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Veröffentlicht am 02.07.2019

Ich liebe diesen Schreibstil!

Kiss the Bodyguard, Band 1 - Kiss Me Once
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Inhalt:
Ivy, Unternehmertochter aus reichem Haus, hat es sich in den Kopf gesetzt, an einer öffentlichen Universität zu studieren. Endlich einmal frei sein und sich ganz normal fühlen! Ihr Vater hält sich ...

Inhalt:
Ivy, Unternehmertochter aus reichem Haus, hat es sich in den Kopf gesetzt, an einer öffentlichen Universität zu studieren. Endlich einmal frei sein und sich ganz normal fühlen! Ihr Vater hält sich aber natürlich nicht ganz raus, sondern stellt ihr einen Begleitschutz zur Seite: Ryan. Von dem weiß Ivy allerdings erst einmal nichts und so ist ihre erste Begegnung zufällig. Die Funken fliegen, die Anziehung ist da, aber keiner weiß vom anderen. Als die Situation klar wird…

Schreibstil:
Den Schreibstil von Stella Tack fand ich sehr angenehm, weil er unglaublich locker ist. Flüssig fliegt man durch das Buch und kann es gar nicht mehr aus der Hand legen, auch wenn die Spannung an einigen Stellen etwas fehlt. Noch dazu hat sie einen sehr gelungenen Humor, der mich des öfteren zum Schmunzeln gebracht hat und das Lesen zu einem sehr schönen Erlebnis gemacht hat.

Das Buch erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Ryan und Ivy und ist in der ersten Person verfasst. Ich persönlich habe diese Art lesen zu können am liebsten:)

Einband:
Diesen Punkt berücksichtige ich eigentlich sonst nicht, hier möchte ich ihn aber einmal positiv erwähnen, weil ich so begeistert war. Und zwar lese ich meine Bücher immer sehr vorsichtig und biege eher, als dass ich es komplett aufklappe, um Leserillen auszuschließen. Das ganze ist beim Lesen immer mehr oder weniger angenehm. Bei diesem Buch jedoch fiel es mir leicht, auf es achtzugeben und es gleichzeitig leicht zu lesen, denn der Einband ist unheimlich flexibel und verhindert somit Knicke.

Die Charaktere:
Ich habe zwar den ein oder anderen Kritikpunkt, aber Ivy ist definitiv keiner davon. Allein wegen ihr, lohnt es sich schon, dieses Buch zu lesen. Aufgrund des Klappentextes war ich davon ausgegangen, auf ein verwöhntes Mädel zu treffen, dass mit dem Studium auf einer öffentlichen Uni ihre Grenzen austesten wollte. Vielleicht ist es bei Ivy auch ein wenig so, aber wer will das an der Uni nicht? Ivy macht es auf jeden Fall auf ihre Art und ist in dieser einzigartig. Ihren Reichtum merkt man ihr nicht an, genauso wenig wie den Einfluss der Bevölkerungsschicht, in der sie normalerweise verkehrt. Stattdessen ist sie erfrischend unkompliziert, etwas tollpatschig, stur, ein klein wenig verrückt und eigentlich ganz normal. Sie ist kein Stück arrogant oder agiert herablassend, vielmehr interessiert sie sich für die Menschen um sich herum und hat ein sehr gutes Herz. So fand ich es sehr schade, dass sie von ihren Eltern in dieser Hinsicht keinen Rückhalt bekommen hat.

Ryan dagegen ist ein wenig das Gegenteil von Ivy. Er ist verschlossen, im wahren Leben angekommen, weshalb er so einige Vorurteile mitbekommen hat, und weiß um sich und seine Wirkung. Interessant ist es, wenn die beiden aufeinander treffen. Dann kommt er aus sich heraus, albert herum, Sticheleien gehören zum Alltag und er wird angeregt, über seine Taten nachzudenken, die manchmal ob aus Gewohnheit oder ähnlichem unabsichtig aus ihm kommen. Als Bodyguard hat er ein untrügliches Bauchgefühl, das zeigt, dass es der richtige Beruf für ihn sein könnte. Gleichzeitig bleibt er in dieser Hinsicht aber nicht immer konstant und so war ich öfters mal verwirrt, wenn der Job sich als größtes Problem herausstellte. Die Leidenschaft, die er angeblich dafür empfindet, konnte ich nicht bei ihm fühlen. Aber natürlich kommen auch oft die Hormone dazwischen, sonst wäre diese Geschichte wohl nicht das, was sie sein soll. Vielleicht wäre es für die Geschichte ganz zuträglich gewesen, wenn er sich in dieser Hinsicht ein wenig gezügelt hätte.

