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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2019

Toller Fantasyroman

Die Tochter der Hexe
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Elizabeth Hawksmith zieht nach Matravers, ein ruhiges Dorf, um neu anzufangen. Als Heilerin stellt sie Kräutermischungen, Öle und vieles mehr her, um es auf den Markt zu verkaufen. Obwohl Eliza den Kontakt ...

Elizabeth Hawksmith zieht nach Matravers, ein ruhiges Dorf, um neu anzufangen. Als Heilerin stellt sie Kräutermischungen, Öle und vieles mehr her, um es auf den Markt zu verkaufen. Obwohl Eliza den Kontakt zu anderen Menschen, aus guten Gründen meidet, tritt plötzlich ein Mädchen in ihr einsames Leben, das sich für ihre Künste und ihre Vergangenheit interessiert. Es stellt sich heraus, dass Elizabeth eine unsterbliche Hexe ist, die mit ihren 384 Jahren quasi schon mehrere Leben geführt hat. Allerdings ist sie dabei ständig auf der Flucht...

Dieser Fantasyroman handelt von Liebe, dunkler Magie, Macht und führt uns gleichzeitig in düstere Zeiten der Vergangenheit. Ich glaube, dass der Roman nicht für jeden etwas ist, denn er ist teilweise sehr brutal und fast durchgängig von einer negativen Atmosphäre geprägt.
Der Anfang des Buches ist sehr langweilig, weil man erst das momentane Leben von Elizabeth kennenlernt. Keine Sorge, die Geschichte wird in ihrem Verlauf zunehmend spannender. Der Roman ist nämlich als Tagebuch der Hexe anzusehen und daher auch nach Daten eingeteilt. Immer, wenn die Hexe aus ihrer Vergangenheit erzählt wechselt die Erzählperspektive von der Ich-Erzählform in die Personale aus der Sicht Elizas. Dieser Wechsel beeinträchtigt den Lesefluss jedoch nicht. Ein schöner Nebeneffekt der Erzählungen aus der Vergangenheit war für mich, dass man irgendwie einen emotionalen Bezug zu tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen entwickelt.
Die Protagonistin ist eine liebenswerte Figur und mir hat besonders gut gefallen, dass sie eine moderne und starke Frauenrolle vertritt.
Ich bin wirklich begeistert von dem Roman, denn er enthält viele spannende Plottwists und konnte mich richtig in die Vergangenheit zurückversetzen. Dazu trägt wesentlich auch der anschauliche Schreibstil der Autorin bei. Deshalb möchte ich 4 von 5 Sternen vergeben.

Zum Ende des Buches möchte ich nichts verraten, aber meiner Meinung nach gibt es kaum Anreiz dazu den zweiten Band auch zu lesen, denn es bleiben nur wenige Fragen unbeantwortet. Trotzdem werde ich die Fortsetztung auch lesen, sobald diese auf deutsch erscheint, weil ich gespannt bin, wie die Autorin an den ersten Band anknüpft. Außerdem hoffe ich noch mehr aus Elizabeths Vergangenheit, die mich so fesselte, zu erfahren.

Veröffentlicht am 03.08.2019

Mitreißende Geschichte!

Eve of Man (I)
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Im Roman „Eve of Man Die letzte Frau“ von Giovanna und Tom Fletcher geht es um ein Mädchen namens Eve, die auf einer Welt geboren wird, auf der es kaum noch Frauen gibt. Durch ihre Geburt besteht also ...

Im Roman „Eve of Man Die letzte Frau“ von Giovanna und Tom Fletcher geht es um ein Mädchen namens Eve, die auf einer Welt geboren wird, auf der es kaum noch Frauen gibt. Durch ihre Geburt besteht also neue Hoffnung darauf, dass die Menschheit weiter existieren wird. Schon früh wird sie von ihren Eltern getrennt und lebt isoliert von der Außenwelt in scheinbar purem Luxus, doch der Schein trügt. Als die Zeit reif wird und Eve sich ihrer Aufgabe stellen soll bekommt sie Zukunftsängste und versucht mehr Kontrolle über ihr Leben und über ihren Körper zu erlangen. In all diesen Ungewissheiten trifft sie ausgerechnet auch noch auf Bram, den Jungen, dem sie sich schon ihr ganzes Leben lang verbunden fühlt. Bram gehört jedoch nicht zu den Kandidaten, die für sie vorgesehen wurden, um den Fortbestand der Menschheit zu garantieren.

