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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2019

Potpourri

Kaffee und Zigaretten
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Dieses Werk unterscheidet sich gravierend von allen anderen Werken, die ich bisher von Ferdinand von Schirach kannte. Dies fällt schon sehr kurz nach Beginn der Lektüre auf, da – anders als sonst – keine ...

Dieses Werk unterscheidet sich gravierend von allen anderen Werken, die ich bisher von Ferdinand von Schirach kannte. Dies fällt schon sehr kurz nach Beginn der Lektüre auf, da – anders als sonst – keine Geschichte erzählt wird; auch handelt es sich nicht um eine Sammlung von Kurzgeschichten zu einem bestimmten Oberthema.
Stattdessen erhält der Leser ein Potpourri aus Notizen zu politischem Geschehen, gesellschaftlichen Entwicklungen, besonderen Begegnungen oder Fällen des Autors und vielem mehr. So besteht das Werk aus zahlreichen Fragmenten, die viel über en Autor selbst preisgeben. Man erfährt von seiner Kindheit, von seinem Umgang mit den Spuren, die seine Familie in der deutschen Geschichte hinterlassen hat, von seinen ersten Berührungspunkten mit Jura und so weiter.
Dementsprechend ist dieses Werk weniger für Schirach-Neueinsteiger als für Freunde seiner bereits zuvor veröffentlichten Werke zu empfehlen. Mir haben die vielfältigen Betrachtungen sehr zugesagt, auch wenn ich anfangs meine Schwierigkeiten hatte, in das Buch einzusteigen. Zu Beginn fehlte mir der rote Faden, etwas an dem ich mich hätte entlanghangeln oder orientieren können.
Doch womöglich war das Ziel des Autors ein Stück weit zu verunsichern; den Leser aus der Reserve zu locken und ihn zum Nachdenken anzuregen. Mehrmals betont er, dass er genau diesen Effekt bei jedem Haneke-Film an sich gespürt hat und ihn das unglaublich beeidruckt hat.
„Kaffe und Zigaretten“ stimmt einen sicherlich nachdenklich. Der melancholische Ton in Verbindung mit Nachrichten aus der letzten Zeit sowie Erfahrungen aus von Schirachs Kindheit und Rechtsfällen erzeugen eine ganz besondere Stimmung, die sich schwierig in Worte fassen lässt.
Mir hat das Buch sehr gefallen, auch wenn ich anfangs nicht besonders angetan war. Von mir gibt es daher 4,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für diejenigen, die gerne auch mal ein persönliches Buch von von Schirach lesen möchten.

Veröffentlicht am 26.11.2018

Altes Wissen nutzen – empfehlenswert!

Heilkräuter - Überliefertes Wissen für Hausapotheke und Küche
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Das Wissen unserer Vorfahren zu nutzen und auf die Kräuter, welche uns die Natur gibt, zurückzugreifen, wird heutzutage wieder Wunsch vieler Menschen. Deswegen gibt die Kräuterpädagogin Elfie Courtenay ...

Das Wissen unserer Vorfahren zu nutzen und auf die Kräuter, welche uns die Natur gibt, zurückzugreifen, wird heutzutage wieder Wunsch vieler Menschen. Deswegen gibt die Kräuterpädagogin Elfie Courtenay viele Informationen zur kulturhistorischen Entwicklung von Kräuterbrauchtum sowie Volksmedizin und portraitiert mehr als 70 Pflanzen mitsamt ihrer Inhaltsstoffe und Wirkungen, stellt somit über 250 Anwendungen und Rezepte für die eigene Hausapotheke und Küche vor.
Das Buch ist in die Einführung und die Kapitel „Volksmedizin und Kräuterbrauchtum“, „Belege aus der Vergangenheit“, „Typische Bräuche von einst ins Heute“, „Heilkräuter von A bis Z“ sowie den Anhang mit giftigen und geschützten Heilpflanzen, Wirkstoffen, Bezugsquellen und Begriffserklärungen unterteilt.

Die einzelnen Heilpflanzen werden äußerst ansprechend vorgestellt: Erkennungsmerkmale, verwendete Pflanzenteile, Sammelzeit sowie wichtige Inhaltsstoffe lassen sich stets in einem blauen Kästchen unter einer Fotografie der entsprechenden Pflanze auf einen Blick ablesen. Zudem finden sich eine Beschreibung, welche Eigenschaften, Geschichtliches oder Orte, an denen man die Pflanzen entdecken kann, eine Erklärung von Verwendungsmöglichkeiten, Nebenwirkungen, Rezepte, mögliche Verwechslungsgefahren sowie viele Abbildungen.