Was mich an beiden etwas gestört hat, war, dass sie sich an einigen Stellen recht kindisch bzw. albern verhalten haben. Sie sind immerhin schon achtzehn und neunzehn und so hatte ich da etwas mehr Vernunft bzw. erwachsenes Denken erwartet. Gerade bei Ryan der immerhin eigentlich schon fest im Leben steht mit seinem eigenen Job.

Nebencharaktere waren vor allem Jeff und Alex. Ihr werdet sie lieben, wenn ihr sie kennenlernt! Ich behalte sie auf jeden Fall in guter Erinnerung. Alex mit seiner etwas verwirrenden Art und Jeff als herzensguter Mensch:)

Zur Geschichte allgemein:
Das Buch fing schonmal sehr gut an. Auch, wenn die Gesamthandlung wohl so einige Klischees bedient, so ist zumindest der Anfang recht unerwartet. Dadurch ist man sofort in der Geschichte drin und liest dann auch eigentlich nonstop weiter. Der Schreibstil trägt dazu einen großen Teil bei.
Schön fand ich es, dass Ivys Herkunft nicht klischeemäßig ein großes Thema wurde, sondern nur nebenbei immer mal wieder erwähnt wird, weil sie natürlich nicht unerkannt bleibt und Ryan ja auch für irgendwas da ist. So kommt er als Bodyguard tatsächlich zum Einsatz. Das bringt natürlich Spannung und Action in die Geschichte, während davor und danach hauptsächlich die Uni das große Thema ist. Mit viel Humor, wird der Leser in Ivys Alltag mitgenommen, in dem er nicht nur Partys und den Schauspielskurs besucht, sondern auch mit Spannung die Beziehung zwischen Ivy und Ryan beobachtet.
In den Details haben mich ein paar Unstimmigkeiten gestört, die den Eindruck machten, als würden die Charaktere manchmal Kleinigkeiten vergessen. Sonst aber wurde auf alles geachtet und es blieb nichts ungeklärt.
Die Nebenstränge der Handlung, zum Beispiel Alex und Jeff und Ryans Vergangenheit wurden gut in die Geschichte integriert. Gerade letzteres wurde aber ein wenig zu schnell und zu unkompliziert aufgelöst und auch vorher schon behandelt. Da hätte ich mir ein wenig mehr erwartet. Genauso verhält es sich beim Wendepunkt der Geschichte. Die Gründe dafür fand ich doch etwas unlogisch und weit hergeholt. Da hätte vielleicht noch etwas mehr Raffinesse einfließen können.

Fazit:
Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten. Gerade Ivy fand ich unheimlich toll und erfrischend und der Humor und der lockere Schreibstil haben sehr zu einem positiven Lesefluss beigetragen. Die Geschichte verlief nicht so geradlinig wie gedacht und kann so trotz Klischees punkten. Einzig zu erwähnen ist, dass die Protagonisten meiner Meinung nach etwas zu kindisch agiert haben. Das hätte ich bei ihrem Alter einfach nicht erwartet. Ich kann es trotzdem empfehlen!

4 von 5 Sterne von mir!


Liebe Grüße

Veröffentlicht am 27.06.2019

Gegensätze kochen

The Opposite of You
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Ich habe gerade ehrlich Lust als nächstes ein Kochbuch zu rezensieren. Vielleicht sollte ich wirklich mal ein paar Rezepte ausprobieren? Dieses Buch weckt auf jeden Fall den Sinn dafür.

Klappentext:
Nach ...

Ich habe gerade ehrlich Lust als nächstes ein Kochbuch zu rezensieren. Vielleicht sollte ich wirklich mal ein paar Rezepte ausprobieren? Dieses Buch weckt auf jeden Fall den Sinn dafür.