Diese Dystopie ist abwechselnd aus der Sicht von Eve und Bram aus der Ich-Perspektive geschrieben, was mir sehr gut gefällt. Beide haben mit ganz unterschiedlichen Problemen zu kämpen und es hat mich immer total verrückt gemacht, wenn ich unbedingt wissen wollte, wie es zum Beispiel mit Bram weiter geht und danach erstmal wieder ein Kapitel über Eve geschrieben wurde.
Die Protagonisten sind mir total sympathisch, weil ihre Reaktionen und Gefühle sehr real und nachvollziehbar für mich waren.
Die Idee dieser Dystopie finde ich total faszinierend, denn dieser Roman macht auch auf die Rechte und die Bedeutung von Frauen aufmerksam. Eve´s Geburt wird gefeiert, sie wird beschützt und von allen geliebt, weil sie eine gesunde junge Frau ist. Ich finde das ist eine schöne Botschaft an junge Leserinnen, sodass sie vielleicht auch stolz darauf sein können eine Frau zu sein. Mir gefällt, dass Eve so ist einen starken und schlauen Charakter im Buch einnimmt.
Zugegebenermaßen nimmt die Geschichte zuerst langsam Fahrt auf, aber es ist ja auch erst der Auftakt einer neuen Triologie. Trotzdem entwickt sich das Geschehen schon bald in ein spannendes Abenteuer voller Mysterien, das mich total fesseln konnte.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich flüssig lesen.
Ich finde es noch wichtig anzumerken, dass die Geschichte zwar sehr gefühlvoll ist, aber es sich nicht um eine klassische Liebesgeschichte handelt. Das hat mich positiv überrascht, weil ich finde, dass der Klappentext andere Spekulationen über die Entwicklung der Handlung zulässt. Also lasst euch von „Eve of Man Die letzte Frau“ überraschen und mitreißen.

Veröffentlicht am 24.05.2021

Was ist Partem? Teilweise gut.

Partem. Wie die Liebe so kalt
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Als eines Tages in das Haus neben Xenia eine Gruppe Jugendlicher einzieht, ist sie ganz hin und weg, denn unter den neuen Nachbarn, befindet sich auch Jael. Er ist unglaublich attraktiv und nach ihrer ...

