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Veröffentlicht am 30.10.2018

hat mich nicht gepackt

Die Ring-Chroniken - Begabt
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Die 16-Jährige Emony lebt in der Rauring-Wüste. Dort sind die Ressourcen knappt, es gibt wenig Nahrung, das Wasser ist rationiert. Um diesen bedrückenden Verhältnissen zu entkommen und ihrer Familie unter ...

Die 16-Jährige Emony lebt in der Rauring-Wüste. Dort sind die Ressourcen knappt, es gibt wenig Nahrung, das Wasser ist rationiert. Um diesen bedrückenden Verhältnissen zu entkommen und ihrer Familie unter die Arme zu greifen, gibt Emony ihr bestes um die Aufnahmeprüfung für das WERT Unternehmen zu bestehen. Und schon bald darf sie ihre Ausbildung dort beginnen, doch die Anforderungen sind hart und Emony stößt auf immer mehr Ungereimtheiten im Unternehmen.
Erin Lenaris hat mit „die Ring Chroniken – begabt“ eine spannende Jugenddystopie geschrieben, die jedoch immer wieder an andere bekannte Bücher dieses Genres erinnert.
Emony ist ein kluger und starker Charakter und sie hat die Gabe Lügen zu spüren - und hier ist schon mein erster Kritikpunkt, denn ich konnte einfach nicht so recht nachvollziehen, warum sie diese außergewöhnliche Begabung hat. Niemand sonst scheint in dieser Welt ungewöhnliche Fähigkeiten zu haben und so recht vorangebracht hat sie die Geschichte auch nicht.
Emonys Freunde sind schöne Gegenpole zu ihr und zusammen bilden sie ein starkes Gespann. Gerade der humorvolle Felix hat mir gut gefallen. Die Gegenspieler dazu blieben im Vergleich eher blass und fast grundlos grausam. Emonys Beziehung zu ihrem Ausbilder Kohen hat mich doch stark an „die Bestimmung“ erinnert, vor allem weil Ausbilder Nummer 2 natürlich herrisch und brutal mit seinen Schülern umgegangen ist. Zudem schien mir die Ausbildung auch eher unrealistisch. Wer bringt denn Jugendlichen das Kämpfen bei, wenn man sie eigentlich ruhig halten möchte, damit sie ohne zu hinterfragen und aufzubegehren später ihre Arbeit machen?
Es gab also ein paar Kanten, bei denen ich mich beim Lesen gestoßen habe. Sonst ist das Buch aber thematisch wirklich gut aufgebaut und es mangelt auch nicht an spannenden Situationen. Eine gute Jugenddystopie, aber eben nicht ganz mein Fall.

Veröffentlicht am 14.10.2018

spannende Story, schwierige Charaktere

White Bodies
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Callie und ihre Schwester könnten gegensätzlicher nicht sein. Callie stand schon immer im Schatten ihrer nun berühmten Schauspielschwester Tilda. Doch Callie liebt Tilda dennoch. Als ihre Schwester ihren ...

Callie und ihre Schwester könnten gegensätzlicher nicht sein. Callie stand schon immer im Schatten ihrer nun berühmten Schauspielschwester Tilda. Doch Callie liebt Tilda dennoch. Als ihre Schwester ihren neuen Freund Felix vorstellt läuten bei Callie schon bald alle Alarmglocken. Kontrolliert und missbraucht der junge Mann Tilda? Callie hört sich in einem online-Forum um und versucht ihre Schwester mit allen Mitteln zu schützen. Doch als Felix auf einer Reise stirbt, muss sich Callie fragen ob sie vielleicht die Schuld trägt.
Ich bin nicht so ganz glücklich mit diesem Thriller. Der Autorin Jane Robins gelingt ein super spannender Einstieg, man lernt die Charaktere langsam kennen und kommt schon ins Grübeln, ob Felix nicht vielleicht der Falsche für Tilda ist. Doch dann gerät die Handlung etwas ins Stocken, Callie dreht sich mit ihren Recherchen im Internet im Kreis und obwohl sie anfangs noch sympathisch und liebevoll wirkte, wird sie mit jedem Kapitel besessener davon ihre Schwester zu retten. Nun wirkt nicht mehr nur Felix krank, Callie verrennt sich in die Geschichte und nimmt geradezu stalkerhafte Züge an, während Tilda eine wirklich seltsame Einstellung zu Beziehungen an den Tag legt und sich so selbst zu Grunde richtet. Man hat also niemanden mehr, dem man wirklich seine Sympathien schenken kann und mit dem man mitfiebern möchte. Das hat die Story für mich teilweise recht zäh gemacht. Zum Ende hin konnte mich die Autorin dann doch noch einmal fesseln, denn mit diesen Wendungen hätte ich so nicht gerechnet.
Interessant waren Einblicke in die Kindheit der Schwestern, sie erklären das Verhalten der Beiden im Erwachsenenalter zumindest ein Stück weit. Aber auch damals schon hatten die Mädchen ein auffälliges Verhalten.

Trotz starkem Start und gelungenem Schluss vergebe ich hier nur 3 Sterne. Der Mittelteil und auch die Charaktere konnten mich einfach nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 03.10.2018

Thalamus

Thalamus
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Timo ist auf dem Motorrad auf dem Weg zu seiner Freundin, doch der starke Regen bringt den Jungen von der Straße ab. Tage später erwacht Timo im Krankenhaus. Er hat schwere Kopfverletzungen erlitten und ...