Klappentext:
Nach den schlimmsten drei Jahren ihres Lebens weiß Vera Delane, dass sie ihren Traum von der eigenen Sterneküche niemals verwirklichen wird. Daher macht sie sich mit einem Foodtruck selbstständig. Dumm nur, dass sie ihn genau gegenüber dem Lokal abstellt, in dem Killian Quinn, der Bad Boy der Kochszene, das Zepter schwingt. Und schon bald fliegen die Funken zwischen der ehrgeizigen Vera und dem selbstbewussten Killian.

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich ganz gut, aber nicht atemberaubend. Es waren immer mal wieder kleinere Ungereimtheiten drin, die aber auch von der Übersetzung kommen können, und es floss alles eher seicht dahin. Mir haben ein wenig die Emotionen zum Mitfühlen gefehlt. Trotzdem kann man das Buch innerhalb kürzester Zeit durchlesen.
Erzählt wird nur aus der Perspektive von Vera.

Die Charaktere:
Die große Liebe beider Hauptprotagonisten ist das Kochen und das konnte man auch spüren. Beim Lesen bekam ich immer wieder Lust, selber etwas auszuprobieren oder die Rezepte nachzukochen (vtl. im Anhang Rezepte? Wäre aber wohl etwas ungewöhnlich für ein Buch dieses Genres:)).
Vera fand ich mit ihrer Art sehr sympathisch. Sie hat sich nie verstellt und hatte immer eine Erwiderung auf Killians Sticheleien. Zudem fand ich es schön, dass sie zwar erst wieder das Vertrauen finden musste, sich dann aber auch wieder getraut hat. So entstand kein unnötiges Drama und man konnte von ihrer Seite aus sehen, dass sie Killian anders betrachtet, als ihren Ex-Freund.
Ich fand es toll, wie stark sie mit Hinblick auf ihre Vergangenheit geblieben ist.
Killian war anfangs ein wenig das Klischee schlechthin und hat sich auch so verhalten. Irgendwann jedoch ließ er hinter seine Fassade blicken und war mir ab dann sehr sympathisch, weil man richtig mitverfolgen konnte, wie seine Bemerkungen Vera mehr und mehr antrieben besser zu sein und aus ihrem Loch zu kriechen. Eine Art positive Bestärkung also. Killian hat gezeigt, dass er ganz anders ist, als Veras Ex-Freund und das lediglich, indem er er selbst geblieben ist. Das sagt eine Menge über ihn aus.

Zur Geschichte allgemein:
Eine recht oberflächliche Geschichte zeigt hier schon von Anfang an sehr viel Tiefgang. Sowohl Vera als auch Killian haben eine schwierige Vergangenheit, die sie vor allen anderen verborgen halten. Besonders Veras Vergangenheit wird während des Handlungsverlaufs aufgearbeitet und zum Thema.
Bis Vera diese Seite jedoch aufdeckte, entwickelt sich ihre Beziehung zu Killian in kleinen Schritten, die ich sehr schön mitzuverfolgen fand. Ihre Sticheleien und Kommentare habe ich wirklich genossen. Es brachte Witz und Charme in die Geschichte und hat somit die Stimmung aufgelockert.
Etwas schade fand ich, dass die Verbindung zwischen den Charakteren zwar da war und man merkte, wie sie sich annäherten und vertrauten, das Gefühl tiefer Liebe kam bei mir aber nicht hoch. Das Ende war somit voraussehbar und damit akzeptiert, aber nicht wirklich notwendig im Hinblick auf die Gefühle der Protagonisten. Ich denke das lag daran, dass man nur aus einer Perspektive die Handlung mitverfolgen konnte.
Generell war hier nichts überaus stark hervortretend. Die Geschichte floss dahin, war gut zu lesen, aber nicht süchtigmachend, und verlief eher seicht. Dadurch wirkte sie aber auch authentisch und real, was sehr gut zu dem ernst zu nehmenden Thema passte.

