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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2018

Ein Autor, den man sich merken sollte

Mein ist die Macht
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INHALT:
Ein Bombenanschlag auf die Zentralmoschee in Köln erschüttert Europa, ein Attentat auf die Tochter des US-Präsidenten kann nur knapp verhindert werden. Als Alexander Kauffmann und Natalie Villeneuve ...

INHALT:
Ein Bombenanschlag auf die Zentralmoschee in Köln erschüttert Europa, ein Attentat auf die Tochter des US-Präsidenten kann nur knapp verhindert werden. Als Alexander Kauffmann und Natalie Villeneuve erfahren, dass Natalies Onkel Fabrice hinter dem Attentat stecken soll, reisen sie überstürzt nach Köln. Was hat der Rabbiner mit einer jüdischen Terrororganisation zu tun? Oder brauchen mächtige Kräfte im Untergrund lediglich einen Sündenbock? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in dem Alex und Natalie erkennen: Sie können niemandem trauen – nicht einmal sich selbst.

MEINUNG:
Leon Sachs habe ich bereits auf einigen Veranstaltung, wie der Frankfurter Buchmesse, gesehen, aber bisher noch keines seiner Bücher gelesen. Ich muss sagen, dass mich bei Mein ist die Macht auch das Cover sehr angesprochen hat. Als ich las, dass der Autor mit Dan Brown verglichen wird, wurde ich dann wirklich hellhörig und hatte das Glück das Buch innerhalb einer Leserunde zusammen mit dem Autor zu lesen.
Schon zu Beginn merkte ich schnell, dass es kein Buch ist, was man mal so nebenbei lesen kann. Das liegt weniger am Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt, sondern eher an der Fülle an Informationen und den ganzen Verstrickungen, die natürlich erst am Ende aufgeklärt werden. Das Buch benötigt einen aufmerksamen, wachen Leser. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Leon Sachs viel Recherche betrieben hat und auch weiß, wovon er schreibt, weil er den Background dafür hat, soweit ich es seinem Lebenslauf entnehmen kann. Einziger Nachteil war manchmal, dass ich selbst so gut wie keinen religiösen Bezug habe und ich so nicht immer sofort allem folgen konnte.

Natalie und Alex erschienen mir leider bis zum Ende etwas unnahbar und verschlossen. Ich hatte das Gefühl sie bis zum Schluss nicht einschätzen zu können. Alex noch weniger als Natalie. Man spürte recht schnell, dass die beiden bereits eine Vorgeschichte haben. Nach paralleler Recherche fand ich raus, dass dies in Falsche Haut, dem ersten Roman von Sachs, Thema ist. Man kann Mein ist die Macht unabhängig davon lesen. Es ist keine direkte Fortsetzung, dennoch fehlt mir hier ein wenig die Nähe zu den beiden.

Die Nebencharaktere, wie Fabrice, Natalie Onkel oder dessen spätere Anwältin Olivia fand ich dagegen deutlich aufgeschlossener und näher am Leser. Möglicherweise, weil sie mehr Emotionen gezeigt haben. Besonders Natalie macht lieber Dinge mit sich selbst aus. Doch als Team halten alle zusammen als es darum geht Fabrice aus der U-Haft frei zu bekommen. Neben diesen doch recht gewöhnlichen Protagonisten spielen auch deutsche Politiker (natürlich fiktiv) und die First Daughter (Tochter des US-Präsidenten) eine Rolle. Das ist genau, was ich gerne lese: Intrigen und Machenschaften in höchsten Politiker- und in dem Fall auch Religionskreisen. Sachs streut viele falsche Fährten aus. Man glaubt zu wissen wer hinter allem steckt und dennoch war es am Ende wieder ein anderer.

Das Buch ist recht schmal, aber enthält sehr viel Hintergrundinformationen. Ich bin mir unsicher, ob es ein paar mehr Seiten nicht sogar besser gewesen werden. Ich halte es für eine Kunst Spannung und Komplexität unter einen Hut zu bekommen. Spannung hätte für mich gerne noch etwas mehr sein können.

