Niedliche Grundidee mit viel Luft nach oben
The Secret Book Club – Ein fast perfekter LiebesromanWorum geht’s?
Baseballspieler Gavin erleidet den Schock seines Lebens, als seine Frau die Scheidung von ihm verlangt. Panisch versucht er, seine Ehe zu retten – ausgerechnet mit der Hilfe seiner Teamkollegen, ...
Worum geht’s?
Baseballspieler Gavin erleidet den Schock seines Lebens, als seine Frau die Scheidung von ihm verlangt. Panisch versucht er, seine Ehe zu retten – ausgerechnet mit der Hilfe seiner Teamkollegen, die ihm nicht nur mit gutgemeinten Ratschlägen, sondern auch mit einer ganzen Liste voll Liebesromanen zur Seite stehen, um die Romantik zurück in den gemeinsamen Alltag zu bringen.
Meine Meinung
Die Grundidee dieser Geschichte fand ich schon vor einigen Jahren unglaublich toll, auch wenn ich erst jetzt dazu gekommen bin, die Reihe überhaupt anzufangen. Schnell durchgekommen bin ich bei diesem Buch auf jeden Fall, ganz so gelungen fand ich die Umsetzung bei all dem Hype um die Reihe aber ehrlicherweise dann doch nicht.
Gut gefallen haben mir zunächst Schreibstil und Erzähltempo, da grundsätzlich nicht wahnsinnig viel passiert ist, ich mich aber trotzdem nicht gelangweilt habe. Schwierig wurde dann nach einiger Zeit leider die ein oder andere seltsame Übersetzung, die mich doch aus dem Lesefluss gerissen und mit dem Kopf hat schütteln lassen. Darüber hinaus hätte ich mir einen etwas sinnvolleren Aufbau des Handlungsbogens gewünscht, da ich zeitweise den Eindruck hatte, bloß Füllmaterial für die wichtigen Szenen zu lesen und keinen wirklichen Fortschritt für die eigentliche Handlung dabei wahrzunehmen.
Protagonist Gavin ging mir ehrlicherweise ziemlich auf die Nerven, da er und vor allem sein Verhalten einfach nicht erwachsen auf mich wirken wollte. Seine Abneigung gegenüber und das Lächerlichmachen von Liebesromanen hat mich auf Dauer doch eher irritiert, zumal er in Hinblick darauf und auf die Rettung seiner Ehe nicht ganz so entschlossen gewirkt hat, wie ich eigentlich erwartet hätte. Seine Wankelmütigkeit hat mich darüber hinaus so irritiert, weil er insgesamt eigentlich nur recht wenig dafür getan hat, sich wirklich aktiv und präsent in den Familienalltag zu integrieren, gleichzeitig aber ganz klar erwartet hat, mit sofortiger Vergebung überhäuft zu werden.
Ein wenig schade fand ich auch, wie wenig Charakterisierung Gavins Frau Thea erfahren hat, auch wenn das bei dem Fokus auf seine Figur sicherlich keine allzu große Überraschung dargestellt hat. Man erfährt zwar beim Lesen durchaus das ein oder andere über sie, wirklich greifbar fand ich sie allerdings schlussendlich trotzdem nicht, weshalb ich mir in diesem Fall sehr gut vorstellen kann, dass die beiden ein Paar wären, welches nach dem Ende des Buches nicht mehr besonders lange zusammenbleibt.
Wirklich gut gefallen hat mir daher eigentlich nur der Humor und die kleinen Familienszenen mit den Zwillingen und Theas Schwester, da ich zumindest bei diesen drei Figuren den Eindruck hatte, auf halbwegs normale Menschen zu treffen. Alters und verhaltenstechnisch lässt sich hier allerdings auch die Frage stellen, ob die Autorin jemals auf Kinder getroffen ist, auch wenn das für die Geschichte nicht ganz so relevant wie das irritierende Verhalten ihrer Eltern ist und daher nicht so schwer für mich wiegt.
Fazit
Die Grundidee dieser Reihe mochte ich zwar wirklich gerne, weil sie frisch und eigentlich ansprechend klang, angesichts der Umsetzung sehe ich aber durchaus noch einiges an Luft nach oben. Den Hype kann ich daher nur bedingt nachvollziehen, froh darüber, die Reihe aber endlich angefangen zu haben bin ich trotzdem irgendwie.
Dafür gibt es knappe drei Bücherstapel von mir.