Fazit:
Ein Buch, dass mit zwei sehr unterschiedlichen Charakteren aufwartet, bei denen Sticheleien und Funken nicht ausbleiben. Beide haben eine Vergangenheit und verleihen der Geschichte damit viel Tiefgang. Dazu passend wird alles andere sehr flach gehalten und lässt es so recht real wirken. Das Buch ist gut zu lesen, fesselnd einen aber nicht an die Seiten.

4 von 5 Sterne von mir.

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 25.06.2019

Tiffy

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
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Klappentext:
Not macht erfinderisch: Tiffy braucht eine günstige Bleibe, Leon braucht dringend Geld. Warum also nicht ein Zimmer teilen, auch wenn sie einander noch nie begegnet sind? Eigentlich überhaupt ...

Klappentext:
Not macht erfinderisch: Tiffy braucht eine günstige Bleibe, Leon braucht dringend Geld. Warum also nicht ein Zimmer teilen, auch wenn sie einander noch nie begegnet sind? Eigentlich überhaupt kein Problem, denn Tiffy arbeitet tagsüber, Leon nachts. Die Uhrzeiten sind festgelegt, die Absprachen eindeutig. Doch das Leben hält sich nicht an Regeln …

Der Schreibstil:
Bei Love to Share findet man an dieser Stelle wirklich etwas Besonderes vor. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, logischerweise Tiffys und Leons. Der Clou des Ganzen ist es, dass die Autorin versucht hat, die unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten sich auch im Schreibstil widerspiegeln zu lassen. Das ist zunächst einmal total ungewohnt, denn bei anderen Büchern werden dafür vielleicht andere Wörter und Ausdrucksweisen genutzt, hier ist es die komplette Satzstellung und der Aufbau. Tiffy erzählt sehr ausschweifend. Eine kurze Nachricht gibt es von ihr nicht, stattdessen führt sie alles immer noch weiter aus. So geht es in ihren Kapiteln natürlich nicht schnell voran, aber – nach kurzer Eingewöhnungsphase – passt der Schreibstil einfach zu ihr und unterstützt ihren Charakter. Wenn man sie erst einmal richtig kennt, würde man es komisch finden, würde sie es kürzer ausdrücken. Es ist einfach Tiffy und sobald man sich damit angefreundet hat, kann man sich sehr gut mit dem Schreibstil arrangieren.

Leons Passagen sind das genaue Gegenteil. Kurze Sätze, teilweise von Subjekt oder Pronomen, Gespräche werden häufig mit Doppelpunkt hinter dem Namen eingeleitet. Hier wird kein Wort unnötig festgehalten. Der Schreibstil ist so wortkarg und knapp wie Leons Aussagen auch beschrieben werden.

Anders als bei Tiffy hatte ich bei ihm jedoch noch lange zieliche Probleme damit, mich an die Art des Schreibens zu gewöhnen. Es zerstört echt ein bisschen den Lesefluss und ich weiß nicht, ob ich diese rhethorische Gestaltung gewählt hätte, aber letztendlich ist es mir irgendwann auch einfach nicht mehr aufgefallen.

Tatsächlich kann ich hier noch mehr schreiben, denn die Geschichte wird zusätzlich noch an einigen Stellen innerhalb von kurzen Nachrichten auf Post-its erzählt. Das war wunderbar abwechslungsreich und brachte etwas Würze in die Geschichte. Zudem habe ich gerade bei diesen Nachrichten viel Schmunzeln müssen.

