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Veröffentlicht am 22.10.2018

Antagonist

Richard-Tackert-Reihe / Antagonist
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Gleich zu Beginn wird eine weibliche Leiche aus dem Kanal gezogen. Die Tote ist Annemarie Funke und war Tierärztin, hat sich bei PETA engagiert und war Mitglied bei den Anyone;s sisters, einer Esoterikgruppe. ...

Gleich zu Beginn wird eine weibliche Leiche aus dem Kanal gezogen. Die Tote ist Annemarie Funke und war Tierärztin, hat sich bei PETA engagiert und war Mitglied bei den Anyone;s sisters, einer Esoterikgruppe. Hauptkommissar Tacker und sein Team ermitteln. Es muss geklärt werden, wie und wo die Frau ins Wasser gekommen ist, vom Schiff, vom Land aus? Auch ein Motiv ist nicht erkennbar. Sie war überall beliebt, aufgeschlossen, freundlich, hatte aber wohl keinen großen Freundes- oder Bekanntenkreis. Es werden Personen aus beiden Gruppen befragt, die mehr oder weniger sympathisch sind. Besonders die Esoteriker sind sehr empfindlich, was ihr Tun betrifft. Mit Robert Schöndorf hatte sie allerdings massive Probleme. Der wird genauer unter die Lupe genommen. Und nicht nur von der Polizei.
Auch Anna Heisterberg, eine Privatdetektivin, hat den Auftrag bekommen, etwas über seine Machenschaften heraus zu bekommen.
Annemarie hatte Streit mit Frauke Hahnefeld wegen ihres Mannes. Also nehmen sich die Ermittler auch den inzwischen Ex-Mann vor. Er und seine Freundin sind ein ziemlich unsympathisches Paar.
Außerdem gab es in Annemarie’s Studentenzeit einen Vorfall, der vielleicht nach so vielen Jahren eine Rolle spielen könnte.
Zwischendurch gibt es kurze Abschnitte mit den Gedanken eines Unbekannten.
Ein kurzer, kompakter Krimi mit einer gesunden Prise Humor. Er war nicht besonders spannend, aber durchaus interessant. Die Ermittler sind mir alle sympathisch und arbeiten auch als gutes Team zusammen.
Besonders amüsant finde ich die Götternamen der Fische.

Veröffentlicht am 26.04.2018

Der Tote auf dem Friedhof

Blumen des Todes
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Der Täter hat sein Opfer kunstvoll an einem Grabstein drapiert. Das Opfer Archie Willson ist den Ermittlern aus der Boulevardpresse bekannt. DI Aliya Pereira und ihr Kollege DS Marc Bain beginnen mit den ...

