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Veröffentlicht am 12.07.2019

Durchschnittliche Liebesgeschichte in tollem irischen Setting

Show me the stars
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Kyss, das neue Label von Rowohlt, ist mit Neuerscheinungen ja doch noch recht verhalten, was aber andererseits auch den Eindruck entstehen lässt, dass hier mit Sorgfalt ausgesucht wird. Zwar habe ich bisher ...

Kyss, das neue Label von Rowohlt, ist mit Neuerscheinungen ja doch noch recht verhalten, was aber andererseits auch den Eindruck entstehen lässt, dass hier mit Sorgfalt ausgesucht wird. Zwar habe ich bisher erst ein Buch aus dem Programm gelesen, das hat mich aber überzeugt. Dass es noch nicht mehr geworden ist, liegt also definitiv daran, dass ich zu wenig Zeit für zu wenig Bücher habe. Mit Kira Mohn hat man nun auch die erste deutsche Autorin unter Vertrag genommen und ich unterstütze einheimische Autoren wirklich immer gern und gerade in den letzten Jahren haben sich im NA-Genre doch einige Namen bewähren können. Mohns Auftaktband der Leuchtturmtrilogie, „Show Me the Stars“, habe ich nun in der gekürzten Hörbuchversion gehört.

Die Sprecherin, Marie-Isabel Walke, hat für mich gut auf das Buch gepasst, da sie eine Stimme hat, die wirklich gut ins Ohr geht. Zudem zeichnet sie sich durch Varianz in der Stimmfarbe aus, was doch immer wieder eine Herausforderung ist. Manches Mal wirkte sie bei den Frauenstimmen etwas aufgedreht, aber insgesamt ist sie vor allem zu Liv in meinem Ohr geworden und das ist ohnehin der wichtigste Schritt.

Das irische Setting der Geschichte finde ich wirklich traumhaft. Das Land gehört wirklich zu den Orten, die ich gerne mal mit eigenen Augen sehen würde, was für jemanden, der nicht ständig Fernweh verspürt, wirklich etwas aussagt. Diese Sehnsucht nach der grünen Insel konnte nun auch Mohn wieder in mir auflodern lassen, was definitiv aussagt, wie toll sie die Atmosphäre sprachlich kreieren konnte, die sich auch bei mir schon im Kopf eingenistet hat. Gerade der Leuchtturm und die Beschreibungen von der kleinen Insel drum herum waren greifbar und wunderschön. Eigentlich bin ich kein Fan von ausufernden Beschreibungen, aber hier hat sich jeder Satz gelohnt.

Bei der Liebesgeschichte wiederum konnte ich nicht so überzeugend abgeholt werden. Das liegt in meinen Augen vor allem an den beiden Hauptfiguren. Liz wird von der ersten Seite an unheimlich naiv dargestellt. Sei es ihre Schwärmerei für eine Schauspielerin, die sich bis ins höher Alter hineinzieht, die aber doch sehr an eine Teenagerin erinnert oder sei es ihre Unfähigkeit, sich im Haifischbecken Journalismus zu behaupten. Bei Liz ändert sich der Eindruck zum Glück auch schnell wieder, da sie der Aufenthalt auf dem Leuchtturm auch innerlich wachsen lässt. Dennoch bleibt diese naive Art immer unterschwellig bestehen. Bei Kjer wiederum finde ich es sehr schade, dass seine Vorzüge doch sehr lange über Äußerlichkeiten hergestellt werden. Er gewinnt lange kein richtiges Profil und da wir ihn nur durch Liz‘ Augen erleben, müssen wir uns eben mit ihren oberflächlichen Eindrücken zufrieden geben. Das führt zu einigen anderen Aspekten ihrer Liebesgeschichte, die jetzt schon sehr ins Detail gehen, wodurch ich mich aber nie gänzlich auf die beiden als Paar einlassen konnte. Das Ende wiederum war aber gut gemacht, das war ein Happy End, das genau das richtige Maß trifft.

