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Veröffentlicht am 09.06.2019

Guter Krimi mit einem überraschend grausamen Fall

Mörderisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 5)
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In "Mörderisches Lavandou" wird Leon Ritter mit grausamen Verbrechen konfrontiert. Das Vorgehen des Täters ist recht speziell und bei der Untersuchung der Leiche kommen entsetzliche Einzelheiten zu Tage, ...

In "Mörderisches Lavandou" wird Leon Ritter mit grausamen Verbrechen konfrontiert. Das Vorgehen des Täters ist recht speziell und bei der Untersuchung der Leiche kommen entsetzliche Einzelheiten zu Tage, die vermuten lassen, dass hinter dem Fall mehr steckt, als es den Anschein hat. Ich muss sagen, dass ich die Schilderungen fast zu detailliert fand, da ich sie in diesem Ausmaß nicht von der Reihe gewohnt war, doch die Ermittlungen waren trotzdem interessant und ich wollte wissen, welche Motivation hinter diesem Vorgehen steckte. Es war lange nicht ersichtlich, was den Täter antrieb und auch die Kapitel aus seiner Sichtweise gaben nur wenige Hinweise, was natürlich zu Spekulationen anregte. Die Auflösung war meiner Meinung nach überzeugend, hätte aber etwas ausführlicher behandelt werden können, da am Ende alles ziemlich schnell ging.

Wie schon in den vorherigen Bänden wurde die Arbeit in der Rechtsmedizin sehr interessant dargestellt, auch wenn sie mir dieses Mal fast ein wenig zu kurz kam. Die Ermittlungen, die Ritter eigenmächtig anstellt, wurden jedoch ebenfalls gut und fesselnd geschildert, ebenso wie das Vorgehen der anderen Charaktere. Aus der Inhaltsangabe geht bereits hervor, dass der Fall für Leon persönlich wird, zum einen, weil er in Schwierigkeiten gerät, zum anderen, weil seine Lebensgefährtin plötzlich verschwunden ist. Diese Aspekte hatten letztlich eine geringere Bedeutung, als ich erwartet hatte, aber sie spielen durchaus eine große Rolle und dadurch ist es umso entscheidender, dass aufgeklärt wird, was hinter den Vorkommnissen und Funden steckt. Der Autor hat gut dargestellt, wie Leon versucht, die Wahrheit herauszufinden, aber es war nicht gerade schön zu sehen, wie er in diese Situation geraten ist. Ich fand es auch etwas seltsam, wie die Leiter der Ermittlungen mit allem umgegangen sind, doch es wurde immerhin erklärt, wieso sie so gehandelt haben.

Ein wenig schade war, wie Leons Privatleben in diesem Band dargestellt wurde. Er hat ein paar Entscheidungen getroffen, die ich schwer nachvollziehbar fand und es kam mir etwas bequem vor, wie der Konflikt aufgelöst wurde, doch zugleich wurde der innere Tumult des Protagonisten glaubwürdig dargestellt und ich fand gut, dass sein Verhalten thematisiert wurde. Die Balance zwischen diesen Szenen und der Arbeit am Fall ist definitiv gelungen und ich mochte, wie die beiden Bereiche sich im Laufe der Handlung mehr und mehr vermischt haben.

Alles in allem würde ich "Mörderisches Lavandou" mit 4 Sternen bewerten. Es ist ein gut geschriebener, fesselnder Krimi, der den Leser mit einem überraschend grausamen Fall konfrontiert, aber auch mit ruhigen Momenten dienen kann. Die Ermittlungen waren interessant und obwohl mir am Ende alles ein wenig zu schnell ging, war die Auflösung passend.

Veröffentlicht am 06.06.2019

Eher ruhiger, aber packender Krimi

Nachts schweigt das Meer
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In "Nachts schweigt das Meer" geht es um Detective Inspector Benesek ('Ben') Kitto, der seine langjährige Partnerin verloren hat. Aus diesem Grund will er seinen Job in London hinter sich lassen und auf ...

In "Nachts schweigt das Meer" geht es um Detective Inspector Benesek ('Ben') Kitto, der seine langjährige Partnerin verloren hat. Aus diesem Grund will er seinen Job in London hinter sich lassen und auf den Scilly-Inseln, seiner Heimat, zur Ruhe kommen. Allerdings scheitert dieser Plan sehr schnell; schon kurz nach seiner Rückkehr wird eine Leiche gefunden und Kitto ist entschlossen herauszufinden, was passiert und wie das Mädchen zu Tode gekommen ist.

