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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2016

Ein Buch das alle Gefühle vereint. Ich habe mindestens soviel geweint, wie gelacht.

Ein ganzes halbes Jahr
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2007 hat der gesunde, lebenslustige Will einen tragischen Unfall. Er wird von einem Motorrad angefahren und erleidet schwere Verletzungen. Er ist Tetraplegiker und kann nur kaum merklich seine Hand bewegen. ...

2007 hat der gesunde, lebenslustige Will einen tragischen Unfall. Er wird von einem Motorrad angefahren und erleidet schwere Verletzungen. Er ist Tetraplegiker und kann nur kaum merklich seine Hand bewegen. Ab dem Zeitpunkt ist er auf Unterstützung angewiesen.
Zwei Jahre später lernen wir die quirlige Louisa kennen, die ihren Job in einem Café sehr liebt. Doch als ihr Chef sie plötzlich kündigt, da das Café geschlossen wird, weiß sie nicht wohin. Der Weg führt sie in ein Jobcenter und nach einigem hin und her bekommt sie eine Stelle bei einem Schwerbehinderten. Sie ist sich nicht sicher ob sie die geeignete Person für diesen Job ist, doch ihr wird versichert das sie keinerlei Pflegerischen Tätigkeiten ausüben soll, sondern lediglich eine Art Freundin sein, die das Haus auch ein wenig in Ordnung hält. Dort lernt sie Will kennen, ihren neuen Arbeitgeber. Die beiden zicken sich erst ein wenig an, bevor sie sich wirklich die Möglichkeit geben sich kennenlernen und es bildet sich allmählich so eine Art Freundschaft. Irgendwann erfährt Lou, warum sie wirklich dort eingestellt wurde. Will hat versucht sich das Leben zu nehmen und sie ist eher eine Art Aufpasserin und sie soll ihn umstimmen, denn Will gibt seiner Familie nur sechs Monate, bevor sie ihm in die Schweiz zu Dignitas begleiten sollen, wo er sterben möchte. Louisa ist entsetzt, aber sie mag Will und will ihn mit aller Macht umstimmen. Wird sie es schaffen, ihn in sechs Monaten zu überzeugen, dass das Leben Lebenswert ist?!

Dieses Buch ist sehr Gefühlvoll geschrieben. Man merkt, wie viel die Autorin da hinein gesteckt hat. Ich habe sowohl gelacht, als auch mindestens soviel geweint. Es hat mich sehr berührt. Allerdings hatte ich auch selber mit mir einen Kampf, denn einerseits wollte ich als Leser, dass Louisa es schafft Will zu überzeugen und andererseits hab ich ihn einfach total verstanden, weshalb er diesen Weg gehen möchte. Ich persönlich muss gestehen, dass ich mir auch nicht vorstellen kann ein Leben wie Will zu führen. Ich habe viel Respekt vor den Menschen, die ihren Lebenswillen trotz allem nicht verlieren, aber ich selber könnte es mir einfach nicht vorstellen. Und ich bin der Meinung das kein anderer über seinen eigenen Tod entscheiden sollte, als man selber. Wie viele Menschen gibt es, die einen Suizid begehen? Vielleicht würden sie lieber Würdevoll in der Nähe ihrer liebsten sterben. Natürlich bin ich dafür das man vorher erst alles an Hilfe bekommt, die es gibt und alles versucht, aber es gibt eben auch Fälle in denen man nicht viel tun kann. Versteht mich nicht falsch. Ich glaube an Gott und das er etwas für jeden einzelnen geplant hat und ich glaube, dass er es ist, der uns erlösen sollte. Aber hat er gewollt, dass Menschen Leben müssen, die so nicht Leben können, weil es einfach nicht der Natur ihrer Person entspricht, die er selber geschaffen hat und diese Person nur noch unter Schmerzen leiden muss? Die Meinungen werden viel auseinander gehen und dies ist auch gut so.
Jojo Moyes hat es auf jedenfall geschafft das ich mir viele Gedanken darum mache und mich in diesem Buch verloren hatte. Zum Glück hatte ich genug Taschentücher zur Hand.

Veröffentlicht am 07.10.2016

Ein wunderschöner Roman, den ich nur weiterempfehlen kann.

