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Veröffentlicht am 27.05.2019

Komm mit ins Bösland

Bösland
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Mein erstes Buch von Bernhard Aichner. Ich habe dem Autor nochmals eine Chance gegeben und seinen zuletzt veröffentlichten Thriller gelesen, nachdem mich bei seinem ersten Bestseller rund um die Totenfrau ...

Mein erstes Buch von Bernhard Aichner. Ich habe dem Autor nochmals eine Chance gegeben und seinen zuletzt veröffentlichten Thriller gelesen, nachdem mich bei seinem ersten Bestseller rund um die Totenfrau die Leseprobe total abgeschreckt hatte und ich seinen Schreibstil nicht wirklich mochte. Doch bei "Bösland" hat mich schon der Klappentext neugierig gemacht. Meine Bücherei hat alle seine Bücher, deswegen war es für mich klar diesen Thriller auszuleihen und Bernhard Aichner nochmals eine Chance zu geben. Und das war gut so...

Gleich zu Beginn wird dem Leser eröffnet, was Aichner mit seinem Titel meint. Bens Bösland ist der Dachboden seines Elternhauses. Ein Ort, an dem ihm sein Vater regelmäßig züchtigt und wo sich dieser schlussendlich erhängt. Als der zehnjährige Ben ihn findet, ist der Junge einfach nur erleichtert, dass seine Tortour ein Ende hat. Das ehemalige Bösland wird zur gemeinsamen Spielstätte mit seinem Freund Felix Kux, dem reichen Apothekersohn. Dort übt Ben auch seine Leidenschaft fürs Fotografieren und Filmen aus. Wenige Jahre später passiert erneut ein Unglück am Dachboden. Man findet Ben neben einer brutal erschlagenen Leiche eines jungen Mädchens, das er in seinen Armen hält. Der Junge kann sich an nichts mehr erinnern und wird als jugendlicher Täter in die psychiatrische Anstalt gesteckt. Danach folgen betreutes Wohnen, Therapien und schlussendlich eine eigene Wohnung. 30 Jahre später - Ben ist wieder frei und führt ein Fotogeschäft, entdeckt er ein Foto, das ihn in die Vergangenheit zurückkatapultiert. Darauf ist sein alter Freund Kux zu sehen. Bestärkt durch seine Therapeutin macht sich Ben auf, um mit Kux zu klären, was damals geschah....

Die Geschichte wechselt zwischen einer Art Rückschau in die Vergangenheit, Dialogen mit der Therapeutin und mit Kux, sowie der Schilderung in der Gegenwart. Man begleitet dabei Ben durch alle Gefühlslagen und bekommt von ihm ein sehr gutes Bild. Das vom Autor gewollte Misstrauen ihm gegenüber bleibt jedoch bestehen. Die subtile Beschreibung der Atmosphäre ist Aichner gut gelungen.
Die Charaktere sind vielschichtig und ausdrucksstark. Die zwischenmenschlichen Aspekte werden hervorragend transportiert. Ich hatte von allen ein sehr gutes Bild und mein Kopfkino blieb immer in Bewegung.

Aichner baut unterschwellig Spannung auf. Die kurzen knackigen Sätze und die große Schrift lassen einem schnell durch das Buch fliegen. In der Mitte haben sich trotzdem, meiner Meinung nach, einige Längen eingeschlichen. Auch meine Vermutung ging schon früh in die richtige Richtung, jedoch fehlte mir noch die Bestätigung. Einen kleinen Twist, sowie eine überraschende Wendung gab es noch am Ende des Buches, das ich somit zufrieden zugeklappen konnte.

Schreibstil:
Bernhard Aichners Schreibstil ist speziell. Am Besten man liest sich zuerst kurz in einer Leseprobe ein und entscheidet dann, ob man damit klaekommt. Ich bin mit seinem Schreibstil noch immer nicht ganz warm geworden, aber in "Bösland" konnte ich mich an die kurzen prägnanten Sätze und die vielen Dialoge gewöhnen. Bei der "Totenfrau" ging das schon nach wenigen Seiten absolut nicht mehr. Erzählt wird in der Ich-Perspektive von Ben.

