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Veröffentlicht am 13.05.2018

Besser kann kein Krimi gestrickt sein

Totensonntag
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Dies ist der fünfte Fall der beiden Ermittler, eigentlich ist es jedoch ihr erster gemeinsamer Fall, der hier vorgestellt wird. Denn hier treffen Wallner und Kreuthner zum ersten Mal aufeinander. Beide ...

Dies ist der fünfte Fall der beiden Ermittler, eigentlich ist es jedoch ihr erster gemeinsamer Fall, der hier vorgestellt wird. Denn hier treffen Wallner und Kreuthner zum ersten Mal aufeinander. Beide sind völlig gegensätzliche Charaktere. Wallner ist jung, recht bieder, voller Prinzipien und absolut gesetzestreu, Kreuthner ein Draufgänger, mit illegalen Methoden, die jeglicher Polizeiarbeit widersprechen und dennoch ein sympathischerTyp, dem alle Mittel recht sind, wenn es zur Aufdeckung von Kriminalfällen geht.

Aus ihrer Zusammenarbeit heraus ergeben sich Reibeflächen, die für Dramatik und auch für Komik sorgen. Kriminelle Vorgehensweisen der Polizei gerät hier schon zu einer Lachnummer und führt letzten Endes auch noch zum Erfolg in der Verbrechensbekämpfung, jedoch muss Wallner alle Mühe aufbringen, hier eine entsprechende Gesetzeskonformität zu beweisen.


Der vorliegende Fall führt ins Jahr 1945 zurück, es geht um Judenverfolgung und die Überwachung einer Gefangenengruppe an den letzten Kriegstagen. Eine junge Frau wurde ermordet, die Hintergründe liegen jedoch nicht klar zutage.

Die Ermittlung beginnt jedoch erst 1992 mit dem Hinweis auf den Sarg mit der Frauenleiche.

Andreas Föhr gelingt es hervorragende beide Handlungsstränge nebeneinander zu erzählen und damit dem Leser die entsprechenden Einblicke zu gewähren.



Bei diesem Schreibstil fliegt man nur so durch die Handlung, der Spannungsaufbau ist ebenfalls perfekt und am Ende gibt es noch einen echten Showdown. Mit reichlichen Wendungen und unvorhersehbaren Ereignissen werden Tatverdächtige entdeckt und ihre Motive untersucht. Die Ermittlungen sind sehr interessant mitzuverfolgen.


Mir haben besonders Wallner und Kreuthner gut gefallen, ihre charakterlichen Gegensätze sorgen für Ereignisse, die einfach humorvoll sind. Die Variante guter Cop und böser Cop bringen die Bösen hinter Gitter ist eben eine spezielle Art von Verbrechensbekämpfung.

Doch dieser Krimi bietet durch die vorgegebene Handlungszeit im Jahr 1945 auch für viel Dramatik und Tragik. Das schwierige Schicksal von Frieda Jonas schildert Andreas Föhr sehr mitfühlend und die Willkür der damaligen Soldaten wird sehr deutlich gemacht.



Dieser Krimi ist überragend gut, ein Highlight durch die speziellen Figuren und die interessante Handlung mit Verbindung zur SS-Zeit. Die besonderen Aktionen von Kreuthner sorgen für humorvolle und spannungsreiche Unterhaltung und die Einblicke in diese schwierige Phase deutscher Geschichte ermahnen eindrücklich. Besser kann kein Krimi gestrickt sein.

Veröffentlicht am 10.05.2018

Wieder genial geschrieben.

Himmelhorn
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Diesen Krimi habe ich wieder richig genossen, denn auch hier sorgt das Privatleben des Ermittlers wieder für ordentlich Gaudi. Es geht mal wieder rund in Kluftis Leben. Beruflich steckt er in einem schwierigen ...

Diesen Krimi habe ich wieder richig genossen, denn auch hier sorgt das Privatleben des Ermittlers wieder für ordentlich Gaudi. Es geht mal wieder rund in Kluftis Leben. Beruflich steckt er in einem schwierigen Fall einer Familienfehde von Wanderführern und Bergbauern, die nicht lange fackeln und gleich bei Unstimmigkeiten zu ihren Waffen greifen. Zuhause wartet auf ihn nicht nur Erika, sondern auch sein Sohn Markus, der sich gerade im Examen befindet und seine hochschwangere Schwiegertochter Yumiko. Und außerdem befinden sich die Langhammers in einer Ehekrise. Da soll er schon noch einen klaren Kopf bewaren!

