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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2026

Wo ist Juli und was ist passiert?

Weil sie lügt
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Juli ist verschwunden. Die Polizei ist überzeugt, dass sie von ihrem eigenen Vater ermordet wurde. Während die Familie zu zerbrechen droht versucht Julis jüngere Schwester Anna für alle da zu sein, besonders ...

Juli ist verschwunden. Die Polizei ist überzeugt, dass sie von ihrem eigenen Vater ermordet wurde. Während die Familie zu zerbrechen droht versucht Julis jüngere Schwester Anna für alle da zu sein, besonders für ihren kleinen Bruder der dies alles noch nicht begreift. Außerdem stellt sie immer wieder selber neue Thesen auf, was wirklich geschehen sein kann und wer vielleicht der wahre Täter ist. Als ein neues Indiz gefunden wird muss Anna sich eingestehen, dass der Albtraum für ihre Familie noch nicht vorbei ist, sondern gerade erst angefangen hat.
Der Schreibstil von Caroline Seibt lässt sich angenehm lesen und ist gut verständlich. Sie erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Anna und der leitenden Ermittlerin Katharina Engels. Der Wechsel der beiden Sichtweisen und die kurzen Kapitel verleihen der Erzählung ihre Dynamik. Anna ist verzweifelt, hinterfragt vieles und deckt auch Ungereimtheiten auf. Sie will sich nicht mit der Schuld ihres Vaters abfinden und ermittelt auf eigene Faust. Dabei überschreitet sie immer mehr Grenzen und verdächtigt fast alle. Im Laufe der Geschichte werden einige Geheimnisse aufgedeckt, denn fast alle haben etwas zu verbergen oder verhalten sich zeitweise verdächtig. Dies hat mir gut gefallen. Einige Zusammenhänge muss man sich aber innerhalb der Geschichte selbst erschließen. Auch in der Ermittlerarbeit haben mir ein paar wichtige Punkte und Fragen gefehlt, obwohl es sich zeitweise etwas in die Länge gezogen hat und das Ende war mir dann doch ein bisschen zu viel.

Veröffentlicht am 21.07.2026

Wer hat mich umgebracht?

Noch fünf Tage
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Lis Castrop ist Spitzenköchin und arbeitet jetzt auf dem Familiensitz der milliardenschweren Familie Harman in Davos. In der Silvesternacht tötet ein Giftanschlag die ganze Familie. Lis, die das Essen ...

Lis Castrop ist Spitzenköchin und arbeitet jetzt auf dem Familiensitz der milliardenschweren Familie Harman in Davos. In der Silvesternacht tötet ein Giftanschlag die ganze Familie. Lis, die das Essen zubereitet hat ist die einzige Zeugin und zugleich selbst betroffen: Noch lebt sie, aber die Zeit rennt ihr davon, denn auch sie wurde vergiftet. Fünf Tage bleiben ihr, um den Mord an der Familie und ihr selbst aufzuklären. Vom Krankenhausbett aus versucht sie herauszufinden, wer hinter dem Anschlag steckt.
Helena Falke ist das Pseudonym einer mehrfach ausgezeichneten deutschsprachigen Autorin. Sie hat für diese Geschichte eine ungewöhnliche und besondere Erzählstruktur gewählt: eine todkranke Protagonistin versucht ihren eigenen Mord aufzuklären indem sie ihrer Krankenschwester erzählt was alles passiert ist. Sie konzentriert sich dabei besonders auf das High Society- Leben der Familie Harman und auf das Arbeiten in der Gourmetküche. Dadurch treten so einige Verdächtige auf den Plan. Diese Rückblicke sind teilweise sehr detailliert und diese Längen gehen leider zu Lasten der Spannung. Lis wirkt insgesamt sehr gefasst obwohl klar ist, dass sie bald sterben muss. Da hat mir ein bisschen die Emotionalität gefehlt. Dass die Kapitel mit Tages- und Uhrzeiten bezeichnet sind, die wie eine Art Countdown fungieren, hat mir gut gefallen. Das Ende konnte mich doch noch überraschen. Trotzdem ist die Geschichte für mich eher ein Spannungsroman statt eines Thrillers.

Veröffentlicht am 16.07.2026

Die Schären-Idylle wird zum Albtraum

Bachelorette Party
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Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel sollen ein paar ruhige und schöne Tage mit den besten Freundinnen werden. Nur Tessa hat Gänsehaut: auf dieser Insel sind ...

Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel sollen ein paar ruhige und schöne Tage mit den besten Freundinnen werden. Nur Tessa hat Gänsehaut: auf dieser Insel sind vor zehn Jahren vier Frauen spurlos verschwunden. Für ihren True-Crime Podcast möchte sie dort versuchen Informationen dazu zu sammeln. Als das Boot, ihr Weg zurück, plötzlich auf dem offenen Meer treibt, die Gruppe somit auf der Insel gefangen ist und dann noch eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden wird ist Tessa klar: sie schweben alle in Gefahr.
Der Schreibstil von Camilla Sten ist leicht und flüssig zu lesen. Das Setting der abgelegenen Insel bietet eine gute Kulisse und unterstützt die düstere Stimmung. Somit haben wir eine tolle Atmosphäre in der die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Wir wechseln immer wieder zwischen den Frauengruppen in Vergangenheit und Gegenwart, was zusammen mit den kurzen Kapiteln eine gute Abwechslung liefert. Die Freundinnen hätten allerdings ein bisschen mehr Tiefe und Charakteristika vertragen können, da mir die Unterscheidung nicht immer so leicht gefallen ist. Auch ein paar Längen gab es für mich, da stellenweise nicht viel Handlung vorhanden war. Das Ende war dann ziemlich brutal. Für mich hat die Geschichte nicht ihr komplettes Potenzial ausgenutzt, aber konnte mich unterhalten.

Veröffentlicht am 14.07.2026

Die Wahrheit mit vielen dunklen Geheimnissen

Beth is dead
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Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Katarina Ganslandt.
Als Beth March tot aufgefunden wird, ist sofort klar: es war Mord. Schnell geraten ihre drei Schwestern in den Fokus, da jede von ihnen ...

Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Katarina Ganslandt.
Als Beth March tot aufgefunden wird, ist sofort klar: es war Mord. Schnell geraten ihre drei Schwestern in den Fokus, da jede von ihnen etwas zu verbergen hat. Und der Kreis an Verdächtigen ist noch größer, da ihr Vater vor Monaten ein Buch über alle Schwestern veröffentlicht hat, dessen Inhalt teilweise in der Öffentlichkeit nicht gut ankam.
"Beth ist dead" ist eine Neuinterpretation des Klassikers ›Little Women‹ von Louisa May Alcott. Die Namen der Protagonisten wurden übernommen und deren Charaktere sind an die Figuren von damals angelehnt, aber es spielt in der jetzigen Zeit und es ist ein Jugendthriller. Der Schreibstil von Katie Bernet lässt sich leicht lesen. Es wird aus den verschiedenen Sichten der Schwestern erzählt im Heute und im Vorher. Die vielen Wechsel der Perspektiven fand ich zu Beginn etwas unübersichtlich, aber ich habe mich dann gut einfinden können. Dadurch erfahren wir aber auch viel aus den Gedankenwelten der Schwestern und immer wieder von Konflikten und Geheimnissen, die mit der Zeit jeden verdächtig wirken lassen. Die Geschichte ist gut konstruiert und es kommen immer wieder neue Puzzleteile hinzu, wodurch man gut miträtseln kann. Insgesamt blieb die Spannung aber hinter meinen Erwartungen zurück, es gab auch einige Längen in der Erzählung und manches ist doch vorhersehbar.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Ein tödliches Darkly-Spiel?

Darkly
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Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Segerer und Jennifer Michalski.
Wofür würdest du töten? Mit ihrer Antwort auf diese Bewerbungsfrage schafft es die siebzehnjährige Dia zusammen mit ...

Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Segerer und Jennifer Michalski.
Wofür würdest du töten? Mit ihrer Antwort auf diese Bewerbungsfrage schafft es die siebzehnjährige Dia zusammen mit sechs anderen Jugendlichen einen der begehrten Praktikumsplätze bei der Louisiana Veda Foundation in London zu gewinnen. Dia ist seit Jahren besessen von der genialen, aber verstorbenen Spieledesignerin Veda und ihren Darkly-Spielen. Nach ihrer Ankunft in London werden alle auf eine abgelegene Insel gebracht – das Herzstück des Spiele-Imperiums und sie finden sich in einem der Spiele wieder - einem Spiel auf Leben und Tod. Wer ist dafür verantwortlich? Warum? Und wem kann Dia trauen?
Mit dem Klappentext und dem Einstieg ins Buch und hat mich Marisha Pessl gleich gefesselt. Die dichte und düstere Atmosphäre hat mir gut gefallen. Der Schreibstil dieses Jugendbuches ist leicht und angenehm flüssig zu lesen. Die Geschichte ist ideenreich und enthält viele Geheimnisse, Rätsel und verborgene Hinweise. Man wird eingeladen zusammen mit der cleveren Protagonistin mitzurätseln und alles zu hinterfragen. Dia ist gut ausgearbeitet und gefällt mir, die Nebencharaktere bleiben dagegen etwas blass und oberflächlich. Zwischen den kurzen Kapiteln gibt es immer wieder interessante Bilder, Briefe und Zeitungsartikel, die man zu diesem Zeitpunkt noch nicht einordnen kann. Daher wirkt die Geschichte an manchen Stellen etwas chaotisch und verwirrend und das Erzähltempo schwankt im Laufe der Handlung. Das Ende kommt recht schnell und konnte mich leider nicht komplett überzeugen. Insgesamt hat mich 'Darkly' aber recht gut unterhalten.