Rot und Silber - Auf ewig vereint?
Die rote Königin (Die Farben des Blutes 1)Betitelt als Fantasy-Highlight wurde ich wieder neugierig auf die Geschichte von Mare gemacht. Ich habe das Buch bereits vor ein paar Jahren gelesen, konnte mich aber nur noch grob daran erinnern. Damals ...
Betitelt als Fantasy-Highlight wurde ich wieder neugierig auf die Geschichte von Mare gemacht. Ich habe das Buch bereits vor ein paar Jahren gelesen, konnte mich aber nur noch grob daran erinnern. Damals gab es noch nicht gleich die Folgebände, da gerät ein Einzelteil bei mir recht schnell in Vergessenheit. Dieses Mal aber steht der nächste Band schon bereit und ich bin sehr gespannt:)
Inhalt:
Mare lebt in einer Welt, die die Menschen nach der Farbe ihres Blutes in arm und reich, Diener und Herrscher aufteilen. Sie selbst gehört mit ihrer Familie in den roten Teil der Welt: dem Teil des niederen Volks.
Doch ein Abend soll ihr Lebe verändern. Auf einmal befindet sie sich mitten unter ihnen, den Silbernen. Als Dienerin arbeitet sie unter ihnen im Sonnenpalast und dann geschieht das Unmögliche: Als sie in Gefahr gerät, scheint die Grenzen zu verschwimmen. Mare hat Fähigkeiten! Fähigkeiten, die eigentlich den Silbernen vorbehalten sind. Plötzlich findet sie sich als Verlobte des Prinzen wieder, denn natürlich darf das Unmögliche keineswegs nach Draußen gelangen. Mare wird zur Silbernen. Äußerlich. Im Herzen ist sie eine Rote und die kämpft für ihr Volk. Dafür riskiert sie nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Herz. Denn die zwei Prinzen bringen immer wieder Mares Gefühle durcheinander.
Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr anschaulich und flüssig. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und war immer wieder durch die Spannung an das Buch gefesselt. Zwischendurch zog es sich aber auch immer mal, sodass ich quasi erst wieder auf was Spannendes warten musste, damit mir die Lust am Buch nicht vergeht.
Charaktere:
Ich hätte nicht gedacht, dass man eine Charakterin so konstant halten kann. Mare hat von Anfang an ein Auge für die minderen Umstände in ihrem Land, sie denkt an das Volk der Roten und lässt sich vom Glanz der Silbernen nicht einlullen. Dabei glaubt und hofft sie auf eine bessere Welt. Ich fand es sehr gut, dass sich das durch das ganze Buch zog. Auf Mare´s Charakter konnte man sich verlassen und das hat in so manchen Situationen, in denen alles andere verworren schien, Sicherheit gegeben.
Interessant fand ich auch die Gestaltung der anderen Charaktere. Keiner ist schwarz – keiner weiß. In diesem Buch bilden alle Grauschattierungen, was die Figuren zu großen Mitbestimmern über die Spannung im Buch macht und auch die ein oder andere ausweglose Situation entstehen lässt. Die Entwicklung, die die Protagonistin durchmacht, während sie begreift, welche Ausmaße eine einzige Entscheidung haben kann, stellt sie in einen größeren Kontext. In diesem ist sie nur eine von vielen, die für die Freiheit kämpfen.
So war es auch recht erfrischend, dass man als Leser nicht gleich einen Helden präsentiert bekam, den dann auch die Hauptprotagonistin toll findet. Stattdessen wird man selber vor die Aufgabe gestellt abzuwägen und hinter die Fassade zu sehen.
Zur Geschichte allgemein:
Die Idee der Geschichte fand ich wirklich sehr interessant. Von so einer extremen Klassentrennung hat man ja schon in „Die Tribute von Panem“ gelesen. Hier aber gibt es einen definitiven Unterschied: ihr Blut und Mare. Die weder silbern noch rot ist. Allein ihre Herkunft könnte wahrscheinlich schon Inhalt einer ganzen Geschichte sein, doch das Buch bietet noch mehr und so wird man in eine Welt hineingezogen, die grausam und glänzend zugleich ist und sich im Laufe der Geschichte dann doch sehr von der Handlung Panems unterscheidet.
Schön fand ich, auch, wenn es vielleicht grausam klingt, dass die Welt echt ist. Es gibt keine Zimperleien, der Tod ist allgegenwärtig und es ist keinesfalls gesichert, dass man glücklich bis an sein Lebensende im hohen Alter leben wird, wenn man einfach nur „brav“ ist. Dies fand ich sehr schön von der Autorin verdeutlicht und macht einen wesentlichen Teil der Handlung aus: alles steht in einem größeren Zusammenhang.
Durch unvorhersehbare Höhepunkte ist die Geschichte trotz vieler Klischees, von denen aber sogar einige aktiv mit in die Geschichte einbezogen werden, und teilweise etwas langgezogenen Stellen recht spannend.
Fazit:
Eine spannende Geschichte, die zwar zwischendurch ein paar Längen hat, mit ihrer Geschichte und der erschaffenen Welt aber überzeugen kann. Ein gelungener Auftakt, denn so viele Fragen sind noch offen. Ich kann es kaum erwarten den nächsten Teil zu lesen.
4 von 5 Sterne von mir.
Liebe Grüße