Weil ich Layken liebe
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Lange Zeit habe ich dieses Buch gemieden, da es einen regelrechten Hype im Internet ausgelöst hat. Doch manchmal kommt eben alles anders, als man denkt. Meine Schwester hatte dieses Buch mit in unseren ...

Lange Zeit habe ich dieses Buch gemieden, da es einen regelrechten Hype im Internet ausgelöst hat. Doch manchmal kommt eben alles anders, als man denkt. Meine Schwester hatte dieses Buch mit in unseren gemeinsamen Urlaub genommen und so davon geschwärmt, dass ich es doch lesen musste. Und es hat sich wirklich gelohnt. Weil ich Layken liebe ist so toll geschrieben das ich es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe und traurig war, nicht den zweiten Teil zur Hand zu haben.

Wenn ein Elternteil stirbt, ist das sicher sehr schlimm und man sollte seine Kinder in der gewohnten Umgebung lassen. Doch bei Layken und ihrer Familie ist dies anders. Ihre Mutter beschließt nach Michigan zu ziehen, worüber Layken sehr unglücklich ist und es schon hasst bevor sie dort ist. Doch als sie den Möbelwagen vor ihrem Haus parkt und aussteigt, verliebt sie sich sofort in ihren Nachbarn Will. Dieser hat die selben Gefühle für sie und sie gehen gemeinsam aus. Plötzlich ist Michigan nicht mehr so blöd, wie sie zu Anfang dachte.
Doch als sie in ihre neue Schule kommt und Will dort sieht bricht für beide eine Welt zusammen. Sie können nicht zusammen sein...

Ich habe so mit Layken mitgefühlt. Mich mit ihr geärgert, ich war mit ihr traurig oder ich spürte ihr Glück. Die Charaktere in dem Buch waren mir alle sehr sympathisch und es gab keinen, den ich gar nicht leiden konnte. Der Schreibstil der Autorin ist wunderschön und so merkt man gar nicht, wie schnell man dieses Buch durchgelesen hat. Man möchte einfach das dies und das passiert und liest und liest und nur noch ein Abschnitt, noch eine Seite und schon ist das Buch am Ende angelangt. Dafür das ich mich so gegen den Hype dieses Buches gewehrt habe, freue ich mich, wenn wir irgendwann den zweiten Teil zum lesen bekommen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein lustiger und Unterhaltsamer Roman, der viel zu schnell zu Ende ging.

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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Isabelle ist ein großer Kontrollfreak. Ihre Woche ist richtig durchgeplant. Sie plant von dem Aufstehen bis zum Zubettgehen alles. Als ihr Lieblingsrestaurant schließt, in dem sie jeden Mittag ihre Nudelsuppe ...

Isabelle ist ein großer Kontrollfreak. Ihre Woche ist richtig durchgeplant. Sie plant von dem Aufstehen bis zum Zubettgehen alles. Als ihr Lieblingsrestaurant schließt, in dem sie jeden Mittag ihre Nudelsuppe bekommt, weigert sie sich zunächst, das neue zu besuchen. Doch Brigitte ihre Chefin und Freundin überredet sie. Als Isabelle sich wirklich traut, dort eine Suppe zu verlangen, und dann auch noch eine Nudelsuppe, bekommt sie es mit dem neuen Chef des Restaurants zu tun. Jens lässt sich nichts sagen. Es gibt keine Nudelsuppe, allerdings bietet er ihr Alternativen an. In Isabelles sonst so geordnetem Leben passen Alternativen gar nicht. Sie hat sogar schon geplant, wie sie sich irgendwann verliebt. Es muss ein „Bämm“ passieren. Doch jeder weiß, man kann Liebe nicht planen. Liebe passiert einfach, ohne Vorwarnung. Jens und sie werden nach und nach Freunde und auch seine kleine Schwester Merle schleicht sich einfach in ihr Herz. Und dann kommt auch noch der Mann, der das „Bämm“ in ihr auslöst.