Mich hat das Buch angesprochen, denn auch wenn meiner Auffassung nach womöglich nicht so viele Heilkräuter wie in anderen Büchern zu dem Thema vorgestellt werden, ist die Beschreibung dieser doch sehr ausführlich. Zudem erhält man nicht nur Wissen zu den einzelnen Pflanzen, sondern zur Verwendung von Kräutern als Medizin im Allgemeinen, sodass man Heilkräuter besser einzuordnen weiß. Ich habe die Lektüre dieser einführenden Kapitel als spannend empfunden und würde das Buch weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Glückstraining

Das kleine Übungsheft - Glückstraining
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Welche Menschen sind am glücklichsten? Reiche, Gläubige, Familienmenschen? Hat Glück überhaupt etwas mit Beruf, Familienstand und Ähnlichem zu tun oder beeinflussen ganz andere Faktoren wie glücklich wir ...

Welche Menschen sind am glücklichsten? Reiche, Gläubige, Familienmenschen? Hat Glück überhaupt etwas mit Beruf, Familienstand und Ähnlichem zu tun oder beeinflussen ganz andere Faktoren wie glücklich wir sind? Oder lässt es sich überhaupt nicht beeinflussen und wir müssen mit den Karten spielen die uns gegeben werden?
Tatsächlich, so verdeutlicht dieses Buch, lässt sich Glück wie ein Muskel trainieren. Selbstverständlich ermöglicht dies keine Garantie auf ununterbrochenes Glück, dennoch vermögen wir enormen Einfluss auszuüben. Schlechte Gewohnheiten abzustreifen, gute neu zu etablieren, Situationen anders zu bewerten, empathisch und aktiv zu werden, seinen Wortschatz zu überarbeiten und so eine postivere Grundeinstellung zu gewinnen sind einige der möglichen kleinen Schritte.
Recht zu Beginn dieses Buches schließt man bereits einen Vertrag mit sich selber, sodass Ausreden beinahe unmöglich werden. Da die vorgestellten Übungen, Tipps, Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Informationen leicht verständlich und gut umsetzbar sind, steht dem Durcharbeiten der einzelnen Lektionen nichts im Wege. Sehr ansprechend finde ich, dass der Leser häufig dazu angehalten wird, Tabellen auszufüllen, Fragen zu beantworten oder Einschätzungen vorzunehmen. So ist man kein passiver Konsument, sondern hat mit der ersten Seite gewissermaßen bereits sein Glückstraining begonnen.
Auch wenn mir die „Wortschatzüberarbeitung“ nicht ganz so sehr zusagt, da ich der Auffassung bin, dass auch Worte wie „Misserfolg“ ihre Daseinsberechtigung haben und nicht durch Ausdrücke wie „Lektion“ ersetzt werden müssen, sagen mir Hilfestellungen wie zum Auswählen neuer Freizeitaktivitäten zu.

Alles in allem eine sehr gute Wahl, wenn man sein Glück trainieren möchte und sich bisher noch nicht so ganz dazu aufraffen konnte oder einem die Ansatzpunkte fehlten. Sicherlich kommt einem immer wieder mal etwas bekannt vor, das ist dann aber ein Puzzleteil von vielen und kann endlich mal ausprobiert werden, anstatt es einfach bloß zur Kenntnis zu nehmen.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Hilfreich!

Das kleine Übungsheft - Freunde gewinnen und bessere Beziehungen führen
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Schon wenige kleine Maßnahmen reichen bereits aus, um bessere Beziehungen zu führen, neue Menschen kennenzulernen und Freunde zu gewinnen. Selbstverständlich sind solche Veränderungen nicht unbedingt leicht ...

Schon wenige kleine Maßnahmen reichen bereits aus, um bessere Beziehungen zu führen, neue Menschen kennenzulernen und Freunde zu gewinnen. Selbstverständlich sind solche Veränderungen nicht unbedingt leicht und nehmen auch ihre Zeit, dennoch ist es gar nicht so schwierig, wenn man erst mal weiß, wie, wo und wonach man Ausschau halten muss.

Dieses kleine Übungsheft beinhaltet Fragebögen, Übungen, Spiele, Internetadressen, Ratschläge, Aufmunterndes, Mutmachendes, Beispiele, Wissenswertes, mögliche Zielsetzungen, Tipps, Denkanstöße und so weiter. So erhält der Leser nicht nur die Möglichkeit zu einer Selbsteinschätzung, sonder kann darüber hinaus Schritt für Schritt an sich arbeiten und sich stetig etwas verbessern.
Dabei ist das Büchlein ansprechend mit zahlreichen Illustrationen gestaltet, die das Heft auflockern und den vermittelten Inhalt (humorvoll) auf den Punkt bringen.
Allgemein ist dieses kleine Übungsheft – wie die anderen, welche ich bisher habe kennenlernen dürfen, ebenfalls – sehr ansprechend in viele kliene Sektionen unterteilt, sodass man nicht von einer Informations- und Übungsflut erschlagen wird, sondern ganz entspannt die Aufgaben bewältigen kann.
Zwar sind nicht alle Tipps neu, es finden sich aber sehr viele, die einem nicht geläufig sind. Auch die Internetseiten, die einem weiterhelfen können sollen, waren für mich sehr interessant und besonders die Tipps dazu, beim Betreten eines Raumes gleich auf einen Blick den richtigen Sitz-/Stehnachbarn zum Unterhalten zu finden, sind in meinen Augen äußerst wertvoll.