Doch gerade dieser Trubel und der überaus sympathische Grantler Klufti mit dem Herz auf dem rechten Fleck ist es, was diese Buchreihe ausmacht.


Bei einer Bergtour mit Langhammer probiert Klufti sein neues E-Bike aus. Schon das ist eine große Gaudi, denn es kommt, wie es kommen muss, Klufti hat die neue Technik nicht wirklich im Griff. Diese Szene ist ein echter Lesespaß und man hat alles wunderbar bildhaft vor Augen. Doch es gibt noch einige humorvolle Episoden, bei denen man sich kaum mit Lachen zurückhalten kann. Ich möchte hier die ausdrückliche Medieninkompetenz des Kommissars erwähnen, dann den Briefwechsel mit dem japanischen Schwiegervater, die überfürsorgliche Betreuung der schwangeren Schwiegertochter, die Familienstunde mit Fotos auch aus Kluftis Kindertagen und die besondere Beratung von Kollegen und Annegret Langhammer in Liebesdingen.


Der Krimifall ist dieses Mal sehr unterhaltsam und tiefgründig, er dreht sich um einen mysteriösen Bergunfall, der schliesslich in die Vergangenheit führt. Wie sich hier arme Bergbauern vor 80 Jahren ihr Zubrot in Form von Bergführungen erarbeitet haben, wird eindringlich geschildert.

Passend zur Bergwelt trägt jedes Kapitel einen Spruch aus dem Gipfelbuch eines anderen Berges.


Während sich die ziemlich düstere Krimihandlung durch Befragungen von wortkargen Bauern erst allmählich entwickelt, bringt ein Blick in Kluftis Leben den nötigen auflockernden Spaß in die Geschichte.

Man muss sich erst ein wenig in die Familienverhältnisse einlesen, ehe man Mutmaßungen über eventuelle Mordgründe abgeben kann. Und so bleibt die Ermittlung schwierig und damit auch spannend. Am Ende gelingt es Klufti natürlich mit einem besonderen Schachzug, den Mörder aus der Reserve zu locken und zu enttarnen.


Für Krimifans mit Hang zu humorvollen und regionalen Büchern, kann ich hierfür nur meine vollste Leseempfehlung geben. Wer sich für die Bergwelt, Wandertouren und die Menschen in den Bergen interessiert, sollte erst recht zugreifen.

Ich bin jetzt schon gespannt auf den nächten Band. Diese Reihe wird mit der Zeit nie langweilig und scheinbar immer besser!



Veröffentlicht am 04.05.2018

Ein hervorragender Roman um ein juristisches Urteil über Leben oder Tod.

Kindeswohl
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Fiona führt ein arbeitsreiches, aber zufriedenes Leben als oberste Familienrichterin, ihren Erfolg hat sie sich durch harte Arbeit und schwierige Präzedenzfälle erkämpft. Gerade als ihr Mann ihre Ehe in ...

Fiona führt ein arbeitsreiches, aber zufriedenes Leben als oberste Familienrichterin, ihren Erfolg hat sie sich durch harte Arbeit und schwierige Präzedenzfälle erkämpft. Gerade als ihr Mann ihre Ehe in Frage stellt, wird sie auch beruflich vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Der junge Adam Henry lehnt aus religiösen Gründen eine rettende Bluttransfusion ab. Seine Erziehung und der Einfluss seiner Eltern und religiöser Mitglieder der Zeugen Jehovas sorgen bei ihm für diese Entscheidung, die seinen Todesstoß bedeuten würde. Fiona hat nur einen Tag Zeit für ihr Urteil.


Bei diesem Roman wird mal wieder das einzigartige Schreibvermögen Ian McEwans sichtbar. Er führt uns in eine Welt voller gerichtlicher Fälle, in denen im Sinne des Kindeswohls entschieden werden muss. Fiona Maye führt uns bei ihrer Arbeit als Richterin in verschiedenste Fälle ein, es geht um Entscheidungen von Recht und Moral, bei denen man selbst ins Nachdenken kommen kann. Oberste Priorität hat stets das Wohl des betreffenden Kindes.



Im vorliegenden Fall des Adam Henry bekommt Fiona durch den persönlichen Kontakt, durch verbindende Hobbys wie Musizieren und Gedichte schreiben aufkommende Gefühle für den Jungen. Dennoch versucht sie ein unabhängiges Urteil zu fällen. Es ist gerade diese Diskrepanz zwischen rationaler beruflicher Entscheidungsfähigkeit und emotionaler Betroffenheit, die diesen Roman so spannend machen.