Die Charaktere:
Noch nie habe ich ein Buch mit so unterschiedlichen Charakteren gelesen. Genau wie der Schreibstil sich unterscheidet, unterscheiden sich auch Tiffys und Leons Charaktere voneinander wie Tag und Nacht.
Tiffy ist der Typ Mädel, der sich wenig aus der Meinung anderer macht. Sie ist bunt, trägt bunt und erzählt bunt. Ihr fällt so gut wie immer eine Erwiderung auf alles ein, sie erzählt gerne ausschweifend, entwickelt Leidenschaft für die verschiedensten Sachen und ist alles, bis auf leise und schüchtern. Ich fand es toll, wie sie die ganze Geschichte hindurch sie selber geblieben ist, obwohl sie mit der ein oder anderen Sache zu kämpfen hatte. Als so lieber Mensch ist sie leider nicht vor allem gefeit, entwickelt sich aber während der Handlung weiter und beweist, wer sie sein kann.
Besonders toll war allerdings ihre Art mit Leon umzugehen. Anstatt ihn in die Enge zu treiben, ihm etwas aufzuzwingen oder seinen Zustand als gegeben anzusehen, ermutigt sie ihn, stichelt ein wenig, um ihn aus der Reserve zu locken und nimmt ihn schließlich wie er ist.
Leon ist nämlich das genaue Gegenteil von Tiffy. Er ist wortkarg, schüchtern, liebt alles, was für ihn gewohnt ist, hat nicht viel Kontakt zu anderen Menschen und verliert sich selber ein bisschen bei seinem Kampf für seinen Bruder. Er weiß nicht so recht das Gleichgewicht zu halten und lebt dadurch nur ein halbes Leben. Tiffy richtet es wieder, ergänzt ihn perfekt, genauso wie er sie. Es war wirklich schön mitzuerleben, wie die beiden sich gegenseitig kennenlernen und merken, dass sie dem anderen und sich selbst mit ihrer Beziehung guttun.

Zur Geschichte allgemein:
Die Ausgangssituation fand ich total toll, war aber ein bisschen skeptisch, wie daraus nun eine tiefergehende Beziehung enstehen sollte. So habe ich wohl eine leichte Geschichte erwartet, die mit etwas Witz und Charme daherkommt. Tatsächlich war es auch so, allerdings bietet die Geschichte noch sehr viel mehr. Ein großer Teil der Geschichte wird in Briefen erzählt: eine sehr schöne Möglichkeit, um die Charaktere einmal ganz anders kennenzulernen. Statt direkt und gezielt Fragen zu stellen, bekommt man Kleinigkeiten des Alltags mit, die sie untereinander austauschen. Ich konnte richtig spüren, wie sie sich erst einmal kennen- und schließlich liebengelernt haben. Es ging nicht überstürzt voran, sondern in einem passendem Tempo, das den Protagonisten angemessen war.
Bei Tiffy hatte ich ebenfalls nicht vermutet, dass sie außer ihrer lustigen Seite noch so viele Abgründe in sich trägt. Mit Leon zusammen ergab das ein wirklich, wirklich schönes Paar, das innerhalb der Geschichte wunderbar zusammenfindet. Es gibt jede Menge Spannung, Witz, Charme, ein bisschen Verrückheit und Tiefe, denn entgegen meiner Erwartungen beinhaltet die Geschichte recht viele Schichten, die letztlich die Ausgangssituation nur noch als Anstoß nehmen.

Fazit:
Ein gelungenes Buch, dass mit tollen Charakteren und viel Abwechslung daherkommt. Die Geschichte beinhaltet so ziemlich alles, was man sich wünschen kann und bleibt keineswegs bei der recht flapsig wirkenden ersten Szenerie stehen.
Ich habe es gern gelesen, auch, wenn es zwischendurch immer mal wieder ein klein wenig lang war.

4 von 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 19.06.2019

Schönes Buch, zum Ende hin schwächer

New Beginnings
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Inhalt:
Als Lena sich dafür entscheidet ihr Au-Pair-Jahr nicht in NYC oder LA zu machen, ahnte sie bereits, dass es in dem kleinen Städtchen Green Valley, Colorado anders zugehen würde, als sie es als ...

Inhalt:
Als Lena sich dafür entscheidet ihr Au-Pair-Jahr nicht in NYC oder LA zu machen, ahnte sie bereits, dass es in dem kleinen Städtchen Green Valley, Colorado anders zugehen würde, als sie es als Berliner Mädchen gewöhnt war. Gleich bei ihrer Ankunft läuft alles schief und sie trifft anstatt auf das sympathische Ehepaar Jack und Amy auf Jacks jüngeren Bruder Ryan, der sie alles andere als begeistert begrüßt.
Als endlich alles in geordneten Bahnen verläuft, könnte es nicht besser sein, eigentlich, denn da ist immer noch der gut aussehende Ryan, gefallener Star in Green Valley, und absolut unausstehlich. Jedenfalls anfangs, mehr und mehr scheint er sich Lena zu öffnen, aber zu welchem Preis?

