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Veröffentlicht am 10.03.2019

Man soll nie unterschätzen, welch große Bedeutung kleine Zeichen der Wertschätzung im Alltag haben können.

Die hellblauen Schuhe
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Man soll nie unterschätzen, welch große Bedeutung kleine Zeichen der Wertschätzung im Alltag haben können.

In diesem dünnen, kleinformatigen Buch präsentiert Noor van Haaften insgesamt siebenundzwanzig ...

Man soll nie unterschätzen, welch große Bedeutung kleine Zeichen der Wertschätzung im Alltag haben können.

In diesem dünnen, kleinformatigen Buch präsentiert Noor van Haaften insgesamt siebenundzwanzig kurze Geschichten, die abwechselnd zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln anregen. Passend zum jeweiligen Inhalt zieht die Autorin Parallelen zu entsprechenden Passagen aus der Bibel, den Abschluss eines jeden Kapitels bilden kursiv gedruckte Zitate. In den verschiedenen Geschichten ist immer wieder davon die Rede, wie nach einem Unglücksfall Menschen geholfen wurde, wie man trotz negativer Erlebnisse auch etwas Positives in einer Situation entdecken kann und Betroffenheit oder Trauer auch von Dankbarkeit begleitet sein kann.

Besonders bewegt hat mich die Geschichte des kleinen Kanarienvogels Willem, der sein Dasein mit gestutzten Flügeln in einem kleinen Käfig fristet. Ein Vogel, dem die Freiheit genommen wurde, der sein Leben in Gefangenschaft verbringen muss, dem sogar die artgerechte Fortbewegung des Fliegens versagt wird. Die Autorin vergleicht diese Gefangenschaft mit jener von Menschen, die hinter unsichtbaren Gitterstäben eingesperrt sind, gebremst durch ihre Lebensumstände, verletzt und gebrochen durch schmerzliche Erfahrungen, voller Kummer, Scham und Schuld, unfähig, sich selber zu befreien. Sie haben sich an dieses beschränkte Leben gewöhnt, sind abgestumpft, genauso wie der kleine Kanarienvogel. Hier verweist die Autorin auf ein Leben in der Fülle, das Jesus uns versprochen hat, einen Weg zu unserer Bestimmung, die Flügel ausbreitend und in die Freiheit fliegend.

Es gibt noch viele weitere Geschichten wie diese. Noor van Haaften schreibt beispielsweise über Schneeglöckchen, die auch unter schwierigsten Umständen ihrer Berufung treu bleiben und sich aufrechtstehend dem Licht zuwenden. Sie vergleicht einen berühmten Pianisten, der sich über einen klavierspielenden Jungen beugt und mit ihm gemeinsam spielt, mit einer göttlichen Umarmung, die uns mit der Liebe und dem Segen Gottes umfängt. Eine Prise Humor kommt zu Vorschein, als die Autorin von ihren Gesprächen mit dem Navigationsgerät „Eva“ berichtet, deren Anleitungen zur sicheren Ankunft am gewünschten Ort sie letztendlich mit den Anweisungen Gottes vergleicht, der uns ebenfalls nicht dazu zwingt, in eine bestimmte Richtung zu gehen, dem aber trotzdem daran gelegen ist, dass er mit uns ans Ziel kommt.

Die Geschichte, die mich am meisten berührte, war für mich jene, in der es darum geht, Gott zu dienen. So schreibt die Autorin: „Jesus dienen kann ein jeder mit den Gaben und Möglichkeiten, die er oder sie hat: ein Anruf, um nachzufragen, wie es dem anderen geht. Ein Besuch beim Nachbarn, der alleine ist. Ein Kuchen zum Geburtstag einer Freundin, die es nicht mehr schafft, selbst zu backen. Schneeglöckchen oder Gänseblümchen aus dem Garten, Zwetschken oder Erdbeeren aus eigenem Anbau. Eine Karte mit einem lieben Gruß. Eine Einladung zu einer Tasse Kaffee, einem Essen, einem Spaziergang. Ein freundliches Wort. Eine Stimme, die nachfragt und tröstet oder ermutigt. Ohren, die zuhören. Ein wenig (oder etwas mehr) Zeit. Geduld. Man könnte das alles in einem Wort zusammenfassen: Liebe. Das Wunder ist, dass Gott gerade das in uns entwickeln will."