Timo ist auf dem Motorrad auf dem Weg zu seiner Freundin, doch der starke Regen bringt den Jungen von der Straße ab. Tage später erwacht Timo im Krankenhaus. Er hat schwere Kopfverletzungen erlitten und muss nun zur Reha in den Markwaldhof, wo er wieder laufen und sprechen lernen soll. Doch seltsamerweise scheint etwas Fremdes Besitz von seinem Körper zu nehmen. Timo fühlt sich wie fremdgesteuert…
Ich bin großer Fan von Ursula Poznanskis Jugendbüchern und Thrillern, bisher habe ich sie allesamt verschlungen. Doch Thalamus konnte mich leider nicht so wirklich überzeugen und fesseln.
Grundsätzlich gefällt mir der Schreibstil der Autorin sehr gut, die Geschichte liest (oder in meinem Fall hört sich) flüssig und recht zügig.
Die Charaktere sind schön ausgearbeitet, besonders Timo und Karl geben ein tolles Freundesgespann ab, und gerade Karl bringt auch immer mal wieder ein bisschen Schwung in die Bude mit seinem Humor. Timo selbst ist wahnsinnig aufopferungsvoll und hilfsbereit, aber auch merklich unzufrieden in seiner Lage, was ja auch mehr als verständlich ist.
Das Problem für mich war tatsächlich Timos Sprachbarriere, er findet so viel heraus, kann sich aber einfach nicht mitteilen und so kommt die Story irgendwie nicht so richtig in Gang. Denn die Thematik an sich ist wirklich spannend und bietet viele Möglichkeiten für Action. Und doch dreht sich die Handlung um Timo immer wieder im Kreis. So hat die Geschichte doch einige Längen, bis es endlich zum Showdown kommt.
Das Hörbuch wird gelesen von Jens Wawrczeck, er intoniert ganz unterschiedlich die einzelnen Charaktere und man kann ihm gut zuhören. Aber letztendlich hat mich dieses Hörbuch einfach nicht so sehr abgeholt wie erhofft.

Veröffentlicht am 20.08.2018

kein leichter Einstieg

Höllenkönig
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Xavier ist der geheime König der Höllenfeste – einem furchtbaren Gefängnis. Doch mit Hilfe seiner treuergebenen Freunde gelingt ihm der Ausbruch. Nun setzt er alles daran, sich zu rächen und das Königreich ...

Xavier ist der geheime König der Höllenfeste – einem furchtbaren Gefängnis. Doch mit Hilfe seiner treuergebenen Freunde gelingt ihm der Ausbruch. Nun setzt er alles daran, sich zu rächen und das Königreich zurückzuerobern.
Für mich war es wirklich schwer in die Geschichte hineinzukommen und ich hatte Probleme die fremdklingenden Namen den Charakteren zuzuordnen und mir zu merken, wer nun wie zu den anderen steht und welche Geschichte er durchlebt hat. Ich konnte zu keiner der Personen eine Bindung aufbauen und so hat sich eine gewisse Distanz beim Lesen gebildet. Höllenkönig Xavier und seine Krieger kamen mir recht blass vor. Die Handlungsstränge über sie waren eher zäh zu lesen. Leichter fiel mir der Handlungsstrang der Hexen. Diese Abschnitte waren runder und einfacher zu verfolgen, vielleicht weil sie mir etwas sympathischer waren. Mir hat lange ein roter Faden in der Handlung gefehlt. Erst zum Ende hin konnte mich die Geschichte richtig fesseln. Schade, denn Cover und Klappentext hatten mich nämlich wirklich neugierig gemacht.

Veröffentlicht am 15.04.2018

gut, aber nicht umwerfend

Beneath the Scars - Nie wieder ohne dich
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Megan und Zach laufen beide auf ihre Art vor der Vergangenheit davon und beide werden sie früher oder später von ihr eingeholt. Megan, aufstrebende Schriftstellerin, zieht sich in das Strandhaus einer ...

Megan und Zach laufen beide auf ihre Art vor der Vergangenheit davon und beide werden sie früher oder später von ihr eingeholt. Megan, aufstrebende Schriftstellerin, zieht sich in das Strandhaus einer Freundin zurück, nachdem ihr Mentor Jared ihr ziemlich übel mitgespielt hat. Dort trifft sie auf ihren neuen und sehr verschlossenen Nachbarn Zachary. Er ist Künstler und trägt furchtbare Narben im Gesicht. Doch Megan lässt sich nicht so leicht vergraulen und versucht trotz seiner abweisenden Art einen Zugang zu ihm zu finden.
Der Leser erlebt abwechselnd aus Megans und Zachs Sicht ein auf und ab der Gefühle. Ich konnte mich gut in die beiden Protagonisten hineinversetzen und ihre Zerrissenheit nachvollziehen. Allerdings entwickelt sich die Beziehung der beiden wahnsinnig schnell. Zu schnell vielleicht, um wirklich glaubwürdig zu wirken.
Der Schreibstil ist schön leicht und flüssig zu lesen. Durch die Vergangenheit der Protagonisten bleibt der Spannungsbogen aufrechterhalten und es kommt natürlich zu der ein oder anderen dramatischen Szene.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, doch es kam mir etwas realitätsfern vor.