Wie schon aus der Inhaltsangabe hervorgeht, wird der Protagonist bei seinen Ermittlungen mit der Möglichkeit konfrontiert, dass jemand, den er schon sein ganzes Leben lang kennt, der Mörder sein könnte. Mir hat gefallen, dass dieser potentielle Konflikt thematisiert und deutlich wurde, wie sehr ihm diese Vorstellung zusetzt, auch wenn er sehr darum bemüht war, professionell vorzugehen. Man kann und will sich kaum vorstellen wie es sein muss, langjährige Bekannte oder sogar Mitglieder der eigenen Familie zu verdächtigen... und da es sich um eine recht kleine Gemeinschaft handelt, ist es beinahe ausgeschlossen, dass der Täter jemand ist, mit dem Kitto nicht bekannt ist. Im Lauf der Handlung erfährt er über einige Menschen, die er gut zu kennen glaubte, Dinge, die er ihnen nie zugetraut hätte und die Autorin ist gut mit den Gefühlen umgegangen, die dies in ihm ausgelöst hat. Die Untersuchung des Falls ist durch diese komplexe Dynamik gleich noch einmal interessanter geworden.

Auch darüber hinaus fand ich das Buch sehr gelungen. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, der Protagonist ist sympathisch und der Fall wurde gut ausgearbeitet. Es gibt viele mögliche Verdächtige, die alle ganz unterschiedliche Motive haben und bei jeder neuen Information, die Ben erhält, ergeben sich neue Optionen. Alle falschen Fährten wurden sehr gut gelegt und dies lädt den Leser natürlich dazu ein, selbst zu spekulieren. Auf diese Weise blieb die Geschichte fesselnd und ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Auflösung an sich hat mich definitiv überrascht, aber sie war stimmig und im Rückblick ergab alles sehr viel Sinn.

"Nachts schweigt das Meer" bekommt von mir 4 Sterne. Es ist ein eher ruhiger Krimi, der mich dennoch von Anfang an packen konnte, und mir hat gefallen, wie der Protagonist mit der für ihn schweren Aufgabe, gegen Menschen, die er sehr gut zu kennen glaubt, zu ermitteln. Die anderen Bände der Reihe will ich auf jeden Fall auch lesen.

Veröffentlicht am 06.06.2019

Fesselnde Geschichte mit tollem World Building

Witchmark. World Fantasy Award für den besten Fantasy-Roman des Jahres 2019
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"Witchmark: Die Spur der Toten" ist eine gelungene Mischung verschiedener Genre; es gibt Fantasy-Elemente, eine Liebesgeschichte und auch Ermittlungen in einem vermeintlichen Mordfall. Die Autorin hat ...

"Witchmark: Die Spur der Toten" ist eine gelungene Mischung verschiedener Genre; es gibt Fantasy-Elemente, eine Liebesgeschichte und auch Ermittlungen in einem vermeintlichen Mordfall. Die Autorin hat diese Aspekte gekonnt zu einer fesselnden Geschichte verbunden; zwar hat der Erzählung ein wenig die Spannung gefehlt, da teilweise nicht viel passiert, doch ich fand es bereits sehr interessant, mehr über die Welt zu erfahren, in die der Leser einfach so geworfen wird.

Zu Beginn hatte ich noch nicht das Gefühl, viel zu verstehen, aber ich konnte den Geschehnissen dennoch folgen; im Lauf der Handlung bekommt man dann nach und nach tiefere Einblicke und erfährt immer mehr. Das World Building war meiner Meinung nach gelungen und ich fand es faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Sichtweise der Charaktere auf bestimmte Situationen sein konnte. Besonders deutlich ist natürlich, was der Protagonist empfindet, doch Polk hat auch herausgearbeitet, was in den anderen Figuren vor sich geht und dass sie die Welt ganz anders wahrnehmen. Dadurch ergeben sich gewisse Spannungen und potentielle Konflikte, da die Charaktere unterschiedliche Motivationen haben und diese oft im Widerspruch stehen, was die Geschichte fesselnder gemacht hat. Da Miles versucht, seine magische Begabung geheim zu halten, gab es gewisse Einschränkungen seiner Möglichkeiten und sein innerer Zwiespalt wurde sehr gut beleuchtet.