Diese gesammelten Geschichten wurden sorgfältig ausgewählt und in einem locker-leichten Schreibstil mit starkem Bibelbezug dargebracht. „Die hellblauen Schuhe“ von Noor van Haaften haben mir ausgezeichnet gefallen und ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

„Das Leben ist ein Geschenk Gottes. Wer das Genießen und Lachen verlernt, verpasst es.“ (Noor van Haaften)

Veröffentlicht am 10.03.2019

Das Leben ist zu kurz, um hindurch zu hetzen.

Das kleine Hotel an der Küste
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Das Leben ist zu kurz, um hindurch zu hetzen.

"Man sagt so leicht, dass man sich morgen Zeit nimmt für das, was wichtig ist, aber wir haben nur diesen Moment. Das Leben ist zu kurz, um hindurch zu hetzen."

Die ...

Das Leben ist zu kurz, um hindurch zu hetzen.

"Man sagt so leicht, dass man sich morgen Zeit nimmt für das, was wichtig ist, aber wir haben nur diesen Moment. Das Leben ist zu kurz, um hindurch zu hetzen."

Die Wünsche von James MacDonald, dem berühmten schottischen Fernsehkoch, Buchautor und Inhaber einiger Restaurants, haben für die Morrison Hospitality Consulting in New York oberste Priorität. Die Unternehmensberatungsfirma beauftragt ihre beste Kraft, sich umgehend mit ihrem prominenten Kunden zu treffen und den Auftrag für dessen Projekt an Land zu ziehen. Andrea Sullivan muss auf ihren Urlaub verzichten und macht sich auf den Weg nach Schottland. Ihre anfängliche Abneigung gegen das verregnete unwirtliche Land und den für seine zahlreichen Affären bekannten Auftraggeber schwindet jedoch angesichts der zauberhaften Landschaft und nach einem Blick hinter die Fassade des attraktiven Starkochs. Doch sowohl Andrea, als auch James haben in ihrem Leben eine schmerzliche Enttäuschung erfahren, beide scheuen sich seither davor, erneut einem anderen Menschen das Herz zu öffnen. Wird Andrea ihre professionelle und kühle Haltung aufgeben und James ihr empfindsames Innenleben offenlegen? Und wird sie mehr für James sein, als nur ein weiteres kleines Abenteuer? Nach ihrem kurzen Aufenthalt auf der malerischen Insel Skye in Schottland stellen die beiden plötzlich ihr ganzes Leben in Frage.

Der Schreibstil von Carla Laureano ist sehr einnehmend. Ihr Einstieg in die Geschichte besticht darüber hinaus mit einer Prise Humor, als die intelligente und erfolgreiche Karrierefrau gleich bei der ersten Begegnung mit ihrem prominenten Kunden in ein riesengroßes Fettnäpfchen tritt. Auch bei nachfolgenden Besprechungen und Besichtigungen schafft Andrea Sullivan es nicht immer, ihre professionelle Haltung zu bewahren. James MacDonald scheint ein völlig anderer Mensch zu sein, als die Presse ihr vorgaukelt. Und sehr rasch ist es Andrea entgegen jeglicher Überzeugungen nicht mehr möglich, geschäftliche und private Dingen voneinander zu trennen.

