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Veröffentlicht am 29.06.2026

Israel, Naher Osten

Breaking News
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Breaking News, Frank Schätzing
Dem Vielschreiber Schätzing ist ein weiteres voluminöses Werk zum Nahostkonflikt zu verdanken: 962 Seiten bis zur Danksagung, die auch ziemlich lang geworden ist und natürlich ...


Breaking News, Frank Schätzing
Dem Vielschreiber Schätzing ist ein weiteres voluminöses Werk zum Nahostkonflikt zu verdanken: 962 Seiten bis zur Danksagung, die auch ziemlich lang geworden ist und natürlich mit interessanten Gesprächspartner:innen. Ein Glossar mit den wichtigsten im Buch erwähnten Begriffen. Und eben ein spannender Stoff, der in Afghanistan beginnt und sich nach Nordafrika bis dann rüber in die Levante zieht.

Wer Schätzing kennt, weiß dass er gut recherchiert und spannend schreibt. Ein Naturtalent wie es scheint, auch einer der nicht nur schreiben liebt, sondern auch ein guter Entertainer ist. Interviews mit ihm sind ein Genuss. Es scheint, dass der Mensch mit allem verwöhnt wurde was das Universum zu bieten hat, eine sich langsam aufbauende aber gekonnte Karriere, großer Erfolg, Bestbestseller mit Millionenauflagen, Verfilmung… und dazu kommt auch noch der private Erfolg, eine ihn liebende Frau und ein blendendes Aussehen. Er schreibt so wie es sein Publikum will. Doch nicht jedes Buch von ihm gefällt mir. Manche ja, nicht alle. Bleiben wir aber bei BREAKING NEWS:

Tom Hagen, ein Kriegs- und Krisengebietsreporter, der sich etwas zuviel traut, der gerne den Pulitzer preis gewinnen möchte und anscheinend ein rechter Haudegen ist (ehrlich gesagt, es ist ein Roman, denn im wahren Leben sind diese Reporter gemäßigter, sonst würden sie nicht lange in dem Metier überleben, sagt eine, die dort arbeitete und einige davon kennt).
In Afghanistan, mit seinen Informanten, seinen Ortskenntnissen und auch seinem Ideenreichtum, versucht er sich an einer Geiselbefreiung. Sein Fehler, dass er eine junge und unerfahrene Möchtegern - Journalistin (mit der er auch noch eine Bettgeschichte am Laufen hat) mitnimmt, die dann alles vermasselt durch ihre Ungeschicklichkeit (Drama, Drama, damit es spannend ist). Hagen ist damit draußen aus dem Geschäft, nicht mehr der gefeierte Topjournalist, sondern eben ein Loser, der das Geschäft vermasselte. Auf diesem Hintergrund versucht er sein Comeback. Und es wird nicht einfach für ihn. Zuerst in Libyen, er will dabei sein, wenn Gaddafi festgenagelt wird, damit er wieder der Top – Junge wird. Pech, dass ihm beim Bombenhagel etwas auf den Kopf fällt. Also versucht er sich zu erholen. In eretz Israel, wo ihm die nächste Geschichte so quasi in den Schuh geschoben wird. doch es wäre nicht Hagen, wenn nicht auch diese Geschichte aus dem Ruder läuft. Und so sind wir bei spannenden Irrfahrten, Kidnapping und ein paar Sexgeschichten. Da auch noch Bet Schin, der israelische Inlandsgeheimdienst, seine Finger im Spiel hat, der natürlich erstklassige Agent:innen aufzubieten hat, die eigenartig sind und manchmal etwas überkandidelt (aber um wieder aus der Praxis zu plaudern, dieser Teil ist sehr stimmig, denn so sind sie!) wird es rasant.
Dazwischen wird die Geschichte Israels anhand einer Großfamilie mit ihren unterschiedlichen Schicksalen erläutert. Dieser Teil wird teilweise zu langatmig. Zu viele Informationen. Doch Schätzing versteht wirklich aus banalen Abläufen etwas Spannendes zu zaubern.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Nombeko

Die Analphabetin, die rechnen konnte
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Eine junge Südafrikanerin: Auf dem Weg durch dieses Buch erleben wir Nombeko als Mädchen, als junge Frau, als Flüchtling, als Verliebte.

Es ist ein ungemein komisches Buch, was mich oft laut auflachen ...

Eine junge Südafrikanerin: Auf dem Weg durch dieses Buch erleben wir Nombeko als Mädchen, als junge Frau, als Flüchtling, als Verliebte.

Es ist ein ungemein komisches Buch, was mich oft laut auflachen ließ, aber mit einem sehr ernsten Hintergrund.

Diese Atombombe.
Diese junge Frau.
Dieses Land unter Apartheid.
Dieses andere Land in Europa - Schweden.