Als eines Tages in das Haus neben Xenia eine Gruppe Jugendlicher einzieht, ist sie ganz hin und weg, denn unter den neuen Nachbarn, befindet sich auch Jael. Er ist unglaublich attraktiv und nach ihrer ersten Begegnung mit ihm realisiert Xenia, dass sie Jael berühren kann, ohne das Geräuschchaos in ihrem Kopf ausbricht. Das ist neu und macht Jael nur noch interessanter für sie. Die beiden scheinen füreinander geschaffen, wäre da bloß nicht die Mission Jaels. Er entleert Menschen und stiehlt ihnen so ihre Gefühle. Xenia hingegen besitzt eine andere Gabe.
Ich finde das Buch wirklich schön. Die Gestaltung und die Farbe des Covers gefällt mir total und es gibt sogar ein Lesebändchen. Ein Toucheffekt des Covers wäre meiner Meinung nach noch ein tolles Upgrade gewesen. Aber nun zum Inhalt.
Der Prolog hat mich total umgehauen. Die Atmosphäre so düster, die Nerven zum Zerreißen gespannt. Die Gefühle tief, bedeutsam. Leider habe ich davon nach dem Prolog erstmal nichts mehr davon gemerkt.
Die Geschichte wirkte oft gestreckt und unnötig ausgeschmückt. Es passiert leider nicht wirklich viel bis zur Hälfte des Buches. Teilweise hat die Erzählung für mich ein bisschen ihren Fokus verloren.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von vier Charakteren erzählt. Für mich war es dabei anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, dass als Erzählform die Er-/Sie-Form und nicht die Ich-Form gewählt wurde.
Außerdem doppeln sich manche Ereignisse leider, da die Perspektiven sich manchmal kurz zeitlich überschneiden. Das hat mir anfangs nicht so gut gefallen, aber dann habe ich mich daran gewöhnt. Die Überschneidung schafft auf jeden Fall interessante Übergänge zwischen den Kapiteln.
Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Er ist fesselnd und man denkt jeden Augenblick passiert etwas, auch wenn dann meist bedauerlicherweise nichts passiert. Doch diese Geschichte lebt von Gefühlen und ich finde die Autorin konnte diese Gefühle wirklich toll vermitteln. Damit meine ich die Gefühle und die Beziehungen generell, denn ich muss zugeben, dass ich die Anziehungskraft und die verbotene Liebesgeschichte zwischen Jael und Xenia nicht so faszinierend fand, wie ich erwartet hatte. Irgendwie hat mir noch mehr Annäherung und Leidenschaft zwischen den beiden gefehlt. Allerdings gibt es zum Glück noch eine weitere Liebesgeschichte, die es sich zu verfolgen lohnt.
Ich fand es sehr schade, dass viele Geheimnisse erst sehr spät aufgeklärt werden. Alles wird irgendwie angesprochen, aber nicht weiter vertieft. So bleibt zum Beispiel noch ungeklärt wer oder was Partem wirklich ist.
Die Bedrohung und Gefahr hätte auch noch etwas präsenter sein können. Das spitzt sich erst am Ende zu. Dafür ist der Abschluss des Romans wirklich gut gelungen. Es endet mit einem großartigen Cliffhänger und erhöht meine Erwartungen an den zweiten Teil.
Mein Fazit:
Ein New-Adult Roman mit Potenzial. Tolle Charaktere und Gefühle, nur leider keine Vertiefung der düsteren Machenschaften. Bis jetzt jedenfalls. Ich setze große Hoffnung in den zweiten Band, da mir der Schreibstil gut gefallen hat. Ich wünsche mir sehr, dass die Geschichte einen glorreichen Abschluss mit actionreichen und dramatischen Szenen bekommt, so wie es im Prolog angedeutet wurde.

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Veröffentlicht am 05.02.2020

Mehr interessant als spannend!

Abgefackelt
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Der Thriller „Abgefackelt“ von Michael Tsokos ist die Fortsetzung des Paul-Herzfeld-Thrillers „Abgeschlagen“. Die Handlung beginnt unmittelbar nach dem Ende des ersten Teils. Ich empfehle „Abgeschlagen“ ...

Der Thriller „Abgefackelt“ von Michael Tsokos ist die Fortsetzung des Paul-Herzfeld-Thrillers „Abgeschlagen“. Die Handlung beginnt unmittelbar nach dem Ende des ersten Teils. Ich empfehle „Abgeschlagen“ vorher zu lesen, denn dadurch bekommt man einen besseren Bezug zu den Charakteren. Für alle, die den ersten Band nicht kennen wird die Vorgeschichte kurz zusammengefasst. Die Geschichte des zweiten Teils kann, meiner Meinung nach, unabhängig vom ersten Teil betrachtet werden.

Rechtsmediziner Paul Herzfeld soll nach seinem nervenaufreibenden letzten Fall eine Auszeit von seiner Arbeit nehmen und wird vorübergehend in die Pathologie nach Itzehoe versetzt. Er bemerkt schnell, dass die wahren Todesumstände seines Vorgängers vor ihm verheimlicht werden. Herzfelds Nachforschungen bringen jedoch nicht nur schreckliche Erkenntnisse mit sich, sondern auch eine tödliche Gefahr.

Die Geschichten um den Rechtsmediziner Paul Herzfeld basieren auf wahren Begebenheiten und genau das macht den Thriller von Tsokos auch so spannend. Die Verbrechen sind realitätsnah und die Obduktionen werden genau und fachgerecht beschrieben. Ich finde es aufregend, dass man während des Lesens noch einiges über den Tod und seine Ursachen lernt.
Außerdem hat mir gefallen, dass es neben der hauptsächlichen Handlung zudem noch andere Fälle gibt, die Herzfeld aufklärt. Kleine Obduktionen, die interessante Ergebnisse haben.