In vorliegenden Roman wurde auf die inneren Kämpfe der Protagonisten und ihre Verletzungen in der Vergangenheit behutsam eingegangen, ihre persönliche und geistliche Entwicklung wunderbar dargestellt. Ich empfand die Charakterisierung von Andrea und James als authentisch und konnte mich sehr gut in die Gefühls- und Gedankenwelt der beiden hineinversetzen. Über die Nebenfiguren hätte ich gerne ein wenig mehr erfahren, einzig Ian MacDonald wurde angesichts der bestehenden Spannungen zwischen den Brüdern größere Aufmerksamkeit im Buch zuteil. Ians und James Schwester Serena, ihre bezaubernde Tochter Emmy sowie Tante Muriel durften hingegen nur kleine Nebenrollen spielen, ebenso wie Andreas Schwester Becky.

Es handelt sich bei diesem Buch um einen richtigen „Wohlfühlroman“, der die Frage nach den wirklich wichtigen Dingen in den Mittelpunkt stellt. In dieser romantischen Geschichte dominieren ruhige Töne und bildhafte Darstellungen der malerischen Landschaft, verbunden mit der Vergangenheitsbewältigung der beiden Hauptfiguren als zentrales Thema. Der Glaube spielt eine gewisse Rolle, er wurde dezent in die Handlung eingebracht. Gedanken und Gebete sind in kursiver Schrift dargestellt und beziehen den Leser auf diese Weise emotional ein. Durch die große Leidenschaft des Protagonisten für das Kochen werden dem Leser kulinarische Highlights des Landes vor Augen geführt, die unter anderem das schottische Nationalgericht Haggis, Fish & Chips, aber auch die Vorliebe für Whisky, Bier und die schottische Teekultur umfassen.

Fazit: Carla Laureano hat mir mit ihrer Neuerscheinung wunderschöne Lesestunden bereitet. „Das kleine Hotel an der Küste“ ist ein bezaubernder Wohlfühlroman vor der malerischen Kulisse der schottischen Westküste, der mir ausgezeichnet gefallen hat. Indem James Andrea überredete, ihr einige Highlights seiner Heimat zu zeigen, wurde auch mir als Leser die einzigartige Schönheit der Insel Isle of Skye eindrucksvoll vor Augen geführt. Ich versank regelrecht in dieses Buch und konnte mich dem Zauber dieser faszinierenden Landschaft nicht mehr entziehen.


Veröffentlicht am 10.03.2019

Geliebt. Erwählt. Begünstigt. Gesegnet. Und Gott sei Dank nicht allein.

Wohin du mich auch führst (4)
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Geliebt. Erwählt. Begünstigt. Gesegnet. Und Gott sei Dank nicht allein.

"Noch bevor wir unseren Namen kennen, sind wir geliebt. Und wertgeschätzt. Und sicher gehalten. Gott hat wirklich seine ganz eigene ...

Geliebt. Erwählt. Begünstigt. Gesegnet. Und Gott sei Dank nicht allein.

"Noch bevor wir unseren Namen kennen, sind wir geliebt. Und wertgeschätzt. Und sicher gehalten. Gott hat wirklich seine ganz eigene Art, die Geschichten von Menschen miteinander zu verflechten.“

Der Tod von Meg Crane am Ende des dritten Bandes hinterließ eine große Lücke im Kreise der vier Protagonistinnen, die sich auf einer Glaubensreise kennenlernten und seit diesem Zeitpunkt unzertrennlich waren. Hannah, Charissa und Mara vermissen ihre liebevolle und herzensgute Freundin schmerzlich. Nach ihrer anfänglichen Gefühllosigkeit wird Becca nun mit ihrem großen Verlust konfrontiert. Sie lebt inzwischen bei ihrem beinahe doppelt so alten Freund Simon, und langsam wird ihr nun bewusst, wie töricht und gutgläubig sie war. Becca bereut es zutiefst, zu wenig Zeit mit ihrer Mutter verbracht zu haben. Meg hatte zu Hannah eine ganz besonders innige Beziehung, ihr letzter Wunsch galt dem Wohlergehen der geliebten Tochter, die sie Hannah ans Herz legte. Doch Becca ist zutiefst verletzt, orientierungslos, voller widerstrebender Gefühle und nicht bereit, sich dem Glauben zu öffnen. Hannah wiederum kann sich nur schwer in ihrem neuen Leben zurechtfinden. Sie vermisst ihre Arbeit als Pastorin der Westminster-Gemeinde in Chicago, muss Altbewährtes loslassen, und den Mut aufbringen, sich auf Neues einzulassen. Mara hingegen steht kurz vor ihrer Scheidung. Sie alle Hände voll zu tun, um die Probleme mit ihren halbwüchsigen Jungen zu bewältigen, ihr ältester Sohn Jeremy und seine kleine Familie bereiten ihr ebenfalls Kopfzerbrechen. Und zu guter Letzt befindet sich die im sechsten Monat schwangere Charissa in einem großen inneren Konflikt, dem sie sich nicht mehr gewachsen fühlt.