FAZIT:
Mein ist die Macht ist trotz kleinerer Kritikpunkt ein Buch, dass man sich unbedingt mal ansehen sollte, wenn man Bücher mag, die komplex sind und spannende Polit- und Machthintergründe haben. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn deutschen Autoren, wie Leon Sachs, eine Chance gegeben wird als vorzugsweise zu vergleichbaren amerikanischen Autoren zu greifen. Falsche Haut habe ich mir ebenfalls schon besorgt und freue mich auf die Vorgeschichte von Natalie und Alex! ?
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 18.12.2018

Ein gelungener Thriller

Ich vernichte dich
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INHALT:
Melanie ist eine gute Mutter. Sie liebt ihr Kind und ihren Mann. Doch jetzt hat man ihr den Sohn genommen.
Ihre Wohnung wurde durchsucht. Sie soll Kokain im Kinderzimmer versteckt und ihr Kind ...

INHALT:
Melanie ist eine gute Mutter. Sie liebt ihr Kind und ihren Mann. Doch jetzt hat man ihr den Sohn genommen.
Ihre Wohnung wurde durchsucht. Sie soll Kokain im Kinderzimmer versteckt und ihr Kind im Internet zum Verkauf angeboten haben. Haltlose Vorwürfe, aber wie kann sie sich davon befreien? Jemand will sie vernichten. Jemand, der die Macht dazu hat. Hat sie überhaupt eine Chance?
Die Katastrophe lauert an diesem Montagabend vor dem Haus der Tagesmutter, als Melanie mit den Worten überfallen wird: „Ihr Sohn ist nicht hier. Er befindet sich in der Obhut des Sozialamtes.“
Für die junge Mutter bricht ihre heile Welt zusammen: Sie wird beschuldigt, ihren Sohn vernachlässigt zu haben, mit Kokain zu dealen, den Stoff im Kinderzimmer gelagert zu haben und darüber hinaus auch noch ihr Kind im Internet zum Verkauf angeboten zu haben.
Haltlose Vorwürfe, aber wie kann sie ihre Unschuld beweisen? Und wichtiger noch: Wer will sie auf diese Weise vernichten? Wer will ihr so viel Böses, ihr Leben in Trümmern sehen?
Als Melanie auf eigene Faust der Sache auf den Grund geht, steht sie vor einem schier übermächtigen Gegner, der alles tun wird, damit sie keine Chance hat.

MEINUNG:
Ich vernichte dich war mein erster Thriller von Brad Parks und das Buch startet gleich in die Vollen. Melanie muss gleich zu Beginn wirklich eine Menge furchtbarer Dinge ertragen, die man fast seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Beim Lesen hat mich das innerlich richtig aufgewühlt und ich gerade deswegen das Buch kaum aus der Hand legen. Wieder mal hatte ich das Gefühl sie als Protagonistin auch nicht allein lassen zu können und natürlich wollte ich wissen, was hinter allem steckt.

Melanie wirkt nach außen sehr tough, was vermutlich daran liegt, dass sie in ihrer Kindheit schon so viel schlimme Sache erlebt hat, dass sie sich hier einen Schutzmantel aufgebaut hat. Es mag erstmal etwas befremdlich wirken, aber ich habe ihr das abgenommen. Man fragt sich natürlich immer, warum ihr das alles passiert. Ich war aber immer davon überzeugt, dass sie es nicht gewesen ist. Ich habe Melanie für ihre Stärke bewundert, auch als die mehrfach hinter Gittern landet.

