Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
online

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2019

Die Toten und ihre Geschichte

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
0

Kaum aus der Elternzeit zurück, bekommt Gina Angelucci einen neuen Cold Case auf den Tisch. Es wurden die Gebeine von zwei Toten entdeckt. Es stellt sich heraus, dass sie schon mehrere Jahrzehnte da gelegen ...

Kaum aus der Elternzeit zurück, bekommt Gina Angelucci einen neuen Cold Case auf den Tisch. Es wurden die Gebeine von zwei Toten entdeckt. Es stellt sich heraus, dass sie schon mehrere Jahrzehnte da gelegen haben. Wer sind die beiden und warum schleicht diese seltsame Frau immer in Ginas Nähe herum?

Dieses Buch lässt sich unabhängig von den anderen der Reihe lesen. Es beschäftigt sich mit der Zeit kurz vor Kriegsende und zeigt eine der vielen üblen Facetten jeder Zeit und Gesinnung auf. Stilistisch sehr schön und frisch angelegt erfährt der Leser aus einer neuen Sicht von den Gräueltaten, die so einige unter dem Deckmantel des Krieges begangen haben. Auch die Wendigkeit, mit der so manche direkt nach der Kapitulation vom Befürworter zum Gegner wurde. Sehr vieles, das zwischen den Zeilen steht, geht direkt unter die Haut.

Das Privatleben der Ermittlerin Gina Angelucci und ihrem Mann Tino Dühnfort, das Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom, die sich ausbreitende rechte Gesinnung – hier wird gekonnt und geschickt ein immer aktuelles Thema aufgegriffen und beleuchtet. Auch wenn Frau Löhnig mit dem Strang um die Kriegszeit einem aktuellen Trend folgt, schafft sie es doch, ihm eine neue Perspektive, eine andere Richtung zu geben und sich damit von der Masse abzuheben.

Auch traut sie sich, keinem Schema zu folgen, sondern eine Wendung einzubauen, die für den Leser etwas weniger schön, für die Autorin aber wichtig ist. Dazu noch die Krönung, das Ende nicht ganz so zu gestalten, wie es die meisten Autoren tun würden. Doch genau diese Kombination macht das Buch authentisch und glaubwürdig.

Die Kapitel sind recht kurz gehalten. Das macht das Buch besonders leicht lesbar. Die Perspektiv- bzw. Zeitenwechsel sind sauber erkennbar. Gewisse Teile sind in Kursivschrift gehalten. Dies mag den einen oder anderen etwas stören. Ich persönlich finde das gut lesbar und für die Trennung sehr wirksam.

Es gibt sehr viele Personen und damit Namen zu merken. Die verwandtschaftlichen Verhältnisse spielen auch eine Rolle (und haben mich teilweise verwirrt). Ein paar Unklarheiten und Ungereimtheiten ließen mich ebenfalls stutzen. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen.

Für mich ist „Unbarmherzig“ nicht Inge Löhnigs bestes, aber ein sehr gutes und empfehlenswertes Buch. Ich gebe vier Sterne.

Veröffentlicht am 08.07.2026

Gaumenschmeichler

Always tasty
0

Der Autor war mir bisher nicht bekannt, doch das hat nichts zu heißen, lehne ich doch die heutzutage allgegenwärtigen Social Media rigoros ab. Das Buch ist jung und energiegeladen, wie Sandro Zinggeler ...

Der Autor war mir bisher nicht bekannt, doch das hat nichts zu heißen, lehne ich doch die heutzutage allgegenwärtigen Social Media rigoros ab. Das Buch ist jung und energiegeladen, wie Sandro Zinggeler selbst auch. Daher wundert es nicht, dass noch vor dem Vorwort drei Rezepte für den perfekten Tag vorgestellt werden. Danach folgen die üblichen theoretischen Kapitelchen. Ganz im Zeitgeist ist alles mit Anglizismen gespickt. Die Rezepte sind dann eingeteilt in die Themenbereiche Sandro Snackeler – Scnacks & Kleinigkeiten; Für die Morgenstunden – Frühstück; All Day Long – Lunch und Dinner; Süßes zum Schluss – Desserts und Gebäck.

Die Rezepte sind schlicht und übersichtlich aufgebaut. Nie zu viel Text, aber immer mindestens ein Foto, gern auch mal eine Fotostrecke. Wer jedoch Wert auf Nährwertangaben legt, wird vergeblich danach suchen. Die verwendeten Zutaten sind nicht extrem exotisch, bei manchen jedoch könnte es etwas schwierig werden. Nicht jeder hat z.B. Reisessig, Taggiasca-Oliven, Zitronenthymian, frische Trüffel oder Tapiokamehl zu Hause. Einige Rezepte erfordern auch recht viel Zeit, weil man zusätzliche Arbeitsschritte einplanen muss, z.B. für geklärte Butter.