Der vierte und letzte Band „Wohin du mich auch führst“ bildete einen würdigen Abschluss der Reihe um diese vier Frauen und ihre gemeinsame Glaubensreise. Hannah, Charissa und Mara setzen mit dem großen und gewichtigen Thema Auferstehung diesen Glaubensweg fort und unterstützen sich gegenseitig in allen Belangen. Der Autorin ist es vortrefflich gelungen, die inneren Konflikte und die persönliche und geistliche Entwicklung in eindringlichen und mitreißenden Worten zum Ausdruck zu bringen. Der Glaube durchdringt das gesamte Buch, die Gebete und Gedanken der Frauen sind in kursiver Schrift dargestellt. Der in einnehmendem Schreibstil dargebrachte Inhalt wartet zudem mit sehr tiefen Emotionen auf.

Die handelnden Figuren wurden allesamt hervorragend charakterisiert und weisen eine hohe Authentizität auf. Es hat mir große Freude bereitet, diesen über vier Bände währenden Glaubensweg der Freundinnen begleiten zu dürfen. Umso schwerer fiel mir nun der Abschied von ihnen. Zu gerne hätte ich darüber hinaus noch einige Antworten auf Fragen in Erfahrung gebracht, die offenblieben. Wie wird Charissa ihre neue Rolle als Mutter, ihre Arbeit als Professorin und ihren Hang zum Perfektionismus unter einen Hut bringen, und wie wird sich mit ihrer Schwiegermutter arrangieren? Wie (und wo) wird es mit Mara und ihrer Beziehung zu Kevin und Brian weitergehen, und wird Hannah mit ihrer kleinen neuen Patchworkfamilie und in einer neuen Anstellung als Pastorin ihre Erfüllung finden? Am meisten bedaure ich, dass Beccas Geschichte an dieser Stelle ebenfalls zu Ende ist und ich nicht erfahren werde, wie sich die Zukunft dieser orientierungslosen und verloren wirkenden Waisen nun gestalten wird. Ob sie ihren Weg – und vor allem auch den Weg zum Glauben – mit Hannahs Unterstützung finden wird?

Der Aufbau des Buches war sehr übersichtlich gestaltet. Es gliedert sich in insgesamt vier Teile, wobei nach jedem Teil eine ausführlich beschriebene Meditation zur praktischen Umsetzung folgt. Der Beginn eines Kapitels wird mit einer in großen Lettern gedruckten Zahl eingeleitet, im Text wird als Überschrift stets der Name jener Person, auf die der Fokus gerade gerichtet ist, fettgedruckt angeführt. In abwechselnder Reihenfolge wird so das Leben von Hannah, Mara, Charissa und Megs Tochter Becca beleuchtet. Den Abschluss bildet ein Leitfaden für Gebets- und Gesprächsrunden – praktische geistliche Übungen werden im Anhang des Buches vorgestellt.

