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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wunderbar geschrieben

Zwischen den Meeren
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Ein Buch das mich erst einmal durch sein wunderschönes Cover angesprochen hat. Es soll an Japan erinnern, was auch ein Handlungsort im Roman ist. Denn Tom fährt kurz nach seiner Hochzeit für einige Monate ...

Ein Buch das mich erst einmal durch sein wunderschönes Cover angesprochen hat. Es soll an Japan erinnern, was auch ein Handlungsort im Roman ist. Denn Tom fährt kurz nach seiner Hochzeit für einige Monate zum Arbeiten nach Japan. Seine Frau Ally kommt nicht mit, sie möchte sich als Ärztin verwirklichen, was im 19Jh. nicht einfach ist. Die beiden Handlungsstränge, der eine in Japan bei Tom und der andere in England bei Ally werden abwechselnd in kurzen Kapiteln erzählt. Dabei spielt vor allem die eigene Entwicklung der beiden Protagonisten im Vordergrund. Ihre noch frische Beziehung tritt in den Hintergrund.
Während mir bei Tom die Beschreibungen des damaligen Lebens in Japan sehr gut gefallen haben. Von seiner Arbeit erfährt man fast nichts, dafür umso mehr über Kultur und Glauben der Japaner. Tom wirkt fast wie ein Ethnologe auf Forschungsreise. Dagegen war Allys Handlungsstrang emotional sehr viel aufwühlender, denn neben ihrer schwierigen Arbeit in einer Nervenheilanstalt, hat sie selbst psychische Probleme, die immer wieder hervortreten. Den Wechsel zwischen den beiden Protagonisten fand ich sehr gelungen und auch die Spannung wurde dadurch sehr gut gehalten.
Neben der spannenden und abwechslungsreichen Handlung fand ich besonders den Schreibstil großartig. Auch wenn ich erst ein paar Seiten brauchte um mich einzufinden. Nicht aufgeregt, sondern nuancenreich mit Fingerspitzengefühl. Mit großen Talent die Stimmungen zu beschreiben. So war ich sehr beeindruckt wie sie passend zu Allys Gefühlen die englische Umgebung beschrieb, die Häuser, das Wetter, die Kühle. Im Gegensatz zu Japan, wo das Schöne an Landschaft und Kunst beschrieben wurde, passend zu Tom und seiner Neugier.
Beim Lesen merkte ich das es einen Vorgängerband zu Allys Geschichte gibt. Für das Verständnis der Geschichte braucht man ihn aber nicht unbedingt. Aber ich bin von der Autorin so sehr verzaubert, dass ich ihn unbedingt auch noch lesen möchte. Sarah Moss ist ein wirkliches Talent.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Einfach nur begeistert

Heliosphere 2265 - Folge 6: Die Bürde des Captains
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Es geht wie alle Vorgängerbände rasant weiter. „Die Bürde des Captains“ ist wirklich eine Bürde, der arme Captain Cross. Ich fieberte mit als er dem Tod näher als dem Leben war. Aber für mich am spannendsten ...

Es geht wie alle Vorgängerbände rasant weiter. „Die Bürde des Captains“ ist wirklich eine Bürde, der arme Captain Cross. Ich fieberte mit als er dem Tod näher als dem Leben war. Aber für mich am spannendsten waren die Szenen auf dem Gefangenplaneten, wohin Dr. Petrova geschafft wurde. Wie schafft es Andreas Suchanek in nur wenigen Sätzen die Welt und Situationen so gut zu beschreiben, dass ich mich direkt vor Ort fühlte.
Mir gefällt die Serie von Folge zu Folge besser. Das liegt zum einen daran das mir die Protagonisten ans Herz gewachsen sind und ich dadurch mit ihnen noch mehr mitleide, denn zu leiden haben die Guten hier viel. Immer wieder gibt es Wendungen, die nicht vorhersehbar sind. Das macht die Serie so spannend.
Dazu kommt, dass das Hörspiel sehr professionell umgesetzt ist. Wie alle Folgen vorher schon, passen Story und Geräuschkulisse, Musik und Stimmen perfekt zusammen. Sei es auf dem Raumschiff oder dem Gefangenenplaneten, es wirkt alles wie ein Film für die Ohren.
Andreas Suchanek ist aber auch ein kleiner Sadist, denn wieso sonst endet alles mit einem gemeinen Cliffhanger. Dennoch tut das meiner Begeisterung keinen Abbruch, ich kann es nur jetzt noch weniger erwarten, den nächsten Teil zu hören!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein ehrlicher Roman über Freundschaft