Der Schreibstil:
Das Buch ließ sich super schnell und flüssig lesen. Ich habe es in einem durchgelesen. Die Autorin überträgt das herzensgute Gefühl, das Green Valley versprüht, auf den Leser und nimmt ihn mit auf einen Ausflug in die Rocky Mountains, die er am liebsten nie mehr verlassen möchte.

Die Charaktere:
Gleich auf der ersten Seite stand ich auf Lenas Seite. Sie wirkt total sympathisch, urteilt die meiste Zeit über logisch und bot einen tollen Charakter. Trotzdem war ich anfangs etwas skeptisch mit welch Flüchtender ich es da zu tun hatte, denn schließlich hat sie bereits zweimal ihr Studium abgebrochen. Schnell wird aber klar, dass Lena keineswegs faul oder dergleichen ist, sondern einfach noch nicht das Richtige für sich gefunden hat. Das beweist sie mit ihrer Arbeit in Green Valley. Nicht nur als Kindermädchen, sondern auch beim Renovieren des Golden Leaf behauptet sie sich und beweist zudem, wie groß ihr Herz ist. An ihr geht so gut wie nichts vorbei und so fällt Ryan, der sich mit Pizza und Dr. Pepper in seinem Zimmer versteckt, schnell in ihren Wirkungsradius. Gleichzeitig ist sie aber auch ein wenig naiv. Gerade am Ende zeigte sich das sehr deutlich.
Leider weiß ich ansonsten nicht viel über sie. Während man über Ryan so ziemlich alles erfährt, bleibt Lenas Leben in Deutschland völlig unbeleuchtet. Man bekommt nur ihre Freundin Lara serviert, allerdings keinerlei Informationen über ihren Ex zum Beispiel, über den sie jedoch die ganze Zeit nachdenkt. Das fand ich etwas schade und hat letztlich nur ihren halben Charakter offenbart.

Ryan ist der Stimmungsschwanker schlechthin. Meistens hat er jedoch seine Gründe dafür und hält sich mit Versprechen sowieso zurück. Er rennt vor seiner Vergangenheit davon und zwar in die dunklen Ebenen seines Seins und leider nicht in die Zukunft.
Zusammen mit Lena lebt er auf, bleibt aber gleichzeitig sehr zurückhaltend. Er hätte ruhig ein paar Mal mehr den Mund aufmachen und um sein Mädchen kämpfen können. Sonst fand ich ihn jedoch sehr angenehm. Er hat seine Rolle perfekt ausgefüllt.

Zur Geschichte allgemein:
Zuerst einmal: Das Setting fand ich unheimlich schön. So viele nette Menschen, eine tolle Gastfamilie und eine Umgebung, die ich mir wirklich als Postkartenmotiv vorstellen konnte. Es war geradezu idyllisch und ich hätte beim Lesen öfters liebend gerne mit Lena getauscht.

Die Geschichte nahm sehr schön ihren Anfang. Besser hätten Ryan und Lena nicht aufeinandertreffen können, natürlich hat man die Szene aber schon das ein oder andere Mal gelesen. Bei diesem Buch darf man sich wirklich nicht an Klischees stören. Die sind zuhauf vorhanden, haben mich persönlich aber nicht gestört. Sie machen dieses Buch zu einem, dass man gerne einmal nebenbei schnell durchlesen kann, dabei ins Schwärmen gerät und ein Stück Green Valley in sich behält.

ACHTUNG SPOILER!

Ryan fand ich als Gegenstück zu Lena sehr interessant. Er hat so einiges zu verarbeiten und das geht eben nicht so schnell. So hat er praktisch einen Grund ein wenig BadBoy zu sein und wirkt dadurch recht sympathisch.