Auf der anderen Seite haben wir noch Amy, die als Staatsanwältin parallel noch einem Vergewaltiger auf der Spur ist. In Romanen wie diesen passiert so etwas nicht ohne Grund und schon bald ergibt sich dort ein Zusammenhang zwischen dem, was Melanie passiert ist und den Vergewaltigungsfällen. Amy lässt sich allerdings zu der ein oder anderen Fehlentscheidung verleiten, weil sie den Täter unbedingt bekommen möchte, dennoch fand ich sie sympathisch. Ganz besonders amüsant ist das Verhältnis zum Oberstaatsanwalt, der eigentlich keine Ahnung hat und seine Kandidatur nur als Sprungbrett in die Politik sieht. Amy regelt alles im Hintergrund, aber sie lässt uns immer an ihren Gedanken zu ihm teilhaben. Obwohl Melanie eigentlich genau auf der anderen Seite von Amy steht, ist der Umgang der beiden Frauen respektvoll.

FAZIT:
Ich vernichte dich hat mich sofort in seinen Bann gezogen, vor allem wegen der schreienden Ungerechtigkeit gegenüber Melanie. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Mittelteil war dann ein wenig schwächer und der Schluss hat dann mit vielen unvorhergesehenen Wendungen aufgewartet. Ein rundherum gelungener Thriller!

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.11.2018

Eine wichtige und hoffnungsvolle Geschichte

Der Tätowierer von Auschwitz
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INHALT:
1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten ...

INHALT:
1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.
Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.

MEINUNG:
Der Tätowierer von Auschwitz ist eine Geschichte, die mir bereits lange Zeit vorher im englischsprachigen Raum begegnet ist und ich habe mich sehr gefreut, dass sie nun auf Deutsch erschienen ist.
Es ist die Geschichte von Lale und Gita, d
ie beide 1942 nach Auschwitz deportiert werden. Lale ist der Tätowierer, d.h. er muss seine Mitgefangenen mit einer fortlaufenden Nummer tätowieren. Anfangs fiel ihm das schwer, aber er hat keine Wahl. Auch Gita muss er tätowieren und da begegnen sie sich zum ersten Mal.

Eine Liebe zu diesen Zeiten ist kein leichtes Unterfangen, denn man beide müssen immer damit rechnen aufzufliegen und es kann sie aus diesem oder anderen Gründen leicht das Leben kosten. Sie führen ein Leben, dass man eigentlich als solches kaum noch definieren kann. Die Autorin schildert sehr eindringlich, wie das Leben im Lager stattfand. Doch trotz aller Grausamkeit war dort auch ein wenig Platz für Liebe, Freundschaft und ein kleines Stück Hoffnung, wie Lale und Gita uns hier zeigen. Man darf sich hier allerdings keinen romantischen Vorstellungen hingeben, dass solche Geschichten normal waren.

Lale und Gita haben beide überlebt. Das verdanken sie natürlich Glück, aber auch ihrem eisernen Überlebenswillen. Beide konnten in ihre Heimat zurückkehren, nachdem Auschwitz befreit worden ist, wenn auch auf Umwegen. Großes Glück ist auch, dass sie sich beide wiedergefunden haben, was damals auch gar nicht so leicht gewesen ist. Für beide gab es eine gemeinsame Zukunft.

Sehr ergreifend ist auch das Nachwort und schon allein deswegen sollte man dieses Buch lesen. Wäre das Buch ein Roman und kein mehr oder weniger Bericht/ Sachbuch/ Biographie würde es vom Schreibstil her nicht meinen Ansprüchen genügen, denn es liest einfach wie ein Bericht mit einfachen Sätzen. Möglicherweise ist das so gewollt gewesen von der Autorin, was anzunehmen ist. Am Ende geht die Autorin auch nochmal darauf ein, warum gerade sie die Geschichte von Lale und Gita zu Papier gebracht hat.

