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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Kindsentführung in Heidelberg

Echo einer Nacht
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Alexander Gerlach ermittelt in seinem fünften Fall wieder im beschaulichen Heidelberg. Diesmal hat er es mit einer Kindsentführung zu tun. Dabei trifft er bei seinen Ermittlungen zielsicher das ein oder ...

Alexander Gerlach ermittelt in seinem fünften Fall wieder im beschaulichen Heidelberg. Diesmal hat er es mit einer Kindsentführung zu tun. Dabei trifft er bei seinen Ermittlungen zielsicher das ein oder andere Fettnäpfchen, das pressetechnisch natürlich auch gleich ausgeschlachtet wird. Aber auch in seinem Privatleben entwickelt sich einiges. Seine Zwillingstöchter planen den großen Stardurchbruch mit einer Band und mit seiner Geliebten Theresa muss er sich ein neues Domizil für ihre heimlichen Schäferstündchen suchen. Hier hat der Autor so einige lustige Szenen eingebaut, bei denen ich richtig lachen musste. Gerade diese Kombination aus Gerlach's Privatleben und seiner Arbeit als Kriminalrat macht diese Reihe für mich so lesenswert. Wolfgang Burger kommt bei seinen Krimis komplett ohne Gewalt aus. Als Leser erhält man einen teils humorigen, aber auch soliden Krimi. Es empfiehlt sich aber die Reihe in der Bandreihenfolge zu lesen, da sich die Geschichte der Protagonisten entwickelt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Unabhängigkeit Schottlands - Heute, wie damals...

Rebell der Krone
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Nachdem ich erst vor ein paar Monaten in Schottland war und mich die Geschichte dieses Landes fasziniert, musste ich natürlich auch zu diesem Auftaktroman der Trilogie um Robert Bruce greifen. Dabei fand ...

Nachdem ich erst vor ein paar Monaten in Schottland war und mich die Geschichte dieses Landes fasziniert, musste ich natürlich auch zu diesem Auftaktroman der Trilogie um Robert Bruce greifen. Dabei fand ich einen Roman vor, der zum einen gut recherchierte Geschichte beinhaltet, aber auch gut verwebt mit Fiktion ist. Wer reines Schlachtgetümmel a la "Braveheart" erwartet, der sollte nicht zu diesem Buch greifen. Dies kommt zwar nicht zu kurz, aber Intrigen, Bündnisse, Freund- und Feindschaften prägen diese Geschichte. Als Leser war ich mir der Härte und Entbehrungen dieser Zeit sehr schnell bewusst und die Autorin nahm mich mit auf ihre Zeitreise ins 13. Jahrhundert. Das Buch endet mit einem Cliffhänger, als Robert Bruce nach Irland aufbricht, aber so weiß man schon was den Leser im Folgeband erwarten wird.

Veröffentlicht am 28.12.2025

Schutzwall für Asgard

Millennium Kingdom: Die Feuerprobe
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"Die Feuerprobe" ist der vierte Band der Millennium-Kingdom-Reihe von Tonny Gulløv. Otto der Große, König des Ostfrankenreiches, steht wieder einmal vor dem Schutzwall Danewerks und zugleich vor dem Tor ...

"Die Feuerprobe" ist der vierte Band der Millennium-Kingdom-Reihe von Tonny Gulløv. Otto der Große, König des Ostfrankenreiches, steht wieder einmal vor dem Schutzwall Danewerks und zugleich vor dem Tor von Kattegat. Während Ulv Palnatoke anfangs noch im Zwist mit den Seeländern um sein Schwert steckt, zieht König Harald ebenfalls seine Truppen zusammen. Auch Ulv Palnatoke muss seinem Ruf folgen. Es geht um sehr viel. Um die Krone König Haralds, aber auch um die Frage nach dem Glauben. Christentum oder nordische Götter. Für Ulv stellt sich diese Frage nicht, aber kann er sich in dieser Frage auf seinen König Harald verlassen? Tonny Gulløv lässt die Story dieses vierten Bandes gemütlich angehen. Lange Zeit lernt man Ulv Palnatoke von seiner nervigen Seite kennen. Er langweilt sich, will sein Schwert wieder von den Seeländern zurück. Dabei ist er ständig am Schimpfen und sich mit Bier volllaufen. Dieser Teil des Buches zieht sich und ist für den Leser anstrengend. Kämpft man sich aber durch diese Seiten tapfer durch, dann kommt der Autor auch zum wesentlichen Teil der Story. Hier läuft dann auch Ulv Palnatoke wieder zu alter Form auf, begleitet natürlich weiterhin von seinen wilden Gesellen. Die Kämpfe und Schlachten sind mit der Härte dargestellt, wie das Sterben damals auch war. Nichts schönes, sondern blutig und grausam. Heere wurden für Herrscher geopfert, um deren Ziele zu verwirklichen. Spätestens auf diesen Seiten hat der Autor den Leser wieder voll ins Geschehen gezogen. Die Spannung ist voll da und man fliegt wieder über die Seiten. In Summe würde ich diesen Band in zwei Abschnitte teilen. Einen, durch den man muss - und einen, der den Leser wieder in seinen Bann zieht.

Veröffentlicht am 11.06.2025

Erster Fall für die Miss Marple vom Niederrhein

Kati Küppers und der gefallene Kaplan
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"Kati Küppers und der gefallene Kaplan" ist der erste Band der Reihe "Niederrhein-Krimis mit Herz, Hirn und Humor" von Barbara Steuten. Pater Remigius hat sich eine ordentliche Grippe eingefangen. Gut ...