Die Geschichte war lustig und sehr Unterhaltsam. Am besten fand ich es, als Isabelles Lieblingssendung abgesetzt wurde. Sie suchte den Namen des verantwortlichen und schrieb eine Email an alle Kombinationen, die ihr zu diesem Namen einfiel und beschwerte sich. Das mag sich jetzt komisch anhören, aber es gibt Menschen, die legen sich für ihre Lieblingssendung wirklich so ins Zeug. Ich habe, ungelogen, eine Freundin, die mal bei einem Sender angerufen hat, nur weil eine beliebte Sendung in die Sommerpause ging. Und ich liebe diese Person dafür.

Das Isabelle glaubt, es müsste Liebe auf den ersten Blick sein, finde ich sehr schade und auch bedenklich. Natürlich weiß man oft auf dem ersten Blick, ob eine Person einen sympathisch ist, oder nicht. Allerdings ist Liebe nicht einfach so da. Man muss sich doch erst mal kennenlernen. Passt man zusammen, hat man Gemeinsamkeiten oder ergänzt man sich in anderen Dingen? Könnte man mit diesem Menschen überhaupt seine Zukunft verbringen? Ein „Bämm“ mag ja sehr nett sein, aber reicht ein „Bämm“ für die Liebe? Manchmal kommt die Liebe schleichend und dann fragt man sich nur, wie das passieren konnte und warum man es nicht gemerkt oder zu spät gemerkt hat. Ich hoffe ihr wartet nicht auf die Liebe auf den ersten Blick. Denn oft sind es auch Bekannte oder Freunde in die man sich verliebt. Man kann die Liebe nicht steuern.

Die Charaktere hier waren so unterschiedlich und sehr liebenswürdig. Jeder auf seine Art war etwas besonderes und hat mir das Lesen zur reinen Freude gemacht. Isabelle hat wunderbare Freunde und eine liebevolle Mutter, die alles für ihr Kind tut, auch wenn es manchmal eine Lüge ist, die dafür sorgt das es ihrem Kind besser geht. Knut, der raue Taxifahrer, bei dem nur das Herz noch größer ist, als seine Klappe. Jens, der immer für Isabelle da ist, aber ihr selten ihren Willen lässt. Merle, seine kleine Schwester, die Isabelle einfach so überrumpelt und Brigitte, die ihre Probleme lieber erst mit sich ausmacht.
Was man in diesem Buch auf jeden Fall lernt, ist, das man sein Leben nicht planen kann. Und wenn doch, sollte man nicht nur einen Plan haben, denn sonst steht man vielleicht irgendwann vor dem nichts, wenn etwas schief läuft.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Buch voller Gefühl. Es hat mich aufgewühlt und sehr berührt und doch wollte ich nicht aus dieser Geschichte wieder auftauchen. Jessica Brokmole versteht es ihre Leser zu fesseln.

Ein französischer Sommer
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Clare wird nach dem Tod ihres Vaters nach Frankreich geschickt und lernt dort den Sohn des Hauses kennen. Sie ist gerade 15 und er schon 19 Jahre alt. Die beiden nähern sich langsam an, denn ihr Start ...

Clare wird nach dem Tod ihres Vaters nach Frankreich geschickt und lernt dort den Sohn des Hauses kennen. Sie ist gerade 15 und er schon 19 Jahre alt. Die beiden nähern sich langsam an, denn ihr Start ist etwas holprig und Luc schafft es in viele Fettnäpfchen zu treten. Doch die beiden vertrauen sich. Sie können kaum etwas vor dem anderen verbergen und erzählen sich ihre Träume, die sie im Leben haben. Doch als die beiden sich zu Nahe kommen, taucht plötzlich Clares Großvater auf und reißt sie schon wieder aus ihrer neuen Umgebung. Sie kennt diesen Mann doch gar nicht und nun soll sie mit ihm um die Welt reisen? Ihr bleibt keine andere Wahl. Luc und Clare bleiben trotzdem durch Briefe im Kontakt, bis sie sich durch den Krieg in Lucs Heimat verlieren.

