten.

Alles in allem vergebe ich 3 Sterne für eine Lektüre, die mich persönlich leider nicht begeistern konnte, die aber auf jeden Fall einen atmosphärischen Flair hat für mich als Ortskundige.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Rätselhafte, verwobene Familiengeschichte

Die Stimmen der Nacht
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Die Stimmen der Nacht erzählt die Geschichte von Margaret und Benjamin, die sich in den 1960er Jahren in Lagos ineinander verlieben und eine Tochter miteinander bekommen. Ihre Geschichte ist allerdings ...

Die Stimmen der Nacht erzählt die Geschichte von Margaret und Benjamin, die sich in den 1960er Jahren in Lagos ineinander verlieben und eine Tochter miteinander bekommen. Ihre Geschichte ist allerdings durch ihre nigerianischen Vorfahren bereits lange vorher miteinander verwoben.

Margaret kämpft mit den Geistern ihrer Ahnen - und Benjamin hält dies nicht aus und verlässt sie und ihr gemeinsames Kind.

Jahre später treffen Margaret und Ben und ihre Tochter und deren Familie wieder aufeinander, dort, wo ihrer aller Wurzeln liegen.

Die Geschichte wechselt kapitelweise in den Zeiten und Orten hin und her - zwischen 1905, den 1960er und 1970ern und 2005, zwischen Umumilo, Atlanta, London und Lagos. Obwohl die Sprache klar und gut lesbar ist, habe ich mit dem Verständnis des Textes meine Probleme gehabt. Mir war bis zum Schluss bei vielen Strängen und Themen nicht ganz klar, was jetzt wirklich geschehen ist, was Einbildung oder Krankheit und wer zu wem gehört und wem was geschehen ist.

Das hat mir die Lektüre leider dann doch zu sehr verkompliziert, als dass ich eine eindeutige Leseempfehlung geben kann.

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