Der Verlag hat die Seiten wirklich gut gefüllt....mit großer Schrift, einzelnen Dialogen, wo jeder Satz einzeln steht, aber auch leeren Seiten. Wenn ich das Hardcover gekauft hätte, wäre ich nicht sehr erfreut darüber gewesen. Bestsellerautor hin oder her....es gibt in meinen Augen weitaus bessere österreichische Autoren und das ist Geldmacherei!

Fazit:
Ein unblutiger Thriller, der mit psychologischen Spielchen aufwartet und gut aufgebaut ist, aber doch auch etwas vorhersehbar ist. Trotzdem wird mir die Geschichte noch länger in Erinnerung bleiben und ich konnte mich auch endlich mit Aichners Schreibstil anfreunden. Fazit: Komm mit ins Bösland!

Veröffentlicht am 12.05.2019

Alte Liebe rostet nicht

Strandkörbchen und Wellenfunkeln
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Wir sind wieder zurück in Lichterhaven und diesmal begleiten wir Luisa Messner, die sich ihren Traum einer eigenen Tierarztpraxis erfüllt hat. Die Schwester von Alex und Christina (aus den ersten beiden ...

Wir sind wieder zurück in Lichterhaven und diesmal begleiten wir Luisa Messner, die sich ihren Traum einer eigenen Tierarztpraxis erfüllt hat. Die Schwester von Alex und Christina (aus den ersten beiden Bänden der Lichterhaven-Reihe) führt mit Dr. Weisenau eine Gemeinschaftspraxis und arbeitet nebenbei noch an ihrer Dissertation. Eines Tages steht ihre große Liebe Lars, der vor zehn Jahren die Stadt verlassen hat, mit einem misshandelten Welpen in ihrer Praxis. Lars hatte einen Mann dabei beobachtet, wie er einen Jutesack gegen einen Baumstamm schlug und danach mit Füßen dagegen trat. Im zusammengeschnürten Sack findet er zwei Welpen. Einer davon ist schwer verletzt, der andere bereits tot. Luisa kann das Golden Retriever Mädchen retten, das tief verstört und ängstlich bei Lars ein neues Zuhause bekommt und sein leben auf den Kopf stellt...

In wechselnden Perspektiven verfolgen wir, wie das neuerliche Zusammentreffen der Beiden ihre Gefühle völlig durcheinanderwirbelt. Bei Lars handelt es sich um Luisas erste große Liebe, den Mann, den sie bis heute nicht vergessen kann. Vor zehn Jahren hat er ihr das Herz gebrochen und hat von einem Tag auf den anderen Lichterhaven verlassen. Lars wuchs unter einem lieblosen Vater auf und hat seine Gefühle seit seiner Jugendzeit sprichwörtlich hinter einer Mauer vergraben. Er ist nicht gewillt diese zu durchbrechen und verweigert jegliche tieferen Empfindungen. Das Zusammentreffen mit Luisa überfordert ihn. Schon von Kindesbeinen an hatten die beiden eine sehr enge Beziehung. Durch die Freundschaft mit Luisas Bruder Alex war er in der Familie Messner immer gern gesehener Gast und völlig integriert. Luisa, die zehn Jahre jünger ist, hat Lars bewundert und zu ihm aufgeschaut. Ihre Gefühle haben sich allerdings im Lauf der Jahre geändert und es wurde daraus eine kurze Liebe, die zerbrach. Beide haben Probleme sich wieder anzunähern bzw. nur auf freundschaftliche Basis zusammenzukommen...

