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Veröffentlicht am 07.02.2019

Ein Wiedersehen mit Freunden und trotzdem eine ganz eigene Geschichte

Der Klang der Täuschung
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Mit "Der Klang der Täuschung" beginnt eine neue Reihe der erfolgreichen Autorin Mary E. Pearson, die den Leser sowohl fremde Wege als auch gewohnte Pfade gehen lässt.
Wer die Vorgängerreihe "Die Chroniken ...

Mit "Der Klang der Täuschung" beginnt eine neue Reihe der erfolgreichen Autorin Mary E. Pearson, die den Leser sowohl fremde Wege als auch gewohnte Pfade gehen lässt.
Wer die Vorgängerreihe "Die Chroniken der Verbliebenen" gelesen hat, wird auf alte Bekannte treffen und Orte wiedererkennen. die er bereits bereist hat. Allein das schöne Cover sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.

Trotz des gewohnten Stils ist der Einstieg allerdings ein wenig holprig. Die Autorin schmeißt mit neuen Namen nur so um sich, was die Übersicht zu Beginn deutlich erschwert - hier sei jedem Leser ein Notizbuch empfohlen.
Wenn man dann allerdings ersteinmal Ordnung in das anfängliche Chaos gebracht hat, wird man mit einer guten Geschichte belohnt.
Dabei dürfen Fans die schon bewährte Mischung aus Krieg, Liebe und Abenteuer erwarten, die schon die vorhergehende Reihe so erfolgreich gemacht hat. Für mich liest sich dieses Buch genauso gut wie ihre anderen Bücher. Ich mag ihre Art zu schreiben und ihr Talent Schicksale elegant miteinander zu verknüpfen. Die Charaktere sind wie immer nicht die einfachsten, oft stur und rechthaberisch, dafür aber auch unheimlich talentiert und fleißig. Hier ruht sich niemand aus, was mir ausnehmend gut gefällt. Die einzige Kritik, die ich anbringen möchte, sind die zeitweiligen Längen, die auch in den früheren Werken schon ein Problem waren. Manche Stellen ziehen sich einfach - man weiß aber zum Glück immer das man für die Durststrecke mit etwas umso spannenderem belohnt wird. Was das betrifft, ist die Autorin zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Selbiges gilt leider auch für den Cliffhanger am Ende. Auch hier hat sie es wieder geschafft, auf den letzten Seiten, noch etwas völlig Unerwartetes aus dem Hut zu ziehen. Nun heißt es wieder warten, bis man erfährt, wie es wohl weitergehen mag.

Fazit:
Für mich sollte man "Die Chroniken der Verbliebenen" vorab gelesen haben. Auch wenn es theoretisch ohne Vorwissen geht, kann man Vieles doch deutlich besser verstehen. Fans der alten Reihe werden meiner Meinung nach mit dieser auch glücklich werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.02.2019

Informativ!

Ran an das Fett
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Mit „Ran an das Fett“ wird aufgeräumt – mit Missverständnissen, veralteten Empfehlungen und mit der eigenen Sicht auf gesunde Ernährung. In den letzten Jahrzehnten haben wir alle gelernt, das Fett fett ...

Mit „Ran an das Fett“ wird aufgeräumt – mit Missverständnissen, veralteten Empfehlungen und mit der eigenen Sicht auf gesunde Ernährung. In den letzten Jahrzehnten haben wir alle gelernt, das Fett fett macht. Es verursacht angeblich Übergewicht, erhöhte Cholesterinspiegel, Herzkreislauferkrankungen und vieles mehr. In Folge dieser Annahme wurde Fett weitestgehend aus unserem täglichen Speiseplan gestrichen. Supermärkte wurden überschwemmt mit Halbfettprodukten, die Industrie stellte sich um und der Mensch lebte mit Verzicht. Trotzdem haben wir so viel Übergewicht wie nie, Herzkreislauferkrankungen sind mit an der Spitze der Todesursachen und Krankheiten wie Krebs werden immer häufiger.
Dr. med. Anne Fleck ist eine große Anhängerin des Nährstoffes Fett und versucht, ihn in das richtige Licht zu rücken, denn richtig eingesetzt kann Fett schützen und manches sogar heilen. Um uns ihr Wissen zu vermitteln, nimmt die Autorin uns mit auf eine Reise in den Körper. Sie erklärt uns, was es für unterschiedliche Arten an Fett gibt, wie sie vom Körper verarbeitet werden und wie gesund oder eben ungesund manche Lebensmittel sind. Des Weiteren beschäftigen wir uns in diesem Ratgeber mit verschiedenen Krankheitsbildern, einem kleinen Selbsttest und Tipps und Tricks um in Zukunft gesünder zu leben.