FAZIT:
Der Tätowierer von Auschwitz ist eine Geschichte, die auf realen Begebenheiten beruht und wir können uns glücklich schätzen, dass Heather Morris sie aufgeschrieben hat. So können wir alle an einem kleinen Wunder teilhaben, dass zwei sich liebende Menschen Auschwitz überlebt haben.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.11.2018

Herzzerreißend

All In - Tausend Augenblicke
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INHALT:
Kaceys Leben als Rockstar ist ein Tanz auf dem Vulkan, den sie nicht überlebt hätte, wäre Jonah Fletcher nicht in ihr Leben getreten. Ihn zu lieben ist ein Sprung ins Ungewisse, der größtes Glück ...

INHALT:
Kaceys Leben als Rockstar ist ein Tanz auf dem Vulkan, den sie nicht überlebt hätte, wäre Jonah Fletcher nicht in ihr Leben getreten. Ihn zu lieben ist ein Sprung ins Ungewisse, der größtes Glück oder größten Schmerz bringen kann. Doch ganz gleich, was kommt, Kacey weiß, dass sie nicht mehr zurück kann - und dass Jonah es wert ist, alles zu riskieren ...

MEINUNG:
All In – Tausend Augenblicke ist der erste Teil der Dilogie All-In-Duett. Mir wurde das Buch schon auf einer LYX Veranstaltung im Frühjahr schmackhaft gemacht als eine Geschichte, die man lesen muss, auch wenn sie einem das Herz bricht. Ich lasse mich gerne von solchen Aussagen anstecken und habe mir das Buch sofort nach Erscheinen besorgt.

Kacey und Jonah sind sehr unterschiedlich und Jonah tritt in Kaceys Leben als sie ihn am dringendsten braucht. Kacey ist Teil einer sehr erfolgreichen Rockband und zerbricht aber daran körperlich und seelisch. Einen Auftritt erträgt sie eigentlich nur noch mit Alkohol und lässt es auch nach den Konzerten richtig krachen. Oft weiß sie morgens nicht mehr was passiert ist, geschweige denn mit wem sie im Bett gelandet ist. Genau in so einem Moment wird sie von Jonah, der eigentlich die Band komplette Band nach Hause fahren soll, aufgelesen und in Ermangelung von Alternativen mit zu ihm nach Hause genommen wird, wo sie ihren Rausch ausschläft. So nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Was sich erstmal nach einer normalen Liebesgeschichte anhört, ist eine in Wahrheit eine Liebe, deren Ende schon vorbestimmt, denn Jonah ist schwer krank. Die Krankheit zwingt ihn zu sehr durchstrukturierten Abläufen und zu einer strengen Diät. Jonah geht damit schon zu Beginn recht offen um, aber da der Ausgang seiner Krankheit recht gewiss ist, möchte er sich nicht auf neue Kontakte oder Beziehungen einlassen, um der Person, in dem Fall Kacey, Kummer und Verlust zu ersparen. Trotzdem sind sie beide so unfassbar süß miteinander und man spürt natürlich, dass hier mehr ist als nur Freundschaft. Die Geschichte ist abwechselnd aus beiden Sichten geschrieben und so bekommen wir die Gedanken und Gefühle von beiden hautnah mit.

Mir hat gut gefallen, dass man hier trotz vorhersehbarem Ausgang keine schwere Koste zu lesen bekommt, sondern freut sich für jeden Augenblick, den die beiden miteinander genießen können. Es gibt auch tolle Nebencharaktere, die Geschichte lebendig machen, wie z.B. Jonahs Bruder Theo. Theo ist ein zunächst sehr mürrisch wirkender Zeitgeselle, aber man merkt schnell, dass ihm einzig und allein Jonahs Wohlergehen am Herz liegt und er das auch verteidigt. Die Autorin schreibt sehr emotional. Mir persönlich war es manchmal etwas zu viel des Guten, auch wenn alles noch so traurig war. Leider hat es bei mir manchmal dann den gegenteiligen Effekt. Vielleicht lag es auch daran, dass ich wusste wie es ausgehen wird.

All In – Zwei Versprechen erscheint am 31. Januar 2019.