Der Täter hat sein Opfer kunstvoll an einem Grabstein drapiert. Das Opfer Archie Willson ist den Ermittlern aus der Boulevardpresse bekannt. DI Aliya Pereira und ihr Kollege DS Marc Bain beginnen mit den Ermittlungen, wobei es Aliya gerade nicht leicht hat mit ihrer 13jährigen Tochter, die sie von der Schule abholen musste und notgedrungen mit zum Tatort genommen hat. Das hat ihr gleich weitere Minuspunkte bei ihrem Vorgesetzten Cooper eingehandelt, der sie eh schon auf dem Kicker hat.
Die Ermittler stoßen auf Archies Mitbewohner Frank, der auf transsexuell macht. Er verheimlicht eindeutig etwas, außerdem hat er wohl das Los gekauft, mit dem Archie gewonnen hat.
Bei den Recherchen kommt heraus, dass der tote Archie von seinem Millionen-Lottogewinn noch nichts ausgegeben hat und nur von den Zinsen gelebt und gefeiert hat. Er war wohl etwas kopflos und hatte noch keine konkreten Pläne. Aber sein Finanzberater erzählte der Polizei, dass Archie alle zum Verkauf stehenden Kirchen erwerben wollte.
Es werden die vielen Briefe, die Archie nach seinem Gewinn erhalten hatte, ausgewertet. Und dort stoßen die Beamten auf eine erste heiße Spur, die sie in Archie's Vergangenheit führt. Alle an dem damaligen Vorfall Beteiligten hatten Drohbriefe bekommen. Erst am Ende dieses Abschnittes wird es wieder spannender, als es einen weiteren Toten gibt.
Jetzt ist die Frage, wer sich an diesen Personen rächen will? Die Schwester des damals verunglückten Jungen kommt mir etwas verschroben vor. Weitere Verwandte gibt es angeblich nicht. Der Junge war auch sehr gläubig. Ob daher Archie‘s Interesse an Kirchen rührte und er etwas gutmachen wollte?
Die vielen Ermittlungen und Befragungen fand ich nicht wirklich spannend, jedoch durchaus interessant und das gehört ja zu den Aufklärungsarbeiten auch dazu.
Mit Aliya bin ich nicht so richtig warm geworden, sie erscheint mir in ihrer Art etwas unterkühlt zu sein, gestresst und übellaunig. Über ihre Lebensumstände erfährt man zuerst nicht viel. Dass es da noch Robin gibt und Lena gab, wird erst später im Buch erwähnt und auch nur häppchenweise. Aliya ist zwar in Glasgow geboren, hat aber indische Wurzeln. Dadurch kommt es öfters zu beinah rassistischen Sprüchen.
Im Gegensatz zu ihr war mit DS Bain sehr sympathisch mit seiner ruhigen, freundlichen Art.
Auch der Vorgesetzte Cooper war zu Beginn immer recht schroff zu Aliya, aber im Verlauf des Buches hat er sich etwas geändert und es gab sogar mal ein Lob.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, der Schreibstil war einfach und es ließ sich zügig lesen. Es gab viele unterschiedliche Charaktere, die alle auf ihre eigene Art und Weise in die Geschichte passten.
Der Schluss hat mich dann doch etwas überrascht.
Das Cover finde ich sehr schön, düster und geheimnisvoll auf einem dunklen Friedhof.

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Brutal

Insel der Ratten
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„Die Insel der Ratten“ wurde einem 2021 erschienen Sammelband entnommen und in einem kleinen Format mit dickem Einband, 200 Seiten und für knapp 20€ vermarktet.
In diesem Buch schildert Nesbø den Zusammenbruch ...

„Die Insel der Ratten“ wurde einem 2021 erschienen Sammelband entnommen und in einem kleinen Format mit dickem Einband, 200 Seiten und für knapp 20€ vermarktet.
In diesem Buch schildert Nesbø den Zusammenbruch des Systems nach einer Pandemie. Die Gesellschaft driftet in Armut, Arbeitslosigkeit und Gewalt ab. Es bilden sich rivalisierende und plündernde Banden, die auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken. Die Polizei steht dem machtlos gegenüber und hat in vielen Vierteln ihre Arbeit eingestellt. Viele Reiche versuchen nun, aus der Stadt zu fliehen. So auch Colin Lowe, der reichste Unternehmer des Landes. Er hat sich die Insel der Ratten ausgesucht und sein Leben dort bereits vorbereitet. Sein Sohn Brad ist hingegen der Anführer einer dieser brutalen Gangs. Als er die Tochter von Will, dem besten Freund seines Vaters, in seine Gewalt bringt, gerät auch für den gutmütigen und loyalen Will die Welt aus den Fugen. Nun will er sich nur noch rächen. Er ersinnt einen ausgeklügelten Plan, den nicht einmal sein reicher Freund durchschaut.
Die Perspektiven wechseln zwischen Wills Leben und dem der Straßengang, wodurch man beide Seiten kennenlernt, was die Situation jedoch nicht verbessert.
Die Geschichte beleuchtet soziale Ungleichheit und den Zerfall staatlicher Strukturen in einer postpandemischen Welt. Die Kluft zwischen Reichtum und Armut wird in klaffenden Kontrasten sichtbar: Während Colin Lowe auf einer Insel Zuflucht sucht, tobt am Festland der Überlebenskampf der weniger Privilegierten. Insel der Ratten ist ein düsterer, kompromissloser, gesellschaftskritischer Thriller, der von Gewalt und Egoismus geprägt ist und die Frage aufwirft, wie weit man selbst in solch einer Situation gehen würde.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Zu viel Möhren, zu wenig Mord

Mord im Knoblauchsland
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Auf der Grenze zwischen Nürnberg, Führt und Erlangen liegt ein Toter. Nachdem der Streit um die Zuständigkeit dank Google Maps erfolgreich geschlichtet ist, übernimmt der Erlanger Hauptkommissar Mütze ...

