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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2022

Anders und frei

Where the Clouds Move Faster
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Was für ein außergewöhnliches und gut seltsames Buch! Nach den lyrischen Roots und den ungezügelten Waves nun etwas ganz anderes. Anders ist dieser dritte Band in jeder Hinsicht. Anders im Gefühl, anders ...

Was für ein außergewöhnliches und gut seltsames Buch! Nach den lyrischen Roots und den ungezügelten Waves nun etwas ganz anderes. Anders ist dieser dritte Band in jeder Hinsicht. Anders im Gefühl, anders in der Handlung. Viel freier und einfach ganz – anders! Die Geschichte von Effie und Adair beginnt und bleibt zunächst im Kokon von Marigolds Cottage, hat den Charakter eines Kammerspiels, völlig freies Agieren ohne Grenzen von Konvention. Es ist das Ausleben eines Was-wäre-wenn-Spiels in der sicheren Hülle des Kokons. Erst spät verlassen sie diesen geschützten Raum und kommen in der sogenannten wirklichen Welt an, und ab diesem Zeitpunkt nimmt auch die äußere Handlung ihren weiteren Verlauf bis zum schönen Abschluss der Trilogie.

Wie mutig, sich als Autorin dermaßen frei zu schreiben und den Schritt ohne Sicherheitsnetz zu wagen. Nur so konnte ein so außergewöhnliches Buch entstehen - und wie schön, dass so ein Buch entstehen darf!

Das Ende der Trilogie fand ich daher absolut überzeugend und stimmig. Vor allem faszinierte mich, wie kunstvoll alle Fäden, die bereits in den vorigen Bänden angelegt waren, perfekt zusammengeführt wurden.

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Veröffentlicht am 23.08.2026

Roman in drei Teilen

Herz König
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Ein Kaleidoskop literarischer Anspielungen und intellektueller Diskurse, dazwischen eine unrund laufende Beziehung, wilde Kartenspiele und vielleicht eine große Liebe – so stellt sich das Leben auf dem ...

Ein Kaleidoskop literarischer Anspielungen und intellektueller Diskurse, dazwischen eine unrund laufende Beziehung, wilde Kartenspiele und vielleicht eine große Liebe – so stellt sich das Leben auf dem Campus für sie dar. Sie - weniger Daisy Buchanan, aber doch eher Jordan Baker. Aber bald Meisterin bei Sir Hincomb Funnibuster, dem Kartenspiel. Ja, hört sich wild an und ist auch wild und wider Erwarten kommen dann doch die großen Gefühle und Pläne für die Zukunft.
Bis dahin fühlte sich der Roman beim Lesen wie ein verrücktes Karussell voller literarischer Zitate und sinnfreier Kartenspiele an. Doch Teil 2 und 3 ändern alles. Nach einem Einschub, der uns einige Jahre in die Zukunft der Protagonistin wirft, nimmt die Erzählung dramatische Züge an. Habe ich zuvor mit distanzierter Faszination gelesen, geht mir die Story plötzlich nahe. Ihre Tragik steigert sich kontinuierlich bis zur Katastrophe und bricht mir beim Lesen wirklich das Herz. Und ja, Kartenspiele gibt es nun auch, aber die symbolische Bedeutung ist eine andere.
Es geht um Missverständnisse und Verlust, um Sprachlosigkeit und ungeklärte Konflikte, aber vor allem um verpasste Gelegenheiten in der Vergangenheit und tiefe, ehrliche Gefühle, die dennoch ein halbes Leben lang ausstrahlen können.
Ein außergewöhnlicher Roman, der es jedoch lohnt, sich darauf einzulassen.

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Veröffentlicht am 29.07.2026

Unperfekt perfekt

Eine Liebe ohne Sommer
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Der Blurb auf der Rückseite verheißt einen Pageturner. Ein solcher definiert sich für mich als packende Story, die ich in einem Rutsch herunterlese. Nämlich die Liebesgeschichte von Rosa und Nikolas, die ...

Der Blurb auf der Rückseite verheißt einen Pageturner. Ein solcher definiert sich für mich als packende Story, die ich in einem Rutsch herunterlese. Nämlich die Liebesgeschichte von Rosa und Nikolas, die zu früh endet, weil Nikolas zu früh stirbt. Könnte man eigentlich pageturnend suchten.
Und genauso war es nicht. Vielmehr hat Rosa mich auf weiten Strecken auf meinem Roadtrip durch die Bretagne begleitet und beschäftigt. Ich habe an diesem Roman länger gelesen als erwartet. Doch wieso?
Weil er perfekt beginnt. Rosa würde verstehen, was ich meine. Kann man sagen, dass ein Roman zu schöne Haare hat? (Sorry, wer es gelesen hat, wird es verstehen!). Hier sitzt jedes Wort. Jeder Dialog ist ein pointiertes Feuerwerk der Schlagfertigkeit. Man spürt, dass die Sprache hier nicht mit dem breiten Pinsel aufgekleistert, sondern fein getupft und wohl dosiert wurde. Chapeau für dieses gelungene Arrangement und den klugen Hintersinn. Aber dennoch bleibt die Story… wie Nikolas. Nämlich eigentlich zu perfekt, um wahr zu sein. Und ich zweifle, ob ich wirklich die Geschichte liebe oder nur deren makellose Gestaltung.
Doch dann kommt der zweite Teil. Und wie Rosa Nikolas näher kennenlernt und sich ein zweites Mal in ihn verliebt, ergeht es mir mit dem Roman. Denn plötzlich dürfen wir hinter die Kulissen schauen, dürfen stattdessen in Herzen schauen. Und für mein Empfinden hat sich hier auch die Sprache verändert. Dialoge erscheinen mir nicht mehr wie aus der Pointenpistole geschossen, sondern aufrichtig und authentisch. Und dann bin ich plötzlich ganz nah an den Figuren dran, an den Konflikten und am großen Gefühl.
Und dann hatte die Liebe doch noch ihren Sommer.