Das Rätsel um die Hintergründe des Verbrechens spielten fast schon eine untergeordnete Rolle; ich muss sagen, dass ich nicht wirklich zu Spekulationen angeregt wurde, obwohl ich durchaus wissen wollte, wie alles zusammen hing. Ich fand den Aufbau der Welt, die verschiedenen Beziehungen des Protagonisten und auch seine Arbeit einfach interessanter. Die Liebesgeschichte hat mir besonders gut gefallen; sie entwickelt sich den Umständen entsprechend realistisch und die sich entwickelnden Gefühle wurden wirklich deutlich. Beide Charaktere waren mir sympathisch und sie scheinen gut zusammen zu passen, weshalb ich gespannt bin, wie die Ereignisse am Ende des Buches sie beeinflussen werden. Generell ist in den letzten Kapiteln so einiges passiert, was schwerwiegende Konsequenzen haben dürfte - weshalb ich unbedingt weiter lesen und erfahren möchte, was als nächstes passieren wird.

"Witchmark: Die Spur der Toten" bekommt von mir 4 Sterne. Sowohl das World Building als auch die Ausarbeitung der Charaktere und ihrer Bindungen untereinander konnte mich überzeugen, ich fand die Handlung interessant und der Schreibstil war angenehm, sodass ich das Buch schnell auslesen konnte. Ich freue mich schon auf den zweiten Band.

Veröffentlicht am 31.05.2019

Enthält zwei schöne Liebesgeschichten

Wenn zwei sich finden, freut sich das Glück
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Da ich die Bücher von Sarah Morgan gerne mag, wollte ich auch "Wenn zwei sich finden, freut sich das Glück" lesen. Das Buch enthält zwei vergleichsweise kurze Erzählungen, nämlich die Vorgeschichten der ...

Da ich die Bücher von Sarah Morgan gerne mag, wollte ich auch "Wenn zwei sich finden, freut sich das Glück" lesen. Das Buch enthält zwei vergleichsweise kurze Erzählungen, nämlich die Vorgeschichten der "Puffin Island"- und "From Manhattan with Love"-Reihen. Ich habe die beiden Reihen noch nicht vervollständigt, kenne aber verschiedene Bände und diese hatten mir sehr gut gefallen, sodass ich gespannt darauf war zu sehen, wie alles angefangen hat.

"Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit" sowie "Mitternacht in Manhattan" konnten mich auf jeden Fall gut unterhalten. Es war schön, bereits bekannte Charaktere wieder zu treffen, auch wenn sie hier nur eine kleine Rolle gespielt haben, und die beiden Liebesgeschichten wurden gut erzählt. Die Protagonisten waren mir sehr sympathisch und die Chemie zwischen den beiden Paaren war offensichtlich, obwohl sie auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben schienen. In "Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit" geht es um eine Frau, die sich wünscht, irgendwann eine glückliche Familie zu haben, und einen Mann, der nicht an die Liebe glaubt, während in "Mitternacht in Manhattan" ein reicher, aber nicht unbedingt glücklicher Millionär sowie eine tollpatschige, schüchterne Kellnerin im Mittelpunkt stehen. Trotz der Unterschiede zwischen den Figuren hat Morgan deutlich gemacht, dass sie gut zusammen passen würden und es wurde von Anfang an deutlich, dass es zwischen ihnen knistert. Darüber hinaus wurde aber auch die emotionale Ebene gut geschildert und für den Leser war es offensichtlich, dass Lily und Nik sowie Matilda und Chase sich in vielerlei Hinsicht ergänzen.

Besonders bei der zweiten Geschichte hat mir sehr gut gefallen, wie die Annäherung der Hauptpersonen dargestellt wurde und wie ihre Beziehung zueinander sich entwickelt hat. Sie kennen sich nur kurze Zeit, aber dennoch besteht zwischen ihnen eine gewisse Verbindung; mir hat gefallen, wie sie sich aufeinander eingelassen und dass sie einander Dinge anvertraut haben, die sie nicht jedem Menschen erzählen würden. Dadurch fand ich es glaubwürdig, wie rasch sie sich näher gekommen sind und obwohl mir am Ende alles etwas zu schnell ging, mochte ich den Abschluss der Erzählung sehr gerne und er hat gut zum Rest der Handlung gepasst. Die Entwicklung der Protagonisten hat mir auch in der ersten Geschichte zugesagt, vor allem, da Nik sich im Lauf der Handlung sehr verändert, doch in Anbetracht seiner Vergangenheit ging es mir hier tatsächlich zu schnell und ich hätte es besser gefunden, wenn es hier vor dem Ende noch ein weiteres Kapitel gegeben hätte. Man muss aber bedenken, dass es sich bei beiden Erzählungen um Kurzgeschichten handelt, da dies erklärt, wieso in kurzer Zeit sehr viel passiert und die Beziehungen sich so rasch entwickeln.