Der Roman vom Autor "Der Hundertjährige, der durch ein Fenster stieg und verschwand" führt wieder durch tragischkomische Situationen. Mit eigentümlichen Personen, manche, die man schütteln möchte, andere - wie die Hauptpersonen -, die man einfach nur in Armen nehmen möchte.

Ein Roman, der fesselt und gute Lesemomente verspricht, mit Anspruch und einem sehr guten Schuß Humor.
So soll Literatur sein!



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Veröffentlicht am 01.11.2025

Die Wehrmacht rückt auf St. Petersburg vor

Stadt der Diebe
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Dieser Roman hat mich - um vielleicht mit einem abgedroschenen Begriff um mich zu schmeißen -, aber es stimmt: Er hat mich schlichtweg umgehauen!

"Der große vaterländische Krieg", die deutsche Wehrmacht ...

Dieser Roman hat mich - um vielleicht mit einem abgedroschenen Begriff um mich zu schmeißen -, aber es stimmt: Er hat mich schlichtweg umgehauen!

"Der große vaterländische Krieg", die deutsche Wehrmacht dringt in den russischen Raum ein, erobert große Teile und belagert Sankt Petersburg für zwei Jahre.
Die Menschen leiden Hunger, viele sind geflüchtet, weiter ins Land hinein, andere wurden rekrutiert um das Heimatland zu verteidigen

Und dann passiert folgendes: Einem jungen Mann, gerade mal 17 Jahre alt, fällt ein Wehrmachtsoffizier aus dem Himmel zu Füßen. Er und seine Freunde, die Wache auf ihrem Wohnkomplex halten, plündern die Leiche. Sie hoffen auf Nahrung oder anderem Verwertbares. Eine Polizeistreife jagt die jungen Menschen, eine Frau fällt hin und Lew hilft ihr. Dabei wird er von der Streife verhaftet und erwartet, dass er erschossen wird. In einem berüchtigtes Gefängnis gesteckt meint er, dass seine letzte Nacht anbricht. Doch ein anderer junger Mann wird zu ihm in die Zelle gesteckt. Dieser hat sich unerlaubt von seiner Truppe entfernt und wird als Deserteur betrachtet, darauf steht ebenfalls die Todesstrafe.

Doch am nächsten Morgen kommen die beiden vor ein hohes Tier, der die Hochzeit seiner Tochter ausrichtet. Und er verschont ihr Leben, wenn sie ihm binnen weniger Tage ein Dutzend Eier bringen für die Hochzeitstorte.

Darauf basierend durchkämmen die beiden jungen Männer Petersburg und schließlich auch die Region außerhalb, bis hinter die Grenze an der die Deutschen stehen.

Auf der Suche nach den Eier erleben die beiden Unglaubliches und Unmenschliches. Es ist eine Abfolge von Erlebnissen, die einerseits die Brutalität einer solchen Belagerung und Aushungerung zeigt, andererseits auch wie sich Menschen gegenseitig helfen.

Großartig geschrieben von einem Könner (von dem ich erst im Nachhinein erfuhr wer er ist - der Drehbuchautor von Game of Thrones und Star Wars). Diese Abfolge von dramatischen Ereignissen im Laufe der Suche nach den Eiern kann sich nur jemand ausdenken, der etwas von Dramatik versteht. Und in der Tat, der Roman liest sich wie ein Drehbuch.
Unglaublich dicht und bestückt mit Bildern, gut recherchiert und mit einer interessanten Rahmengeschichte.

Eines der Bücher, die auf jeden Fall in meinem Bücherschrank verbleiben für wiederholtes Lesen!

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Die bekannte Welt gerät aus den Fugen

Die bekannte Welt
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Wer weiß, dass es neben weißen Sklavenhalter:innen auch Schwarze in den Staaten gab?

Für die überwiegende Masse der schwarzen Sklaven ist die bekannte Welt ihre Plantage, für die wenigen Hausklaven natürlich ...

Wer weiß, dass es neben weißen Sklavenhalter:innen auch Schwarze in den Staaten gab?

Für die überwiegende Masse der schwarzen Sklaven ist die bekannte Welt ihre Plantage, für die wenigen Hausklaven natürlich der Herrschaftssitz ihrer Besitzenden. Wenige wurden auf Reisen zur Bedienung mitgenommen.
Das heißt, was die Sklaven kannten waren die jeweilgien Plantagen ihrer Besitzenden. Wenn sie verkauft wurden kamen sie mit ihrem Eigentümer:innen zu einem neuen Ort. Ihre neue Bekannte Welt.
Das Buch spielt im 19. Jahrhunderten vor dem US- Amerikanischen Bürgerkrieg. Allerdings gibt es schon die Abolitionismus Bewegung, mit der schwarze Sklaven freigelassen werden sollten. In der Gesellschaft dieser Zeit um 1855 bis 1861 gibt es in der Tat – schwarze Sklaven, indianische Menschen, Weiße aus aller Welt, und vor allem freigelassene Sklaven und damit eine neue Schicht, was von vielen Weißen aber nicht akzeptiert wird. Damit auch eben die Übergriffe, dass Freigelassene, die ihren Schutzbrief ständig mit sich tragen mussten, auch von Sklavenhändler wieder eingefangen wurden, ungestzlich. Also es war ein schreckliches Durcheinander und gesetzloses passierte leicht.