Da ich das Hörbuch in einer Hörbuchrunde mitgehört habe, sind Vermutungen angestellt worden, was in der gekürzten Version alles rausgestrichen wurde. Ich kann es leider absolut nicht nachvollziehen, aber ich habe nach Beendigung der Geschichte das Gefühl, dass mir die Buchversion vielleicht besser gepasst hätte. Einige Nebenthemen wurden nicht ganz sauber beendet und gerade das Gefühl zwischen Kjer und Liz ist vielleicht auch auf der Strecke geblieben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass nur Beschreibungen von der Insel weggekürzt wurden. Vielleicht sollte man da doch besser zur ungekürzten Version oder eben zum Buch greifen.

Fazit: Mit „Show Me the Stars“ habe ich die Autorin Kira Mohn für mich entdeckt. Nach der Lektüre kann ich sagen, dass sie definitiv eine tolle Erzählerin ist, die vor allem in ihren Beschreibungen viel vor dem geistigen Auge entstehen lässt, in diesem Fall Irland und sein Leuchtturm Matthew. Leider hat es für mich an der Liebesgeschichte etwas gehapert, da das Gefühl nicht so aufkommen wollte, wie es bei NA sein sollte. Hier habe ich aber den Verdacht, dass es möglicherweise auch an der gekürzten Hörbuchversion liegen könnte. Da ich das aber nicht nachprüfen werde, muss ich mich jetzt auf das Dargebotene verlassen und das bekommt von mir 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.06.2018

Einzelband oder Mehrteiler, das ist hier die Frage?!

Herz aus Schatten
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Eigentlich ist es eine Schande, dass es bei mir so lange gedauert hat, bis ich nun endlich ein Buch von Laura Kneidl gelesen habe. Ich verfolge ihre Erfolge schon länger sehr aufmerksam und gönne ihr das ...

Eigentlich ist es eine Schande, dass es bei mir so lange gedauert hat, bis ich nun endlich ein Buch von Laura Kneidl gelesen habe. Ich verfolge ihre Erfolge schon länger sehr aufmerksam und gönne ihr das als deutsche Autorin total. Ich habe immer gedacht, dass „Berühre mich. Nicht“ mein erster Roman von ihr werden würde, nun habe ich aber zu ihrem aktuellsten Buch, „Herz aus Schatten“, gegriffen, was für mich auch eher ungewöhnlich ist, da Fantasy in meinem Repertoire nicht unbedingt üblich ist. Aber der Klappentext klang wirklich vielversprechend!

Ich habe gut in das Buch hineingefunden, weil man als Leser direkt eine sehr intensive Beziehung zu Kayla aufbauen kann. Ihre Gefühle werden sehr transparent dargestellt, so dass ich schnell den Eindruck gewonnen habe, sie sehr gut zu kennen. Und ich kannte sie nicht nur, ich mochte sie auch. Kayla ist eine eigenwillige, junge Frau, die ihre eigenen Ideale hat und ihrer Vernunft vertraut. Das ist eine seltene Mischung und die hat mich wirklich sehr an ihr fasziniert. Natürlich gab es neben ihr noch zahlreiche andere Charaktere, allen voran natürlich Lilek, und auch die konnten mich schnell für sich gewinnen, aber man merkte schon deutlich, dass Kayla der Fixstern war, um den sich alles drehte und das war gut so. Manchmal ist mir aber schon aufgefallen, dass andere Figuren zwar tolle Ansätze haben, aber im Verhältnis sehr wenig Hintergrundgeschichte erhalten. Hier seien nur mal Jakub oder Marek genannt. Auch Kaylas Mutter taucht erst unheimlich spät auf und gewinnt dann wenig Profil. Aber dadurch dass die Kayla-Dominanz so eindrucksvoll umgesetzt wurde, hat mich das nicht allzu sehr gestört, weil es um die Figuren einfach weniger ging.

