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Veröffentlicht am 03.09.2018

Toller Auftakt einer neuen Krimireihe mit reichlich schwarzem Humor

Walter muss weg
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Ich mag den scharzen Humor von Thomas Raab, seine Wortspielereien, seine speziellen, recht skurrilen Charaktere und die verschrobene Dorfgemeinschaft im Ganzen. Man erkennt schnell, dass der Todesfall ...

Ich mag den scharzen Humor von Thomas Raab, seine Wortspielereien, seine speziellen, recht skurrilen Charaktere und die verschrobene Dorfgemeinschaft im Ganzen. Man erkennt schnell, dass der Todesfall von Walter seiner Witwe Hannelore eher die freudige Aussicht auf ein harmonisches Leben allein beschert, als dass sie vor Trauer in Depressionen verfällt. Nun mag Hannelore eine grantige alte Frau sein, aber sie hat es auch nicht leicht gehabt mit Walter.


Wenn man sich Scheidungsraten ansieht, so liegen die Städte deutlich vor denen auf dem Land. In dörflichen Gemeinden, mit Hof und Landbesitz bleiben die Eheleute zusammen, bis dass der Tod sie scheidet. Walter und Hannelore waren 53 Jahre verheiratet, das reicht, findet Hannelore. Denn so glücklich waren die Jahre nun auch nicht.

Die Überraschung der falschen Leiche im Sarg macht im Dorf schnell die Runde und die Polizei ist irgendwie mit der Suche völlig überfordert. Aber Hannelore will endlich Klarheit und sucht mit der recht aufgeweckten, etwas naseweisen Amelie Glück nach Walters Leiche. Irgendwie ist Amelie für Hannelore ein echter Glücksfall, denn beide kommen sich allmählich näher und auch dem Fall Walter.


Dieser Roman lebt von den Erzählungen der Dörfler untereinander und vom merkwürdigen Verhalten einiger Personen, besonders der Polizist Wolfram Swoboda ist eine Lachnummer erster Güte. Thomas Raab haucht seinen Figuren nicht nur Leben ein, sondern macht sie durch einige Besonderheiten auch wiedererkennbar. Die Lebensgeschichte von Hannelore Huber entblättert sich immer mehr, man erkennt, warum diese Frau grantig wurde, aber auch andere Dörfler sind nicht gerade Heilige. Als Kontrast zeigt Raab mit bildhafter Schilderung die schöne Landschaft und

Manche Gesprächsinhalte werden nicht ausgesprochen, man kann sich entweder seinen Teil denken oder aber bis zum Ende des Buches abwarten. Dort verbinden sich zusammenhanglose Dinge und Vorgänge und das Rätsel um Walter wird gelöst.


Der bissige, teilweise verworren wirkende Sprachstil ist das spezielle Erkennungsmerkmal von Thomas Raab. Diesen Stil muss man mögen, dann hat man große Lesefreude an diesem Buch. Ich habe die alte Huber und auch Amelie schon ins Herz geschlossen und freue mich auf weitere Bände dieser Reihe.


Für Freunde von bissigen, schwarzhumorigen Krimis mit skurrilen Figuren und einer Menge Lokalkolorit unbedingt zu empfehlen.

Veröffentlicht am 23.08.2018

Ein tolles Lockmittel für den folgenden Roman

Der Gutshof im Alten Land
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Frühling 1914: Der Gutshof im Alten Land ist seit Jahrhunderten im Besitz der Familie von Voss. Der Erbe Lennart von Voss wird volljährig, doch er interessiert sich nur für die junge Fabrikarbeiterin Jenny. ...

Frühling 1914: Der Gutshof im Alten Land ist seit Jahrhunderten im Besitz der Familie von Voss. Der Erbe Lennart von Voss wird volljährig, doch er interessiert sich nur für die junge Fabrikarbeiterin Jenny. Sein älterer Bruder Gerrit will sich verloben. Doch alles kommt anders als gedacht, denn der 1. Weltkriegs wirft seine Schatten voraus.



Wenn man schon in einer Vorgeschichte nicht aufhören kann zu lesen, sagt das nicht nur über den Inhalt einiges aus, sondern auch über das besondere Sprachvermögen der Autorin.

