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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2026

Unter der Oberfläche verborgen

Weavingshaw
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Weavingshaw verbirgt so einiges: Illustrationen unter dem Cover (die Sonderedition von Thalia ist besonders schön!), unzählige Geheimnisse, Geister und die Seele der Autorin.
Genau wie Leena im Buch ist ...

Weavingshaw verbirgt so einiges: Illustrationen unter dem Cover (die Sonderedition von Thalia ist besonders schön!), unzählige Geheimnisse, Geister und die Seele der Autorin.
Genau wie Leena im Buch ist auch Heba Al-Wasity das Kind von Flüchtlingen und so wirken die Beschreibungen der verschiedenen Kulturen und der dazugehörigen Gefühle oft sehr persönlich. Generell mochte ich diesen Aspekt der Buchwelt echt gerne, nur eine Karte hätte alles noch schön ergänzt, diese war leider nicht vorhanden.
Aber von Anfang: Leena hat die seltsame Gabe, Geister sehen zu können. Als ihr Bruder schwer erkrankt, geht sie einen Deal mit dem mysteriösen und bedrohlichen Saint Silas ein und arbeitet fortan für ihn. Ehrlich gesagt habe ich diesen Einstieg (Geschwister erkranken schwer) in letzter Zeit zu oft gelesen, aber zum Glück wurde nicht allzu viel Zeit darauf verwendet.
Das restliche Konzept hat mir dafür gut gefallen, beim Saint können die Menschen ihre Geheimnisse eintauschen, Leenas Fähigkeit ist hierbei natürlich besonders nützlich.
Nach und nach lernt man so mehr von der Welt kennen, enthüllt lange Verborgenes und blickt hinter die Fassade der Charaktere.

Die Atmosphäre wurde wundervoll eingefangen, sehr gothic wie versprochen, zwischendurch recht düster, der Geister-Aspekt toll eingewebt.
Die Handlung ist zwischendurch dafür recht langsam, statt auf schnelle Fortschritte wird auf stetigen Aufbau gesetzt. Besonders am Anfang konnte mich dies noch nicht so ganz packen, auch wenn ich durchaus neugierig war.
Zu der Entwicklung der Beziehung zwischen Leena und Silas hat dies aber gut gepasst, generell mochte ich beide Charaktere echt gerne, auch wenn es bei Silas natürlich etwas länger gedauert hat.
Auch Themen wie Rebellionen, die Kluft zwischen arm und reich und natürlich auch einige Fantasy-Elemente wurden spannend eingebaut.
Ein gelungener Auftaktband, ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 26.07.2026

Geschwisterbande

Ein Riesenspaß für die ganze Familie
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Vier Geschwister, Ende 30 bis Anfang 40, darunter ein Profisportler, ein Schriftsteller und eine Oscar-nominierte Schauspielerin - und trotz ihrer engen Beziehung in der Kindheit besteht aktuell fast kein ...