Meine amerikanische Freundin
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Zwei Freundinnen, die eine in Amerika, die andere in Paris. Es trennen sie viele Kilometer und unterschiedliche Leben, aber dennoch sind sie Freundinnen. Wie tief die Freundschaft ist, wird klar, als Molly, ...

Zwei Freundinnen, die eine in Amerika, die andere in Paris. Es trennen sie viele Kilometer und unterschiedliche Leben, aber dennoch sind sie Freundinnen. Wie tief die Freundschaft ist, wird klar, als Molly, die amerikanische Freundin ins Koma fällt und erst nach Wochen wieder aufwacht. In dieser Zeit schreibt ihr ihre französische Freundin Briefe, in denen sie über ihr jetziges Leben, aber auch der vergangene gemeinsame Leben erfährt. So wird Molly für den Leser immer lebendiger. Die Briefe schickt sie nie ab, es ist eher so eine Art Tagebuch. Aber wirklich geprüft wird die Freundschaft, als Molly wieder aufwacht. Denn sie ist nicht mehr die gleich Person wie vor dem Koma.

Der Roman zeigt auf ruhige Weise, wie Freundschaften zwischen Frauen funktionieren können: Vorbehaltlos und mit einer Tiefe, die man sonst zu kaum einen Menschen hat. Es sind zwei sehr unterschiedliche Frauen, die Französin mit Kindern und Mann, die Amerikanerin Single. Beide beruflich erfolgreich. Dennoch sie ergänzen sich sehr gut und brauchen auch einander.

Der Roman wird nur aus der Sicht der französischen Freundin erzählt. Dennoch erhält man über beide Frauen ein sehr gutes Bild. Die Briefe der Französin sind ehrlich. Ihre Gefühle sind nachvollziehbar und ich konnte mich sehr gut in die Schreiberin hineinversetzen. Gerade als klar wird, wie sehr sich Molly verändert hat, wie schwer es ihr fällt wieder ins Leben zu finden und wie sehr ihre Freundin dadurch auch leidet, konnte ich mit den beiden Frauen mitfühlen. Die Autorin erschaffte glaubwürde Charaktere mit Stärken und Schwächen. Passend dazu der Schreibstil, gut zu lesen und viel Schörkel.

Ein Roman den ich sehr gern gelesen habe, der mich mitgenommen hat und nachdenklich gemacht hat. Ein kurzer Roman und trotzdem sehr intensiv. Empfehlenswert.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannender und überraschender Krimi

Die Schneelöwin
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Dies ist nun schon der neunte Roman um die Schriftstellerin Erica Falck und dennoch wird es nicht langweilig. Auch diesmal spielen Ereignisse aus der Vergangenheit eine entscheidende Rolle für das hier ...

Dies ist nun schon der neunte Roman um die Schriftstellerin Erica Falck und dennoch wird es nicht langweilig. Auch diesmal spielen Ereignisse aus der Vergangenheit eine entscheidende Rolle für das hier und jetzt. Erica beschäftigt sich für ein neues Buch mit einem alten Mord und besucht dafür im Gefängnis Laila, die 1975 ihren Ehemann getötet haben soll. Ihre Tochter wurde nach der Tat engekettet im Keller gefunden, nach Aussagen der Mutter wurde sie vom Vater so gefangen gehalten, weil sie böse ist und sie keine andere Möglichkeit hatten. Aber Laila redet nicht wirklich über ihre Vergangenheit und den Mord. Dennoch gibt Erica nicht auf. Gleichzeitig wird ein schwer verletztes Mädchen von einem Auto angefahren und ins Krankenhaus gebracht. Sie ist eines von mehreren Mädchen, die an verschiedenen Orten Schwedens verschwunden sind. Sie ist die erste, die wieder auftaucht. Was ist mit ihr geschehen, wer tat ihr das an.