Bis zum letzten Drittel bin ich durchgerutscht, ohne irgendwelche Ecken oder Kanten zu bemerken, dann ging es aber leider etwas bergab. Schon vorher war mir aufgefallen, dass die beiden wenig miteinander redeten, mir aber nichts dabei gedacht, schließlich war alles noch ganz frisch. Leider wird aber auch zum Ende hin nicht mehr geredet, dabei wäre das durchaus notwendig gewesen. Zudem wird man aus Lenas Perspektive immer wieder von Ryan abgelenkt, indem sie mit Will flirtet oder an ihren Ex denkt. Wenn ich es nicht als gegeben angesehen hätte, dass Ryan ihr Auserwählter ist, wäre es noch verwirrender gewesen. Ihre Gefühle für Ryan werden so jedenfalls nicht richtig deutlich. Stattdessen fragt man sich irgendwann, ob er Teil eines Helfersyndroms ist, oder ob sie ihn wirklich nur als Sexobjekt sieht. Das fand ich etwas schade, denn mit ein paar klärenden Gesprächen, wären dem Leser Lenas Gefühle deutlich besser klar geworden.

Dann kommt es auch schon zum entscheidenden Wendepunkt und ich dachte ehrlich gesagt Ryan zieht es jetzt durch oder eben nicht. Ein dazwischen gibt es nicht. Tatsächlich gab es das aber und dieses war nicht gerade befriedigend. Plötzlich ist er wieder da man weiß als Leser nicht, was passiert ist. Von Lena, in diesem Teil des Buches leider recht naiv, hätte ich mehr Nachdenken erwartet. Auch wenn Ryan auch mehr Einsatz hätte zeigen können.

In die Zukunft starten beide nicht wirklich. Es bleiben so viele Fragen ungeklärt. Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, dass es nach dem Aufstehen noch irgendeine Perspektive für sie gibt. Das fand ich sehr sehr schade. Es ging am Ende alles einfach unheimlich schnell und man blieb als Leser unbefriedigt zurück.

Fazit:

Ein super Buch, um ins Schwärmen zu geraten und sich wohl zu fühlen. Es lässt sich sehr schnell und flüssig lesen und bleibt durchweg spannend. Einzig zum Ende hin schwächelt es sehr, sodass es etwas herbeigezogen wirkt und den Leser mit leeren Händen dastehen lässt.

Ich kann es trotzdem durchaus empfehlen. Es hat mir ein paar tolle Lesestunden beschert und wird auf jeden Fall in meinem Regal bleiben. Vor allem Liebhabern von “Redwood Love”, die auf die Tierärzte verzichten können, kann ich es empfehlen:)

4 von 5 Sterne gibt es von mir.

Veröffentlicht am 17.06.2019

Ganz gut aber ohne Highlight

Twisted Love
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Klappentext:
Vor elf Jahren brach Dean Rosie das Herz. Doch für eine zweite Chance ist es jetzt vielleicht zu spät –

Rosie LeBlanc war ein Teenager, als sie Dean Cole zum ersten Mal begegnete. Es war ...

Klappentext:
Vor elf Jahren brach Dean Rosie das Herz. Doch für eine zweite Chance ist es jetzt vielleicht zu spät –

Rosie LeBlanc war ein Teenager, als sie Dean Cole zum ersten Mal begegnete. Es war Liebe auf den ersten Blick. Doch Dean brach ihr Herz, als er sich nicht für sie, sondern für eine andere entschied. Nach elf Jahren stehen sich die beiden nun erneut gegenüber. So viel hat sich verändert zwischen ihnen, so viel ist geschehen. Doch ein Blick in Deans Augen genügt, und die Sehnsucht und das Verlangen sind wieder da, viel stärker noch als damals. Dean ist fest entschlossen, Rosie davon zu überzeugen, dass er seinen Fehler bereut und dass sie zu ihm gehört – für immer. Was er nicht weiß: Rosie ist krank. Sehr krank. Und für eine zweite Chance könnte es schon zu spät sein.

Zum Cover:
Ich liebe die Cover der Reihe! Gelb ist meiner Meinung nach eine eher untypische Farbe für einen Liebesroman, aber es sieht trotzdem toll aus. Abstrakt und trotzdem eindeutig genug.

Der Schreibstil:
Im Prinzip schreibt die Autorin sehr schön flüssig und durchgängig. Es gibt viele witzige, aber auch spannende und emotionale Momente, die die Autorin gut rüberzubringen vermag. Zwischendurch war es jedoch etwas langatmig, besonders am Anfang und mir hat es nicht so gut gefallen, dass sie gerade in Bezug auf die HotHoles so viele Zuschreibungen verwendet. Ich als Leser würde mir gerne selber ein Bild von den Charakteren machen und dieses nicht auf einem Tablett serviert bekommen.