Fazit: Auch der vierte und letzte Band über die Glaubensreise von Hannah, Meg, Mara und Charissa hat mir ausgezeichnet gefallen, er stellte ein sehr emotionales Leseerlebnis für mich dar. Ich kann für diese Buchreihe eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, möchte jedoch interessierten Lesern dringend die Einhaltung der Reihenfolge ans Herz legen:

1. Band – „Unterwegs mit dir“
2. Band – „Weil du mit mir gehst“
3. Band – „Du bleibst an meiner Seite“
4. Band – „Wohin du mich auch führst“

Veröffentlicht am 07.03.2019

Hope Harbor - Drama, Komödie, Freude, Traurigkeit, Lachen, Tränen… Liebe. Diese Stadt steckt voller Geschichten.

Der Weg zu den Dünen
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Hope Harbor - Drama, Komödie, Freude, Traurigkeit, Lachen, Tränen… Liebe.
Diese Stadt steckt voller Geschichten.

"Jemandem zu einem besseren Leben zu verhelfen, ist etwas Wunderbares, aber jemandem den ...

Hope Harbor - Drama, Komödie, Freude, Traurigkeit, Lachen, Tränen… Liebe.
Diese Stadt steckt voller Geschichten.


"Jemandem zu einem besseren Leben zu verhelfen, ist etwas Wunderbares, aber jemandem den Tag zu erhellen, ein wenig Freude zu verbreiten, wenn der andere das vielleicht am dringendsten braucht, das ist auch etwas sehr Wertvolles. Und das kann jeder."

Hope Harbor ist ein ganz besonderer Ort. Die Menschen kümmern sich mit großer Herzlichkeit, Freundschaft und Mitgefühl um einander, was bereits im Vorgängerbuch zur Gründung einer gemeinnützigen Organisation führte, die sich „Helfende Hände“ nennt. Auch die hübsche Protagonistin des zweiten Bandes, Belinda June „BJ“ Stevens, stellt ihre Arbeitskraft den Senioren dieses charmanten Küstenortes ehrenamtlich zur Verfügung. BJ liebt ihre Arbeit als Architektin und Bauunternehmerin in Hope Harbor und schuf sich in einem winzigen Cottage direkt am Meer ein neues Zuhause. Durch ihr feines Gespür für Menschen blickt sie rasch hinter die Fassade der Witwe Eleonor Cooper, die zwar sehr unter ihren körperlichen Einschränkungen leidet, der Welt aber dennoch stets ein fröhliches Gesicht präsentiert. In ihrem Innersten kämpft die freundliche und fürsorgliche alte Dame jedoch gegen die Leere und Einsamkeit in ihrem Leben. Lediglich ein griesgrämiger alter Kater namens Methusalem leistet Eleonor in ihrem geliebten Zuhause Gesellschaft. BJ möchte eine Möglichkeit finden, um ihr den Umzug in ein Altersheim zu ersparen.

Als der erfolgreiche Anwalt Eric Nash seine Anstellung in Portland verliert, muss er sich neu orientieren und kehrt dazu für ein paar Wochen in seine Heimatstadt Hope Harbor zurück. Bei seiner Ankunft verursacht er einen Autounfall, und die faszinierende Frau am Steuer des anderen Wagens geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Doch sowohl Eric, als auch BJ sind noch nicht dazu bereit, ihr Leben zu ändern. Eric ist nur auf Durchreise. Er strebt ein von Arbeit und Karriere bestimmtes Leben in einer Großstadt an, während BJ das einfache und friedliche Leben in Hope Harbor schätzt. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo die beiden eine Entscheidung treffen und entweder ihrem Verstand, oder ihrem Herzen folgen müssen.