Die tierischen Gedanken wurden diesmal dem Alter des Hundes angepasst. Deshalb klingt es oft sehr kindlich und einfach, wenn man an Jolie's Gedankengänge teilnimmt. Sie ist ein entzückendes Hundemädchen, welches erst ganz langsam wieder Vertrauen zu den Menschen entwickeln muss. Ähnlich ergeht es auch den beiden menschlichen Protagonisten. Vorallem Lars hat damit Probleme Gefühle zuzulassen. Diese Thematik ist der eigentliche rote Faden des Romans und nimmt sehr viel Raum ein.
Erstmals gibt es auch einen Strang mit Rückblicken. Dabei erfahren wir mehr über das Leben von Lars und Luisa vor zehn Jahren, bevor er Lichterhaven sang- und klanglos verlassen hat.

Mir war es diesmal etwas zu viel Hin und Her zwischen den beiden Liebenden. Auch die vielen Einmischungen der Familie fand ich nicht immer richtig. Man denkt man hat es hier mit Teenagern zu tun und nicht mit erwachsenen Menschen, die zwar zehn Jahre trennt, aber bereits über das "heiratsfähige Alter" hinaus sind ;) Die Liebesgeschichte nahm mir generell zu viel Raum ein und es war mir eindeutig "zu wenig Hund". Die kleine Jolie hat mein Herz berührt, jedoch hätte ich noch gerne mehr über sie gelesen. Im Vorgängerband war Boss in Wirklichkeit der Hauptprotagonist....das hätte ich mir hier auch gewünscht.
Die Erotikszenen sind in dieser Geschichte mehr geworden. Dies stört mich nicht wirklich, obwohl ich keine Bücher aus diesem Genre lese, aber Petra Schier hat diese sehr geschmackvoll beschrieben.

Witzig finde ich immer die Reaktionen einiger Leser und ihrer Leserbriefe, die die Autorin auf ihrem Blog veröffentlicht. Sehr oft kann man aber auch nur den Kopf schütteln, wenn man liest, dass Menschen zu diesem Buch greifen, weil am Cover ein Welpe abgebildet ist und den Roman einem Kind schenken (!!) ohne sich den Klappentext durchzulesen oder sich gedanken darüber machen in welcher Abteilung der Roman im Buchladen steht!

Schreibstil:
Petra Schiers Schreibstil ist gewohnt flüssig, humorvoll und bildgewaltig. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und habe ich sofort ins Herz geschlossen. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Luisa und Lars erzählt.
Die Landschaftsbeschreibungen waren wieder wundervoll. Ich fühlte mich in Lichterhaven zuhause und hätte mich am liebsten in Luisas Strandkorb gesetzt und das Wellenfunkeln beobachtet. Man sieht das Meer vor Augen und atmet die frische Seeluft ein...

Fazit:
Ein weiterer unterhaltsamer "Liebesroman mit Hund" aus der Feder von Petra Schier, der mir diesmal zu viel Liebesgeplänkel und zu wenig Hund und Humor hatte. Trotzdem war es wundervoll an die Nordsee zurückzukehren und liebgewonnene Charaktere aus den Vorgängerbänden zu treffen. Luisa, Lars und Jolie passen hervorragend dazu und ich freue mich schon auf das nächste Pärchen. Leichte Urlaubslektüre für den Strand.

Veröffentlicht am 07.05.2019

Vom Feldjäger zur Security

Falschspiel
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Auch der dritte Band rund um Feldjäger Mark Becker und Oberkommissarin Lisa Schäfer ist gewohnt actionreich ausgefallen. Nach Band 1 und 2 war ich sehr auf den neuen Fall gespannt, der nahtlos an "Das ...

Auch der dritte Band rund um Feldjäger Mark Becker und Oberkommissarin Lisa Schäfer ist gewohnt actionreich ausgefallen. Nach Band 1 und 2 war ich sehr auf den neuen Fall gespannt, der nahtlos an "Das dunkle Netz" anschließt.