Wie die Recherche von Erica mit den verschwundenen Mädchen zusammenhängt, wird erst spät aufgelöst und war für mich dann doch überraschend. Geschickt schafft es die Autorin wieder falsche Fährten zu legen. Wie auch in den vorhergehenden Romanen wird neben der Krimigeschichte auch wieder etwas das Privatleben von Erica und ihrer Familie angesprochen. Aber nur am Rande, dennoch werden dadurch die Protagonisten menschlicher und nach 9 Teilen gehören sie schon fast zur Familie, ich leide und freue mich mit ihnen.

Auch wenn er vom Aufbau ähnlich wie die Vorgängerromane ist, hat mir dieser Teil besonders gut gefallen. Die Charaktere sind authentisch, die Geschichte aus der Vergangenheit mit den aktuellen Ereignissen schließt sich nahtlos aneinander an und schließlich hat mich die Geschichte immer wieder überrascht. Und das ist bei Krimis entscheidend für mich, die Geschichte darf nicht vorhersehbar sein. Ein sehr empfehlenswerter Krimi, bei dem es wichtig wäre ein Teil der vorhergehenden Bände zu lesen. Einfach um die Hintergünde der Familie von Erica und diese Handlungsstränge zu verstehen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wunderbares Lesevergnügen

Der Pfau
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Ein altes Herrenhaus idyllisch gelegen am Fuße der schottischen Highlands ist Schauplatz dieser ungewöhnlichen Geschichte um einen verrückten Pfau. Ebendieser Pfau macht das Leben von Lord und Lady schwer. ...

Ein altes Herrenhaus idyllisch gelegen am Fuße der schottischen Highlands ist Schauplatz dieser ungewöhnlichen Geschichte um einen verrückten Pfau. Ebendieser Pfau macht das Leben von Lord und Lady schwer. Um die Erhaltung des herrschaftlichen Sitzes finanzieren zu können vermieten sie einen Teil ihrer Räume und Cottages. Nur der Pfau benimmt sich nicht wie erwartet, er greift alles an was blau ist. Dumm nur das die derzeitigen Gäste ein blaues Auto besitzen auf das der Pfau es schnell abgesehen hat. Die Gäste sind aber nicht nachtragend, die Versicherung bezahlt. Dennoch so etwas darf nicht wieder geschehen. Denn neue Gäste sind im Anmarsch. Eine Gruppe von Bänkern mit ihrer Chefin. Sie wollen mit ihrer mitgebrachten Coachin ein Wochenende an ihrer Arbeitseffiziens und Konfliktlösungen arbeiten. Aber für alle wird das Wochenende anders als erwartet und der verrückte Pfau hat seinen Anteil daran.

Isabel Bogdan gelingt ein wunderbarer witziger Roman. Sie zeichnet die sehr unterschiedlichen Charaktere liebevoll und authentisch. Zu Beginn verwechselte ich die vier Bänker noch, aber dann kamen ihre indivuellen Eigenschaften immer mehr hervor. Und so wie man sie als Leser immer besser kennenlernt, lernen sie sich auch gegenseitig gut kennen. Auch das Setting ist liebevoll gezeichnet. Ich wollte am liebsten sofort in dieses alte Haus in der wunderschönen Landschaft. Man merkt die Liebe der Autorin zu Land und Leute. Das für mich großartigste an dem Roman ist für mich aber seine Sprache. Ohne wörtliche Rede erschafft die Autorin einen typisch britischen pointenreichen Sprachstil. Der locker leicht zu lesen ist und einem die ganze Zeit ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.

Insgesamt ein Roman der mir wunderbare Lesestunden bereitet hat. Isabel Bogdan sollte sich in Zukunft auf das Romaneschreiben konzentrieren! Ich möchte gerne noch viel mehr von ihr lesen.