FAZIT:
All In – Tausend Augenblicke ist eine wirklich herzzerreißende Liebesgeschichte zweier Menschen, die bereits Wissen, dass sie nicht mehr so viel Zeit zusammen haben. Vielleicht lag es an der Vorhersehbarkeit, dass es mich nicht komplett mitreißen konnte, aber ich freue mich sehr auf Band 2!
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 12.11.2018

Soldie deutsche Krimiunterhaltung

Die fehlende Stunde
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INHALT:
Die vertrauten Feinde.
An einem heißen Julitag mitten in den Sommerferien verschwinden zwei Kinder beim Spielen im Wald. Kurz darauf stirbt ein Mann in den Flammen seines verwahrlosten Hundehofs. ...

INHALT:
Die vertrauten Feinde.
An einem heißen Julitag mitten in den Sommerferien verschwinden zwei Kinder beim Spielen im Wald. Kurz darauf stirbt ein Mann in den Flammen seines verwahrlosten Hundehofs. Im Keller: Spuren der Vermissten. Der sonst so forsche Potsdamer Hauptkommissar Sigi Kamm steht vor einem Rätsel: Warum schweigen die beiden Mütter der verschwundenen Kinder? Er zieht die Psychologin Alicia Behrens zu Rate, die für ihre unkonventionellen Behandlungsmethoden bekannt ist. Schon bald fliegen zwischen ihnen die Fetzen und die Funken. Und je näher sie der Lösung des Falles kommen, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld, zwischen Freunden und Feinden, Wahrheit und Lüge.

MEINUNG:
Die fehlende Stunde ist zweite Band um das Ermittlerduo Sigi Kamm und Alicia Behrens. Vor dem Lesen war mir das nicht bewusst, aber beim Lesen wird klar, dass dem schon etwas voran gegangen ist zwischen den beiden. Man wird hier aber weder gespoilert, noch sind die Vorkenntnisse notwendig.
Die Chemie zwischen Sigi Kamm und Alicia Behrens scheint sehr aufgeladen zu sein. Manchmal weiß man nicht, ob dass wirkliche persönliche Spannungen sind oder ob diese nicht vielleicht sogar auch erotischer Natur sein könnten. Wenn es um die Aufklärung von Fällen geht, dann funktionieren die beiden aber zusammen und habe das gleiche Ziel vor Augen. Die Spannungen machen die Geschichte aber noch zusätzlich unterhaltsam und interessant.

Der Schreibstil von Dinah Marte Golch und nüchtern und knapp gehalten, tut der Handlung von knapp 300 Seiten aber gut. Schon der Einstieg erfolgt relativ schnell und in den Ermittlungen ergeben sich immer neue Richtungen. Als Leser hat man so seine Vermutungen, aber es gibt die ein oder andere wirklich unvorhersehbare Wendung, die einen zügig weiterlesen lässt.

Es gibt eine Reihe an Charakteren, die alle nicht so richtig die Wahrheit sagen und man nicht immer weiß, was sie zu verbergen haben. So richtig gibt kann man zwischen Gut und Böse auch nicht unterscheiden, denn alle Charaktere haben auch ihre Fehler, die sie nicht unbedingt sympathisch machen. Manchmal weiß man gar nicht, was man noch glauben soll. Die Autorin weiß den Leser in die Irre zu führen, was mir sehr gut gefallen hat.

Möglicherweise ist die ein oder andere Wendung zu viel des Guten, denn nicht alle Fragen werden für meinen Geschmack zufriedenstellend am Ende beantwortet. Dadurch erscheinen manche Fäden als lose und nicht richtig bis zu Ende gedacht. Das Ende an sich war sehr nervenaufreibend und spannend.

FAZIT:
Die fehlende Stunde ist sehr kompakter und dadurch auch spannender Krimi, der mit einigen spannenden Wendungen und einem ungewöhnlichen Ermittlerduo aufweisen kann. Bis auf ein paar offene Frage am Ende, hat mich das Buch wirklich überzeugt und ich würde auch einen weiteren Band lesen.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.