Silvia Stolzenburg gelingt es immer wieder mich von der ersten Seite an in den Bann zu ziehen. Schon der Prolog verschaffte mir Gänsehaut.
Danach erfahren wir im ersten Kapitel, dass Mark nach dem eher unglücklichem Ende des letzten Falles, um ein Disziplinarverfahren zu umgehen, die Bundeswehr verlässt. Er nimmt ein Jobangebot seines ehemaligen Kameraden Michael Kuhn als Sicherheitsfachmann an, der seine neue Securityfirma gerade im Aufbau hat. Der neue Job bringt große Anforderungen, denn Kuhns Firma soll die Sicherheitsvorkehrungen für das Volksfest an der Cannstädter Wasen erstellen. Ein Großauftrag und noch viel zu wenig Personal! Kurze Zeit später entdeckt Mark eine Wanze in seinem Auto und beim Checken des Volksfestgeländes wird eine Handgranate ins Festzelt geschmissen, in dem er gerade steht. Hat es jemand auf Marks Leben abgesehen oder will die Konkurrenz die neue Sicherheitsfirma ausschalten?

Im Gegenzug hofft Lisa Schäfer endlich wieder einen neuen Fall auf den Tisch zu bekommen. Und sie braucht nicht langne zu warten. Ein junger Mann wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert - versuchter Mord. Kurze Zeit später ist er tot - erwürgt. Die Polizei geht zunächst davon aus, dass der junge Mann in ein Drogendelikt verwickelt ist. Doch es bleibt nicht bei diesem einem Todesfall... Gibt es Verbindungen zu den Todesfällen und den Anschlägen?

Während sich privat Lisa und Mark näher kommen, ändert sich an Marks altem Verhalten nicht wirklich etwas. Er lässt auch in diesem Fall alle rechtlichen Vorschriften außer acht und bleibt seinem Stil treu.
Auch Marks Hacker-Freund Lukas ist wieder mit von der Partie und eine große Hilfe bei der Auflösung des Falles. Als sich die Ereignisse zu überschlagen beginnen, ist Lukas in seinem Element.

Der neue Thriller lässt sich wieder schnell lesen und ich war innerhalb kürzester Zeit durch. Der Schreibstil von Silvia Stolzenburg ist wie immer rasant und temporeich. Die Spannungskurve bleibt die ganzen 278 Seiten konstant oben. Die kurzen Kapitel unterstreichen die rasante Handlung noch mehr. Allerdings muss ich sagen, dass es mir langsam zu actionlastig und explosiv wird und die Realitätsnähe immer mehr auf der Strecke bleibt. Schon im letzten Teil fand ich einige Handlungen zu abgedreht. Oft erinnerte mich die eine oder andere Szene an einem amerikanischen Actionfilm in dem der Held unverwüstlich bleibt und sämtliche Mordanschläge mit einer Handbewegung zur Seite wischt. Dadurch fand ich einige Ereignisse etwas unrealistisch. Auch die Ermittlungsarbeit geriet diesmal aufgrund der Action ins Hintertreffen.
Trotzdem war ich wieder in der temnporeichen Erzählung gefangen und konnte den Thriller kaum aus der Hand legen. Innerhalb kürzester Zeit war ich damit durch.

Fazit:
Wer es gerne rasant und explosiv mag, ist hier bestens aufgehoben. Mark Beckers drittes Abenteuer ist wieder Hochspannung pur, jedoch erinnerten mich diesmal doch so einige Szenen an amerikanische Actionsfilme. Die Ermittlungsarbeit blieb mir zu sehr auf der Strecke und auch die Auflösung in Lisas Fall war mir zu unrund.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Londons erste medizinische Hochschule für Frauen

Wohin dein Herz mich ruft
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Julia Barney ist für 1881 eine sehr selbstbewusste, zielstrebige und mutige Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie wuchs gemeinsam mit ihren beiden Schwestern in einem Waisenhaus auf. Ihr großer ...

