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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2016

Auch Toni Sanftlebens zweiter Fall überzeugt auf ganzer Linie

Kalte Havel
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Toni Sanftleben von der Potsdamer Kriminalpolizei hat sich eigentlich vom Dienst beurlauben lassen, um sich ganz um seine Frau Sofie kümmern zu können. Als ihn die Staatsanwältin Caren Winter jedoch bittet, ...

Toni Sanftleben von der Potsdamer Kriminalpolizei hat sich eigentlich vom Dienst beurlauben lassen, um sich ganz um seine Frau Sofie kümmern zu können. Als ihn die Staatsanwältin Caren Winter jedoch bittet, die Ermittlungen im Mordfall Hendrik Spohr zu übernehmen, in den ihr spurloser verschwundener Sohn Alexander verwickelt zu sein scheint, kehrt er frühzeitig in den Dienst zurück und verbeißt sich in den Fall, der zwar mit vielen Verdächtigen und möglichen Motiven aufwarten kann, aber doch zunächst sehr wenige heiße Spuren liefert.

Auch im zweiten Fall von und mit Toni Sanftleben überzeugt der Autor wieder mit einer überzeugend konstruierten Geschichte, gut gezeichneten Charakteren sowie absolut präzisen und zugleich sehr bildhafen Ortsbeschreibungen. Neben einem spannenden Kriminalfall mit einer überraschenden, aber dennoch überzeugenden Auflösung, spinnt er auch den Faden um Tonis Privatleben weiter, das sich im wesentlichen um seine lange Zeit verschwundene Frau Sofie dreht, die er nach 16 Jahren wiedergefunden hat. Sofie hat einige Zeit im Koma gelegen, leidet immer noch unter Gedächnislücken und tut sich sichtbar schwer, wieder in ihr altes Leben zurückzufinden. Da der Autor die wesentlichen Informationen zu seinen Protagonisten gut in die Handlung einbaut, stellen sich hier auch für Neuleser keine Probleme ein, dem Geschehen folgen zu können.

Wie schon das erste Buch liefert auch die Fortsetzung wieder eine ausgewogene und überzeugende Mischung aus spannenden Ermittlungen und privaten Problemen des Kommissars.
Auf die Fortsetzung dieser Reihe darf man gespannt sein.

Veröffentlicht am 18.10.2016

Spannender und hochaktueller Thriller zum Thema Flüchtlinge und Schlepperbanden

Als der Teufel erwachte
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In einer Wiener Autowerkstatt werden im Kofferraum eines Wagens die Leichen von 2 Männern gefunden. Die Ermittler um Georg Kunze und Thomas "Tom" Neumann machen sich auf die Suche nach den Hintergründen ...

In einer Wiener Autowerkstatt werden im Kofferraum eines Wagens die Leichen von 2 Männern gefunden. Die Ermittler um Georg Kunze und Thomas "Tom" Neumann machen sich auf die Suche nach den Hintergründen der Tat, müssen dabei aber zunächst ohne ihre Kollegin Jutta Stark auskommen, die sich noch in Nepal auf der Suche nach ihrem Vater befindet. Die Spuren führen die Ermittler zu einer skrupellosen Schlepperbande, die auch vor Mord nicht zurückschreckt.

Dieser Thriller setzt direkt an seinen Vorgänger "Als Gott schlief" an und führt die dort begonnenen Erzählstränge um die Ermittler fort. Man kann dieses Buch allerdings auch problemlos ohne Vorkenntnisse aus diesem Buch lesen, da die erforderlichen Informationen zu den Protagonisten gut in die Haupthandlung eingebaut sind, ohne den Lesefluß zu stören.

Die Krimihandlung kommt am Anfang etwas schleppend in Gang, da zunächst die persönlichen Probleme der Ermittler einen etwas größeren Raum einnehmen, nimmt dann im zweiten Teil des Buches aber deutlich Fahrt auf und führt die Handlung konsequent auf einen dramatischen Showdown zu.
Dabei gelingt es der Autorin auf überzeugende Art und Weise, einen durchgehenden Spannungsbogen aufzubauen, der zu keinem Zeitpunkt für Leerlauf sorgt. Die einzelnen Kapitel werden aus immer wieder wechselnden Erzählperspektiven geschrieben und sorgen so für reichlich Abwechselung. Der gute, flüssige Schreibstil und die clever konstruierte Geschichte tun ein Übriges, den Leser mit jeder Seite tiefer in das Geschehen hineinzuziehen und ihn mit den einzelnen Figuren mitfiebern zu lassen.

Die Thematik des Buches ist an Aktualität kaum zu überbieten und zeichnet zudem den gefährlichen Weg der Flüchtlinge über das Mittelmeer und auch über die sogenannte Balkanroute mit großer Dramatik nach. Die gut gezeichneten Figuren sorgen gerade in diesen Passagen für eine Vielzahl an emotionalen Momenten, die auch nach dem Ende des Buches noch lange nachhallen.

Kurzum: Ein Thriller, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat.

Veröffentlicht am 05.10.2016

Ein unheimlicher Mörder auf dem Rachfeldzug - überzeugender Thriller aus Osnabrück

Schlemihls Schatten
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Von dem Aufdruck "Osnabrück Krimi" auf dem Cover sollte man sich bei diesem Buch nicht täuschen lassen, da es sich hier eher um einen waschechten Thriller handelt.

Ein unheimlicher Mörder, der sich selber ...

Von dem Aufdruck "Osnabrück Krimi" auf dem Cover sollte man sich bei diesem Buch nicht täuschen lassen, da es sich hier eher um einen waschechten Thriller handelt.