Vier Geschwister, Ende 30 bis Anfang 40, darunter ein Profisportler, ein Schriftsteller und eine Oscar-nominierte Schauspielerin - und trotz ihrer engen Beziehung in der Kindheit besteht aktuell fast kein Kontakt mehr. Ein gemeinsamer Wochenendtrip soll dies ändern, doch jeder bringt seine ganz eigenen Probleme mit auf die Reise und eine von ihnen hütet dazu noch drei Geheimnisse, die nun aufgedeckt werden sollen.
Zunächst mochte ich es sehr, dass man auch wirklich alle vier Perspektiven verfolgen kann, so steht keiner der Geschwister komplett im Fokus, sondern man lernt alle gut kennen. Ich hatte tatsächlich auch keinen Favoriten, alle Perspektiven hatten ihren ganz eigenen Charme und ich habe alle gleich gerne gelesen.
Immer wieder werden durch diese Perspektivwechsel auch Brücken zwischen den Geschwistern gespannt und man kann Gemeinsamkeiten und Verbindungen besser erkennen, was ich ganz schön geschrieben fand.
Generell hat mir der Schreibstil gut gefallen, es gab zwar keine sprachlichen Highlights, dafür bin ich durch die Seiten geflogen und konnte es entspannt lesen. Im Mittelteil gab es kleinere Längen, insgesamt war das Tempo aber durchaus angenehm.
Die Handlung selbst ist nicht großartig spannend, auch die Überraschungen und Geheimnisse konnte man eigentlich recht gut vorhersehen. Von daher sollte man es nicht lesen, wenn man auf so etwas Wert legt - stattdessen sollte man Gefallen an Familienbeziehungen und Geschwisterinteraktionen haben, denn diese stehen eindeutig im Fokus.
Es gibt emotionale Momente, viele witzige Stellen und Rückblicke in die Kindheit, während derer mir die Charaktere auch ans Herz gewachsen sind und auch wenn man sich das Ende denken konnte, fand ich den Weg dorthin doch sehr unterhaltsam.
Als Einzelkind war das Buch ein schöner Ausflug in die Welt einer größeren Familie und ich hätte gerne noch mehr Zeit mit dieser Familie verbracht.

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Veröffentlicht am 13.07.2026

Die Kraft der Elemente

The Sea Spinner (Wind Weaver 2)
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Endlich geht es weiter und der zweite Band fügt sich sowohl inhaltlich als auch optisch wunderbar an den Vorgänger an. Die Gestaltung passt perfekt zusammen und auch hier gibt es wieder schöne Illustrationen ...

Endlich geht es weiter und der zweite Band fügt sich sowohl inhaltlich als auch optisch wunderbar an den Vorgänger an. Die Gestaltung passt perfekt zusammen und auch hier gibt es wieder schöne Illustrationen und eine Karte von Anwyvn, die auch diesmal wieder nützlich war um die Handlung zu verfolgen.
Die Handlung startet mit den Folgen des Krieges, Caeldera besteht aus Ruinen, Penn ist emotional verschlossen und Rhya zwischen all dem verloren. Da kommt König Soren eigentlich ganz recht und an seiner Seite kann sowohl Rhya als auch der Leser die Welt des Wasserhofes und der Wassermagie kennenlernen.
Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen, nicht nur die Geschichte geht weiter, sondern man lernt auch immer mehr von der Welt kennen, erkundet neue Orte und neue Magien. Nach und nach füllt sich so die Karte mit Erlebnissen und wird lebendiger, auch die Beschreibungen hierzu sind rundum gelungen.

Ein weiteres Highlight ist Rhyas Entwicklung, die sogar noch mehr im Fokus steht als die eigentliche Handlung und mir den Charakter sehr sympathisch gemacht hat. Dies geht allerdings auch mit eher langsameren Abschnitten einher, in denen nicht so viel passiert und wenig Spannung aufgebaut wird.
Statt viel Action wird den Charakteren und ihren Beziehungen mehr Raum gegeben, was ich allerdings überwiegend als positiv empfunden habe, besonders da mir der neue Fokus auf Soren gut gefallen hat.
Insgesamt eine gelungene Fortsetzung, die mich schon jetzt auf den nächsten Band hinfiebern lässt.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Ein Gemälde in Buchform

The Artist
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Im Jahre 1920 macht sich Joseph auf den langen Weg von England in die Provence. Sein Ziel: Ein Interview mit dem berühmten Maler Édouard Tartuffe, genannt Tata. Das Problem an der ganzen Sache ist nur, ...