Meinung:

Für mich sind die Ausführungen komplex, aber trotzdem gut verständlich beschrieben. Es ist kein Buch, was sich mal eben nebenbei lesen lässt. Für 390 Seiten Information sollte man sich also Zeit nehmen.
Der Schreibstil gefällt mir mit kleinen Abstrichen sehr gut. Das Lesen wird nicht langweilig, obwohl es sich um ein wissenschaftliches Thema handelt. Inhaltlich finde ich die meisten Aspekte logisch und kann manches aus eigener Erfahrung bestätigen. Trotzdem muss auch erwähnt werden, dass mir die Haltung der Autorin nicht immer gefällt. Sie beklagt die massive Verteufelung von Fett, schreibt aber eben so heftig für ihr geliebtes Lebensmittel. Ich hätte mir da an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Zurückhaltung gewünscht. So entsteht manchmal der Eindruck, dass sie die einzig wahre Lebensweise entdeckt hat, was bei mir immer einen faden Beigeschmack hinterlässt.
Zurückhaltung ist vielleicht eine Möglichkeit zukünftige Werke noch glaubwürdiger zu machen, denn das Dr. Fleck über die nötige Fachkompetenz verfügt ist wohl unumstritten.

Fazit:

Informativ und unterhaltsam ist das Sachbuch auf jeden Fall und ich denke, es sollten sich alle mal mit diesem Thema beschäftigt haben. Welche Ernährungsform schlussendlich die Richtige ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Mich hat dieser Ratgeber auf jeden Fall weitergebracht.

Veröffentlicht am 05.01.2019

Wohlfühlfantasy

Bird and Sword
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In Bird and Sword wird die Macht, die der Sprache innewohnt auf besondere Weise verdeutlich. Wir lernen sie durch Lark kennen, die die Gabe hat, mit Wörtern Gegenstände, Tiere und auch Menschen zu beeinflussen. ...

In Bird and Sword wird die Macht, die der Sprache innewohnt auf besondere Weise verdeutlich. Wir lernen sie durch Lark kennen, die die Gabe hat, mit Wörtern Gegenstände, Tiere und auch Menschen zu beeinflussen. Diese Gabe ist so mächtig, das sie gefürchtet wird - denn Magie ist im Lande Jeru verboten. Als ihre magisch begabte Mutter hingerichtet wird, nimmt sie Lark noch auf dem Sterbebett ihre Fähigkeit und lässt sie verstummen. Zu ihrem eigenen Schutz kann Lark fortan nicht mehr sprechen. So muss sie es auch wortlos über sich ergehen lassen, als der junge König Tiras sie als Pfand gefangen nimmt und in sein Schloss verschleppt.

Meinung:
Bird & Sword ist für mich reine Wohlfühlfantasy, quasi ein Chicklit für die Liebhaber von magischen Szenarien. Denn ein großer Teil des Buches wird von einer schönen Liebesgeschichte eingenommen. Absolut vorhersehbar, aber dank interessanter Charaktere, angenehmer Beschreibungen und Abwechselung durch die fantastischen Aspekte sehr nett zu lesen. Auch der Schreibstil, der leicht und flüssig ist, unterstreicht den gemütlichen Charakter des Buches, der auch durch Kriegsszenarien und grausame Momente für mich nie wirklich abhanden kam. Zusammengefasst kann man sagen, das Bird & Sword ein Buch ist, das man wunderbar als Zeitvertreib lesen kann, das nie anstrengend wird, aber doch genug Anspruch hat um sich nicht zu langweilen. Zusätzlich gefällt mir das Thema Sprache sehr, das speziell durch die stumme Lark ganz eigen zur Geltung kommt.

Fazit:
Von mir gibts 4/5 Sterne für ein Buch, das mich wunderbar unterhalten hat.

Veröffentlicht am 01.12.2018

Kein Genusskrimi, aber ein guter Wirtschaftsthriller

Bittere Schokolade
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Bittere Schokolade war mein zweites Buch von Tom Hillenbrand nach Hologrammatica und geht in eine ganz andere Richtung, sodass ich die Möglichkeit hatte, unterschiedliche Facetten des Autors kennenzulernen.

In ...

Bittere Schokolade war mein zweites Buch von Tom Hillenbrand nach Hologrammatica und geht in eine ganz andere Richtung, sodass ich die Möglichkeit hatte, unterschiedliche Facetten des Autors kennenzulernen.