Die Fantasy-Welt finde ich sehr ansprechend und vom Prinzip her auch stringent aufgebaut, doch da ich eben nicht zu den fantasyerfahrenen Lesern gehöre, habe ich doch gemerkt, dass mir gerade die Erklärungen zum Bändigen und wie ich mir den Prozess genau vorzustellen habe, viel zu kurz kam. Auch die Ausbildung an der Akademie, die wirklich viel erzählerisches Potenzial gehabt hätte, wird eher kurz gehalten und an dieser Stelle habe ich mich gefragt, wie es eigentlich mit einer möglichen Fortsetzung aussieht. Ich habe dazu keine Information finden können und rätsle daher nun, ob man die Geschichte nicht viel mehr hätte aufbauschen können, um sie dann richtig gut über mindestens zwei Bücher erzählen zu können. Denn noch einmal: die Ansätze sind richtig gut, sowohl was die Welt, die Protagonistin und auch die Nebenfiguren angeht.

Das Buch endet nämlich eigentlich auch sauber. Die großen Handlungsbögen sind eigentlich alle gelöst und trotzdem schreit diese faszinierende Welt einfach nach mehr. Das liegt sicherlich zum Großteil auch am Schreibstil der Autorin, den ich mir aufgrund ihrer Erfolge zwar schon großartig vorgestellt habe, aber es jetzt noch mal selbst zu erleben, ist natürlich ein echter Gewinn. Man wird wirklich in einen unwiderstehlichen Sog gezogen und hinterher erst springen meine Gedanken an, wo ich überlege, was nicht so gut war. Bei anderen Büchern passiert mir das schon währenddessen und das ist definitiv die ärgerlichere Erfahrung.

Fazit: Fantasy von Laura Kneidl könnte immer etwas für mich sein, da mir die von ihr ausgedachte Welt sehr gefallen hat. Mir hat auch vor allem Kayla gefallen, die so eine Geschichte überzeugend anführen kann. Dennoch muss ich insgesamt sagen, dass man bei „Herz aus Schatten“ nicht so recht weiß, ob es ein Einzelband oder ein Auftakt zu etwas Großem sein soll. Denn ich denke, dass Vieles zu oberflächlich behandelt wurde und dass auch noch zu viel Potenzial in dem Ganzen steckt, um nun vorbei zu sein.

Veröffentlicht am 12.08.2026

Buch mit zwei Seiten

And Midnight Fades to Dawn
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Nach einem Cliffhanger ist Wartezeit immer blöd, aber bei Nina Schillings Dilogie The Day and Night ging es doch gefühlt sehr fix, sodass ich für den Abschluss „And Midnight Fades to Dawn“ alles noch erfreulich ...

Nach einem Cliffhanger ist Wartezeit immer blöd, aber bei Nina Schillings Dilogie The Day and Night ging es doch gefühlt sehr fix, sodass ich für den Abschluss „And Midnight Fades to Dawn“ alles noch erfreulich präsent hatte und mich sofort ins Geschehen stürzen konnte.

Leider war da am Anfang nicht genug Geschehen. Ich habe mir auch nochmal meine Rezension zum ersten Band durchgelesen und da lag meine Kritik vor allem in der Stilistik und das wurde im zweiten Band leider nicht abgelegt. Der Beginn ist erneut unheimlich zäh. Auch wenn ich diesmal nichts am Schreibstil zu kritisieren habe, so hätte ich mir doch gewünscht, dass zu Beginn eines Abschlussbandes direkt Tempo und Brisanz drin ist. So haben wir am Anfang eine kürzere Spannungsszene, die dann fortan ein Drittel des Buchs bestimmt, aber Cass und Nox sind vor allem mit Denken und Fühlen beschäftigt, während sich sonst nicht so viel getan hat. Ich habe dementsprechend für die ersten 200 Seiten dreifach solange gebraucht für die restlichen 200 Seiten, weil der Unterschied so gravierend war. Auch wenn mir klar war, dass die Einführung in den dritten Hof Beschreibungen brauchen wird, aber das war gar nicht so auffällig, weil dieses Hin und Her mit Cass und Nox so dominant war. Bei mir merke ich dann als Reaktion auch immer, dass ich die Romantik zunehmend nervig finde und das ist nie gut.