Auf der Grenze zwischen Nürnberg, Führt und Erlangen liegt ein Toter. Nachdem der Streit um die Zuständigkeit dank Google Maps erfolgreich geschlichtet ist, übernimmt der Erlanger Hauptkommissar Mütze die Ermittlungen. Der Tote ist Baccano, der Topmanager des Flughafens. Bei der Tätersuche gibt es erstaunliche Enthüllung, ob Intrigen, tierische Liebesspiele oder die Wirtschaftlichkeit des Flughafens. Mütze und sein Kollege Big-Chip finden immer neue Verdächtige, aber am Ende ist alles anders, als es scheint.
Die Handlung ist gut aufgebaut, oft humorvoll und mit regionalem Charme geschrieben. Auch der Schreibstil ist gut.
Für mich war es das erste Buch der Reihe, sodass mir etwas an Vorwissen fehlte. Mütze und Karl-Dieter leben als Paar zusammen und haben Baby Lotte adoptiert. Wobei Karl-Dieter in seiner Vater-Rolle völlig aufgeht, eigentlich zu viel. Zu viel war mir eben auch sein Hausmann- und Papa-Alltag, mit seinen – sicher sehr schmackhaften – Kochkünsten, die detailreich beschrieben wurden. Mütze dagegen arbeitet viel und scheint sich in die Beziehung nicht wirklich einzubringen. Mit Lotte kann er gar nichts anfangen.
Der Fall selbst tritt oft in den Hintergrund und wird immer wieder von Klaus-Dieters und Lottes Tagesablauf unterbrochen.
Zum Schluss gibt es noch „Karl-Dieters beste Möhrenrezepte“.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Das Gold der Vertriebenen

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
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In der Wolkensteiner Schweiz wird die Leiche eines alten Spielmanns gefunden, den Kriminalkommissarin Annalena Krest und ihr Sohn einen Tag vorher noch auf dem Burgfest gesehen haben. Es stellt sich heraus, ...

In der Wolkensteiner Schweiz wird die Leiche eines alten Spielmanns gefunden, den Kriminalkommissarin Annalena Krest und ihr Sohn einen Tag vorher noch auf dem Burgfest gesehen haben. Es stellt sich heraus, dass es der Tscheche Jakub Miler ist und es sich um einen Mord handelt. Annalena begibt sich nun auf Spurensuche, die sie hauptsächlich ins Nachbarland führen, wo sie Milers Sohn Adam kennenlernt. Der ist ziemlich unkooperativ und antwortet ausweichend auf ihre Fragen. Sie erfährt von einem Skelettfund nahe der Siedlung Pfaffengrün, von alten versteckten Schätzen und Schatzsuchern und bringt diese in Zusammenhang mit dem aktuellen Fall.
Annalena Krest, ist eine kluge, engagierte Kommissarin und lässt sich nicht von alten Legenden oder der düsteren Umgebung abschrecken. Nebenbei muss sie sich noch um ihren kleinen Sohn kümmern. Sie holt Rat bei Hauptkommissar Lorenz, der sich gerade nicht im Dienst befindet, aber trotzdem an dem Fall interessiert ist. Interessant ist nur noch Adam Miler, der selbst einige private Dinge aus der Vergangenheit herausfinden will. Die anderen Charaktere werden nicht so intensiv beschrieben, was sicher auch daran liegt, dass es bereits der 7. Teil der Reihe ist.
Ich habe mich schwer getan mit dem Buch. Die Ermittlungen verlieren sich leider in den vielen geschichtlichen Details bzw. Sagen und Legenden sowie in Annalenas Gedankengängen, was natürlich nicht uninteressant, nur einfach für einen Krimi zu viel ist und sich alles etwas zäh dahinzieht. Ich bin selbst in Marienberg geboren und in der Nähe aufgewachsen und weiß, wie schön die Gegend ist.
Der Schreibstil ist düster, atmosphärisch und sehr detailreich, wodurch eine fast mystische Stimmung entsteht und passend für die Handlung ist.
Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist geheimnisvoll wie die Geschichte selbst.

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