Der Schauplatz dieser wunderschönen Geschichte ist ein malerischer kleiner Küstenort in Oregon, den ich bereits im Vorgängerband „Cranberrysommer“ kennenlernen durfte. Der einnehmende Schreibstil der Autorin und ihre bildhaften Schilderungen von Landschaft und Menschen haben mich erneut begeistert. Durch die hervorragende Charakterzeichnung und die hohe Authentizität ihrer handelnden Figuren hat Irene Hannon mich emotional tief ins Geschehen einbezogen. Die Darstellung der inneren Konflikte, der Aufarbeitung der Vergangenheit und der persönlichen Entwicklung der beiden Protagonisten ist ihr meines Erachtens ausgezeichnet gelungen. In behutsamen Worten und auf äußerst einfühlsame Art und Weise lässt sie ihre Leser hautnah daran teilhaben. Die Vereinsamung älterer Menschen ist für Irene Hannon ein zentrales Thema dieses Buches. Obgleich Eric und BJ die größte Aufmerksamkeit zuteilwurde, gab es in diesem Buch auch starke Nebenfiguren. Ich schloss sowohl die liebenswürdige Eleonore, als auch den höflichen und würdevollen kubanischen Einwanderer Luis Dominguez sehr schnell ins Herz. Durch seine Person wird die Einwanderungsproblematik in diesem Buch thematisiert. Luis‘ tragische Lebensgeschichte und seine Resignation führten dazu, von den wohlmeinenden Menschen in seinem Umfeld Abstand zu halten. Er kann nicht mehr daran glauben, dass Gott etwas Neues mit ihm vorhat und nach seiner traumatischen Vergangenheit womöglich doch noch die Chance auf ein besseres Leben besteht. Ich habe mich darüber hinaus unsagbar gefreut, dass dem exzentrischen Philanthropen Charley Lopez auch in diesem Band eine wesentliche Rolle zugedacht wurde. Als Inhaber von „Charleys Tacos“ am Hafen von Hope Harbor versorgt er die Menschen in seinem Umfeld mit delikatem Essen. Doch der kluge, charmante und von großem Gottvertrauen erfüllte Mann strebt für seine Mitmenschen mehr als nur die Befriedigung kulinarischer Gelüste an. Er hat ein Herz aus Gold, ist ein Hoffnungsbringer, spendet Zuversicht, stellt Fragen, die teilweise auch unbequem sind. Charley ist ein geistlicher Mensch, der viele Dinge erahnt, auf rätselhafte Art und Weise stets zur rechten Zeit am rechten Ort auftaucht, und großen Frieden ausstrahlt. Charleys Lebensweisheiten und der hohe Stellenwert des christlichen Glaubens, der durch kursiv gedruckte Gedanken und Gebete hervorragend dargestellt wurde, machten dieses Buch für mich zu einer ganz besonderen Lektüre.

Es gibt einen winzigen Kritikpunkt, ein Faktor, der zwar aufgrund seiner Geringfügigkeit nicht in meine Bewertung einfließt, der mich jedoch das gesamte Buch hindurch gestört hat. Irene Hannon benennt ihre Protagonistin stets nur mit den zwei aneinandergereihten Großbuchstaben „B“ und „J“, nämlich den Initialen ihres Namens, der nach knapp dreihundert Buchseiten zum ersten und einzigen Mal kurz erwähnt wird.

Fazit: Ich empfand diesen Roman aus der Feder von Irene Hannon als große Bereicherung - er bescherte mir ein wunderschönes Leseerlebnis, das ich nur zu gerne weiterempfehle. Der gefühlvolle Schreibstil der Autorin und die hervorragend charakterisierten Figuren haben mir ausgezeichnet gefallen. Dieses Buch hat mich an einigen Stellen zu Tränen gerührt und entgegen meinen Erwartungen den ersten Band mit dem Titel „Cranberrysommer“ sogar noch übertroffen. Ein absolutes Lesehighlight!

Veröffentlicht am 03.03.2019

Einmal Scharfschütze, immer Scharfschütze.

Die Sünden aus der Vergangenheit
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Einmal Scharfschütze, immer Scharfschütze.

„Wie lange wirst du zulassen, dass die Ungerechtigkeit siegt?“

Griffin McCray arbeitet als Ranger im Gettysburg National Military Park. Nach dem Fund einer ...

Einmal Scharfschütze, immer Scharfschütze.