Julia Barney ist für 1881 eine sehr selbstbewusste, zielstrebige und mutige Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie wuchs gemeinsam mit ihren beiden Schwestern in einem Waisenhaus auf. Ihr großer Wunsch als Ärztin und Missionarin in Afrika den Menschen zu helfen, steht jedoch seit kurzer Zeit auf wackeligen Füßen. Graf von Westerbridge versucht alles Mögliche, um die einzige medizinische Hochschule, die vor nicht allzu langer Zeit auch für Frauen zugelassen ist, zu schließen. In einem Prozess gegen eine Lehrkraft versucht er sein Ziel zu erreichen. Julia bereitet sich unterdessen auf die Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium vor. Auf den Weg zu einer Vorlesung nimmt sie die U-Bahn, die damals noch mit einer Dampfmaschine betrieben wurde. Es kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Der junge und attraktive Anwalt Michael Stephenson wird dabei schwer verletzt und Julia rettet ihm das Leben. Doch Michael ist einer der Anwälte des Prozesses gegen die Medizinerin und hat es nur durch harte Arbeit geschafft, den Ruf seiner Familie wieder herzustellen. Nichts kann ihn davon abbringen. Nun hat er genau eine dieser Frauen vor sich, deren Zukunft er damit zerstört, wenn er den Prozess gewinnt. Und Julia fordert von ihm seine Hilfe - als Tausch für die Rettung seines Lebens....

Ich wusste nicht, dass es sich hier bereits um den 2. Band der Reihe "Liebe in London" (ich finde den deutschen Titel furchtbar und halte mich eher an das Original, das "London Beginnings" heißt) handelt. Protaginisten sind die drei Barney Schwestern Rosalyn, Julia und Cara. Band Eins "Die Tochter des Kapitäns" kannte ich noch nicht, hatte aber keinerlei Schwierigkeiten in "Wohin dein Herz mich ruft" einzusteigen, denn jeder Schwester ist ein Band gewidmet.

Zu Beginn hatte ich ein bisschen zu kämpfen um in die Geschichte hineinzufinden. Für meine Begriffe war mir der Roman anfangs etwas zu ruhig und unspektakulär. Das eher nette vikorianisch-züchtige Geplänkel zwischen Julia und Michael plätscherte etwas vor sich hin....doch dies änderte sich bald. Jennifer Delamere legt neben der aufkeimenden Liebesgeschichte, die doch eher am Rand spielt, ihren Fokus auf den Kampf der Zulassung von Frauen zum Medizinstudium und den damit verbundenen Prozess, gesellschaftlichen Konventionen und hebt zusätzlich den Unterschied zwischen Arm und Reich hervor. Da es sich um einen christlichen Roman handelt, steht auch der Glaube des öfteren im Fokus.

Julias offenes und gewinnendes Wesen und ihr Glaube an Gott überraschen Michael, der bis jetzt nur Frauen aus seiner Gesellschaftsschicht kennt, die eher durch Koketterie auffallen und keinerlei Ambitionen haben einen Beruf zu ergreifen. Julia ist jedoch ehrgeizig und verfolgt ihre Ziele systematisch. Doch darin kommt kein Mann vor.... Und Michaels Schwester Corinna versucht alles Mögliche, um ihren Bruder bestens zu verheiraten und die gute gesellschaftliche Stellung zu halten, wenn nicht zu verbessern. Dies zieht einige Komplikationen nach sich....

Julias jüngere Schwester Cara, die im nächsten Band die Hauptprotagonistin sein wird, hat auch in diesem Buch einen Auftritt. Ihre Figur hat mich bereits neugierig auf den Folgeband gemacht, denn Cara ist eine sehr aufgeweckte und doch verträumte Person, die nur das Gute im Menschen sieht.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Jennifer Delamere hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mir alle Figuren sehr plastisch und bildhaft vorstellen. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet. Die Sprache passt zur Zeit des Romans und ich hatte das viktorianische London stets vor Augen.


Fazit:
Ein unterhaltsamer historischer Roman, der die gesellschaftlichen Konventionen und die langsam aufkommende Emanzipation der Frauen im viktorianischen London zum Thema hat. Nach anfänglich kleinen Schwierigkeiten konnte ich das Buch danach kaum aus der Hand legen.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Frederikas persönlichster Fall

Sündengräber
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Sehr gespannt war ich auf den sechsten Band rund um die Reihe von Fredrika Bergman und Alex Recht, nachdem ich alle Vorgängerbände gelesen habe. Im Gegensatz zur Dilogie der Autorin um "Schwesterherz" ...