Im Jahre 1920 macht sich Joseph auf den langen Weg von England in die Provence. Sein Ziel: Ein Interview mit dem berühmten Maler Édouard Tartuffe, genannt Tata. Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass dieser so gar keine Lust auf all die Fragen in seiner stillen Zurückgezogenheit hat und stattdessen Joseph kurzerhand zum Modell für sein neues Bild auserwählt. Und dann ist da auch noch Tatas Nichte Ettie, die sich um den Haushalt kümmert und noch so einiges mehr verbirgt...
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir ein wenig schwer, hauptsächlich da sehr viel Wert auf die Atmosphäre gelegt wird und die Handlung dagegen eher langsam und ruhig voranschreitet.
Dafür ist diese Atmosphäre aber außerordentlich gut gelungen und passt auch perfekt zu den aktuell heißen Sommertagen: Man fühlt sich selbst wie in der Provence, erkundet die verschiedenen Räume des Bauernhauses, sitzt mit im Atelier.
Man ist dabei, während ein Gemälde entsteht und immer neue Ideen gefunden werden, was ich als schönen und interessanten Einblick in die Welt eines Malers empfand.
Generell hat der Schreibstil auch schön zum Thema gepasst, ein wenig poetisch passend zur künstlerischen Stimmung.
Unter diesem Gesichtspunkt ist auch das langsame Tempo eigentlich eine gute Wahl, für mich hat es sich aber dann teilweise doch ein wenig gezogen.
Die Handlung auf drei Hauptcharaktere zu beschränken und die Perspektiven von Ettie und Joseph zu verfolgen hat mir wiederum gut gefallen, besonders Ettie ist mir immer mehr ans Herz gewachsen.
Die in diesem Zusammenhang behandelten Themen wie die Rolle der Frau und der Kampf um Anerkennung und Selbstbestimmung sind auch hundert Jahre später oft noch aktuell und wurden hier dezent, aber eindrücklich eingebaut.
Insgesamt kein Buch für schnelle, spannende Lesestunden, aber dafür ein stimmungsvolles Erlebnis für die Sommertage.

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Raus aufs Land und aus dem alten Leben

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Es gibt vieles, das man so macht, wenn man sich auf der Arbeit langweilt, doch spontan eine Hausruine am anderen Ende von Deutschland kaufen gehört wohl bei den allerwenigsten Leuten dazu.
Sophie sieht ...

Es gibt vieles, das man so macht, wenn man sich auf der Arbeit langweilt, doch spontan eine Hausruine am anderen Ende von Deutschland kaufen gehört wohl bei den allerwenigsten Leuten dazu.
Sophie sieht das anders, strandet dann aber zunächst in ihrem neuen Leben am Ende der Welt, bevor sie sich nach und nach an die Renovierungen und den Neustart wagt.
Vorweg soll gesagt sein: Dieses Buch ist langsam und entschleunigt, es gibt keine große Spannung, man verfolgt gemütlich Sophies Weg.
Für mich war es daher optimal, um immer wieder zwischendurch mal ein paar Seiten zu lesen, jedoch nichts, was ich am Stück verschlungen hätte.
Auch ist die Handlung sehr auf Sophie fokussiert, man wohnt in ihrem Kopf und in ihrem neuen Haus, verfolgt all ihre Zweifel, Ängste und spontanen Einfälle.
Mir persönlich hat ihr Charakter ganz gut gefallen, sie kam authentisch rüber und ich mochte ihren Humor. Von daher fiel es mir leicht, mich auf ihre Reise einzulassen und mitzufiebern, wie sie sich ihr neues Leben und das Haus aufbaut.
Dieser Weg war allerdings leider öfters doch etwas unrealistisch, so würde es in einigen Punkten in echt eher nicht ablaufen. Auch wenn es dem Fortschritt der Handlung dient, hat es mich manchmal doch etwas gestört.
Schön waren hingegen die Beschreibungen des ganzen Lebens auf dem Land, inklusive süßer Hühner.
Immer wieder lädt die Geschichte auch dazu ein, selbst einmal über sein eigenes Leben nachzudenken, ohne jedoch zu aufdringlich dabei zu sein.
Insgesamt daher ein schönes, ruhiges Buch, das perfekt zu entspannten Sommertagen passt.

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