„Wie lange wirst du zulassen, dass die Ungerechtigkeit siegt?“

Griffin McCray arbeitet als Ranger im Gettysburg National Military Park. Nach dem Fund einer Leiche ermittelt er gemeinsam mit der forensischen Anthropologin Dr. Finley Scott, dem FBI-Agenten Declan Gray und dem CSI-Beamten und Spurensicherer Parker Mitchell in einem Fall, der weit komplexer ist, als es zunächst den Anschein hatte. Darüber hinaus versucht ein Unbekannter, mit völliger Rücksichtslosigkeit und ohne jeglichen Skrupel die Identifizierung der sterblichen Überreste zu verhindern.

Dani Pettreys neuer Serienauftakt startet an einem geschichtsträchtigen Schauplatz. Die Autorin verstand es geschickt, gleich zu Beginn Spannung aufzubauen, die bis zum aufregenden Finale kontinuierlich ansteigt. Das Buch basiert auf zwei Handlungssträngen, wobei die Ermittlungen im Mordfall den Hauptanteil haben. In einem zweiten kleinen Handlungsstrang werden dem Leser immer wieder kleine Einblicke in die Überlegungen und Aktivitäten des unbekannten Täters gewährt. Die handelnden Figuren wurden hervorragend charakterisiert, ihre Eigenschaften, Gedanken und Gefühle überzeugend vermittelt. Die starke Gewichtung auf den Glauben wird besonders in kursiv gedruckten Gebeten zum Ausdruck gebracht. Vage Andeutungen auf eine gemeinsame Vergangenheit von Griffin, Declan und Parker weckten sehr rasch meine Neugier, ein schwelender Konflikt zwischen den ehemals besten Freunden wird nach und nach aufgerollt und beleuchtet.

Im vorliegenden ersten Band stehen Griffin und Finley als Protagonisten im Zentrum des Geschehens. Als ehemaliger Scharfschütze eines Sondereinsatzkommandos ist Griffin bestens für die Mitarbeit bei den Ermittlungen geeignet, er spricht jedoch ungern über seine berufliche und private Vergangenheit. Griffin verhält sich Finley gegenüber introvertiert und mürrisch, kann sich jedoch ihrer Anziehungskraft nicht entziehen. Seine mühsam aufgebauten Schutzmauern drohen einzustürzen. Die attraktive und zierliche Finley nennt Griffin zwar insgeheim „Ranger Miesepeter“, fühlt sich aber zu dem gutaussehenden Park Ranger ebenfalls hingezogen. Der Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse und der behutsamen Annäherung zwischen den beiden wird in diesem Buch großzügig Raum gegeben.

Mit Declan Gray und Parker Mitchell bringt die Autorin zwei wichtige Nebenfiguren in die Handlung ein. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die beiden wohl ihrerseits in einem der Nachfolgebände eine Hauptrolle einnehmen werden. Während Declan mit seinem geschniegelten Äußeren und seinen beruflichen Fähigkeiten die perfekte Verkörperung eines FBI-Agenten darstellt, scheint der gutaussehende Charmeur Parker mit seinem irischen Akzent und dem Ruf als Frauenheld ein eher unkonventioneller Ermittler zu sein. Doch hinter Parkers Fassade verbergen sich starke Schuldgefühle, und das Verhältnis zwischen ihm und Griffin ist angespannt. Die Darstellung der Verarbeitung dieser Schuldgefühle und die persönliche Entwicklung der betroffenen Personen haben mir sehr gut gefallen.

Fazit: „Die Sünden aus der Vergangenheit“ punktet durch einen einnehmenden Schreibstil, einen spannenden und gut konstruierten Kriminalfall, authentischen Figuren und einer starken Gewichtung auf den Glauben. Dani Pettrey zählt zu meinen favorisierten christlichen Krimiautorinnen und hat mir auch diesmal ein grandioses Leseerlebnis beschert. Meine Vorfreude und Erwartungshaltung auf die nächsten Bände dieser Reihe sind dementsprechend groß. Nur zu gerne vergebe ich für dieses Buch fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.