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Veröffentlicht am 26.07.2026

Viel mehr als nur der Große Wagen

Sterne finden ganz einfach
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In Sommernächten gibt es für mich kaum Schöneres als den Nachthimmel zu beobachten und nach Sternbildern abzusuchen. Da wir im Pfälzerwald wenig Lichtverschmutzung bei Nacht haben, kann man hier bei klarer ...

In Sommernächten gibt es für mich kaum Schöneres als den Nachthimmel zu beobachten und nach Sternbildern abzusuchen. Da wir im Pfälzerwald wenig Lichtverschmutzung bei Nacht haben, kann man hier bei klarer Sicht sogar die Milchstraße sehen. Aber ich habe auch schon Nächte in Dänemark oder gar im Monument Valley genutzt, um nach Sternbildern Ausschau zu halten.
Dieses Büchlein liefert zahlreiche Abbildungen der verschiedenen Sternbilder und Sterne, und zwar aufgeteilt in die jahreszeitlichen Himmelskarten und dann nochmal in Nord und Süd als Blickrichtung. Denn ja, z.B. das Sternbild Orion kann ich zwar erkennen, aber es erscheint bei uns nur in den Wintermonaten.
Einzelne Sternbilder sind herausgegriffen und erläutert, nämlich wie man sie findet, der mythologische Hintergrund und Facts zu Besonderheiten im jeweiligen Sternbild. Mir gefielen auf den Karten vor allem die Hinweise, wie man vom einen Sternbild zum nächsten findet. Das ist in der Praxis unheimlich hilfreich. Gearbeitet wird hier mit der Messmethode mit der eigenen Hand.
Teilweise fand ich die Karten aber ganz schön wimmelig; ich bin mir nicht sicher, ob damit eine Orientierung im Dunkeln geschafft werden kann. Denn natürlich muss man zum Nachschauen ein Leselicht benutzen und dann erst wieder die Augen an das Dunkel gewöhnen.
Insgesamt aber schön aufbereitet und unter dem Zusatz „Familie erlebt Natur“ vermarktet, was auch korrekt ist, denn Kinder allein wären mit diesem Buch und seiner Handhabung meines Erachtens überfordert. Dann lieber gemeinsam erkunden und entdecken.
Und eine Entdeckung gabs, die ich noch nicht kannte: Den „Weihnachtsbaumsternhaufen“! Den muss ich am Winterhimmel unbedingt ausfindig machen!

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Veröffentlicht am 22.07.2026

Vanessas Gefühle

Been there, felt that
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Was hat mich zu diesem Buch greifen lassen?
Sowohl das ausdrucksstarke Coverbild als auch der Titel haben mich sofort angesprochen, vor allem jedoch der Disclaimer, der es anpreist für alle Frauen, die ...

Was hat mich zu diesem Buch greifen lassen?
Sowohl das ausdrucksstarke Coverbild als auch der Titel haben mich sofort angesprochen, vor allem jedoch der Disclaimer, der es anpreist für alle Frauen, die denken, sie wären allein mit ihren Gefühlen.

Was habe ich bekommen?
Zunächst einmal die Überraschung, dass es sich um ein Sachbuch und keinen Roman handelt. Und dann die Überraschung, dass es sich um kein Sachbuch, sondern im Grunde genommen die persönliche Welt und Sicht der Autorin handelt.
Ich kannte Vanessa Sielmann und ihren Blog vorher nicht und wurde nun Kapitel für Kapitel in ihre ganz eigenen Erfahrungen geworfen. Die Themen sind dabei breit gefächert von Intimität über Selfcare zu Sozialängsten und Selbstzweifeln. Der Sound klingt definitiv nicht nach Sachbuch, sondern so stelle ich mir Vanessa beim Erzählen in vertrauter Runde vor.

Bin ich zufrieden?
Es ist, wie gesagt, kein Sachbuch, sondern eher ein Lebensbericht. Ehrlich gesagt hätte ich mir ein bisschen weniger Persönliches und mehr Universelles gewünscht. Manches habe ich tatsächlich wiedererkannt und habe mich darin gefunden. Diese Stellen fand ich stark und hätte gerne noch mehr davon gelesen. Denn genau diese Passagen haben in mir das titelgebende Gefühl erweckt und mich genau diese starke Verbundenheit spüren lassen.

Sonst noch was?
Kurze Info an Vanessa: Orchideen passieren einem wirklich. Irgendwann hat man sie!

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