Ich hatte im Vorfeld des zweiten Bandes den Wunsch entwickelt, dass ich gerne auch den Taghof kennenlernen würde, weil wir Band 1 bei der Nacht verbracht haben. Da wird leider völlig drauf verzichtet. Auch wenn ich verstehe, dass der Hof von Sol sicherlich eher wie unsere Welt ist, aber es sind ja auch nicht nur Lebensweisen, sondern auch Menschen, die damit zu tun haben. Und das hat für mich als Ausgleich einfach gefehlt. Da ich jetzt den gesamten Inhalt kenne, so kann ich im Nachhinein auch nicht sagen, wie man es stattdessen hätte machen sollen, aber ich empfinde das als Lücke. Aber wir haben diesmal den dritten Hof als neue Welt und da gab es doch einige Überraschungen. Das fand ich auch interessant, da etwas tiefer einzutauchen. Wenn ich mir jetzt einiges zum Taghof denke, dann kann ich aber zumindest sagen, dass die wahrscheinlichen Unterschiede zwischen allen drei Welten doch deutlich wurden. Mir hat auch gefallen, dass der Inhalt doch arg mit der Liebe für die Natur verbunden war. Und in Zeiten, wo wir so wenig auf unsere Umwelt achten, da fand ich Schillings Geschichte sogar eine mit einer tieferen Botschaft, weil es eine Symbiose von Menschen und Umwelt geben muss.

Wie angedeutet hat mir der zweite Teil insgesamt deutlich besser gefallen. Da sind wir auch wieder den bekannten Figuren begegnet und dort ist dann auch einfach mehr passiert. Ich fand zwar immer noch, dass es unnötige Szenen gab, die zwar der Unterstreichung der Charaktere dienten, aber in der Gesamtkomposition hätte ich darauf verzichtet und die Charaktere dennoch verstanden. Aber irgendwann war auch der Punkt, da ging es wirklich um alles und da war es dann ähnlich wie bei den Spielen in Band 1. Da passte die Gestaltung sehr gut. Da war Schilling als Autorin auch nicht zimperlich, da gab es so viele mögliche Ausgänge und somit war die Handlung nicht vorhersehbar. Da war es mit deutlichem Abstand am besten. Ich fand dann auch das Ende sehr angemessen für die Geschichte. Auch wenn kleinere Teile vielleicht etwas zu rosig waren, so war es insgesamt doch so, dass wir in einem Umbruch enden, wo noch nicht alles perfekt ist und das fand ich sehr realistisch und deswegen richtig.

Fazit: Ich hatte mir für „And Midnight Fades to Dawn“ mehr Stärken aus Band 1 gewünscht, stattdessen gab es leider wieder einen sehr zähen Beginn. Da musste ich mich etwas quälen. Ich fand auch, dass es für mich eine offensichtliche Lücke gab, aber bei der eigentlichen Intention der Handlung und beim Showdown kann ich dann nichts kritisieren. Da stimmte Tempo, das Risiko und die Spannung. Insgesamt waren die Bände sehr ähnlich gestaltet und da kann ich für die Zukunft nur raten, besser am Anfang schon mehr Gas geben, denn dann wirken die Geschichten nicht so stark zweigeteilt. Ich bin trotz dieser Schwäche gespannt, was Nina Schilling als nächstes machen wird.