Dieses Buch erzählt aus zwei Sichten. Einmal aus Clares Sicht und einmal aus Lucs Sicht. So lernt man beide besser kennen. Ihre Träume, ihre Ängste und ihre Sorgen. Wenn der andere nicht in der Nähe ist, dann schreiben sie sich Briefe. Jessica Brokmole versteht es in Briefform zu schreiben. Schon „Eine Liebe über dem Meer“ gehörte zu meinen Bücherhighlights. Man möchte immer mehr von den Protagonisten erfahren. Die Briefe lesen sich wie ein persönliches Gespräch und man verliert sich einfach in diesem Buch. Ich war gerne in den Jahren dieses Buches gefangen und wollte kaum auftauchen. Es war schön zu lesen, wie sich Menschen früher näher gekommen sind. Langsam und schüchtern. Dies wäre heute für die meisten undenkbar. Ich habe die Characktere geliebt und konnte nicht genug von ihnen bekommen. Zwischendurch musste ich immer wieder ein kleines Tränchen verdrücken, konnte aber auch an einigen Stellen schmunzeln. Die Seiten dieses Buches sind voller Gefühl, Hingabe, Träume und Tatendrang. Aber auch Hoffnung und Hoffnungslosigkeit können sehr nah beieinander liegen, wie hier immer wieder bewiesen wird. Jessica Brokmole schafft es mit diesem Roman wieder Mal das ihre Geschichte lebendig wird und sich in meinem Kopf wie ein Film abspielt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein wunderschönes Buch, bei dem man alles um sich herum vergessen kann.

The Shape of My Heart
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Als ich den Klappentext las, war mir nicht bewusst, dass dies der dritte Teil einer Reihe ist und ich freute mich riesig. Doch als ich dies herausfand, hatte ich ein wenig Sorge das ich zuvor etwas von ...

Als ich den Klappentext las, war mir nicht bewusst, dass dies der dritte Teil einer Reihe ist und ich freute mich riesig. Doch als ich dies herausfand, hatte ich ein wenig Sorge das ich zuvor etwas von der Geschichte verpasst hätte. Zum Glück war dem nicht so. Dieser Teil ist eine eigenständige Geschichte. Ich weiß immer noch nicht, worum es in den ersten beiden Teilen ging, doch ich hatte nicht das Gefühl das es eine weiterführende Geschichte ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es in den Vorgängern um ihre Freunde ging. Vielleicht werde ich es irgendwann erfahren, denn der Schreibstilist so schön das ich mich etwas ärgere nicht schon vom ersten Teil an dabei gewesen zu sein.
Die Charaktere waren alle Fantastisch. Courtney ist eine Rebellin, die es ihren Eltern nicht einfach macht. Doch sie ist einfach so und wirkt echt. Sie tut das, was sie möchte, auch wenn ihr Hindernisse in den Weg gelegt werden.
In Max hätte ich mich auch verlieben können! Harte Schale, weicher Kern. Nach außen hin wirkt er eher, wie ein Mann der einen Frauenverschleiß hat, doch er ist sehr gefühlvoll und nur auf der Suche nach Beständigkeit.
Die Freunde, mit denen sie in der Wohngemeinschaft leben, sind auch alle wunderbar. Jeder auf seine Weise bringt etwas in diese Konstellation, die einfach benötigt wird. Und jeder von ihnen hat mit seinen eigenen Dämonen zu Kämpfen. Ob mit sich oder mit anderen. Manchmal habe ich mich geärgert, wie doof die sein können, um nicht zu merken, dass sie sich mögen. Doch dann ist mir klar geworden, dass es so oft im Leben passieren kann und keiner dem anderen seine Gefühle gesteht. Gerade, wenn man sich oft sieht, oder lange kennt, hat man Angst, dass sich etwas grundlegend ändert. Man kann sich vielleicht nicht mehr in die Augen schauen oder es wird bei jeder Begegnung ein komisches Gefühl sein. Da die beiden zusammenwohnen, ist es nochmal eine Nummer größer. Was passiert, wenn nicht beide die gleichen Gefühle haben?
Natürlich kann man hier von vorneherein die Geschichte irgendwie vorausahnen, doch manchmal ist es das, was wir wollen. Manchmal wollen wir einfach eine schöne Lektüre, ohne Überraschungen oder Spannung. Es ist einfach schön zu lesen und man kann dabei sehr gut abschalten.
Ich konnte mich sehr gut in alle hineinversetzten. Manchmal sogar zu gut, denn irgendwann ging gar nichts mehr ohne Taschentuch. Ich hätte ewig weiterlesen können, doch irgendwann geht jedes Buch zu Ende.