Micaela Jary hat ein Händchen für interessante und abwechslungsreiche Figuren und bringt sie einfühlsam und gut nachvollziehbar in historische Hintergründe und Handlungen ein.

Richtig nahe an den Figuren konnte ich eintauchen in ein spannendes Geschehen und erlebte die unterschiedlichen Charaktere und ihre Werdegänge auf dem Gutshof mit. Es wird klar, dass Lennart mit seinem Schürzenjägerverhalten nicht der geeignete Erbe für den Hof sein kann und Gerrit plant einen Neubeginn in Amerika.

In einem zweiten Handlungsstrang lernt Lennart einen Soldaten kennen, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht.


Mit dieser einleitenden Geschichte konnte ich meine Neugier auf den folgenden Roman nur steigern. Der fesselnde Erzählstil ist durch spannende Momente interessant aufbereitet und die Figuren versprechen viel Handlungsspielraum für weitere Entwicklungen auf dem Gutshof.


Dieser Vorgeschichte gebe ich 4 Sterne, denn es ist kein komplettes Buch, sondern nur eine Einführung und ein Lockmittel für den Roman.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Spannendes Abenteuer für Kinder bei den Rittern

Das magische Baumhaus (Band 2) - Der geheimnisvolle Ritter
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Die Geschwister Anne und Phillip haben ein Baumhaus mit magischen Kräften. Es macht ihnen möglich, sich in fremde Länder, Gegenden und auch in eine andere Zeit zu wünschen. Bei ihren Reisen erleben sie ...

Die Geschwister Anne und Phillip haben ein Baumhaus mit magischen Kräften. Es macht ihnen möglich, sich in fremde Länder, Gegenden und auch in eine andere Zeit zu wünschen. Bei ihren Reisen erleben sie viele spannende Abenteuer, sehen lebende Dinosaurier und lernen viele berühmte Persönlichkeiten kennen.
Der zweite Band führt Anne und Phillip in die Zeit der Ritter.

Die Baumhaus-Reihe ist eine tolle Sammlung verschiedener interessanter Kinderbücher für Erstleser von 6-8 Jahren. Sie kosten circa 8 Euro und sind damit gelungene Mitbringsel bei Geburtstagen. Die Bücher sind aber auch recht schnell gelesen und so bietet sich ein Büchereibesuch bei Baumhaus-Fans sicherlich an.

Dieser Band ist schon durch den Zeitsprung sehr abenteuerlich, Anne und Phillip besuchen einen geheimnisvollen Ritter. Sie kommen in eine Burg, werden gefasst und landen im Kerker. Doch ein geheimnisvoller Ritter verhilft ihnen zur Flucht.


Diese Kinderbuchserie macht wirklich Spaß. Die große Schrift eignet sich gut für Erstleser, aber auch zum Vorlesen. Die kindgerechten Texte enthalten immer viel Wissenswertes über die jeweilige Reise, in diesem Fall über eine Burg und über Ritter. Schwarz-weisse Illustrationen veranschaulichen die Geschichten und so kommt keine Langeweile auf.


Diese Baumhaus-Reihe ist mittlerweile 10 Jahre alt und immer noch beliebt bei Alt und Jung. Besonders schön sind bei diesen abenteuerlichen Reisen das viele Hintergrundwissen, das gleichzeitig vermittelt wird.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Ein tolles Geschenk für Italien-Liebhaber

Pasta e Opera
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Liebhaber italienischer Lebensart werden mit dieser Kombination aus Kochbuch und CD besonders zufrieden sein. Chefkoch Antonio Carluccio hat 60 klassische Rezepte zu 15 mehrgängigen Menüs zusammengestellt. ...

Liebhaber italienischer Lebensart werden mit dieser Kombination aus Kochbuch und CD besonders zufrieden sein. Chefkoch Antonio Carluccio hat 60 klassische Rezepte zu 15 mehrgängigen Menüs zusammengestellt. Zur Abrundung des kulinarischen Genusses bietet die CD Arien und Chorwerke aus beliebten italienischen Opern. Ein willkommenes Geschenk für alle Italienliebhaber, für Opernfans und Freunde guten Essens.