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Veröffentlicht am 03.08.2026

Naivität als Geduldsprobe

Enemies Are Made (2). Die Monster der Pandora
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Nach dem Medusa-Retelling ging es jetzt auch fix weiter in der ersten Buchreihe von Julia Holz, denn wir haben mit „Enemies are Made“ schon den zweiten Band vorliegen, der sich mit Pandora beschäftigt. ...

Nach dem Medusa-Retelling ging es jetzt auch fix weiter in der ersten Buchreihe von Julia Holz, denn wir haben mit „Enemies are Made“ schon den zweiten Band vorliegen, der sich mit Pandora beschäftigt. Das war schon im ersten Band deutlich angeteasert worden und ich war auch hier sehr gespannt, denn Pandora ist ebenfalls keine Figur, mit der ich mich schon übermäßig beschäftigt habe, sodass ich hier sehr offen auf alles war.

Positiv ist an der Sache auf jeden Fall, dass Julia offenbar einen Stil gefunden hat, den sie hier weiter konsequent durchzieht. Das bedeutet, wir haben wieder die abwechselnden Perspektiven von Pandora und Grace, wie diese in ihrem irdischen Leben heißt. Da wir wie bei Isla auch keine Protagonistin haben, die sich lieber von allem Göttlichen ferngehalten hat, können wir mit Grace jetzt richtig Belle Haven erkunden und dabei vor allem mehr verstehen, was an der Uni vor sich geht und was dort genau warum gelehrt wird. Wir haben generell wieder den bereits existierenden Freundeszirkel und es war schön, da direkt an etwas anzuknüpfen, was man nur kurz mal aus den Augen verloren hat und wo man jetzt wieder richtig eintauchen kann und sich wohl fühlen kann. Man merkt auch, dass wir trotz wechselnden Paares durchgehende Handlungen haben. Bei Isla und Adrian haben wir noch offene Fragen. Stehno muss sich noch in ihrer Rolle einfinden. Und auch das Schicksal von Andromeda muss noch geklärt werden. Hier haben wir also ein klares Korsett, das die Geschichte von Pandora einrahmt.

Mit dem männlichen Protagonisten haben wir einen kompletten Neuzugang und hier wird schnell gelüftet, dass es sich um Prometheus handelt, der als Eden auf der Erde wandelt. Auch hier wieder eine Figur, bei der ich nur weiß, dass sie den Menschen das Feuer gegeben hat, dementsprechend fand ich es sehr berührend, seine Geschichte durch die Pandora-Kapitel zu ergründen. Es hat auch insgesamt dafür gesorgt, dass ich Eden viel lieber mochte als Grace. Er hatte eine angenehme raue Fassade, in beiden Perspektiven, aber man hat ihm stets angemerkt, dass er gute Dinge wohldurchdacht erledigt. Aber er hat dabei eine Aura, die sehr attraktiv wirkt. Grace wollte ich viel, viel lieber mögen, aber ich muss schon sagen, dass es mit ihr schwer war. Und es ist etwas, was ich hier Julia auch nicht richtig als Entscheidung zu Last legen kann, denn Pandora als erschaffen von verschiedenen Göttern ist in der Anlage als naiv und treu dem Olymp gegenüber gezeichnet. Dementsprechend wäre es wohl kein richtiges Retelling gewesen, sie sofort als toughe und total unabhängige Frau zu charakterisieren. Aber auch wenn es für die Geschichte konsequent war, so war es stellenweise sehr schwierig zu lesen. Das gilt konkret für die Grace-Kapitel, weil ihre Recherchen zu Eden so unfassbar plump waren und sie hat es wieder und wieder so gemacht. Da fehlte mir dann irgendwann eine gewisse Cleverness, es vielleicht mal etwas anders zu versuchen. Grace spielt später selbst mit der Eigenschaft Naivität, aber selbst wenn da eine selbstreflexive Perspektive war, aber puh, es war echt extrem anstrengend.

