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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2018

Was wäre wenn?

Die Ewigen
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V.S. Gerlings Thriller-Reihe mit dem Ermittlerpaar Eichborn und Wagner hatte mich begeistert und auch sein Wissenschafts-Thriller „Die Ewigen“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nachdem seine Frau ...

V.S. Gerlings Thriller-Reihe mit dem Ermittlerpaar Eichborn und Wagner hatte mich begeistert und auch sein Wissenschafts-Thriller „Die Ewigen“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nachdem seine Frau Sophie an Krebs gestorben ist, will Maximilian Kirchner eigentlich nur noch eins: ein Heilmittel gegen die Krankheit finden, um seine Tochter Emma zu retten. Das Resultat der Forschung ist aber tatsächlich eine Behandlung, die ewiges Leben verspricht.
Doch dann wird das Projekt gehackt und die Liste der Ewigen geleakt. Sie werden gejagt und finden schließlich in Neuseeland eine neue Heimat. Kurz danach treten die ersten Nebenwirkungen auf…
Volker Schulz alias V.S. Gerling hat seinen neuen Thriller routiniert in Szene gesetzt. Eine phantastische und wirklich spannende Geschichte über Profitgier und Menschenverachtung. Ein Gespinst aus Lügen und Intrigen.
Unterlegt ist die Thrillerhandlung mit bestens recherchierten Einblicken in die Welt der Pharmaindustrie und deren skrupellose Strategien. Es handelt sich um eine fiktive Geschichte, die auf Tatsachen beruht, aber auch Verschwörungstheorien enthält.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Sicherheitschef Patrick Faber ist mir sofort ans Herz gewachsen. Professor Krohn und Finanzexperte Eppstein dagegen spielen falsch. Ihnen geht es nur um Geld und Macht. Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Kathleen, die Faber den Kopf verdreht hat?
Max und Emma, Faber und Kathleen, ein sympathisches Team, dem ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.

Fazit: Intelligenter Mix aus Fakten und Fiktion. Spannend!

Veröffentlicht am 08.07.2018

Das Horror-Haus

Das Haus der Mädchen
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Andreas Winkelmann geht gleich in medias res: Oliver, der etwas gesehen hat, was er wohl nicht hätte sehen sollen, wird erschossen. Aber der obdachlose Freddy hat den Mord beobachtet und ist nun auf der ...


Andreas Winkelmann geht gleich in medias res: Oliver, der etwas gesehen hat, was er wohl nicht hätte sehen sollen, wird erschossen. Aber der obdachlose Freddy hat den Mord beobachtet und ist nun auf der Flucht.
Zwei Tage später: Wir begegnen Leni. Sie will in Hamburg ein Praktikum machen und ist auf dem Weg zu einer Wohnung, in der sie über das Internet ein Zimmer gemietet hat. Dort lernt sie auch Vivian kennen. Nach einer Party ist ihre Freundin plötzlich verschwunden.
Was haben diese Handlungsstränge mit Jana zu tun, die in einem gruseligen Gewölbe gefangen gehalten wird? Sie ist Nummer sieben, die andere Frau Nummer sechs. Sie müssen dem „Herrn des Hauses“ dienen und gefallen.
Wie schon bei „Deathbook“, ist „Das Haus der Mädchen“ eine Mischung aus Thriller und Horrorroman. Die Geschichte ist in Hamburg verortet. Alle beschriebenen Orte existieren zwar auch im realen Hamburg, aber dies ist ihre fiktive, dunkle Variante.
Das Buch hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: eine sympathische Heldin, einen rasanten Plot und einen weit reichenden Spannungsbogen mit mehreren Verdächtigen, ist aber auch sehr vorhersehbar.
Gut gefallen hat mir die Schilderung des unheimlichen Hamburger Kanal- und Fleetsystems bei Nacht. Nicht so gut fand ich den SM-Touch. Nichtsdestotrotz ist das Buch flüssig geschrieben und nur schwer beiseite zu legen.

Fazit: Ein typischer Winkelmann. Nichts für schwache Nerven!

Veröffentlicht am 05.07.2018

Lügen, Lügen, Lügen

Wähle den Tod
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„Wähle den Tod“ ist bereits der vierte Psychothriller von Jutta Maria Herrmann. Bei den Büchern handelt es sich um Einzelromane, nicht um eine Serie. Story und Stil hatten mir gefallen und auch diesmal ...