Meiner Meinung nach hat die Autorin die aufkeimenden großen Gefühle überzeugend geschildert und alles in allem kamen mir beide Liebesgeschichten glaubwürdig vor. Ich habe sie gerne gelesen und außerdem habe ich jetzt Lust darauf, die Bände der beiden Reihen zu lesen, die ich noch nicht kenne, da ich wissen möchte, wie die hier eingeführten Nebenfiguren ihr eigenes Glück finden. "Wenn zwei sich finden, freut sich das Glück" bekommt deshalb 4 Sterne; separat betrachtet würde ich die erste Geschichte mit 3,5 Sternen bewerten und die zweite mit 4.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Schöne Liebesgeschichte, aber keine leichte Kost

Broken Love
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"Broken Love" ist alles andere als leichte Kost. Schon zu Beginn gibt es einen Leserhinweis, der davor warnt, dass sexuelle Gewalt thematisiert werden wird, und diese Szenen waren schwer zu lesen. Die ...

"Broken Love" ist alles andere als leichte Kost. Schon zu Beginn gibt es einen Leserhinweis, der davor warnt, dass sexuelle Gewalt thematisiert werden wird, und diese Szenen waren schwer zu lesen. Die Beschreibungen waren nicht besonders graphisch, doch es wurde deutlich, wie sehr die Protagonistin gelitten hat und dass die Vorkommnisse sie noch Jahre später belastet und beeinflusst haben. Die Autorin ist meiner Meinung nach sensibel und einfühlsam mit dem Thema umgegangen und es war schön zu sehen, wie Jesse im Lauf der Handlung langsam gelernt hat, mit ihrer Vergangenheit umzugehen und nach vorne zu blicken. Sehr gut gefallen hat mir, dass ihre aufblühende Beziehung zu Roman nicht alles gut gemacht hat; er hilft ihr zweifellos, das Leben wieder zu genießen, doch sie findet auch von ihm unabhängig eine innere Stärke und zeigt, dass sie ihn nicht als Retter braucht, was ich toll fand.

Die Dynamik der beiden Charaktere ist recht komplex. Zu Beginn scheint es schwer vorstellbar, dass sie sich ineinander verlieben könnten, da er keine Beziehungen führt und sie Männern abgeschworen hat, doch sobald sie Zeit miteinander verbringen, wird deutlich, dass sie sich verstehen und einander gut tun. Es knistert auch zwischen ihnen, doch für mich waren die emotionalen Momente wichtiger, obwohl die Entwicklung ihrer körperlichen Beziehung aufgrund von Jesses Trauma natürlich von entscheidender Bedeutung war und für sie eine große Rolle gespielt hat. Ich mochte, dass beide füreinander da waren und sie sich gegenseitig helfen konnten, selbst wenn es Dinge gibt, die zwischen ihnen stehen. Allerdings muss ich sagen, dass die Annäherung der beiden mir ein bisschen zu schnell ging, obwohl Shen für mich glaubwürdig damit umgegangen ist und auch thematisiert wurde, was in den Charakteren vor sich geht, sodass ich ihr Handeln nachvollziehen konnte.

Die Geschichte entwickelt sich teilweise vorhersehbar, da der Leser von Anfang an weiß, was Roman Jesse verschweigt und es offensichtlich war, wie sie auf die Wahrheit reagieren würde. Es war ein wenig frustrierend, dass er nicht mit ihr gesprochen hat, doch zugleich konnte ich verstehen, wieso es ihm mit dem Fortschreiten der gemeinsam verbrachten Zeit immer schwerer fiel. Dennoch mochte ich, dass sein Verhalten Konsequenzen hatte und sie nicht sofort bereit war, ihm zu vergeben, obwohl ich natürlich auf ein Happy End für die beiden gehofft habe; die Protagonisten waren sehr sympathisch und ich mochte, wie sie sich entwickelt haben. Zudem gab es gut ausgearbeitete Nebencharaktere, die entweder einen positiven oder negativen Einfluss auf die Figuren hatten.

Alles in allem würde ich "Broken Love" mit 4 Sternen bewerten. Es gab ein paar Aspekte, die mich nicht hundertprozentig überzeugen konnten, doch die Charakterisierung der Hauptpersonen und die Entwicklung ihrer Beziehung hat dies aufgewogen. Ich fand toll, wie sensibel die Autorin mit den vergangenen Erlebnissen der Charaktere umgegangen ist und wie sie ihr Innenleben dargestellt hat.