Umso überraschter war ich, dass mir die Dynamik zwischen den beiden dennoch gefallen hat. Das hat wahrscheinlich Eden ausgeglichen, der ihr plumpes Wirken immer angemessen und doch auch wieder charmant erwidert hat. So war die Spannung auf jeden Fall gut da und wurde natürlich auch durch das Miteinander von Pandora und Prometheus in der Vergangenheit gut ergänzt. Ein Kritikpunkt ist auch, dass mir Band 2 zu inhaltlos erscheint. Bei Band 1 hatte ich den Eindruck, dass genug passierte, aber zu viel drum herum geschrieben wurde. Bei Band 2 gibt es auch wieder viel drum herum, aber dann inhaltlich auch nicht genug. Und das liegt glaube ich daran, dass Julia sich entschieden hat, für Grace und Eden kein wichtiges Zwischenergebnis zu erzielen. Auch bei Isla und Adrian ging es hier noch weiter und trotzdem wirkte ihr Rahmen in Band 1 auserzählt. Bei Grace und Eden ist das aber sehr offensichtlich nicht der Fall. Das heißt, man merkt, dass auf Großes hin erzählt wird, aber wir bekommen es einfach nicht. Und dann finde ich, dass die erzählerischen Höhepunkte in Band 2 fehlen. Ich konnte es gut lesen, aber wenn man dann knapp über 500 Seiten gelesen hat und feststellt, dass gar nicht so viel passiert ist, dann ist das doch schade.

Das Ende führt uns zur Protagonistin des dritten Bandes hin und auch zum ergänzenden Part gibt es Andeutungen. Ansonsten wird auch deutlich, dass das Finale einen großen Showdown liefern wird, von dem ich auch angenehm wenig erahnen kann. Das ist alles reizvoll, aber ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass die Entwicklung von Grace deutlicher in Band 2 abgeschlossen worden wäre. Sie hat Schritte gemacht, aber für mich nicht genug.

Fazit: „Enemies are Made“ war für mich ein richtiges Auf und Ab. Es war spannend, die Geschichte von Pandora und Prometheus zu ergründen, aber es war anstrengend, Graces Naivität zu ertragen und gleichzeitig zu wissen, dass es in der Geschichte eigentlich konsequent ist. Zudem finde ich leider, dass es sich beim Lesen wie ein klassischer Zwischenband von beispielsweise Fantasy-Reihen anfühlte. Es ist inhaltlich nicht so viel passiert und es wird nur alles für den finalen Band vorbereitet. Angesichts der Pärchen-Struktur fand ich das hier aber nicht clever, weil es sich nicht fertig erzählt anfühlt, Cliffhanger hin oder her.

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Veröffentlicht am 31.07.2026

Zu wenig Tennis

You Are My Wildcard
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Das letzte Kapitel an der Fairview University steht an und da musste ich bei „You Are My Wildcard“ natürlich dabei sein. Ich habe an der Reihe sehr geschätzt, dass wir uns bei jedem Band einer anderen ...

Das letzte Kapitel an der Fairview University steht an und da musste ich bei „You Are My Wildcard“ natürlich dabei sein. Ich habe an der Reihe sehr geschätzt, dass wir uns bei jedem Band einer anderen Sportart widmen. Ständig neue Impulse und auch Überprüfen, welche Sportart für einen bei Sports Romance am besten ankommt. Da hat Emily Aves doch einiges angeboten.

Im Abschlussband haben wir das Thema Tennis. Ich war ehrlich gesagt sehr aufgeregt. Natürlich hatten wir dieses Jahr auch wieder die Grand Slams, von denen vor allem die French Open wegen Zverev natürlich sehr präsent waren, aber ich habe dieses Jahr auch endlich „Carrie Soto is Back“ gelesen und da mal wieder festgestellt, dass Tennis bei Sports Romance nicht zu unterschätzen ist. Da mir bislang wirklich gut gefallen hat, wie Aves die Sportarten integriert bekommt, muss ich hier erstmals Enttäuschung aussprechen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass Tennis hier in seiner Essenz eingefangen wurden. Die entsprechenden Szenen hätten auch durch jede andere Sportart ausgetauscht werden können, weil das Ergebnis dasselbe gewesen wäre und das war bei den anderen beiden Bänden eindeutig nicht. Dementsprechend steht das diesmal nicht auf der Haben-Seite.