"Kati Küppers und der gefallene Kaplan" ist der erste Band der Reihe "Niederrhein-Krimis mit Herz, Hirn und Humor" von Barbara Steuten. Pater Remigius hat sich eine ordentliche Grippe eingefangen. Gut dass in dem kleinen Ort Niederbroich er sich auf seine Küsterin Kati Küppers und den Kaplan Overath verlassen kann. Doch bei der Vorbereitung der Morgenmesse geraten sich diese beiden in die Haare. Zu unterschiedlich sind ihre Auffassungen bei der Nutzung des Pfarrheim. Und als Kati wutentbrannt dem Kaplan droht und die Kirche verlässt, eskaliert das Ganze. Am nächsten Tag findet man den Kaplan tot auf. Natürlich gerät Kati sofort unter Hauptverdacht. Es gilt also schnellstens ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Täter ausfindig zu machen. Der Einstieg in diesen Krimi ist gut gelungen, er ist von Beginn mit viel Lokalkolorit gespickt. Teils gewürzt mit rheinischem Dialekt ist lt. Cover dies der "erste Fall für die Miss Marple vom Niederrhein". Solche Versprechen bergen natürlich die Gefahr einer gewissen Erwartungshaltung, denn das Original von Agatha Christie setzte eine sehr hohe Messlatte. Und genau diese Messlatte wurde für mich gerissen. Ist auf der einen Seite die Küsterin Kati und auf der anderen Seite der junge Kommissar Rommerskirchen, so sind hier noch Parallelen. Dann aber verliert sich ein wenig, wer denn jetzt tatsächlich ermittelt, fast scheint es mehr der Enkel der Küsterin zu sein. Die Autorin fängt gut das Dorfleben mit Klatsch und Tratsch ein, aber es fehlte mir an der nötigen Spannung. Auch Cosy-Crime benötigt das essentielle Stilmittel für einen Krimi. Wenn nur phasenweise, aber doch an den richtigen Stellen Spannung. So lässt sich dieser Niederrhein-Krimi gut und flüssig lesen, aber er hinterlässt mich zwiespältig. Ich hätte mir dann doch etwas mehr Miss Marple und Spannung gewünscht. Die Umsetzung des Handlungsortes und des niederrheinischen Flairs im beschaulichen Niederbroich sind aber sehr gut gelungen.

Veröffentlicht am 25.05.2025

Nicht nur San Gennaro ist in Neapel kopflos!

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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"Commissario Gaetano und der lügende Fisch" ist der erste Band der Gaetano-ermittelt-Reihe von Fabio Nola. Ganz Neapel ist in Feierlaune. Es wird das Fest des Heiligen San Gennaro gefeiert. Nur Commissario ...


"Commissario Gaetano und der lügende Fisch" ist der erste Band der Gaetano-ermittelt-Reihe von Fabio Nola. Ganz Neapel ist in Feierlaune. Es wird das Fest des Heiligen San Gennaro gefeiert. Nur Commissario Gaetano ist noch in seiner Questura, als ein Mann aufgeregt bei ihm erscheint. Der Turiner Ianus Capuano fühlt sich verfolgt und ist der festen Überzeugung, dass jemand nach seinem Leben trachtet. Denn anscheinend bekommt er während seiner Abwesenheit in Neapel aus seiner dortigen Wohnung immer seltsame Anrufe. Dabei spielt ihm der mysteriöse Anrufer die Glockenschläge seiner eigenen Wanduhr vor. Nur jedes Mal ist es ein Schlag weniger, seine Zeit scheint abzulaufen. Commissario Gaetano hat kein rechtes Interesse dem Mann zu helfen, zu viel scheint wirres Gerede. Doch tags darauf wird er an einen Tatort gerufen. Es ist die Wohnung von Capuano und der sitzt dort enthauptet in einem Stuhl. Ein Schicksal wie das des Stadtpatrons San Gennaro. Es beginnt eine Mordermittlung, die ihre Ursprünge in der Vergangenheit sucht. Fabio Nola schickt seinen Ermittler in Neapel in diesem Krimi zum ersten Mal an den Start. Dieser ist ein spezieller Typ, mit dem man als Leser warm werden muss. Gleiches gilt für dessen Kollegen. Mir fiel dies teilweise schwer, ich konnte keine wirkliche Beziehung zu den Ermittlern aufbauen. Beginnt dieser Krimi mit einem spektakulären Mord, die etliche Handlungsstränge vermuten lassen, so kristallisiert sich doch schnell ein wahres Tatmotiv heraus. Die Abgründe dazu sind tief, aber der Autor dringt darin nur bedingt vor. So ergibt sich öfters eine Gemengelage aus Ermittlungen und Privatleben des Commissario, dass zwar interessant ist, aber eben immer wieder auch den Spannungsbogen erschlaffen lässt. Hier hätte ich mir mehr über Beweggründe, Seelenleben der Beteiligten, etc. gewünscht, sowie eine Straffung der Szenen des Privatlebens des Commissario. So hat dieser erste Fall des Commissario Salvatore Gaetano gute Ansätze, aber für mich zu wenig spannende Momente, die mich fesselten und gebannt hinterlassen hätten. Ein solider Krimi mit Ausbaupotential für weitere Bände.