Von allen beteiligten Personen sind die wenigsten sympathisch. Dazu kommt noch ein heftiges Durcheinander von Randgeschichten und Figuren. Auch ein zeitliches Durcheinander macht es nicht leicht die vielen und verirrenden Fakten klar zu bekommen.
Von allen handelnden Personen sind mir die Figuren von Augustus und Mildred am Lieben gewesen. Augustus, ein begnadeter Schuhmacher und Sklave unter William Robbins, schafft es sich freizukaufen. Er baut ein kleines Haus, eine gute Strecke von seiner alten Plantage entfernt. Seine Frau Mildred kauft er frei, sobald er das Geld dazu verdient hat. Zuletzt kauft er seinen einzigen Sohn Henry frei, leider weil auch Henry sehr begabt und noch mehr beliebter bei seinem Sklavenhalter ist, erst Jahre später. Robbins setzt den Preis für den Freikauf immer weiter hoch. Eine gewisse Entfremdung zwischen Eltern und Sohn passiert, da der Sohn mehr oder weniger von einer anderen Mutter aufgezogen wird. Und auch Robbins hängt sein ganzes Leben lang an Henry. Robbins selbst hat eine schwarze Geliebte, Ex-Sklavin, die er als Geliebte gekauft hat, mit der er zwei Kinder an, mehr oder weniger legitimiert.
Das Wichtige an dem Buch ist jedoch – Schwarze Sklavenhalter. Von denen soll es über 3000 gegeben haben. Und Henry Townsend wird zum schwarzen Sklavenhalter.

Interessant ist jedoch, dass der Sklavenhandel, Sklavenhaltung und Missbrauch von Menschen als Besitztümer anderer Menschen ein weltweites und sogar urhistorisches Phänomen ist. In manchen Teilen von Afrika wird auch noch heute von Sklaven gesprochen (persönliche Erfahrung aus Kamerun). Im Sudan werden auch heute noch Menschen versklavt (siehe dazu die Berichterstattung und Bücher). Man spricht vom Transatlantischen Sklavenhandel, zu dem eben auch die Afro amerikanischen Sklaven gehören. Es gibt den Transsaharischen Sklavenhandel und den innerafrikanischen Sklavenhandel. So stammt auch das osteuropäische Wort Slawen von Sklaven ab. Weil in den Anfängen der europäischen Geschichte Wikinger, Nordmänner und andere kriegerische Völker viele der in Ost- und Südosteuropa beheimateten Völkern verklavten. Aber auch Sklavenhaltung in Rom ist bekannt.

Das Buch gewann den Pulitzer Preis

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Erstaunliche Erzählungen...

Die Leute von Privilege Hill
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... denn am Ende der Erzählungen ist der lesende Mensch ganz perplex darüber !

Zuerst liest sich ein wenig altbacken und mit dem großen Fragezeichen "Lohnt sich das Lesen?" Diese Geschichten von einer ...

... denn am Ende der Erzählungen ist der lesende Mensch ganz perplex darüber !

Zuerst liest sich ein wenig altbacken und mit dem großen Fragezeichen "Lohnt sich das Lesen?" Diese Geschichten von einer 1928 geborenen Autorin zu lesen? Ist das nicht aus der Zeit gefallen? Und noch keiner Klassiker wie z.B. Jane Austen...

Ha, so solle sich ein jeder, eine jede die Mühen machen und sich wirklich einlesen. Denn es ist schon erstaunlich, was die Autorin Jane Gardam auf ihre subtile Art und Weise ihren handelnden Personen eingibt. Hongkong, bevor es chinesisch wurde und noch britisch war, die Autorin muss den Ort aus eigener Anschauung kennen. Und dann verläuft sich eine Britin und wird von einem Schweinefahrer nach Hause gebracht. Es macht nachdenklich, denn genauso tapsig laufen viele durch die Gegend, und dann, plötzlich dann, merken sie etwas. Und es berührt sie und lässt sie nicht mehr los.

Oder nehmen wir 'Hetty schläft', war es jetzt real oder geträumt. Doch doch, da war doch etwas. Oder 'Die geheimen Briefe' und die Reaktion. Hätte ich auch so gehandelt? Die mitspielenden Figuren zeigen plötzlich eine Stärke oder ein unvorhersehbares Verhalten, was verblüfft. Ja ja, so können Menschen auch sein, unvorhersehbar...

Jane Gardam hat das so geschickt beschrieben, dass ihre Texte schlicht zeitlos sind, auch wenn sie damals spielen, in den Fünfzigern, früher oder später ... Die Texte ließen sich auch leicht in das Heute versetzen.

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