Sehr gespannt war ich auf den sechsten Band rund um die Reihe von Fredrika Bergman und Alex Recht, nachdem ich alle Vorgängerbände gelesen habe. Im Gegensatz zur Dilogie der Autorin um "Schwesterherz" und "Bruderlüge", die ich furchtbar fand (Band 2 habe ich gar nicht mehr gelesen), sind mir Fredrika und Alex mittlerweile richtig ans Herz gewachsen.

Der erste Mann schreibt mit der Gewissheit, dass er bald sterben muss sein Testament und gesteht eine verjährte Tat. Der zweite Mann mietet ein Haus für eine Familie, das zur Festung wird. Niemand kommt rein und niemand kommt raus. Der dritte Mann fühlt sich verloren und beschließt die Welt auf seine Art besser zu machen.
So beginnen die ersten Kapitel des voraussichtlich letzten Teils dieser Reihe, die anfangs ganz schön verwirrend sind und dem Leser völlig zusammenhanglos vorkommen. Lange versucht man die Verbindungen der Handlungsstränge zu finden, doch dies dauert und ist auch gewollt. Einzig den ersten Mann hatte ich bald entlarvt.... Danach wird es aber richtig spannend und der erste Mord lässt auch gar nicht lange auf sich warten. Und mitten drinnen Fredrika und Alex, deren letzter großer Fall der Salomon-Gemeinde ihnen noch in den Knochen sitzt. Nun sind sie am Schauplatz eines neuen Mordes, der wie eine Hinrichtung wirkt. Seltsamerweise hat das Mordopfer den Ehering seiner toten Tochter am Finger. Soll dies ein Hinweis sein? Und was will der Täter damit sagen?
Dies ist erst der Beginn einer Mordserie, bei der die Ernittler allerdings keine Gemeinsamkeiten erkennen können. Lange Zeit tappen sie im Dunkeln und der Täter ist ihnen immer um eine Nasenlänge voraus. Nur langsam ist das Motiv ersichtlich, welches jedoch nicht zum Täter führt....bis es fast zum spät ist und Fredrika und Alex den Mörder überführen können.

Auch dieser Thriller der Autorin ist wieder äußerst komplex aufgebaut. Dadurch ist man zwar von Anfang an gespannt, was sich hinter all den Handlungssträngen verbirgt, jedoch ist es zu Beginn etwas verwirrend. Bald war ich jedoch gefangen von der Story und dem langsam aufkommenden furchtbaren Verdacht, der sich Gott sei Dank als falsch herausgestellt hat und den ich auch immer wieder in die Ecke meiner Gedanken stellen wollte.
Die Atnosphäre ist diesmal ziemlich düster. Gefallen hat mir die abwechselnde Sicht auf die zukünftigen Opfer oder wie sich langsam ein Puzzleteilchen ums andere zusammensetzt. Mehr möchte ich diesmal zum Inhalt gar nicht verraten.....

Die persönlichen Probleme, vorallem von Fredrika, sind auch im voraussichtlich letzten Band der Reihe wieder ein zentrales Thema neben der Ermittlungsarbeit. Und diesmal hat es die Ermittlerin wirklich nicht leicht.
Den Spannungsbogen fand ich durchgehend hoch und ich hatte das Buch wirklich schnell durchgesuchtet. Trotzdem ist es für mich nicht das Beste der Reihe. Mein Lieblingsbuch bleibt "Himmelschlüssel", aber ich denke jeder Leser der Reihe hat seinen eigenen Lieblingsband.

Ich finde es schade, dass wir uns von diesem Ermittlerung nun tatsächlich verabschieden müssen...

Fazit:
Der voraussichtlich letzte Band der Reihe rund um Fredrika Bergman und Alex recht ist ziemlich düster und sehr komplex. Anfangs etwas verwirrend entwickelt er sich zu einer spannenden Story, die so einige Überraschungen bereit hält. Obwohl es nicht der beste Band der Reihe ist, finde ich es schade, dass