In Bitter Schokolade geht es um den bekannten luxemburgischen Koch Xavier Kieffer, der nach langen Jahren eine alte Jugendliebe wiedersieht. Ketti Faber ist Patisseurin und arbeitet in ihrer eigenen Schokoladenmanufaktur in Brüssel. Hier entstehen Schokoladen erster Güte aus einem besonderen afrikanischen Kakao aus der freien Republik Kongo. Kurz nachdem sich Xavier auf Kettis Wunsch hin ihre Anlage angeschaut hat, wird sie ermordet. Ebenso wie ein Botschafter, der zufällig die Republik vertritt. Können diese beiden Todesfälle Zufall sein? Xavier macht sich auf um die Umstände von Kettis Tod näher zu betrachten und stößt dabei auf einen riesigen Skandal, der gefährlicher ist als angenommen.

Meinung:
Das Buch ist für mich nicht unbedingt das was man sich von Aufmachung und Marketing erwarten würde. Für mich handelt es sich nicht um einen Genusskrimi, sondern eher um einen Wirtschaftsthriller u.a. mit Themen wie Kinderarbeit, Wirtschaftskriminalität und Hehlerware. Dieser ist durchaus gut gemacht und schön erzählt. Hillenbrand schafft es dabei auch komplexere Themen verständlich rüberzubringen, indem er seine Hauptfigur zur Hilfe nimmt. Der technisch und wirtschaftlich unbedarfte Koch Xavier fragt stellvertretend für den Leser bei schwierigeren Zusammenhängen nach und der Autor schafft es so, geschmeidig Erklärungen in den Text einfließen zu lassen.
Manche Infos sind dabei durchaus lehrreich, sodass man auch bei diesem Aspekt etwas mitnehmen kann.
Ebenso gut gefällt mir auch die Beschreibung von Luxemburg.
Der Leser bekommt ein wunderbares Bild von Geschichte, Kultur und Stadt, sodass man sich fast heimisch fühlt.

Leider macht der Autor seinen Job nicht in allen Bereichen so gut. Ein massiver Kritikpunkt ist die Verharmlosung und die ständige Erwähnung von Drogen. Ich habe irgendwann aufgehört, die Zigaretten und Weinflaschen, das Fast Food und die Nasen Koks zu zählen. Das hat mit Genuss wenig zu tun, sondern gleicht einem dauernden Vollrausch. So geht der Genussteil, den Xavier in seinem Restaurant anbietet glatt unter. Schade drum.

Fazit:
Schreibstil und Story gerne wieder, auch der Ausflug nach Luxemburg hat mir gefallen. Das Thema Drogen hingegen geht gar nicht .

Veröffentlicht am 15.11.2018

Spannender Mix beeindruckender Frauen

Good Night Stories for Rebel Girls 2
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Wie schon im ersten Teil der Reihe Good Night Stories for Rebel Girls, geht es auch in diesem Band um die Biografien einzigartiger Frauen. Egal ob sie ins All fliegen, als Neurochirurginnen Leben retten ...

Wie schon im ersten Teil der Reihe Good Night Stories for Rebel Girls, geht es auch in diesem Band um die Biografien einzigartiger Frauen. Egal ob sie ins All fliegen, als Neurochirurginnen Leben retten oder als Aktivistinnen für bessere Bedingungen kämpfen.
Aus ganz verschiedenen Bereichen des Alltags kommen diese Frauen, die ihre Leidenschaften, Talente und Überzeugungen gelebt und nicht nur geträumt haben. Sie sollen Mut machen für Frauen jeden Alters an die Verwirklichung ihrer Träume zu glauben.

Um ihre Geschichten zu erzählen, wird jeder Frau in diesem Buch eine Doppelseite gewidmet. Diese setzt sich jeweils aus einer Seite Kurzbiografie und einem illustrierten Porträt zusammen.
Besonders die Bilder gefallen mir, sind sie doch von über 60 Künstlerinnen entworfen worden, und so individuell wie die Motive selbst. Hier merkt man das stimmige Gesamtkonzept.

Auch die Biografien gefallen mir im Grunde gut, sind für meinen Geschmack aber etwas zu kurz geraten und kindertauglich verharmlost, so das sie den betreffenden Frauen nicht immer gerecht werden. Trotzdem finde ich die Auswahl äußerst gelungen. Von der antiken Herrscherin bis zur modernen Talkshowmoderatorin ist es wirklich eine bunte Mischung, sodass keine Langeweile beim Lesen aufkommt und ganz nebenbei noch ein Lerneffekt da ist.
Auch das die beschriebenen Frauen auf der ganzen Welt verstreut sind, ist positiv anzumerken.

Fazit:
Zusammengefasst kann man sagen, das sich die Autorinnen wieder große Mühe bei der Auswahl der 100 Frauen gegeben haben. Ebenso beweisen sie ein gutes Händchen bei den Illustratorinnen. Die Biografien sind gleichermaßen unterhaltend, wie informativ und machen sich als Gute Nacht Geschichten wunderbar auf den Nachttischen dieser Welt.