Wie generell bei der Reihe haben wir ein Paar, das wir ganz neu mit seinem Umfeld kennenlernen, weil die einzelnen Geschichten nur durch die Uni miteinander verbunden sind. Aber es gab diesmal charmante Cameos, die ich sehr zu schätzen wusste. Aber es war für mich absolut angemessen, dass wir hier keine Paare haben, die alle eng miteinander befreundet sind. Gerade über die Sportarten hinweg wäre das unrealistisch gewesen und ich mochte die Entscheidung hier sehr. Es hat natürlich auch was, immer wieder ein komplett neues Figurenrepertoire kennenzulernen. Hier war ich etwas zwiegespalten. Ich fand Levi und Dove sehr angenehm, aber die Darlings waren mir etwas zu expressiv und übertrieben gestaltet. Auch wenn für die Zwillinge Noa und Nolan sicherlich nicht alles so gelaufen ist, wie sie es sich gewünscht haben, aber man hat ihnen ihre Privilegien sehr angemerkt und generell fand ich Noa durch ihren Ehrgeiz sehr ich-bezogen. Umgekehrt fand ich die Eltern dann auch zu drastisch in ihren Plänen, weil es schließlich ihre Erziehung war. Auch wenn sich zum Ende der Geschichte hin vieles sehr positiv entwickelt hat, aber das war leider nicht so meine Familie, auch wegen der Andeutungen von Nolan und Dove, die mir eher eine unangenehme Gänsehaut beschert haben.

Levi als Protagonist war da deutlich angenehmer und ich fand ihn viel bodenständiger. Er hat für mich die Geschichte auch emotional getragen, weil man bei ihm deutlich gemerkt hat, dass er ist, was er sagt. Er öffnet sich sensibel, aber er ist auch ein Mann der Taten. Und auch wenn ich also eine Diskrepanz in den Sympathien für das Paar hatte, so fand ich die gemeinsamen Szenen, gerade in der Vergangenheit, doch charmant. Was ich dann noch festhalten möchte, ich fand, dass die Vergangenheit zu viel Raum bekommen hat. Sie war sehr wichtig und sie wurde hier deutlich genutzt, um länger ein Mysterium zu haben, was Levi und Noa einst auseinandergetrieben hat. Aber ich fand das Verhältnis nicht richtig, weil die Vergangenheit wichtiger als die Gegenwart wirkte. Vor allem weil ich als Konsequenz für die Gegenwart das Gefühl hatte, dass die eher auf der Stelle trat. Man merkte, dass beide Figuren sich etwas vorwerfen, aber sie sind immer drum herum getanzt, als ehrlich darüber zu sprechen, so hätte sich manches früher aufklären können. Ich hätte die Vergangenheit so mehr genießen können, wenn ich in der Gegenwart nicht immer mehr genervt gewesen wäre. Für das Ende finde ich dann aber wieder, dass alles passte. Es wurde noch sehr emotional und es fühlte sich dann schon sehr rosarot an, was ich aber angesichts des Umstands, dass es das Finale war, gut fand.

Fazit: „You Are My Wildcard“ ließ sich wieder sehr gut lesen, aber es war leider nicht in der Reihe von Emily Aves keine weitere qualitative Steigerung. Diesmal hatten wir Tennis im Zentrum und diesmal kam die Sportart aber nicht so zur Geltung. Ich fand auch die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart nicht gelungen. Trotzdem gab es Highlights und die generelle Idee, mehrere Sportarten und weitestgehend unabhängige Geschichte zu haben, lasse ich als großes Plus stehen.

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