Ich denke, dass dieses Werk sehr hilfreich ist und durch seine Unkompliziertheit überzeugt. Hier und da hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang oder weiterführende Informationen gewünscht, aber dennoch bin ich sehr zufrieden.

Veröffentlicht am 10.07.2026

Schöne Sommerlektüre

Building Trust
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Josephines Mutter steht im Wahlkampf enorm unter Druck. Da die Senatorin auf jeden Fall wiedergewählt werden möchte und ihre Konkurrenz sehr stark ist, muss alles in ihrem Umfeld tadellos perfekt sein ...

Josephines Mutter steht im Wahlkampf enorm unter Druck. Da die Senatorin auf jeden Fall wiedergewählt werden möchte und ihre Konkurrenz sehr stark ist, muss alles in ihrem Umfeld tadellos perfekt sein – auch ihre Tochter. Da Phyn sich nach ihrem Studium jedoch eine Auszeit genommen hat, um ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben von Büchern, nachzugehen, sieht ihre zielstrebige Mutter nur eins: Eine arbeitslose Tochter, die ihre Wahlchancen drastisch reduziert. Da die Senatorin nicht nur bei der Kleiderwahl ihrer Tochter alles bestimmt, entscheidet sie auch, dass Josephine der Presse wegen im Unternehmen ihres Vaters einsteigen soll – und zwar direkt in der Chef-Etage. Die introvertierte Phyn hat daran wenig Interesse, lässt sich aber - wie so oft - breitschlagen. Eine gute Sache hat es immerhin, denn seit sie ein Kind ist, ist sie hoffnungslos in Gideon Bevyn, den CEO der Bevyn Estates, verliebt. Da sie ein Projekt in Kooperation mit dieser Firma leiten soll, malt sich die bücherverliebte Phyn schon aus, wie sie sich endlich näherkommen. Umso größer ist für sie die Enttäuschung, als sich rausstellt, dass sie ausgerechnet mit Adric Bevyn zusammenarbeiten soll. Der kleine Bruder von Gideon war lange Zeit ihr bester Freund – doch das war, bevor er zum Bad Boy wurde und auf der Suche nach dem nächsten Kick für Extremsport um die ganze Welt reiste. Nachdem er bei seinen letzten Eskapaden mal wieder im Gefängnis landete und von Gideon freigekauft werden musste, zwingt dieser ihn, endlich als Vorstandsmitglied der Firma auch in eben dieser zu arbeiten. Spannend wird es als Gideon seinen Geschwistern verkündet, dass er heiraten möchte - jedoch ohne eine Partnerin zu haben. Um einer furchtbaren Vernunftehe mit einem High-Society-Monster zuvorzukommen, fasst Adric den Plan, Phyn, von deren Gefühlen er weiß, zu unterstützen, Gideons Herz zu erobern. Dafür gehen sie eine Fake-Beziehung ein. Doch nach und nach bekommt der Plan Risse und plötzlich ist das Chaos perfekt...

Der Einstieg ins Buch war für mich sehr angenehm und ich war schnell in die Welt von “Building Trust” abgetaucht. Zunächst fand ich Adric unausstehlich und habe mich gefragt, wie die Autorin es schaffen will, Sympathie für ihn zu wecken. Ohne weiter darauf einzugehen und zu spoilern, muss ich aber anerkennen, dass es ihr gelungen ist. Er wird Stück für Stück zu einer vielschichtigen Figur, die man ins Herz schließt. Phyn entwickelt sich hingegen langsamer, ist aber auch eine spannende Figur. Schön ist zudem, dass sich beide Perspektiven abwechseln und man so unterschiedliche Blickwinkel auf Themen aufgezeigt bekommt, da es häufig um Fragen von Identität und Integrität geht. Manchmal ist das Buch etwas stereotyp, immer wieder hat die Autorin aber neue Ideen, die die Lektüre spannend halten. Einzig das Ende hätte ein bisschen runder sein können, wobei der Abschluss vielleicht im dritten Band der Reihe, wenn es sich um Gideon dreht, erfolgen wird. Insgesamt ist das Buch eine schön leichte Sommerlektüre, die ich durchaus empfehlen würde. Ein sehr schönes Detail bei der Gestaltung des Buchs, das ich unbedingt noch erwähnen möchte, ist der Farbschnitt: Hier sind nämlich Grundrisse abgedruckt, was sehr schön zum Thema passt, da das Buch ganz viel in der Immobilienbranche spielt.

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