Dabei ist es beeindruckend, wie der Autor schwierige juristische Sachverhalte einbaut und dabei die rechtliche Standpunkte aus ethischer, religiöser und juristischer Sicht einfach und klar vorstellt oder begründet.



Es ist beeindruckend, wie feinfühlig Ian McEwan die Gedankengänge von Fiona schildert, man lernt auch die Zukunftswünsche der jungen Fiona kennen. Als fast 60 jährige Frau liebt sie das Musizieren von Klassik und fühlt sich in der Literatur zu Hause, sie ist eine interessante und hochintelligente Person.

Ihre Arbeit wird in Form einiger beispielhafter Gerichtsfälle vorgestellt, diese haben mich sehr interessiert und ich bin von Fionas Urteilen eingenommen, denn sie erscheinen voller professioneller Genauigkeit und zudem mit einem angenehm menschlichen Wohlwollen. Der berufliche Druck ist groß, das Urteil zu Adam lässt keine langen Entscheidungen zu und dabei steht sie privat unter dem Druck, ihre Ehe vor dem Verfall zu bewahren.

Doch Fiona ist trotz der innerlich ausgeübten Kämpfe eine glaubwürdige Figur. Sie ist die Mittlerin zwischen sozialem Gewissen und gesellschaftlicher Verantwortung und setzt sich für das Wohl von Kindern ein. Mit Adam hat sie einen besonderen Fall zu entscheiden, ihm kommt sie durch die gemeinsamen Interessen Musik und Gedichte gedanklich sehr nahe.


Dieses Buch regt zum Fachsimpeln an, es gibt Denkanstösse nicht nur in Sachen Rechtsprechung, sondern auch in Beziehungsfragen und verpassten Chancen im Leben.



Ein beeindruckender Roman über Schuld, Moral und Ethik, der den Leser über seine eigenen Wertevorstellungen nachdenken lässt.


Veröffentlicht am 26.04.2018

Als Urlaubslektüre richtig gut!

Sommer in Atlantikblau
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Bei diesem schön zu lesenden Roman geht es im Grunde um eine Liebesgeschichte, die jedoch auch Geheimnisse aus der Vergangenheit aufgreift und mit einem realen Aspekt von einem Haus für junge Schwangere ...


Bei diesem schön zu lesenden Roman geht es im Grunde um eine Liebesgeschichte, die jedoch auch Geheimnisse aus der Vergangenheit aufgreift und mit einem realen Aspekt von einem Haus für junge Schwangere etwas Tiefe in die Handlung bringt.

Die Story spiel in Kanada an der Atlantikküste, man erlebt die landschaftliche Schönheit, die Abgeschiedenheit, die kulinarischen Besonderheiten in Form von Muschelsuppe, frischem Fisch und Muffins und lernt die junge Lotte kennen, die gerade ihre liebste Tante verloren hat.



Mit den unterschiedlichen Charakteren wird man schnell und gut vertraut. Die Autorin bringt ihre Eigenarten und Charakterzüge gut zum Ausdruck, baut einige kleine Makel ein und zeigt eine ganz normale Familienbeziehung. Luise ist die älteste der Schwestern, sie wird als typische Karrierefrau gezeigt und ist damit nicht gerade die Sympathieträgerin, doch auch sie macht im weiteren Verlauf eine Entwicklung durch, die mich als Leser mit ihr aussöhnt.

Die jüngere Schwester Sophie ist schwanger, ständig müde und geniesst diese Reise als Auszeit von ihren zwei anstrengenden Söhnen.

Lotte ist im väterlichen Betrieb angestellt, sie plant ihre Heirat mit Lennart, einem Mitarbeiter der Firma, das wirkt nicht gerade wie eine Liebesheirat, doch sie scheint sich damit wohl zu fühlen.

Als die Frauen in Kanada keinen Anschlußflug lernen sie Connor kennen, einen attraktiven Typen, der ihnen ein B&B vermittelt. Es kommt wie es kommen muss, Lotte verliebt sich in ihn und verhält sich in seiner Gegenwart wie ein Teenager.