„Wähle den Tod“ ist bereits der vierte Psychothriller von Jutta Maria Herrmann. Bei den Büchern handelt es sich um Einzelromane, nicht um eine Serie. Story und Stil hatten mir gefallen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Davor. Ein rätselhafter Prolog: eine Ich-Erzählerin, von Hass zerfressen.
Hier und Jetzt. Jana hat alles: einen tollen Mann, zwei entzückende Kinder und einen fantastischen Liebhaber. Doch in ihrer Vergangenheit gibt es ein düsteres Geheimnis. Ihre Beziehung zu Hannes ist auf einer Lüge aufgebaut. Und wie das so ist, bleibt es nicht bei einer Lüge. Auf die erste folgt die zweite, und so weiter.
„Wähle den Tod“ ist die Geschichte einer Frau, deren Heile Welt zerbricht, als die Vergangenheit sie einholt. Eines Tages findet sie den Familienhund tot auf, kurz danach werden ihre Kinder entführt. Wer will Janas Leben zerstören, ihr alles nehmen, was ihr lieb ist?
Spannend geschrieben, ohne Frage. Die Geschichte nimmt immer neue Wendungen bis zum unerwarteten Ende. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Auch wenn mir die Protagonistin nicht sympathisch war, konnte ich ihr Verhalten dennoch nachvollziehen.
Ich mag Geschichten, die zeigen, wie Liebe und Lüge, aber auch Schuld und Rache das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen. Nichtsdestotrotz hat mir hier ein bisschen der Thrill gefehlt.

Fazit: Gut, aber psychologisch nicht so raffiniert wie Amnesia, „Schuld bist du“ und Hotline.

Veröffentlicht am 27.05.2018

Männer sind Schweine

Der einsame Bote
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„Der einsame Bote“ von Gard Sveen ist der dritte Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum ...


„Der einsame Bote“ von Gard Sveen ist der dritte Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Tommy sucht noch immer nach der 13-jährigen Amanda, obwohl ihr Mörder angeblich tot ist. Er ist der Einzige, der daran glaubt, dass Jon-Olav Farberg noch lebt.
Wird Tommy von Anders Rask, Farbergs Freund und Kollege, mehr erfahren? Und was hat Morten Høgda, der Geliebte von Farbergs Komplizin Elisabeth Thorstensen damit zu tun? Denn er bekommt mysteriöse Postkarten aus Vilnius und fühlt sich bedroht. Die Spur führt zu einer alten Sekte. Tommy verbeißt sich in den Fall. Eine gefährliche Suche beginnt…
Währenddessen ermittelt Tommys Kollegin Susanne Bech im Fall einer ermordeten Frau mit abgetrennten Händen. Ein Ritual? Ein weiteres Opfer von Farberg?
Gard Sveen erzählt die komplexe, aber auch etwas wirre Geschichte, in perfektem Tempo und mit stetig steigender Spannung. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und münden in einen dramatischen Showdown. Tommy, ein guter Beobachter und Kenner menschlicher Abgründe, entdeckt den Zusammenhang.
Für diejenigen Leser, die „Der letzte Pilger“ und „Teufelskälte“ nicht gelesen haben, gibt es am Anfang eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse. Ab und zu finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die ersten beiden Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.

Fazit: Ein Krimi, der einen nicht mehr loslässt. Abgründig und düster!

Veröffentlicht am 18.05.2018

Irgendwie hängt alles zusammen

In den Fängen des Löwen
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„Die Fährte des Wolfes“ des schwedischen Autorenduos Kallentoft & Lutteman hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Und auch der 2. Fall für Zack Herry, Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei, „In ...


„Die Fährte des Wolfes“ des schwedischen Autorenduos Kallentoft & Lutteman hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Und auch der 2. Fall für Zack Herry, Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei, „In den Fängen des Löwen“, hat mich nicht enttäuscht.
Die Autoren gehen gleich in medias res: Ein Mann, der sich als Löwe verkleidet, ein Junge in einem Käfig und Zack, der Russisch Roulette spielt. Wo ist die Verbindung?
Sechs Tage zuvor: Auf einem alten Fabrikgelände in Stockholm wird die Leiche eines 11-jährigen Jungen entdeckt. Festgebunden auf einem Schornstein in schwindelerregender Höhe. Zack und seine Partnerin Deniz ermitteln. Schnell ist klar, dass es sich um Ismail handelt, einen Asylbewerber aus dem Irak.
Wie sich herausstellt, soll ein Mann, der sich Lejonet, der Löwe, nennt, schon öfter Kinder vor der Flüchtlingsunterkunft beobachtet haben. Ist der Betreffende Ismails Mörder? Das wäre wohl zu einfach. Denn kurz darauf ist ein weiterer Junge verschwunden…
Zack nimmt immer noch Drogen. Zitat: „Er ist nicht mehr auf dem Weg nach unten. Er ist unten. Ganz tief unten.“ Liegt es an Abdula, seinem Dealerkumpel? Niklas ist das genaue Gegenteil. Er ist ein Familienmensch. Deniz scheint mit Cornelia ihr Glück gefunden zu haben. Auch der blinde Rudolf und IT-Spezialistin Sirpa sind wieder mit dabei.
Es geht um kranke Menschen, missbrauchte Kinder. Mitunter kaum auszuhalten. Es geht auch um den ultimativen Kick und ein bisschen Sozialkritik. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und münden schließlich in einen dramatischen Showdown. Die Auflösung ist absolut stimmig.
Aber durchgeknallt und zugedröhnt, das geht gar nicht. Punktabzug für Zack! „In den Fängen des Löwen“ ist definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen. Ihr seid also gewarnt.

Fazit: Deftiger Schweden-Krimi. Actionreich und hochspannend!