Oft verwendet der Autor allerdings sehr lange und zu komplizierte Sätze, die teilweise auch noch durch die verwendete Fachsprache den Lesefluss stören.
Generell konnte mich die Geschichte leider nicht packen. Es passiert eigentlich nicht viel, das Buch ist gestreckt und wird zunehmend vorausschaubarer.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass die Geschichte und der Schreibstil mich nicht richtig überzeugen konnte. Das Buch ist spannend und gut- keine Frage. Ich hatte nur einfach etwas mehr von der Geschichte erwartet, da ich das Cover schon so aussagekräftig fand.

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Veröffentlicht am 08.09.2019

Was bleibt? Nichts.

Nichts wird dir bleiben
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Der Psychothriller handelt von dem Psychoanalytiker Thomas Kern, dessen Leben komplett aus den Fugen gerät, nachdem eine Patientin von ihm Selbstmord begeht. Es tauchen Beweise auf, die Kern zum Schuldigen ...


Der Psychothriller handelt von dem Psychoanalytiker Thomas Kern, dessen Leben komplett aus den Fugen gerät, nachdem eine Patientin von ihm Selbstmord begeht. Es tauchen Beweise auf, die Kern zum Schuldigen machen und auch seine Familie schwebt in Gefahr. Jemand ist dabei das Leben von Thomas Kern zu zerstören, aber wer könnte das sein und warum sollte dieser Jemand so etwas tun?

Der Thriller beinhaltet viele Charakter, schon fast zu viele. Trotzdem sind alle handelnden Personen sehr präzise und anschaulich. Das liegt auch daran, dass der Thriller aus vielen Perspektiven geschrieben ist. Das ist teilweise sehr verwirrend und die Zusammenhänge, die zwischen den Personen entstehen sind sehr komplex und auch teilweise, wie mir schien, unverständlich. Fast alle Figuren machen eine Entwicklung im Laufe des Thrillers durch, was mir sehr gut gefallen hat.

Der Inhalt ist auf jeden Fall spannend, aber leider nicht durchgängig. Viele Szenen sind viel zu ausführlich und andere dagegen zu kurz geraten. Das ist sehr Schade. Außerdem ist im Original Klappentext von einer dunklen Macht die Rede, der Thomas Kern gegenüber steht. Meiner Ansicht nach ist von dieser finsteren Macht kaum etwas zu spüren. Der Autor selbst schreibt, dass er sich im Vorfeld des Schreibens über Sekten informiert hat und der Thriller davon inspiriert geschrieben wurde. Ich hätte mir gewünscht mehr über den Aufbau einer Sekte oder die inneren Abläufe zu lesen zum Beispiel über gruselige Rituale oder Gedankengut. Diesbezüglich waren meine Erwartungen sehr hoch und wurden leider enttäuscht.

Der Schreibstil des Autors hat mir wirklich gut gefallen. Dieser war sehr lebendig und konnte mich total in die Geschichte eintauchen lassen. Allerdings ist es zu Beginn erstmal schwierig in die Handlung einzufinden, da der Einstieg unmittelbar ist und dann auch noch mit häufigen Perspektivwechsel einhergeht.

Der Psychothriller bekommt von mir 3 von 5 Sternen, weil mir irgendwie die überraschenden Wendungen gefehlt haben und, wie bereits angemerkt die Sektenthematik zu kurz gekommen ist. Ich hätte die Beweggründe und Gedanken des Antagonisten gerne besser verstanden, beziehungsweise eine vertiefendere Ausführung derer gewünscht. Ansonsten ist der Thriller spannend und behandelt Themen wie Liebe, Verlust und organisierte Kriminalität. Bin leider insgesamt ziemlich enttäuscht worden und deshalb kann ich nur sagen, dass von dem Thriller am Ende nichts bleibt.