Antonio Carluccio hat zu seinen 15 verschiedenen Menüs die entsprechende Musik gleich auf einer CD beigefügt. Darunter finden sich Arien aus Opern von Verdi, Puccini, Bellini, Leoncavallo und Donizetti. Die jeweilige
Handlung der Opern wird in kurzen Worten vorgestellt. So lernt man gleich noch etwas dazu.
Die 15 Menüs sind verständlich erklärt und nachkochbar, sehen appetitlich aus und die Zutaten sind sehr übersichtlich. Hier wird kein raffinierter Schnick-Schnack nötig. Dabei sind die Menüs durchaus hochwertig und schon etwas ausgefallen.


Es gibt einige Salate, diverse Nudel- und Hauptgerichte mit Fisch und Fleisch und leckere Nachspeisen.
Besonders loben möchte ich z. B. die Garnelen mit Knoblauch, Öl und Peperoni, den Meeresfrüchtesalat und das Perlhuhn mit Granatapfelsauce.

Zu den einzelnen Gerichten erfährt man neben den Rezepten auch viel Wissenswertes um die Gerichte.
Ganz hervorragend ist die Bebilderung mit Gemälden Arcimboldos. Dieser Maler der Spätrenaissance hat mit seinen Tafelbildern genau die passenden Bilder mit Früchten oder Gemüsen gemalt, die das Buch optisch abrunden.

Den einzigen Nachteil sehe ich darin, dass die CD auf der Vorderseite des Buches angebracht ist, hier wäre eine innenliegende CD-Tasche schön gewesen.

Ein wunderschönes Buch, das italienische Küche mit der passenden Musik vereint und sich als Geschenk für Italienliebhaber kulinarisch und musikalisch anbietet.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Eindrucksvoll geschildertes Rollenbild der Frau im Mittelalter

Die Pelzhändlerin
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Frankfurt, 1462: Als der verwitwete Kürschner Wöhler erfährt, dass seine einzige Tochter Sibylla fern der Heimat gestorben ist, erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. Die Wäscherin Martha ist die einzige ...

Frankfurt, 1462: Als der verwitwete Kürschner Wöhler erfährt, dass seine einzige Tochter Sibylla fern der Heimat gestorben ist, erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. Die Wäscherin Martha ist die einzige Zeugin und sie ergreift die Chance, indem sie den Tod Sibyllas verheimlicht und ihre eigene Tochter Luisa an deren Stelle setzt. Zum Glück ähneln sich die beiden Mädchen.
Luisa ist froh, dem harten Leben als Wäscherin entkommen zu sein. Aber sie lebt ständig in der Furcht, entlarvt zu werden.
Sie verliebt sich in den Arzt Isaak Kopper, doch um den Kürschnerbetrieb aufrecht zu erhalten, muss sie einen Meister heiraten, so besagen es die Regeln der Zunft.

Dieses Buch hat mich gespannt gefesselt, denn die Gefahr für die Pelzhändlerin Sibylla als ehemalige Wäscherin Luise erkannt zu werden, hat mich mitgerissen.

Besonders gut ist der Autorin die Schilderung der Zustände der Zeit gelungen. Die große Armut, die auch schon Kinder zu harter Arbeit zwang und die Darstellung der Häuser der Reichen, die sich Gedanken über die Einrichtung machen konnten und sogar Bedienstete hatten stehen in vollem Gegensatz der betroffen macht.
Geltendes Recht ließ damals grausame Strafen zu, so war es üblich, Dieben die rechte Hand abzuhacken und Gotteslästerern die Zunge herauszureißen.
Aber auch die untergeordnete Rolle der Frau zeigt sich an Sibyllas Beispiel deutlich. Auch wenn sie die Techniken und das Handwerk des Kürschnerfachs gut beherrscht, muss sie einen Meister heiraten, der den Betrieb laut Zunft führen darf.
Dabei steht Sybilla auch vor der Frage: Familie oder Karriere. Ihre Gefühle und Wünsche schildert Ines Thorn sehr leidenschaftlich, dass man als Leser tiefen Anteil am Schicksal Sybillas nimmt.

Ein unterhaltsamer und sehr bewegender Roman, der am Schicksal einer jungen Frau die Möglichkeiten und Probleme der Frauen im Mittelalter allgemein beschreibt. Gut zu lesen und interessant aufgebaut.