Dieser Roman ist wunderbar geschrieben, sehr lebendig und flüssig. Er ist leicht und locker zu lesen und dank der geschickt eingebauten Wendungen las ich gefesselt bis zum Ende. Ich mag die tollen Landschaftsbeschreibungen, die familiären Erlebnisse, die Entdeckungen von Tante Charlottes Vergangenheit und natürlich die Gefühle zwischen Connor und Lotte. Wie Lotte Feuer fängt ist recht offensichtlich, sie wird ständig rot und stottert, wenn sie Connor begegnet. Man kann die Schmetterlinge sogar beim Lesen deutlich spüren. Auch wenn die Geschichte schon vorhersehbar ist, bin ich die ganze Zeit über voll bei der Sache und konnte die Spannung zwischen den Figuren knistern hören. Die bevorstehende Heirat steht so herrlich im Kontrast zu der Verliebtheit Lottes, dass man es kaum abwarten kann, bis sie ihrem Verlobten reinen Wein einschenkt.


Miriam Covi hat mit ihrer Geschichte einen wunderbar romantischen Roman geschrieben, bei dem keine Langeweile aufkommt. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen, Abschalten und Träumen. Ich habe dieses Buch von Anfang bis Ende verschlungen. Als Urlaubslektüre richtig gut!

Veröffentlicht am 21.04.2018

Eine Dreiecksbeziehung der besonderen Art

Vier Pfoten am Strand
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Ben Brungsdahl ist als berühmter Künstler für Skulpturen schon weit durch die ganze Welt gereist, eine künstlerische Auszeit führt ihn an die Nordseeküste ins ruhige Lichterhaven. Er nimmt einen jungen ...

Ben Brungsdahl ist als berühmter Künstler für Skulpturen schon weit durch die ganze Welt gereist, eine künstlerische Auszeit führt ihn an die Nordseeküste ins ruhige Lichterhaven. Er nimmt einen jungen Hund bei sich auf, allerdings hat die Bulldogge Boss schon einiges mitgemacht und muss sich erst mal an Ben gewöhnen und ihn als Herrchen akzeptieren. Wie gut, dass in der Nähe eine Hundeschule ist. Die Tiertrainerin Christina gibt Ben gute Tipps für den täglichen Umgang mit Boss und schon bald freunden sich die drei immer mehr an.

Petra Schier entführt ihre Leser nach Körbchen mit Meerblick erneut nach Lichterhaven. Ihre zauberhafte Liebesgeschichte entwickelt sich selbstverständlich nicht ohne einige Hürden und Missverständnisse, das wäre einfach zu glatt und langweilig. Man erlebt als Leser die Schmetterlingsgefühle der sympathischen Protagonisten hautnah mit und natürlich spielt Boss, wie sein Name schon vermuten lässt, eine nicht gerade nebensächliche Rolle. Er ist der Dritte im Bunde und dank seiner Bemerkungen zu allen Aktionen eigentlich der heimliche Star. Das lockert den Roman nicht nur humorvoll auf, sondern schließt sozusagen den Kreis um die Dreiergruppe. Gemeinsam genießt man ihre Strandspaziergänge am Meer, das Alltagsleben mit einem immer hungrigen Hund und die Übungen in der Hundeschule.



Überhaupt schafft Petra Schier eine sehr authentische Atmosphäre, lässt mit unerwarteten familiären Ereignissen und auch Sorgen, sowie Bens beruflichen Schaffensphasen eine unterhaltsame Geschichte entstehen, der man sich nicht entziehen kann. Einige Nebenfiguren tauchen natürlich auch auf, da sind Lars und Luisa, die Familie, insbesondere die Großeltern von Christina und einige andere Figuren. Sie alle sorgen für mit ihrem Verhalten für Unterhaltung und allgemeine Spannungsmomente.


Vom Schreibstil her erwartet den Leser eine locker-flockige Erzählung, die natürlich hauptsächlich die Dreierbande fokussiert. Man darf sich auf Bens künstlerische Ader freuen, egal, ob aus Marmor gemeißelt oder mit dem simplen Draht einer Büroklammer.

Aber auch die Erziehungstipps von Hundeflüsterin Christina sind lesenswert, wer einen Hund hat, wird hier manches wissen. Aber aus Hundesicht gesehen, macht es noch mal so viel Spaß.


Dieser Roman ist eine frische, leicht beschwingte und auch romantische Lektüre für den Sommerurlaub oder einfach nur zum Abschalten. Auch wenn das Ende nicht gerade die große Überraschung wird, sorgt diese Geschichte für schöne Lesestunden.