Ein unheimlicher Mörder, der sich selber den Namen Inspektor Schlemihl gibt, startet im sonst so beschaulichen Osnabrück einen Rachefeldzug, bei dem er seine Morde aber als Taten eines Serienmörders tarnt. Der ermittelnde Oberkommissar Hollmann holt zur Unterstützung seinen alten Weggefährten Kommissar Echtner, der wegen psychischer Probleme in den Innendienst versetzt wurde, in das Ermittlerteam. Echtner hat scheinbar nichts von seinen Fähigkeiten verloren, das seine Power aber in erster Linie auf die Einnahme von Crystal Meth zurückzuführen ist, ahnt niemand seiner Kollegen ...

Das es hier um ein Romandebüt handelt, merkt man diesem Buch zu keinem Zeitpunkt an. Im Gegenteil, dieser Thriller überzeugt duch eine gut konstruierte Geschichte mit überzeugender und zugleich überraschender Auflösung, einen mitreißendem Schreibstil, der den Leser mit jeder Seite immer tiefer in seinen Bann zieht, und gut charakterisierte Protagonisten in Haupt- und Nebenrollen.

Das man hier über weite Strecken des Buches eher mit dem Täter als mit den Ermittlern mitfiebert, ist ein weiterer dicker Pluspunkt dieses Buches. Auch wenn sich im Verlauf der Story die anfängliche Sympathie mit dem Mörder eher in Verständnis wandelt, bleibt doch unter dem Strich eine Geschichte mit einer eher ungewöhnlichen Konstellation, die aber gleichwohl zu überzeugen weiß.

Ein äußerst vielschichtiger Thriller, das einem auch nach Beendigung des Buches lange im Gedächtnis haften bleibt.

Veröffentlicht am 27.09.2016

Auch Teil 2 der Thriller-Reihe um den Leibwächter Stefan Trapp konnte mich überzeugen

Abschaum
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Mit diesem Buch legt Marcus Hünnebeck den 2. Teil der Thriller-Reihe um den Leibwächter Stefan Trapp vor. Und wie schon der Vorgänger konnte mich auch dieses Buch wieder überzeugen.

Stand im ersten Buch ...

Mit diesem Buch legt Marcus Hünnebeck den 2. Teil der Thriller-Reihe um den Leibwächter Stefan Trapp vor. Und wie schon der Vorgänger konnte mich auch dieses Buch wieder überzeugen.

Stand im ersten Buch noch Eva Haller, die Journalistin und jetzige Lebensgefährtin des Leibwächters ein wenig mehr im Vordergrund der Geschichte, liegt hier der Fokus mehr auf Stefan Trapp.
Christoph Engelhardt, sein neuester Klient, trifft in einem Kölner Cafe auf den bekannten Schauspieler Hubert Scherer. Als es in dem Cafe zu einer Geiselnahme kommt, kann Engelhardt den Täter überwältigen und wird dadurch zum neuen Star der Medien. Doch hinter der Geiselnahme steckte ein größerer Plan und so gerät Engelhard schnell ins Visier der Hintermänner. Stefan Trapp bekommt eine Menge zu tun, um seinen Klienten zu schützen ...

Der Thriller überzeugt durch hohes Tempo und überraschende Wendungen, die die Geschichte immer wieder in eine völlig andere Richtung treiben. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Spannung, Überraschungen, symphatische Charaktere und eine ausgeklügelte Story: Dieses Buch hat alles, was ein guter Thriller braucht.

Veröffentlicht am 27.09.2016

Grandiose Fortsetzung von "Natchez burning"

Die Toten von Natchez
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Dieses Buch schließt direkt an das Geschehen des Vorgängers "Natchez burning" an und setzt die Geschichte konsequent und überzeugend fort. Auch wenn die wesentlichen Informationen zu den Geschehnissen ...

Dieses Buch schließt direkt an das Geschehen des Vorgängers "Natchez burning" an und setzt die Geschichte konsequent und überzeugend fort. Auch wenn die wesentlichen Informationen zu den Geschehnissen aus dem ersten Buch gut in die Handlung eingebaut werden und man das Buch somit auch durchaus eigenständig lesen könnte, empfehle ich dennoch, die Bücher in die richtigen Reihenfolge zu lesen, um die höchst komplexe Handlung komplett verfolgen und genießen zu können.

Penn Cage und seine Verlobte Caitlin Masters sind der Feuerhölle auf dem Anwesen von Brody Royal, dem vermeintlichen Anführer der Doppeladler, im letzten Moment entkommen, dem Ziel, die Unschuld seines Vaters Tom, der des Mordes an der Krankenschwester Viola Turner beschuldigt wird, zu beweisen, ist Penn dabei aber nicht näher gekommen. Um seinen Vater zu retten, muss sich Penn nunmehr mit Forrest Knox, dem wahren Anführer der Doppeladler, auseinandersetzen. Das es sich hier um den Chef der State Police handelt, macht das Ganze nicht einfacher ...

Greg Isles hält das überzeugende Niveau des Vorgängerbuches problemlos und treibt die Handlung kompromisslos auf ihren (vorläufigen ?) dramatischen Höhepunkt zu. Er schaft es dabei immer wieder, die Handlung durch überraschende Wendungen urplötzlich in eine völlig andere Richtung zu lenken und auf den Kopf zu stellen. Auch die Vernüpfung der Handlung mit tatsächlichen Geschehnissen aus dem Amerika der 60er-Jahre ist wieder äußerst gelungen und nimmt hier gegenüber dem 1. Buch sogar einen noch größeren Raum ein.

Ein nahezu perfekter Thriller, der mich wieder auf ganzer Linie überzeugt hat.

Auf den Abschluss dieser Trilogie darf man echt gespannt sein.