Die Charaktere:
Beide, Dean und Rosie, kannte ich schon aus dem ersten Band der Reihe. Deanwar dort der Gute, der der immer alles gerade rückt und am Ende verletzt allein zurück bleibt. Natürlich war mir bewusst, dass noch mehr in ihm steckt. Dieser Band beweist es. Dean ist aufmerksam und nett und kämpft für seine Liebe. Dabei kann er ganz schön stur sein und lässt sich von niemandem etwas sagen. Er hat aber auch eine sehr verletzliche Seite, die ihn manchmal dazu bringt Dinge zu tun, für die er sich hinterher schämt. Die Tiefe seines Charakters war da, allerdings manchmal etwas zu gewollt. Es hieß immer wieder: …aber ich habe auch eine dunkle Seite… Das ist ja schön und gut, aber bitte charakterisiere dich vor dem Leser nicht selber lieber Dean, sondern lass das den Leser selbst machen. Dann hätte es auf jeden Fall etwas echter gewirkt.
Rosie habe ich als die kranke kleine Schwester kennengelernt, aber schon in Band 1, an der Stelle, an der sie ihren Eltern gegenüber behauptet hat, sie hätte etwas mit einem älteren Harleyfahrer, merkte man, dass sie nicht ganz ohne ist. Das hat sich in diesem Band bestätigt. Rosie ist krank ja, das lässt sie auch niemals beiseite, aber sie reitet nicht die ganze Zeit darauf herum, sondern lebt ihr Leben. In den schwierigsten Situationen schafft sie es mit ihrem Humor alles zu entschärfen und zaubert Dean und den anderen immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. In diesem Band beweist sie, wie stark sie ist, denn mit solch einer Krankheit gehen natürlich auch Ängste einher, auch wenn Rosie gut darin ist, diese zu verstecken. Als herzensguter Mensch denkt Rosie somit oft mehr an die anderen als an sich.

Auch die altbekannten Charaktere aus Band 1 tauchen in diesem Band wieder auf. Es ist schön über sie zu lesen, denn so geht ihre Geschichte weiter und endet nicht im Happy End, was sie für mich realer macht.

Zur Geschichte allgemein:
Anfangs konnte ich das Buch überhaupt nicht aus der Hand legen. Da war diese Spannung zwischen Rosie und Dean – Dean, der immer alles bekommt und Rosie, die ihm nichts überlässt. Diese Phase haben die beiden aber schnell hinter sich gebracht und ab dann wurde es erst einmal etwas süß. Gerade im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass bei ihnen schon alles geritzt ist und ich als Leserin nur noch Voyeurin bin. Einzig Deans Konflikt mit Nina hat noch etwas für Aufregung gesorgt. Als Handlungselement fand ich diesen sehr schön, nur hat mich etwas gestört, dass alles so lange geheim gehalten wurde. Auf Dauer, gerade weil der Rest der Handlung zwischendurch etwas langweilig war, wurde es etwas nervig. Zum Ende hin wurde es dann wieder spannender, auch wenn ich es exakt so vorausgesehen hatte. Das fand ich ein klein wenig schade, weil hier nicht nur Klischees bedient werden, sondern auch der Aufbau des ersten Bandes nahtlos übernommen wurde.
Das Buch bekam am Ende nochmal etwas Tiefe, die bisher nur angeschrappt wurde und geht dann aber leider in ein sehr happiges Happy-End über. Aufgrund Rosies Krankheit hatte ich mir dieses etwas anders gewünscht, aber nicht wirklich vorgestellt.

Fazit:
Für einen zweiten Teil ganz gut. Rosie als Protagonistin fand ich mit ihrer Art sehr erfrischend. Das Buch war gut zu lesen, auch wenn es einige langatmige Passagen gab und es kratzt mehr an der Oberfläche als so manch andere Geschichte in diesem Genre.

Von mir gibt es knappe 4 von 5 Sterne.

Liebe Grüße