Die Rezepte sind zumindest für mich erfrischend anders, also alles andere als Klassiker. Nicht alles entspricht meinem Geschmack, doch das liegt an meinen Abneigungen gegen gewisse Lebensmittel und Konsistenzen. Ob man sich selbst oder Gäste damit verwöhnt, für besondere Tage und Anlässe sind die Rezepte optimal. Richtig gut essen von früh bis spät stimmt auch. Doch für die Alltagsküche sehe ich sie nicht. Auch für Küchenneulinge und Kochanfänger finde ich das Buch ungeeignet.

Schön ist es, interessant ist es, aber eben nur dann klasse, wenn man sich nicht scheut, viel Aufwand für die Mahlzeiten zu betreiben. Auf gesunde Küche wird hier weniger geachtet, sondern mit viel Fett und Süße der Gaumen verwöhnt. Schnell, lecker und modern wird versprochen. Für mich normal schnell oder langsam, lecker ja, modern nur bedingt und dann im Hinblick auf die Zusammenstellungen, weniger die Zutaten. Schlicht und einfach ist hier wenig. Lecker ganz viel. Dennoch bleiben da leider nur drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 26.06.2026

Offene Rechnungen

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
0

Die skandalösen Details der Affäre einer jungen Frau mit dem Bundeskanzler, die sie über Videos viral macht, beschäftigen seit Wochen das Netz. Als Henrik Westphal dann plötzlich verschwindet und Art ...

Die skandalösen Details der Affäre einer jungen Frau mit dem Bundeskanzler, die sie über Videos viral macht, beschäftigen seit Wochen das Netz. Als Henrik Westphal dann plötzlich verschwindet und Art Mayer und Nele Tschaikowski die Leiche einer entstellten Frau finden, stellen sich viele neue Fragen. Zentraler Punkt wird auch Art selbst, denn Westphals Ehefrau ist seine Jugendliebe Juli und es steht die Frage im Raum, ob er ein Verhältnis mit ihr hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Ich mag Art sehr und besonders seine Fürsorge für Milla. Daher macht es mich ein wenig traurig, dass dies der letzte Band der Reihe ist. Und ich habe enorm viel davon erwartet. Ganz erfüllt hat Raabe diese Erwartung leider nicht.

Die Verwicklungen sind clever gemacht, allerdings zieht sich alles doch etwas. Da muss man Durchhaltevermögen haben, sonst schweift man ab und verliert den Faden. Gut gelungen ist, dass man sich von so einigen Schlüssen, die man vom ersten bis zu diesem Band gezogen hat, verabschieden muss. Fast nichts ist so, wie man überzeugt war. Es kommt aber immer wieder zu Spannungsspitzen, die dafür sorgen, dass man Buch bzw. Hörbuch nicht beiseitelegen kann.

Dennoch finde ich die Auflösung etwas enttäuschend. Vieles kommt mir sehr klischeehaft vor und die Tricks und Fallen rückblickend viel zu stark von den Beamten bewertet, zu wenig hinterfragt. Auch bleiben mir zu viele offene Enden für einen letzten Teil einer Reihe. Schade! Es fing so vielversprechend an, sowohl die Reihe als auch dieser Band. Bleiben leider nur drei Sterne. Und die Hoffnung, dass es doch noch mindestens einen weiteren Band geben wird, der die losen Enden verknotet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2026

Für versierte Brotbäcker ein Paradies!

Baking Next Level mit Weizen
0

Meiner Meinung nach werden Anfänger mit diesem Buch nicht glücklich. Es gibt so viel Theorie und Fachwissen, dass Neulinge im Brotbackbereich hier leicht erschrecken können. Auch für mich, die ich schon ...

Meiner Meinung nach werden Anfänger mit diesem Buch nicht glücklich. Es gibt so viel Theorie und Fachwissen, dass Neulinge im Brotbackbereich hier leicht erschrecken können. Auch für mich, die ich schon jahrelang Brot backe, ist es eine Herausforderung, erst einmal gründlich zu lesen und zu verstehen. Vor den Rezepten stehen immerhin fast 100 Seiten Lernstoff! Das muss man wollen, sonst ist man enttäuscht. Da sind die eingestreuten Fotos sehr hilfreich.

Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut. Es gibt auch immer ein hübsches Foto dazu. Rezeptname, Zutatenlisten, Hinweise, Arbeitsschritte, alles ist unter- und nebeneinander gegliedert. Zum Formen gibt es viele Schritt-für-Schritt-Fotostrecken, die das Nacharbeiten deutlich erleichtern. Die Zutaten sind nicht sonderlich exotisch, der Arbeitsaufwand jedoch allgemein nicht zu unterschätzen. Das ist bei Brot üblich, aber nicht jeder möchte sich darauf einlassen.

Als weitere Schwierigkeit erachte ich die Menge der Backstücke pro Rezept. Wer für eine durchschnittliche Familie und nicht für die halbe Nachbarschaft backen möchte, muss hier genau rechnen und das nervt doch sehr, wenn man backen möchte. Kappl bleibt sich also mit diesem Buch selbst treu und schließt quasi nahtlos an Baking next Level mit Roggen an. Auch da war all das, was ich hier schrieb, exakt genauso, nur eben auf Roggenbasis. Schön ist, dass diesmal das Gebäck auch aufgeschnitten gezeigt wird und man so Krume und Kruste sehr schön sieht.

Somit kann ich auch diesmal nur drei Sterne geben. Wer allerdings schon sehr versiert im Brotbacken ist und ein gutes Händchen für Sauerteig hat, der wird das Buch lieben! Vielleicht werde ich irgendwann mal annähernd so gut, um mit diesen Rezepten arbeiten zu können. Aktuell bin ich ein Sauerteigmörder und arbeite daher lieber mit Trockensauerteig und sehr viel einfacheren Rezepten. Trotzdem lerne ich sehr gerne aus diesem Buch und sehe immer wieder rein. Die Auswahl ist wunderbar und man bekommt beim Blättern schon riesen Brot- und Brötchenhunger.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 10.06.2026

Restaurantküche

Sommerküche Blitzrezepte
0

Die eine oder andere Zutat sowie so ein paar Bezeichnungen waren mir nicht geläufig und ich musste googeln. Das finde ich immer etwas nervig. Auch werden für meinen Geschmack zu viele Zutaten verarbeitet, ...

Die eine oder andere Zutat sowie so ein paar Bezeichnungen waren mir nicht geläufig und ich musste googeln. Das finde ich immer etwas nervig. Auch werden für meinen Geschmack zu viele Zutaten verarbeitet, die man nicht wirklich ständig im Vorrat hat. Man könnte auch sagen, mir ist es zu viel Chichi und nicht alltagstauglich genug. Und mal ehrlich, wer hat schon Trüffel daheim?

Die Rezepte von Christian Henze sind ganz sicher toll und lecker, aber eben nicht alltagstauglich. Ich würde die Gerichte sehr gern von ihm gekocht und serviert essen. Selbst kochen? Fast keins davon! Zum Sattwerden müsste man dann ein kleines Menü zusammenstellen und das ist dann wieder so gar nicht schnell erledigt. Und das ist für ein Kochbuch bei mir dann insgesamt leider ein K.O.-Kriterium.

Der Aufbau des Buches ist klassisch, die Bilder sind schön, die Texte gut verständlich, wenn auch im Fließtext gehalten, was ich nicht so gerne mag. Dennoch bleiben die Gerichte für mein Verständnis weit außerhalb von blitzschnell. Sommerküche ist es, ja, das stimmt. Schnell? Eher dann doch nicht. Und die ausgefallenen Zutaten, die gefühlt in jedem zweiten Rezept benötigt werden, erfordern dann wieder Mühe und Arbeit beim Einkauf.

Unterteilt sind die Rezepte in die Kapitel Snackable Summer; Gegrillt, gebraten, geröstet; Grün, leicht und frisch; Sommerliche Pasta; Sweet Summer. Ein ausführliches Rezept- und Zutatenregister sowie die Danksagung findet man am Ende des Buches. Nährwertangaben findet man nicht. Unten rechts an jedem Rezept findet man Infos, ob ein Rezept beispielsweise vegetarisch ist oder laktosefrei oder glutenfrei.

Christian Henze ist mit Sicherheit ein sehr guter Koch. Leider gelingt es ihm nicht, ein Buch für den Alltagsgebrauch ganz normaler Kochfans zu schreiben. Es ist in meinen Augen für Profis und Gastronomie ideal, die auch ausgefallene Produkte leicht bekommen und öfter verwenden. Daher kann ich nur gerade noch drei Sterne geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover